Möglichkeiten den Radsport zu retten? |
03.07.2007 21:35
teufelsberg
Legende der Landstrasse
Dabei seit: 25.07.2003
Herkunft: det ratste nie
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Original von Sprintstar
Neinneinnein, natürlich nicht... Für eine Freigabe bin ich trotz der Zustimmung auf Pitis Post trotzdem nicht. Das hat aber in der Tat eher mit der Gesundheitsgefährdung zu tun, als mit der "Ethik" (die ja gewissermassen sowieso nicht mehr im Profisport vorherrscht) Was ich bekräftigend an Pitis Beitrag zugestimmt habe, ist der "Showeffekt" des aktuellen Profisports... Um mal beim Radsport zu bleiben: Selbst wenn die Kontrollen noch so scharf währen, die Teams selber die eigenen Fahrer "ausspionieren" würden (was natürlich wiederum NICHT SEIN DARF) und wenn die Strafen dank lebenslanger Sperren noch härter sein würden, würde sich wat ändern... Nein... Denn es geht um ZU VIEL GELD... Und trotz allem: Es gibt immernoch hohe Sponsoren, hohe Fernsehgelder und eben noch hohe Einschaltquoten. Und ich geb offen zu: Auch ich hab zuletzt mir ein paar Etappen der Tour de Suisse angesehen, alleine schon aus "Langeweile", um mich zu unterhalten...
Kurzum: Solange es um zu viel materielles geht, wird sich im gesamten Profisport (und eben auch im Radsport) nix, aber auch gar nix ändern... Korruption, Doping und andere Methoden werden LEIDER Standart in den grossen Sportarten bleiben. Das hat eben auch damit zu tun, das diese Sportarten eben gross sind... |
nein.
bei relativ hoher aufklärungsquote und starker sanktion dopen nur noch die doofen, oder die, die unbedingt mal oben stehen wollen, auch wenn der sieg annulliert wird.
wenn die code-regelungen greifen und gar verstärkt werden, wird es für einige rennställe schon sehr eng.
und die sponsoren haben sich ins knie geschossen, ausgegebenes geld werden sie von einer gmbh sicher nicht zurück kriegen, wie weit man aus gehaltsverpflichtungen raus kommt, weiß ich nicht.
bei einem team-ausschluß zieht auch die festina-like-negativ-werbung nicht mehr.
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03.07.2007 21:50
Arno unregistriert
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Original von kuestentanne
Die Begründung mit der betrügenden Gesellschaft, dass Sportler also sowieso betrügen und man es deshalb freigeben soll, kann ich nicht als Argument für eine Freigabe sehen. Mit der Begründung müßte ich ja den Betrug an sich als Straftatbestand abschaffen, jeder darf jeden übers Ohr hauen und besonders natürlich das Finanzamt ... |
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Original von teufelsberg
aber ganz egal, sport ist positiv besetzt, und eine trennung zwischen profi- und normalsport lässt sich nicht in der öffentlichkeit vermitteln. wer sind denn die idole von rennradelnden oder leichthletenden oder kickenden kindern und jugendlichen? |
Um jetzt mal auf die Rollerball-Idee zurück zu kommen: ich befürchte, daß in einigen Jahren verschiedene Sportarten aufgrund des Dopings ihre Anerkennung als echte Sportart verlieren werden und über ein Zwischenstadium im Nischendasein als sinn- und wertfreie Freak-Sportshows zurückkommen werden, ähnlich wie Wrestling, Body-Building.
In denen über Doping und Nicht-Doping einfach nicht diskutiert werden muss (kleine Entschuldigung: es gibt im BB auch eine winzige Neben-Richtung "Natural BB").
Danach besteht auch ein Bedarf bei der Jugend. Für Radsport hat die ja nix mehr übrig. Im Alter von 18 Jahren ist ja eigentlich auch alles andere wichtiger, Führerschein, Freundin usw., Fußball kann da noch teilweise mithalten. Etwas wie Rollerball wäre natürlich auch noch ein "Knaller".
Ob das bei Radsport so kommen könnte ist die Frage. Immerhin gibt es die großen Landesrundfahrten und mindestens in FR und IT sind die Fans immer narrisch genug. In ES weiß ich jetzt nicht, die letzte Vuelta soll ja auch unter eklatantem Desinteresse gelitten haben.
Ist das die Zukunft?
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03.07.2007 22:04
Sprintstar
Kulturpessimist

Dabei seit: 06.08.2006
Herkunft: Leer (Ostfriesland)/Müns
ter (Westfalen) Fan von: Konstantin Gropper und Lars Boom
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Original von teufelsberg
nein.
bei relativ hoher aufklärungsquote und starker sanktion dopen nur noch die doofen, oder die, die unbedingt mal oben stehen wollen, auch wenn der sieg annulliert wird.
wenn die code-regelungen greifen und gar verstärkt werden, wird es für einige rennställe schon sehr eng.
und die sponsoren haben sich ins knie geschossen, ausgegebenes geld werden sie von einer gmbh sicher nicht zurück kriegen, wie weit man aus gehaltsverpflichtungen raus kommt, weiß ich nicht.
bei einem team-ausschluß zieht auch die festina-like-negativ-werbung nicht mehr. |
Interessanter Ansatz, Teufelchen. Wenn man mal weggeht vom ethischen Aspekt der Diskussion hin zum "kapitalistisch-materiellen" Aspekt, dann könnte das dem Sport vielleicht sogar etwas helfen. Wenn man, sagen wir mal neben den üblichen 2 Jahren vielleicht tatsächlich noch ne saftige Geldstrafe + Gehaltsentzug (gerade bei Stars mit den fetten Verträgen) einführen würde, dann kann ich mir sogar eine kleine, vielleicht auch grössere "Säuberung" vorstellen. Denn wenns "nur" um 2 Jahre Sperre geht, dann sagen sich viele Fahrer, (gerade die jenigen mit den dicken Namen) doch nur: "Is egal ob ich 2 Jahre wech bin, Hauptsache ich krieg nach 2 Jahren wieder n schönes Gehalt und nen dicken Vertrag irgendwo...". Wenn man aber an die "Motivationsquelle" geht (leider is das anscheinend im Profisport wohl nur noch der einzige Grund, warum die Athleten diese Sportarten durchführen wollen), dann könnte dann doch der eine oder andere ganz schnell mal die Hosen voll kriegen.
Gleiches würde im übrigen wohl auch für lebenslange Sperren gelten...
Aber um zu bestrafen, muss man ja auch erstmal ERWISCHEN, da muss erst mal angesetzt werden. Die wissenschaftlichen Methoden währen bestimmt vorhanden....
.... aber das Geld ist eben nicht vorhanden...
__________________ The idea is good but the world isn't ready yet!
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04.07.2007 08:43
Amelie
Zwischensprintanzieher
Dabei seit: 21.07.2004
Fan von: ?
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Ihr vergesst in der Diskussion den Zwiespalt in dem die Sportverbände stecken, die mit jeder positiven Dopingprobe auch ihren eigenen Sport diskreditieren.
Es liegt sicher nicht immer nur am zu wenigen Geld, dass einige Verbände lasche bis überhaupt keine Kontrollen durchführen und teilweise sogar aktiv an der Vertuschung von Dopingfunden beteiligt sind.
In dieser großen Unterhaltungsindustrie Sport (von der jeder einen möglichst große Scheibe abhaben will) geht es nicht vorrangig darum, den Athleten einen fairen Wettbewerb zu bieten, sondern dem Kunden- dem Sportfan ein möglichst attraktives Produkt.
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04.07.2007 10:01
Arno unregistriert
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Diese Vorgehensweise der Verbände z.B. (und auch der Medien) führt sich aber mit dem langsamen Bewußtwerden der Problematik in der Öffenlichkeit ad absurdum.
Dann braucht man einen grundlegend anderen Plan.
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04.07.2007 11:23
teufelsberg
Legende der Landstrasse
Dabei seit: 25.07.2003
Herkunft: det ratste nie
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Original von Sunshine Thurau
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Original von Amelie
In dieser großen Unterhaltungsindustrie Sport (von der jeder einen möglichst große Scheibe abhaben will) geht es nicht vorrangig darum, den Athleten einen fairen Wettbewerb zu bieten, sondern dem Kunden- dem Sportfan ein möglichst attraktives Produkt. |
Ich glaub, da bist du etwas im falschen Film. Den Leuten, die professionellen Sport vermarkten, geht es darum, Geld zu verdienen. Um Geld im Fernsehen zu verdienen, braucht man die Einschaltquote, also möglichst viele Zuschauer. Aber die Zuschauer sind nur Mittel zum Zweck. |
ich sehe gar keinen widerspruch in euren aussagen, das attraktive produkt ist doch die voraussetzung für die quote.
allerdings sehe ich bei diesen ganzen rollerball-szenarien denkfehler.
die geschichte zeigt, dass menschen recht schnell die düne schicht zivilisation zerreissen und von niedersten instinkten gelenkt werden können.
allerdings ist in unserer europäischen, von wirklichen existenzängsten weitgehend freien, demokratischen gesellschaft eine show, die todesfälle nicht nur hinnimmt, sondern geradezu produziert, kaum geeignet, langfristig zu einem liebling der massenmedien zu werden.
ÖR fernsehen ohnehin nicht, aber auch auch die großen privatsender haben derzeit nichts ähnliches im programm, selbst bei big-brother wird sich nicht ständig zuschauerzahlensteigernd in die fresse gehauen.
und selbst ein frankenstein-radrennen spricht bei weitem nicht so viele an wie eine simple wrestling-show. (selbst diese haben nach dem letzten todesfall dopingkontrollen angekündigt 
). bliebe eine recht kleien zielgruppe.
allerdings theoretisch, da rechtlich ohnehin nicht relevant.
und die quasi-freigabe der vergangenheit durch schlechte kontrollen, interessen der verbände, omerta etc. scheint nicht mehr zurückzukommen.
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04.07.2007 12:31
Sunshine Thurau
Finisseur

Dabei seit: 06.08.2006
Herkunft: NRW Fan von: TI-Raleigh, Rudi Altig
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Original von teufelsberg
allerdings sehe ich bei diesen ganzen rollerball-szenarien denkfehler.
die geschichte zeigt, dass menschen recht schnell die düne schicht zivilisation zerreissen und von niedersten instinkten gelenkt werden können.
allerdings ist in unserer europäischen, von wirklichen existenzängsten weitgehend freien, demokratischen gesellschaft eine show, die todesfälle nicht nur hinnimmt, sondern geradezu produziert, kaum geeignet, langfristig zu einem liebling der massenmedien zu werden. |
Das ist korrekt analysiert. Brot und Spiele gab's im alten Rom nur, um die Leute, die nichts zu beißen und schon gar nichts zu sagen hatten, bei Laune zu halten und keine Aufstände zu riskieren.
Weshalb ich auch "Rollerball" für eine verfehlte Zukunftsvision halte, wie sie in den siebziger Jahren häufiger auftrat. Das funktioniert nur in einem postapokalyptischen Mad-Max-Szenario.
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04.07.2007 13:28
Arno unregistriert
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Also ich würds mir nicht anschauen. Aber das jetzt auch nicht.
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