Selberfahrer in Gefahr? |
17.06.2007 01:38
Arno unregistriert
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Hallo zusammen,
ich möchte das Thema Gefährlichkeit des Radsports mal zur Diskussion stellen. Mich interessiert ganz besonderes, wie Ihr die Gefährlichkeit selber einschätzt, z.B. bei Jedermännern oder auch im Training.
Ich jetzt finde Radsport, so wie ich ihn betreibe, wesentlich gefährlicher als normales Radfahren. Ich fahre viel Querfeldein und öfters eben an der physikalischen Grenze und außerdem natürlich Straßentraining. Trotz oder gerade auch wegen der ländlichen Gegend hier hat es mich auf der Straße schon zweimal so hingehauen, daß ich bleibende Schäden davongetragen habe. Ok ich war auch vorher schon nicht schön.
Was gibt es nicht alles? Hohe Geschwindigkeiten, dünne Reifen und feuchte Straßen, Körner in der Kurve, der Nagel in der Abfahrt, unaufmerksame Autofahrer usw.. Hier noch mehr Textbeispiele: "waren bei den teilweise unerfahrenen Fahrern in den engen Verbänden Stürze vorprogrammiert", "blind auf die Aufmerksamkeit meiner Vordermänner vertrauen muss, wenn ich mich irgendwo dranhänge. Vordermänner, die ich noch nie im Leben gesehen habe und um deren Fahrkünste ich nichts weiß", "hektischer und gefährlicher als z.B. bei HEW geht es bei keinem Lizenzrennen zu".
Hindert mich natürlich nicht an der Ausübung des geliebten genialen gesunden Sports. Aber vorsichtig, wegen der Gefährlichkeit. Ich kenne allerdings Leute, die ich eigentlich sogar Respektspersonen nennen würde, die eine Gefährlichkeit Radsport, ja sogar Profi-Radsport, in Bausch und Bogen abtun. Tja ich weiß ja nicht ...
Fast jeder kennt ja so Beispiele von Stürzen und könnte die bringen, aber was ich jetzt interessant fände, wäre eine jeweils persönliche allgemeine Einschätzung der Gefährlichkeit Freizeitradsport (Amateur, Jedermann, Hobby).
Im nächsten Posting bringe ich ein paar Zahlen aus dem Profiradsport - ich frage mich, in welchem Maße genau ist das mit Freizeitradsport auch so?
Was meint Ihr?
Ähh und eine kleine Spielregel: das Wort "Helm" darf in den Postings nicht auftauchen. Sonst kommt der große BOG über euch ...
| Zitat: |
| "Für Freizeit-Sportler, die nicht im deutschen Vereinswesen aufgehen, ist die Versicherungslage, gelinde gesagt, dramatisch. (TOUR-Magazin 16.08.2005)" |
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17.06.2007 01:38
Arno unregistriert
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| RE: Selberfahrer in Gefahr?
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Es gibt im Folgenden nur gerundete Zahlen, es würde aber mit den ganz genauen Zahlen auf das gleiche Ergebnis hinauslaufen. Die Quellen für die Zahlen findet Ihr im Fuß des Postings. Eine Anmerkung noch: ich habe bei einer Zahl eine zehnmal so hohe Dunkelziffer angesetzt, dies ist wahrscheinlich viel zu hoch, kommt aber im Ergebnis auch auf das Gleiche heraus.
Bevölkerungsstand BRD 2005: ca. 80 Millionen,
Jahresdurchschnitt Radkilometer Bundesbürger: ca. 300 Kilometer pro Einwohner,
Gemeldete (schwere) Unfälle Fahrrad 2005: ca. 80.000,
Dunkelziffer nicht gemeldeter (schwerer) Unfälle: insgesamt vielleicht 10 mal so hoch, eher weniger.
Man kann bei einer durchschnittlichen Fahrrad-Jahreskilometerleistung pro Bundesbürger von 300 km, einem Bevölkerungsstand der BRD 2005 von ca. 80 Millionen und einer Gesamtunfallzahl allgemeines Radfahren 2005 von ca. 80.000 eine durchschnittliche Unfallrate von einem Unfall in tausend Jahren pro Bundesbürger bzw. durchschnittlichem normalem Radfahrer herleiten:
Bevölkerungsstand * Jahreskilometer pro Bürger / Gesamtunfallzahl = Durchschnittliche Unfallrate in Jahren
80000000 * 300 / 80000 = 300000
Durchschnittliche Unfallrate in Jahren / Jahreskilometer pro Bürger = Unfallrate pro Bürger in Jahren
300000 / 300 = 1000
Mit einer sehr hoch angenommenen Dunkelziffer bei nur zehn Prozent gemeldeter Fälle wäre das ein Unfall alle hundert Jahre, außerhalb des Rahmens Lebenszeit des durchschnittlichen Radfahrers und sehr selten.
Schwere Unfälle in einer Studie Profiradsport: ca. alle 60.000 km,
Jahreskilometer der Profis in der Studie: ca. 30.000
Den schweren Unfällen im normalen Radfahren in Deutschland stehen die in der mehrjährigen und immer noch laufenden Studie aus dem Profiradsport genannten Zahlen von einer durchschnittlichen Rate eines schweren Unfalls etwa alle zwei Jahre gegenüber:
Unfallrate in Kilometern / Jahreskilometer pro Sportler = Unfallrate pro Sportler in Jahren
60000 / 30000 = 2
Man kann also sagen, daß es wahrscheinlich ist, im Profi-Radsport während der aktiven Zeit einen schweren Unfall zu erleiden, wohingegen es beim normalen Radfahren sogar während des ganzen Lebens unwahrscheinlich ist.
Quellen:
Gemeldete Unfälle Fahrrad 2005: http://www.destatis.de/jetspeed/portal/c...enderPrint.psml
Bevölkerungsstand BRD 2005: http://www.destatis.de/jetspeed/portal/c...rungsstand.psml
Jahresdurchschnitt Radkilometer Bundesbürger: http://www.bmvbs.de/Verkehr/Strasse-,143...erkehrsplan.htm
Schwere Unfälle in der Studie Profiradsport: http://www.t-mobile-team.com/tmo_team/se...8/content/85904
Jahreskilometer der Profis in der Studie: http://www.aerztezeitung.de/docs/2006/07...=/medizin/sport
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17.06.2007 01:39
Arno unregistriert
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| RE: Selberfahrer in Gefahr?
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Meine Frage nun: In welchem Maße genau ist das im Freizeitradsport auch so? Mit Freizeitradsport meine ich Amateur-, Jedermann-, Hobbystraßenradsport im Sinne einer Erzielung einer hohen Geschwindigkeit oder eines Schnellerfahrens als die anderen (gegnerischen) Fahrer, also adäquat zum Profistraßenradsport.
Ein Beispiel: Ein Fahrer X mit 5000 km/Jahr, also mäßiger Fahrpraxis und Können, lotet neben dem Training beständig seine Grenzen, auch fahrtechnisch, aus und bewegt sich dabei teils aber in Geschwindigkeitsbereichen wie ein Profi. Sein Saisonziel sind zwei Jedermannrennen.
Sein grundsätzliches Unfallrisiko ist aufgrund der fehlenden Fahrpraxis und ständigen Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr ähnlich zu bewerten wie beim Profi, was zumindest zu einem Teil der Hauptgefahrenquelle der Profis, Massenstürze, entspräche. Diese treten bei den Jedermannrennen allerdings auch regelmäßig auf.
Ein weiterer Punkt ist, daß die Nichtprofis ihre kleinen Privatrennen während des Trainings im öffentlichen Straßenverkehr austragen und außerdem ihre Trainingskilometer nicht oder nur wenig in speziellen Gebieten wie Mallorca oder Südafrika ableisten können, sondern dies vor der Haustüre z.B. im Ruhrgebiet oder anderen Ballungsräumen tun müssen.
Fahrer X kommt außerdem mit seiner Kilometerleistung über die Jahre (nach zwölf Jahren um genau zu sein) in seiner aktiven Zeit in die Unfallrate der Studie.
Seine Wahrscheinlichkeit, eine schweren Unfall zu erleiden, ist wesentlich höher als die des normalen durchschnittlichen deutschen Radfahrers, der, um in die allgemeine deutsche Unfallrate zu kommen, mindestens hundert bis tausend Jahre pedalieren müsste. Am Stück ;p
Welche Einschätzung bzw. Erfahrungen habt Ihr?
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17.06.2007 13:17
Schtine
Sprachlos

Dabei seit: 31.08.2003
Herkunft: Reutlingen Fan von: vom gelben Mavic-Motorroller, Hennes Roth; Graham Watson
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| RE: Selberfahrer in Gefahr?
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17.06.2007 13:54
teufelsberg
Legende der Landstrasse
Dabei seit: 25.07.2003
Herkunft: det ratste nie
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| RE: Selberfahrer in Gefahr?
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| Zitat: |
Original von Schtine
Häh?? Wie meinen? Worum geht's??
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ich halte ja den threadtitel verbunden mit
| Zitat: |
ich möchte das Thema Gefährlichkeit des Radsports mal zur Diskussion stellen. Mich interessiert ganz besonderes, wie Ihr die Gefährlichkeit selber einschätzt, z.B. bei Jedermännern oder auch im Training.
Ich jetzt finde Radsport, so wie ich ihn betreibe, wesentlich gefährlicher als normales Radfahren. Ich fahre viel Querfeldein und öfters eben an der physikalischen Grenze und außerdem natürlich Straßentraining. Trotz oder gerade auch wegen der ländlichen Gegend hier hat es mich auf der Straße schon zweimal so hingehauen, daß ich bleibende Schäden davongetragen habe. Ok ich war auch vorher schon nicht schön. |
für sehr aussagekräftig.
arno liegt das thema offensichtlich am herzen, was er auch noch mit persönlichen schweren stürzen gut begründet.
bleibt die hoffnung, dass eine sachliche diskussion möglich ist.
dafür sollten "witzige" sprüche von usern, die gar nicht am austausch interessiert sind, möglichst unterbleiben (nicht du, schtine).
nachfragen, wenn man was nicht verstanden haben sollte, kann frau natürlich.
ich sage aus wohl nachvollziehbaren gründen erstmal nichts zur sache, finde das anliegen aber durchaus interessant und richtig platziert in einem selberfahrerforum.
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17.06.2007 15:07
Raktajino
ex-fan

Dabei seit: 06.01.2002
Herkunft: leipzig Fan von: müßiggang
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| RE: Selberfahrer in Gefahr?
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zu all den zahlen kann ich wenig sagen - aber ich hab selber die erfahrung gemacht, dass ich mich bisher nur im stadtverkehr verletzt hab/verletzt wurde. wegen unachtsamer autofahrer, streugut auf dem radweg, straßenbahnschienen. mit dem rennrad hatte ich bisher keine wirklichen stürze, wenn dann nur leichte im schritttempo, verursacht durch eigene blödheit.
und ich fühl mich ehrlich gesagt mit dem stadtrad unsicherer als mit dem rennrad. nämlich immer dann, wenn wegen des regens der dynamo versagt, wenn der straßenbelag innerhalb der stadt so schlecht ist, dass man mitten auf der straße fahren muss und sich die autos hinter einem stauen, wenn man angehupt wird weil man an stehenden autos rechts vorbeifährt, etc. dazu muss ich allerdings sagen, dass jena eine sehr schlechte weil nichtvorhandene radwegsituation hat. in leipzig war das besser.
tjoa, rennradfahren erscheint mir sicherer, da ich mir die straßen aussuchen kann und somit auf straßenbelag und verkehr einfluss nehmen kann. mir fehlt da das negativerlebnis eines schweren sturzes...
__________________ wann hört es endlich auf zu dauern?
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Raktajino: 17.06.2007 15:08.
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17.06.2007 15:46
Madeleine
Edelhelfer

Dabei seit: 29.12.2001
Herkunft: Münsterland
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| RE: Selberfahrer in Gefahr?
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| Zitat: |
| Fast jeder kennt ja so Beispiele von Stürzen und könnte die bringen, aber was ich jetzt interessant fände, wäre eine jeweils persönliche allgemeine Einschätzung der Gefährlichkeit Freizeitradsport (Amateur, Jedermann, Hobby). |
Jeder der es "Ernst" meint mit diesem Sport, muss auch gewisse Risiken eingehen und die können auch übel enden. Klar ist der Sport gefährlich. Gestern war ich noch zu einem Radrennen. Innenstadt, viele enge Kurven, Kopfsteinpflaster und plötzlich zieht ein Gewitter vorbei. Starker Wind, Blitze, Regen. Jeder vernünftige Mensch hätte sich untergestellt und das Gewitter abgewartet, nicht so die Sportler, die fuhren weiter und stiegen erst nach Stürzen oder abgehängt aus.
__________________ ...O........
.._/->_..... Rettet den Radsport - Fahrt sauber!!!
_(_)\(_)__
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17.06.2007 16:23
peso
Ehemalige Bergziege

Dabei seit: 03.07.2004
Herkunft: Leipzig
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| RE: Selberfahrer in Gefahr?
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| Zitat: |
Original von Arno
Sein grundsätzliches Unfallrisiko ist aufgrund der fehlenden Fahrpraxis und ständigen Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr ähnlich zu bewerten wie beim Profi, was zumindest zu einem Teil der Hauptgefahrenquelle der Profis, Massenstürze, entspräche. Diese treten bei den Jedermannrennen allerdings auch regelmäßig auf.
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Hm... Du bewertest sein Risiko ähnlich wie das des Profis. Die Gründe dafür hast du ja auch angegeben. Es überzeugt mich nicht bzw. es fehlt die zwingende ( = nicht spekulative) Verbindung zwischen den Profizahlen und der behaupteten exponierten Stellung des ambitionierten Hobbyfahrers (innerhalb der Freizeitradler).
Da du nach Erfahrungen gefragt hast:
1. Die allerwenigsten Hobbyfahrer nehmen an Jedermannrennen teil.
2. Wer an Hobbyrennen teilnimmt, beschränkt dies (bis auf Ausnahmen) auf < 5 Teilnahmen / Jahr.
3. Wirklich gefährdet (mit einer Menge knapp vermiedener Unfälle) fühle ich mich, wenn ich aus einer mittelgroßen Großstadt direkt aus dem Zentrum herausfahren muß. Fußgänger, Zwangsradwege, Straßenbahnschienen, andere Radfahrer...der gewöhnliche Irrsinn.
3b) Allein daß ich einen Teil der innerstädtischen Radwege ignoriere, dürfte mein Unfallrisiko deutlich senken. (Aber bitte keine Nebendiskussion darüber.)
4. In einer Traininingsausfahrt bin ich noch nie gestürzt bzw. gab es auch innerhalb der jeweiligen Gruppe noch keinen Sturz, der dem Miteinanderfahren (oder Gegeneinanderfahren) geschuldet wäre.
5. Mein einziger Sturz ereignete sich tatsächlich in einem Rennen. Kurve unterschätzt, bzw. mit vollem Bewußtsein zu schnell genommen.
Über den Daumen gepeilt würde ich mein Unfallrisiko/ km niedriger ansetzen als das meiner Oma und meines Bruders (ausschließlich Stadtverkehr Leipzig und Hamburg). Aber da mag mir die Wahrnehmung auch einen Streich spielen.
__________________ "One is, after all, always a Frenchman"
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von peso: 17.06.2007 17:25.
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17.06.2007 18:07
diamant
Lokomotive

Dabei seit: 24.05.2006
Herkunft: Leipzig Fan von: J.U., L.A., "Die Simpsons"
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| RE: Selberfahrer in Gefahr?
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| Zitat: |
Original von Arno
wie Ihr die Gefährlichkeit selber einschätzt, z.B. bei Jedermännern oder auch im Training.
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Im Training: "Gefährlichkeit" eher gering; die meisten "Unfälle", die dabei passieren, sind Bagatellen (z.B. in der Baustelle im Sand stecken geblieben und infolgedessen umgekippt o.ä.). Die größten Gefahrenstellen (Aber auch meistens nur potentiell) liegen noch in größeren Ortschaften (Stop and Go, einmündende Nebenstraßen). Auf der Landstraße gibt es nach meiner Erfahrung sehr selten ("selten" sowohl auf die Strecke als auch auf die Zeit bezogen) wirklich brenzlige Situationen. Also insgesamt empfinde ich Training mit dem Rennrad eher entspannend als sonderlich gefährlich 
.
"Jedermännern" (ich nehme an du meinst die Rennen?) ist damit nicht vergleichbar, da Rennsituation. Wobei paradoxerweise eine Gefahrenquelle - der Straßenverkehr - hier überhaupt keine potentielle Gefahr mehr darstellt.
| Zitat: |
Original von Arno
Ich jetzt finde Radsport, so wie ich ihn betreibe, wesentlich gefährlicher als normales Radfahren. Ich fahre viel Querfeldein und öfters eben an der physikalischen Grenze
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OK, beim Querfeldein(-Training?) sieht das vielleicht anders aus.
| Zitat: |
Original von Arno
Hohe Geschwindigkeiten, dünne Reifen und feuchte Straßen, Körner in der Kurve, der Nagel in der Abfahrt, unaufmerksame Autofahrer usw..
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... Fußgänger, Hunde, Katzen, Pferde, Rinder, sich plötzlich vor einem materialisierende Ufos 
.
"Hohe Geschwindigkeiten" (was ist damit gemeint?) an sich sind per se erstmal nicht gefährlich. Allenfalls "unangepaßte Geschwindigkeit".
Zu den Reifen: Ich vertraue lieber meinen 23mm Conti GP3000 (bald 4000) als irgendwelchen billigen 47mm Baumarktreifen.
Feuchte Straßen: Angepaßte Fahrweise kompensiert den Nachteil der fechten Straße. (Übrigens auch beim Autofahren, da muß man ja ebenfalls damit klar kommen.)
Alles in allem gibt es viele mögliche Risiken, die man sich ausmalen kann - die entscheidende(?) Frage ist vermutlich: Wie wahrscheinlich ist es, das ein bestimmtes davon wirklich zum Unfall führt? Ich kann auch beim Aufstehen vom Sofa umknicken und mir den Fuß verletzen - trotzdem würde ich auf dem Sofa sitzen nicht als besonders gefährlich einstufen 
.
| Zitat: |
Original von Arno
"hektischer und gefährlicher als z.B. bei HEW geht es bei keinem Lizenzrennen zu".
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Das ist wieder Rennen und damit wie schon erwähnt eine andere Baustelle als Training. Wobei mich mal interessieren würde, wieviel Prozent aller Starter dort wirklich verunfallen. Vielleicht gibt's sogar 'ne Studie dazu, bei welchem Rennen ist die Quote Verunfallte/Starter-Anzahl am niedrigsten 
?
Bei anderen Rennen geht es sicherlich gesitteter zu, so z.B. heute beim fast familiären "Rund ums Muldental". Es wurde zwar zügig gefahren, aber doch zumeist mit Rücksicht auf die Mitfahrer (keine unüberlegten Bremsungen/Spurwechsel). Lag vielleicht auch am eher "handverlesenen" Starterkreis.
__________________ Homer: "Ich trinke nie wieder Bier."
Verkäufer: "Bier, Bier..."
Homer: "Ich nehm 10!"
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17.06.2007 18:49
diamant
Lokomotive

Dabei seit: 24.05.2006
Herkunft: Leipzig Fan von: J.U., L.A., "Die Simpsons"
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| RE: Selberfahrer in Gefahr?
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| Zitat: |
Original von Arno
Ein weiterer Punkt ist, daß die Nichtprofis ihre kleinen Privatrennen während des Trainings im öffentlichen Straßenverkehr austragen und außerdem ihre Trainingskilometer nicht oder nur wenig in speziellen Gebieten wie Mallorca oder Südafrika ableisten können, sondern dies vor der Haustüre z.B. im Ruhrgebiet oder anderen Ballungsräumen tun müssen.
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Wie schon in anderen Beiträgen durchklingt, ist das normale Training nicht unbedingt sonderlich gefährlich. Die sogenannten "kleinen Privatrennen" (ich nehme an, du meinst diverse Ortsschildsprints/Einholen anderer Gruppen,... in der Trainingsgruppe?) finden dann sinnvollerweise auch nicht im dichten Berufsverkehr statt 
, sondern in der Regel auf einsamen Landstraßen, so daß da die Gefahr überschaubar bleibt.
Um auf die Gefahr speziell im Rennen zurückzukommen: Da besteht, wie peso schon anmerkte, zunächst mal die Frage, wie hoch das Unfallrisiko pro Rennen beim Jedermann im Vergleich zum Profi ist. Vermutlich hängt das - mehr noch als beim Profi - vom speziellen Jedermann ab. Manch einer legt da eine eher verhaltene/vorsichtige Fahrweise an den Tag.
__________________ Homer: "Ich trinke nie wieder Bier."
Verkäufer: "Bier, Bier..."
Homer: "Ich nehm 10!"
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18.06.2007 01:03
Arno unregistriert
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| RE: Selberfahrer in Gefahr?
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| Zitat: |
Original von peso
Hm... Du bewertest sein Risiko ähnlich wie das des Profis. Die Gründe dafür hast du ja auch angegeben. Es überzeugt mich nicht bzw. es fehlt die zwingende ( = nicht spekulative) Verbindung zwischen den Profizahlen und der behaupteten exponierten Stellung des ambitionierten Hobbyfahrers (innerhalb der Freizeitradler). |
Du wirst für eine zwingende, nicht spekulative Verbindung zwischen den Profizahlen und denen eines Hobbyfahrers vermutlich keine Zahlen bekommen.
Dafür war ja das Beispiel im Posting gedacht, erstmal überhaupt ein Gefühl dafür zu bekommen, wo die Wahrheit vielleicht liegt. Ich habe überlegt, auf Radsport spezialisierte Versicherungen (aus dem TOUR-Artikel im Start-Posting) einfach mal anzuschreiben - mal schauen.
Es waren aber auch ausdrücklich Amateure (C-KLasse z.B.) gemeint, die sind den Profis noch ähnlicher. Das muss man natürlich alles auch noch mal differenzieren. Aber für den Anfang ...
Zu Trainingsfahrten: "im Kern ist davon auszugehen, dass der Versicherungsschutz da endet, wo zwei Rennradfahrer gemeinsam auf die Trainingsrunde gehen" (aus dem TOUR-Artikel). Weiß jemand mehr?
Haupt-Risikopunkte scheinen bis hierhin Fahren in Städten und die Teilnahme an Rennen und RTFs zu sein.
| Zitat: |
Original von peso
Mein einziger Sturz ereignete sich tatsächlich in einem Rennen. Kurve unterschätzt, bzw. mit vollem Bewußtsein zu schnell genommen.
Über den Daumen gepeilt würde ich mein Unfallrisiko/ km niedriger ansetzen als das meiner Oma und meines Bruders (ausschließlich Stadtverkehr Leipzig und Hamburg). Aber da mag mir die Wahrnehmung auch einen Streich spielen. |
Du hast natürlich viel mehr Praxis und fährst ländlicher. Dein Gesamtrisiko Sturz in aktiver Zeit könnte aber aufgrund der viel höheren Gesamtkilometerleistung und der sportlichen Ausrichtung wesentlich höher liegen.
Interessant ist auch (wenn ich das fragen darf): Sind Deine Oma oder Dein Bruder schon mal gestürzt oder in einen Unfall verwickelt gewesen, und wenn, wie schwer? Wie schwer war Dein Sturz?
In " Zweiradunfälle im Straßenverkehr 2005" (Statistisches Bundesamt) findet sich, daß Unfälle hauptsächlich, mit ca. 90%, innerhalb geschlossener Ortschaften auftreten.
Das wäre dann fast die Gesamtsumme Unfälle und man kann sagen (und würde auch mit den ganz genauen Zahlen auf ein gleiches Ergebnis kommen), daß der durchschnittliche deutsche Radfahrer, wenn er nur innerhalb durchschnittlicher Ortschaften führe, etwa 90 Jahre fahren müsste, um einen Unfall zu erleiden. Wohingegen Du schon gestürzt bist.
Was meinst Du?
Dieser Beitrag wurde 5 mal editiert, zum letzten Mal von Arno: 18.06.2007 01:47.
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18.06.2007 01:05
Arno unregistriert
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| RE: Selberfahrer in Gefahr?
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| Zitat: |
Original von Madeleine
Jeder der es "Ernst" meint mit diesem Sport, muss auch gewisse Risiken eingehen und die können auch übel enden. Klar ist der Sport gefährlich. Gestern war ich noch zu einem Radrennen. Innenstadt, viele enge Kurven, Kopfsteinpflaster und plötzlich zieht ein Gewitter vorbei. Starker Wind, Blitze, Regen. Jeder vernünftige Mensch hätte sich untergestellt und das Gewitter abgewartet, nicht so die Sportler, die fuhren weiter und stiegen erst nach Stürzen oder abgehängt aus. |
Auch Jedermänner oder Amateure? Es waren vermutlich nicht nur Profis am Start, oder?
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Arno: 18.06.2007 01:18.
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18.06.2007 09:12
Michelin-Männchen
zensiert

Dabei seit: 29.12.2001
Herkunft: Niedersachsen Fan von: Fahrradhelmdiskussio
nen
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Selberfahrer sind immer in Gefahr, keine Frage. Ich persönlich schätze die Gefahr eines Unfalls im Stadtverkehr deutlich höher ein als auf einer Landstrasse, die Folgen eines Unfalls auf der Landstrasse jedoch dramatischer als in der Stadt. Meine bisherigen Erfahrungen:
- Als 10jähriger mal beim Linksabbiegen von einem Auto touchiert. Kratzer und ein verbogenes Schutzblech
- Als 11jähriger mit dem Rad auf Rollsplit ausgerutscht. Tapete ab (eine Narbe kann man heute noch erkennen)
- Als 15jähriger auf einer Abfahrt bei 60 km/h (laut VDO Tacho), plötzlich löst sich die Vorderradbremse, Vorderrad blockiert und ich fliege ab, lande aber zum Glück nicht auf dem Kopf, sondern dem A... (der entsprechend schmerzte)
- Als Student diverse kleinere Kontakte mit Autos im Strassenverkehr (Rechtsabbieger misachtet Vorfahrt etc), ein schwerer Unfall (bis heute Ursache nicht aufgeklärt) mit einer Gehirnerschütterung (kein Helm getragen, seitdem fahre ich auch zum Brötchenholen mit Helm).
- 2000 auf einer Abfahrt Durchfahrt durch ein Schlagloch, beide Reifen platt, ich bringe das Rad aber noch zum stehen. Brauche (zum Glück nur) eine neue Hinterradfelge.
- 2004 Sturz auf einer Abfahrt mit Folge eines komplizierten Oberarmbruchs. Seitdem fahre ich deutlich langsamer ab.
Rakta weisst darauf hin, dass man sich bei Ausfahrten, Trainingseinheiten etc die Strecken aussuchen kann und entsprechend risikoavers unterwegs sein kann. Das ist alles richtig. Man muss jedoch auch auf solchen Strecken immer mit der Unachtsamkeit von Autofahrern rechnen. Seitdem ich mal bei der Einfahrt nach Niederreifenberg fast von einem Linksabbieger (der mir eigentlich hätte ins Gesicht blicken müssen) abgeräumt worden bin, fahre ich z.B. nicht mehr so gerne mit schwarzen oder dunkelgrauen Trikots. Gestern bin ich (im blauen Trikot mit weissem Streifen, Anhänger meiner Tochter mit Fähnchen) von einem Autofahrer übersehen worden, der mich erst bemerkte als ich schrie. Daraus kann ich nur schliessen, dass viele Unfälle oder Beinhahe-Unfälle nicht zwingend an den mangelnden Fähigkeiten der Radfahrer liegen (wie das gelegentlich gerne behauptet wird), sondern gerade an der Unachtsamkeit der Verkehrsteilnehmer, die um sich herum 1,5 t Stahl haben.
__________________
2002: 4750 / 48300 / ?
2003: 4555 / 45125 / 22
2004: 1500 / 10160 / 7
2005: 2880 / 28210 / 19
2006: 1415 / 14000 / 11
2007: 3520 / 28750 / 15
2008: 6197 / 59940/ 31
2009: 2593 / 15620 / 9
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18.06.2007 10:05
Tempodiktat
Capitaine de la Route

Dabei seit: 10.07.2002
Herkunft: Stuttgart Fan von: Berg-, Sprint-, Rundfahr-, Klassiker- und Zeitfahrspezialisten
, sowie von edlen und nicht so edlen Helfern.
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| Zitat: |
Original von Michelin-Männchen
[...] Daraus kann ich nur schliessen, dass viele Unfälle oder Beinhahe-Unfälle nicht zwingend an den mangelnden Fähigkeiten der Radfahrer liegen (wie das gelegentlich gerne behauptet wird), sondern gerade an der Unachtsamkeit der Verkehrsteilnehmer, die um sich herum 1,5 t Stahl haben. |
Das sehe ich grundsätzlich ähnlich. Ich denke aber, dass es nicht immer nur die Arroganz des stärkeren Verkehrsteilnehmers ist, weshalb Autofahrer Fahrradfahrer übersehen.
Das Gehirn prüft ständig die vielen auf es eindringenden Informationen auf ihre Relevanz hin und filtert scheinbar unwichtiges heraus. Sprich man nimmt nur wahr, was man für wichtig hält und das ist oft das wonach man sucht, bzw. womit man auch rechnet, und leider rechnen viele Autofahrer auf der Straße ausschließlich mit anderen Autos und nicht mit den selten auftretenden Zweiradfahrern.
__________________ Fly, you fools!
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