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Zum Ende der Seite springen Doping <=> Leistungsgesellschaft
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04.04.2007 14:12

Arno
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Doping <=> Leistungsgesellschaft

Hallo zusammen,
wegen der aktuellen Ereignisse - Ullrichs Blutbeutel - möchte ich einfach mal hören, was Ihr zu folgendem denkt: Es ist ja offensichtlich, daß Profiradsport wie Wrestling ein Zirkus ist und das die Haupt-Protagonisten mehrheitlich gedopt sind/waren. Warum aber geht die Gesellschaft so scheinheilig damit um? Hier ein Zitat zur weiteren Erklärung dessen, was ich meine:

Zitat:
Sicher verstösst derjenige, der dopt, per Definition gegen Regeln und muss deshalb im Rahmen dieser Regeln bestraft werden. Aber er wird deshalb nicht von einem Tag zum anderen zu einem Dämon, zu einem kriminellen Finsterling, während er am Tag vorher noch ein tugendhafter Held war. Er war vorher eine hochgetunte Hochleistungsmaschine und ein täglicher Spektakellieferant. Und ist es nachher noch immer. Er hat sich weder vom ‚menschlichen’ Sympathen zum Monster gewandelt noch vom ritterlichen Streiter zum hinterhältigen Fiesling. Er hat nur eine Regel gebrochen.

Habe ich von hier. Auch noch interessant dazu ist das hier. Was ich in dem Riis-Thread schon dazu geschrieben hatte:

Zitat:
Also ich finde, daß die erwischten Doper sich einfach analog zu allen anderen sich leistungsbetont verhaltenden Mitgliedern dieser Gesellschaft verhalten haben. Man könnte genauso mit ihnen verfahren, wie man z.B. beim Mannesmann-Prozess den Beteiligten (The Ackerman and the others) einen gesetzlich legitimierten Kuhhandel ermöglicht hat, um die Geschichte zu einem Ende zu bringen. Zum Beispiel sportrechtlich eine allgemeinnützige Bestrafung aussprechen (so im Sinne von Sozialstunden in Vereinen oder so was) und weiter fahren lassen (natürlich getestet). Verteufeln und sowas braucht man die armen Würstchen nicht. Besch...en tun doch alle in dieser Gesellschaft ("die Menschheit") schon mal oder? Das liegt in der Anlage dieser Gesellschaft begründet.

Es geht mir, um das vorneweg zu betonen, bei dieser Frage ausdrücklich nicht um etwas politisches oder so, mir geht es hier um Doping als eigentlich (wenn man schon "Teilnehmer" der Gesellschaft ist) zu akzeptierendes Abbild der Leistungsgesellschaft. Dazu schlage ich z.B. so Sachen vor wie sportsoziale Strafen anstelle von Berufsverbot usw.. Was könnte es noch für Lösungen dieses Dilemmas geben? Letzten Sommer ist für mich eine Welt komplett zusammengebrochen (und warum ist Ronaldinho z.B. eigentlich nach der OP monatelang so schlapp gewesen?) und ich habe nächtelang vor dem Rechner gesessen, um mir eine Meinung zu bilden.

Was meint Ihr?
Arno

PS: ausdrücklich nicht politisch gemeint und auch nicht im Besonderen auf Ullrich bezogen

...


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04.04.2007 14:17

Bugno
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RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft

Ich möchte das ganze jetzt nicht zu sehr individualisieren, aber eins steht für mich fest:

wenn es Mittel gibt, die jemanden einen Vorteil verschaffen, werden 95% der Menschen dazu greifen. So ist die menschliche "Natur". arrrghhhh




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04.04.2007 14:20

Arno
unregistriert
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RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft

Ja genau - aber warum hacken alle dann auf den Erwischten rum? Aus Scheinheiligkeit? Und warum gibt es auch nicht den Ansatz einer anderen Lösung ("sportsozaile Strafen anstelle Berufsverbot") ?


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04.04.2007 14:20

Michelin-Männchen
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RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft

Zitat:
Original von Bugno
Ich möchte das ganze jetzt nicht zu sehr individualisieren, aber eins steht für mich fest:

wenn es Mittel gibt, die jemanden einen Vorteil verschaffen, werden 95% der Menschen dazu greifen. So ist die menschliche "Natur". arrrghhhh

Z.B. Kaffee
Z.B. Zigaretten. Dort geht der Konsum erst zurück, seitdem die Nebenwirkungen bekannt sind.
Was unterscheidet diese legalen Drogen von illegalen? Aus meiner Sicht ist der Vergleich zwischen Otto Normalverbraucher und seinem Drogenkonsum mit einem Spitzensportler problematisch. Der Normalverbraucher trinkt Kaffee, um einigermaßen arbeitsfähig zu sein. Der Spitzensportler dopt, um sich in der Weltspitze zu halten.




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04.04.2007 14:30

Bugno
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RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft

Im Grunde ist es doch ein jahrhundertealtes Dilemma, schon von Goethe im Faust beschrieben: wenn mir jemand sagt, ich gebe dir Erfolg, gib mir deine Seele, wer wäre ich, dass ich dazu nein sage? tja....




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04.04.2007 14:30

karteikarte
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RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft

Zitat:
Original von Bugno
wenn es Mittel gibt, die jemanden einen Vorteil verschaffen, werden 95% der Menschen dazu greifen. So ist die menschliche "Natur". arrrghhhh


Das ist mir zu pauschal. Bei der Wahl der Mittel gibt es Abstufungen. Nicht jede ist moralisch zu verurteilen, verschafft einem anderen aber einen Nachteil.

Mir fällt ein Beispiel ein:
Ich bin im Bewerbungsverfahren unter den letzten beiden Kandidaten. Zufällig kenne ich einen Mitarbeiter dieses Unternehmens. Spreche ich ihn auf meine Bewerbung an und verschaffe mir so evtl. einen Vorteil dem anderen Bewerber gegenüber?
Moralisch zu verurteilen?


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04.04.2007 14:34

Michelin-Männchen
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RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft

Zitat:
Original von karteikarte
Zitat:
Original von Bugno
wenn es Mittel gibt, die jemanden einen Vorteil verschaffen, werden 95% der Menschen dazu greifen. So ist die menschliche "Natur". arrrghhhh


Das ist mir zu pauschal. Bei der Wahl der Mittel gibt es Abstufungen. Nicht jede ist moralisch zu verurteilen, verschafft einem anderen aber einen Nachteil.

Mir fällt ein Beispiel ein:
Ich bin im Bewerbungsverfahren unter den letzten beiden Kandidaten. Zufällig kenne ich einen Mitarbeiter dieses Unternehmens. Spreche ich ihn auf meine Bewerbung an und verschaffe mir so evtl. einen Vorteil dem anderen Bewerber gegenüber?
Moralisch zu verurteilen?

Nö, Du nutzt Dein Netzwerk. Bei ansonsten gleichen Qualifikationen bist Du tatsächlich der bessere Kandidat, denn es ist davon auszugehen, dass Du Dein Netzwerk auch in Zukunft nutzt.




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04.04.2007 14:39

karteikarte
Tour-Sieger

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RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft

Hmm, irgendwie passt mein Beispiel nicht so richtig zu dem, was ich eigentlich zum Ausdruck bringen wollte. Mir fällt aber auch nichts anderes ein derzeit. verwirrt

Könnte aber insgesamt eine interessante Diskussion werden in diesem Thread. ziehe den hut


Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von karteikarte: 04.04.2007 14:40.

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04.04.2007 14:43

Michelin-Männchen
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RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft

Zitat:
Original von karteikarte
Hmm, irgendwie passt mein Beispiel nicht so richtig zu dem, was ich eigentlich zum Ausdruck bringen wollte. Mir fällt aber auch nichts anderes ein derzeit. verwirrt

Könnte aber insgesamt eine interessante Diskussion werden in diesem Thread. ziehe den hut

Etwas anderes ist es, wenn Du jemanden aus der Personalabteilung kennst und diese Person dann ein positives Votum abgibt.

Wenn wir interviewen und jemand kennt die Person, nimmt er bzw sie am Interview- bzw. Entscheidungsprozess nicht teil, um genau so ein paternalistisches Verhalten zu vermeiden.




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04.04.2007 14:45

Cyclish
Bergziege

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RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft

Zitat:
Original von Michelin-Männchen
Was unterscheidet diese legalen Drogen von illegalen?



Illegal - legal. Gutes Stichwort.

Ich habe da kein Mitleid mit Blutdopern, Hormonpanschern und ähnlichen. Kann man das echt mit dem Trinken einer Cola im Rennen vergleichen? Das wär scheinheilig.

Ein Mittel und ein Vorteil sind noch lange nicht Doping.

Gesetzliche Illegalität (aufgeführte Dopingmittel) und konkludente Illegalität (neue, bis dato unbekannte synthetische Dopingmittel) sind Doping. Dagegen Kaffee, Cola und Zigaretten zu sehen... Ach... hm.... seufz

Die Gesellschaft ist kein Schutzmantel oder Rechtfertigung für Betrug.




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Der Narr tut, was er nicht lassen kann -
der Weise lässt, was er nicht tun kann.

Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zum letzten Mal von Cyclish: 04.04.2007 14:50.

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04.04.2007 14:51

Michelin-Männchen
zensiert

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RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft

Zitat:
Original von Cyclish
Zitat:
Original von Michelin-Männchen
Was unterscheidet diese legalen Drogen von illegalen?



Illegal - legal. Gutes Stichwort.

Ich habe da kein Mitleid mit Blutdopern, Hormonpanschern und ähnlichen. Kann man das echt mit dem Trinken einer Cola im Rennen vergleichen? Das wär scheinheilig.

Ein Mittel und ein Vorteil sind noch lange nicht Doping.

Gesetzliche Illegalität (aufgeführte Dopingmittel) und konkludente Illegalität (neue, bis dato unbekannte synthetische Dopingmittel) sind Doping. Dagegen Kaffee, Cola und Zigaretten zu sehen... Ach... hm.... seufz

Die Gesellschaft ist kein Schutzmantel oder Rechtfertigung für Betrug.

Wurde vermutlich nicht klar, ich sprach von potentiellen Vorteilen bei Privatpersonen bzw. im normalen Arbeitsalltag, nicht von Spitzensportlern, bei denen die Anforderungen viel strenger sind (die übrigens auch beim Kaffeetrinken aufpassen müssen).




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04.04.2007 14:56

peso
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RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft

Zitat:
Original von Michelin-Männchen
...nicht von Spitzensportlern, bei denen die Anforderungen viel strenger sind (die übrigens auch beim Kaffeetrinken aufpassen müssen).


Koffein ist seit 2004 nicht mehr auf der WADA-Liste.




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04.04.2007 15:01

Bugno
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RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft

Sieht also niemand außer mir die faustischen Dimensionen dieser Frage? schmollend




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04.04.2007 15:05

Joe Turner
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RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft

Zitat:
Original von Cyclish
Gesetzliche Illegalität (aufgeführte Dopingmittel) und konkludente Illegalität (neue, bis dato unbekannte synthetische Dopingmittel) sind Doping. Dagegen Kaffee, Cola und Zigaretten zu sehen... Ach... hm.... seufz

Die Gesellschaft ist kein Schutzmantel oder Rechtfertigung für Betrug.


Ich glaube, die Ausgangsfrage dieses Threads ist aber eine ganz andere. Sie lautet doch: Warum entrüsten wir uns über die Doper ?

Wenn jemand seine Steuererklärung fälscht, mögen wir das verurteilen, aber niemand regt sich doch darüber wirklich auf. Bei anderen Vergehen, insbesondere im Straßenverkehr, ist es ähnlich. Wir können die Verurteilung wegen eines Rotlichtverstoßes gerecht und richtig finden, aber die meisten würden nicht sagen: Was für ein böser Verbrecher! Die wirkliche Aufregung fängt doch erst bei Delikten wie Kindesentführung, sexueller Missbrauch etc an.

Warum ist das bei Doping, dass an sich bis dato noch nicht mal unter Strafe stand, anders? So jedenfalls hab ich das zur Diskussion gestellte Problem vertanden.


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04.04.2007 15:08

Henning
-

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Doping in Zusammenhang zu der Leistungsgesellschaft zu bringen, finde ich sehr gut. Schließlich werden in einer Gesellschaft, die zu Idolen aufschaut, immer Höchstleistungen gefordert, die Menschen brauchen solche Leute zu denen sie aufschauen können und an denen sie sich in der Einstellung z.B. zur Arbeit orientieren können. Dieser Druck, gepaart mit den dadurch entstehenden Erwartungen der Sponsoren, kann einer der Gründe für Betrug im Sport sein, aber nicht der einzige.




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04.04.2007 15:10

peso
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RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft

Zitat:
Original von Bugno
Sieht also niemand außer mir die faustischen Dimensionen dieser Frage? schmollend


Wenn ich "Seele verkaufen" mal in eine moderne "moralische Verwerflichkeit" übersetze, dann ist dies doch ein Gradmesser, den ich ob des willkürlichen Regelsystems im Sport mit seinem Sanktionssystem nicht mehr benötige. Die WADA prüft nicht die Reinheit des Charakters, sondern die von Urin und Blut.




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04.04.2007 15:15

Michelin-Männchen
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RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft

Zitat:
Original von peso
Zitat:
Original von Bugno
Sieht also niemand außer mir die faustischen Dimensionen dieser Frage? schmollend


Wenn ich "Seele verkaufen" mal in eine moderne "moralische Verwerflichkeit" übersetze, dann ist dies doch ein Gradmesser, den ich ob des willkürlichen Regelsystems im Sport mit seinem Sanktionssystem nicht mehr benötige. Die WADA prüft nicht die Reinheit des Charakters, sondern die von Urin und Blut.

Die Prüfung von Urin und Blut sind nur Proxies für die Reinheit des Charakters. Wenn Lügendetektoren zuverlässig wären, würde die WADA diese einsetzen.




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04.04.2007 15:19

ISPO Hoffi
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Also meinetwegen kann sich ja jeder sleber antun was er will...das für mich moralisch verwerfliche ist das man andere Betrügt....man kann und darf nicht davon ausghen das jeder gegen die spielregeln verstößt!




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04.04.2007 15:24

teufelsberg
Legende der Landstrasse

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RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft

Zitat:
Original von Arno
Ja genau - aber warum hacken alle dann auf den Erwischten rum? Aus Scheinheiligkeit?


bei vielen ist es ev. so.

Zitat:

Und warum gibt es auch nicht den Ansatz einer anderen Lösung ("sportsozaile Strafen anstelle Berufsverbot") ?


die anreize, nicht zu dopen, sind so schon viel zu gering, da nur wenige erwischt werden. (derzeit gibt es stärkere, hoffentlich entwickelt sich das weiter)
eine reduzierung der strafen verschöbe das kalkül noch weiter richtung doping, weg vom nicht-doping, genau das gegenteil von dem, was zumindest ich gerne möchte.
ich sehe da auch keinen widerspruch zur sonstigen gesellschaft.
der steuerhinterzieher muss seine (durchaus empfindliche) strafe verbüssen, punkt.

die moralische entrüstung entwächst natürlich auch aus der riesigen heuchelei der ganzen doper und ihrer unterstützer und vertuscher in den verbänden.
und der tatsache, dass sport auch immer als vorbild gesehen wird, und es eben keiner vor augen geführt bekommen will, wie sehr er sich doch täuschen lässt (lassen möchte).


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04.04.2007 15:28

Joe Turner
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RE: Doping <=> Leistungsgesellschaft

Zitat:
Original von teufelsberg
die moralische entrüstung entwächst natürlich ... es eben keiner vor augen geführt bekommen will, wie sehr er sich doch täuschen lässt (lassen möchte).


Dies scheint mir das Wesentliche zu sein, wobei ich dazu an sich wenig sagen kann. Ich empfinde die Entrüstung über Doping nicht, verurteile es nur.


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