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Positiver Dopingtest bei Tour 2006 - UCI will Infos an Verbände geben
Von Jürgen Gesper, dpa
26.07.2006 19:34
Paris (dpa) - Auch das harte Durchgreifen gegen die Dopingsünder
vor der Tour de France hat zumindest einen Radprofi wohl nicht vor
der Einnahme verbotener Mittel abgeschreckt. Der am Sonntag mit dem
Sieg des Amerikaners Floyd Landis zu Ende gegangenen Frankreich-
Rundfahrt droht doch noch ein Dopingfall. Wie der Internationale
Radsport-Verband (UCI) am Mittwochabend in Paris bekannt gab, sei in
einem Fall ein «annormales Resultat» entdeckt worden. Es sei der
erste Fall einer positiven Probe bei der Tour 2006 gewesen.
Die UCI äußerte sich jedoch weder zu der Identität des Fahrers
noch zu der gefundenen Substanz oder zu dem Datum der Probe. Das
Resultat der A-Probe sei am Mittwochmorgen bekannt geworden. Die B-
Probe stehe jedoch noch aus. Sollte das Ergebnis durch die
Gegenanalyse bestätigt werden, oder der Fahrer auf eine zweite Probe
verzichten, hätte auch die diesjährige Tour einen Doping-Fall. Die
UCI teilte mit, dass der Fahrer, sein Team, der nationale Verband und
die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA bereits informiert worden seien.
«Der internationale Anti-Doping-Kodex und das Anti-Doping-
Reglement der UCI untersagen die Veröffentlichung des Namens des
betreffenden Fahrers, genauso wie andere Details, die seine
Identifizierung ermöglichen bis zum Abschluss des Verfahrens», hieß
es in der Mitteilung.
Unterdessen will der Radsport-Weltverband im Rahmen des
Dopingskandals um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes in den
kommenden zwei Wochen weitere detaillierte Informationen an die
nationalen Verbände geben. Das kündigte Verbandspräsident Partrick
McQuaid bei einer Pressekonferenz in Hamburg zum Weltcup-Rennen
Vattenfall-Cyclassics am Sonntag an. Rudolf Scharping, Präsident des
Bund Deutscher Radfahrer (BDR), forderte in der Hansestadt im Kampf
gegen Doping seinerseits einen weiterreichenden Maßnahmenkatalog.
«Doping ist ein Problem in unserem Sport», sagte Quaid, der sich
bei möglichen Widerständen und juristischen Schritten einiger
Verbände nach Zugang der neuen Erkenntnisse an den Internationalen
Sportgerichtshof CAS in Lausanne wenden will. Dass genauere
Informationen erst jetzt weitergeleitet würden, führte der UCI-Chef
vor allem auf die umfangreichen Ermittlungsakten der spanischen
Polizei zurück. «Es geht um 58 Fahrer, und hinter den Namen steht
nicht einfach, welche verbotenen Substanzen sie genommen haben. Wir
mussten 500 Seiten durcharbeiten», sagte McQuaid.
Im Kampf gegen Doping im Radsport will Scharping unterdessen ein
engeres Zusammenrücken von Teams, Veranstaltern, Sponsoren, dem
Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und vor allem der Politik
erreichen. Das derzeitige Arzneimittelgesetz sei eine «stumpfe Waffe
gegen kriminelle Netzwerke», sagte der ehemalige
Verteidigungsminister. Zur Suspendierung von Jan Ullrich durch das T-
Mobile-Team im Zuge das Skandals sagte Scharping: «Gut, dass es vor
der Tour passiert ist. Während oder nach der Tour wäre das eine
Katastrophe gewesen.»
dpa gp/ti yyzz vg
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Doping ist wie Schokolade - man gewöhnt sich dran
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