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03.11.2003 17:05

Michelin-Männchen
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Dabei seit: 29.12.2001
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Ein Jahr ohne KeinSeriensieger - Gesammelte Zitate

Einige von Euch (vor allen die Selberfahrer) werden sich noch an den grossen KeinSeriensieger erinnern, der jede Diskussion mit seinen Beiträgen bereichert hat. Nachdem KS in der Nacht von dem 3. auf den 4.11.2002 virtuellen Selbstmord begangen hat, habe ich versucht, einige Bruchstücke seiner Beiträge zu retten. Anlässlich des einjährigen Jubiläums stelle ich sie hier zur Verfügung.

Kam Po Wong

Wer noch weitere Zitate hat, ist ausdrücklich eingeladen, sie hier zu posten.

KEINSERIENSIEGER bei Boardy und C4F
______________________________________

heutiges töurchen:

27.05.2002 07:53

Hi Kalmit,

warum wird bei einer solchen grandiosen Rekordfahrt nicht noch genau gepostet, wann der Sportler Morgens aufgestanden ist, welchen Ernährungsplan er in den letzten 100 Tagen vor dem entscheidenden Start eingehalten hat und vor allem benötigt man als wahrer Fan, doch einfach noch die Zwischenzeiten, Höchstgeschwindigkeit, Informationen über das verwendete Material usw.. Was macht der Rekordfahrer um seine unglaubliche Power auf die Straße zu bringen, wie verhindert er ständig durchdrehende Reifen beim beschleunigen? Hat er Bremsfallschirme dabei um aus dem Highspeed zu verzögern?

Schließlich wird jetzt ein ganz neues Kapitel in der Radsportgeschichte aufgeschlagen, wenn sich Kalmit dem sagenhaften 30er Schnitt nähert. Warum wird man nicht vorab informiert, das man die Rekordfahrten live verfolgen kann? Warum wird so ein Event nicht per Webcam ins Internet gestellt?

Unsereins schaut sich ein popliges Bundesligarennen in Quidersbach an, wo nur wenige km weiter der Schrecken von Lance Armstrong sich für Tourzeitfahren den Feinschliff holt.

Kalmit - die Fans wollen über alles informiert werden, z.B. interessiert auch welche Zahnpasta aus dem Lieferprogramm von http://www.Baumann-Mundhygiene.de verwendet wurde.

Zukünftige Berichte von Rekordfahrten bitte mit Vorabbericht, Livebericht und Rückschau. Sicher findet sich auch ein Forumsteilnehmer der den Held mit Kamera und Migroneben per Inlineskates begleitet und jedes Detail Deiner Fahrten dokumentiert.

Wann wird endlich die 54 schnellste Fahrt des legendärsten Zeitfahrers des Universums mit allen Details vorgestellt? Das Forum lechzt danach ....

Gruß

KS

27.05.2002 16:00


Jetzt im Ernst - Deine Berichte von Deinen Trainings- und Rekordfahrten lese ich wirklich gerne und ich bin mir sicher, dass sie niemanden hier im Forum nerven. Also berichte deshalb auch in Zukunft von Deinem Training und Deinen Erfolgen, ich halte mich auch mit den Kommentaren dazu etwas zurück.

Gruß

KS

Höhere Geschwindigkeit am Berg

02.06.2002 20:34


@Sebastian

ich0815 hat es ziemlich gut beschrieben.

Aufgrund Deiner bisherigen Postings (Touren- und Rennberichte usw.) vermute ich einfach einmal ins blaue hinein, dass Deine Trittfrequenz am Berg zu stark absinkt. Mindestens 70u/min am Berg sind für einen Hobbyfahrer schon ein recht ambitionierter Wert, aber sicherlich richtig. Bei den vielen Hobbyfahrer bricht die Trittfrequenz wirklich am Berg vollkommen zusammen. Um die Trittfrequenz zu stabilisieren sollte man anfangs nur im sitzen fahren und den Berg mit einem deutlich leichteren Gang als bislang üblich anfahren. Ein Trittfrequenzmessgerät ist meines erachtens für das Training deutlich sinnvoller als die momentane Geschwindigkeit. Du hast ja genug Kohle um Dir ein entsprechendes Gerät anzuschaffen. Solltest Du aber sparen wollen, kannst Du Dir auch die Mindestgeschwindigkeit für jeden Gang ausrechnen. Wichtig ist die Frequenz wirklich die gesamte Steigung zu halten, ggf. sollte man sich für den Anfang mal mit 65 u/min zufrieden geben, was dann aber wirklich einen absoluten Mindestwert für dieses Training darstellt.

Gruß

KS

PS: Vor den Anstiegen betont locker und langsam fahren, sonst wird das Training zur absoluten Qual.





Habt ihr

09.06.2002 19:33

Mit dem MTB ist der Anstieg sicherlich kein Problem, mit dem Rennrad wird es wohl richtig eng, betreffend Vorderrad auf dem Boden halten und natürlich auch Kraft und so. Da der Berg aber ziemlich kurz ist und das Hammersteilstück ganz kurz, wäre es sicher mal eine Herausforderung für jemanden mit richtig Form auf dem Rennrad. Wenn es nur das Stück mit mit den 37 % wäre, ginge es sicherlich, mit Schwung reinfahren und dann einfach die paar Meter durchdrücken. Aber bei 25 % Steigung Schwung holen, da ist man ja dann schon vom Schwung holen restlos platt.

Mit dem MTB ist das sogar für Leute ohne Form und ohne Training (solche wie ich) kein Problem.


kleine ritzel am umwerfer hinten!!!!!

14.06.2002 09:16

Hi Forza,

die Beschreibung von Dir ist wohl gelinde ausgedrückt sehr unklar. Ich vermute einmal Du meinst das Kettenröllchen am hinteren Schaltwerk. Wenn Du dies meinst, rate ich Dir dringend von einer Campa-Chorus Shimano-XTR Kreuzung ab. Verschiedene Qualitätsstufen der Campabaureihen sind kompatibel, um genau festzustellen welche Baureihe (Modell und Modelljahr) sich mit welcher verträgt fragst Du am besten den Händler Deines vertrauens.

Gruß

KS

lance sein neuestes bike:
09.06.2002 21:02
Hallo,

auf dem Rad ist überhaupt weder eine Kassette noch ein einzelner Kranz montiert insoweit erübrigt sich die Übersetzungsfrage. Im übrigen kann man auf einer Kassettennabe auch nicht einen starren Gang montieren, hierfür benötigt man eine Nabe für Schraubkränze.

Die Bontrager Laufräder sind nach dem Rolf-Patent gefertigt und aus Sicht des Konzern ist es logisch, dass man die Laufräder jetzt unter dem eigenen Label vermarktet. Im übrigen wurde Rolf hierfür ordentlich bezahlt.

Gruß

KS

rad quietscht!!!
01.06.2002 20:28
bei Geräuchentwicklung ausschließlich im Wiegetritt spricht einiges für die Quellen:

- Lenker, Vorbau, Gabelschaft

- Rahmen

- Kettenblattschrauben nachziehen, besser noch demontieren leicht fetten und nachziehen. Beim nachziehen nicht reihum vorgehen, sondern immer jede 2 Schraube festziehen damit, keine Sorge bei fünf Schrauben kommen dann schon alle an die Reihe !

Mit Kettenblattschrauben anfangen, dann Rahmen akribisch untersuchen (Haarrisse im Lack?). An Lenker/Vorbau/Gabelschaft am besten nicht selbst rumdocktern.

Den Kettenblattschrauben wird von vielen Radlern zuwenig Aufmerksamkeit geschenkt, gerade Alutuningschrauben sind extrem "kümmerungsbedürftig".

Quitschen und knacken zu beseitigen ist eine Herausforderung für jeden Fachmann. Im Härtefall muss man halt alle Teile Probeweise austauschen um die Ursache zu finden. Anfangen mit Laufrädertausch, Kettentausch, usw. ...
Kann manchmal zu richtig viel Arbeit werden. Am einfachsten (leider auch am teuersten) guter Fachhändler!

Maulwürfe beim Giro
01.06.2002 21:15
Pferdedoping gibt es übrigens schon länger als Radlerdoping und auch sehr gut ausgetestet. Außerdem ist man mit so teuren Vollblütern auch sehr vorsichtig, was die Nebenwirkungen usw. angeht. Dann braucht man die wirklich guten Pferdchen auch noch für die Zucht. Also alles Argumente für die Radler von den Pferdebetreuern Tips und Mittel zu übernehmen. Weil mancher Radler will ja auch noch nach der Karriere Vater werden. Pro Kilogramm Lebendgewicht ist die Pferdedoperei auch viel billiger wie die Radlerdoperei. Überhaupt die Medikamente für Tiere sind sehr billig. Natürlich kann man nicht alle Medikamente von den Viechern schlucken, aber was für Schweine gut ist, schadet Menschen auch nicht. Bei Pferden ist nicht alles 1 zu 1 zu übertragen. Nein, ich war auch zu geizig für die Tiermedizin beim radeln, aber die Versuchung die Tiermedizin anzuwenden war doch deutlich größer als die sauteure Menschenmedikamenten. Viele Mittel sind sogar 100 % identisch. Was einem Rennpferdchen das ein paar Millionen Dollar kostet gut tut, kann einem 3 klassigen Radler nicht schaden. Zumal so saudische Scheichs keinen Spaß verstehen wenn ihr Rennpferdchen tot auf der Rennbahn umkippt. Obwohl das Pferdedoping mindestens so verbreitet wie das Radlerdoping ist, sind wesentlich weniger Pferdchen in die Kiste gesprungen wie Holländer Anfang der neunziger. Da wurden sogar bei uns einige nervös die Holländern statt Pferdepflegern vertrauten. Bei Pferden ist die Sache wegen der Wetterei mit den Dopingkontrollen schwieriger als bei den Radlern, ist einfach zuviel Geld. Die Wetten werden sofort ausgezahlt und können nicht mehr rückabgewickelt werden. Deshalb werden die Pferdchen nicht so lückenlos nach den Rennen getestet (zumindest nicht auf die guten Sachen).

Bei der Dosierung sollte man aber aufpassen, so wie ein mir bekannter Radler "so ein Pferd hat vier Beinchen und ich habe 2 also nehme ich die Hälfte" sollte man es definitiv nicht machen. Man konnte ihm die Sache erklären, indem man ihn darauf hingewiesen hat, das ein Elefant auch nur 4 Beine hat und für 54 kg Mensch vielleicht 50 % einer Elefantendosis etwas viel sein könnte. Die meisten rechnen einfach nach Gewicht um, was auch halbwegs hinkommt. Tja, deshalb traue keinem Radfahrer der das genaue Gewicht von Rennpferdchen kennt. Die Lieferanten für die Fitnesstudios haben es da wesentlich einfacher, weil die Mittel aus der Schweinemast noch besser auf den menschlichen Organismus abgestimmt sind (sozusagen magenfreundlich). Schließlich ist so ein Mastschwein dopingtechnisch gesehen fast identisch mit einem Bodybuilder. Das Schwein soll viel Muskeln und wenig Fett mit möglichst wenig Training (Auslauf) ansetzen, Schäden im Hirn stören weder Bauer und Schwein noch Fitnesstudiobetreiber und Bodybuilder.

Die Gewinnspannen beim umrubeln von Tiermedizin in Menschenmedizin sind absolut gigantisch. Komisch bei den Viechern ist es wie bei den Radlern irgendwie gibt es die größte Auswahl bei den Käsrollern und den Belgiern.

Also wenn schon dopen, dann nur mit Mitteln eines Bauern dem man Vertraut.

Gut das ich nicht in das Geschäft eingestiegen bin, ist fast wie die Baubranche die Osteuropäer machen überall die Preise kaputt. Im wilden Osten gibt es auch noch Sachen die sogar in Holland schon lange verboten sind.

Gruß

KS

PS: Koksen tun weder Rennpferdchen noch Mastschweine, irgendwie scheinen manche Italiener ausnahmsweise schlecht beraten.


@alle selbstfahrenden Jedermänner
27.05.2002 11:57
Hallo,

an der Deutschland-Tour dürfen maximal C-Bomber mitfahren. D.h. da können keine A oder B Fahrer am Start sein. Ich finde es aber schön, dass sich dort auch einmal Fahrer zeigen können, die bei "normalen" Rennen nicht viel fertigbringen. Also auch das Team-Bergstraße glänzt nicht gerade mit Talenten oder Fahrern die vorher den Aufstieg absichtlich verhindern mussten. Das sind alles echte C-Fahrer, die wirklich nicht viel können. Aber gerade weil letztes Jahr auch noch schwache C-Fahrer ganz vorne fahren konnten, gibt es jetzt natürlich schon die ersten, die diesen Fahrern das nicht gönnen und einige ehemalige spielen mit dem Gedanken, doch noch mal eine Lizenz zu lösen nur um da etwas zu treffen. Es gibt ja schon etliche C-Fahrer die bewusst den Aufstieg vermeiden, was ich sehr gut verstehen kann, weil man in der C-Klasse mit ein wenig Geschick auch noch mit sehr wenig Training bestehen kann. Aber diese Fahrer sollten sich dann meiner Ansicht nach nicht an solchen Veranstaltungen beteiligen. Bislang war das auch noch nicht der Fall, weil man dort kein Geld verdienen kann und außerdem das Sturzrisiko durch die Hobbyfahrer noch höher als in der ohnehin chaotischen C-Klasse ist. Aber die Versuchung steigt sicher, wenn den Jedermannrennen noch irgendein sportlicher Wert angedichtet wird und die Presse verstärkt darüber berichten würde. Leider würden sich dann bestimmt irgendwelche geltungsgeilen Exrennfahrer finden, die die "echten" Hobbyfahrer vollkommen aus den Schuhen fahren. Echte (schwache) C-Fahrer und Hobbyfahrer die Mischung ist ok aber alles andere würde den Sinn des Jedermannrennens total in Frage stellen. Ich würde sogar die Lösung bevorzugen, das überhaupt keine lizensierten Fahrer teilnehmen dürften. Auch das hohe Startgeld macht deshalb 100 % Sinn, weil es einfach verhindert, dass da jemand aus reiner Profilierungssucht mitfährt.

Gruß

KS


Campa oder Shimano ! Welche ist

01.12.2001 01:29
Sicherlich lieben die meisten Campa mehr als Shimano, aber wenn man die Vernunft entscheiden lässt, spricht wohl einiges für Shimano.

Z.B. hatte ich in meinem Radfahrerleben schon 4 Achsbrüche mit Campanaben, obwohl ich einen Großteil meiner bisher gefahrenen km mit Shimanoprodukten zurückgelegt habe. Natürlich brechen nur die Hinterradachsen und seit Einführung der Kassettennaben passiert dass auch nicht mehr mit der Regelmäßigkeit wie früher. Stress mit hakeligen Freiläufen treten bei Campa Kassettennaben ebenfalls wesentlich häufiger als bei Shimano auf. Desweiteren sind die Qualitätsschwankungen bei Campaprodukten wesentlich größer als bei Shimanogruppen. Härtefehler bei den Achsen hat Campa erst in den letzten 5 Jahren 100 % abgestellt. Die Beanstandungsquote bei Campa ist insgesamt deutlich höher als bei Shimano (die Reklamationsquote spricht Bände, unterhaltet euch einmal mit Produzenten oder Großhändler). Desweiteren muss man sagen, dass Campa derzeit viel öfters die Gruppen überarbeitet bzw. neue herausbringt als das Shimano macht. Leider liegt das nicht an einer stetigen Weiterentwicklung sondern an ständigem nachbessern. Wenn Shimano eine Gruppe rausbringt gibt es nicht direkt nach erscheinen etwas zu verbessern (Ausnahme waren die felgenmordenden Bremsschuhe bei der neuen Dura-Ace). Betreffend der aktuellen Shimanobremsen und deren angeblich unbefriedigenden Steifigkeit ist anzumerken, dass ausschließlich Hobbyfahrer mit den Dingern unzufrieden sind. Weil sie für Dauerbremsorgien von 100 kg Sonntagsfahrern bei Passabfahrten ungeeignet sind. Wenn man es richtig laufen lässt und wirklich nur kurz und präzise vor Kurven bremst gibt es wirklich überhaupt keine Probleme. Insofern bin ich der Meinung, dass die Dura-Ace-Bremse als gedachte Wettkampfausrüstung richtig dimensioniert ist, während Ultegra und 105er Bremsen für den "normalen" Sportfahrer steifer ausgelegt sein könnten. Die neuen (hohlen) Shimanokurbeln sind alle durchweg steifer als die Campaprodukte. Die Schaltzugverlegung bei Shimano gefällt mir optisch auch nicht, aber praktisch ist es allemal, weil die Schaltzugführung für wesentlich weniger Reibung sorgt, als dieses am Lenker entlanggeschlängel, außerdem ist ein Zugwechsel viel schneller und einfacher möglich. Dafür kann man Räder mit Ergopower viel besser kreuz un quer in den Transporter schmeisen ohne dass die Schaltzüge leiden. Der Vorteil von 10 fach ist wohl eher mentaler als praktischer Natur. Die 9 fach Kassetten erfüllen doch eigentlich fast jeden Wunsch nach vernünftigen Abstufungen. Ob der Stress mit der exakten Justierung der 10 fach Antriebe und vor allem die Preise für Ketten und Ritzel und deren nochmals reduzierten Haltbarkeit in einem sinnvollen Verhältnis zum Vorteil steht wage ich zu bezweifeln. Die kleinste Fehlstellung des Ausfallende (Rad kippt auf Schaltung) führt schon zu unbefriedigenden Schaltergebnissen. Das Oberflächenfinish hat bei Campa letztlich auch nachgelassen, die Politur der alten Campa-C Record war besser und vor allem haltbarer als die der aktuellen Campa Record. Die Campa-C-Record war zwar von der Funktion und eine der am wenigstens konkurenzfähigen Gruppen von Campa aller Zeiten, aber es war gleichzeitig die schönste (subjektive Meinung). Das geknarze und gekarze der aktuellen Carbonergopowerhebel nach längerem Gebrauch (wenn sie nicht gerade in Teflon gebadet wurden) kann einem auch auf die Nerven gehen und steht dem geklapper der Shimano-STI-Hebel der ersten Generation bzw. dem ersten 9 fach Ultegrahebel in nichts nach.

Im Wettkampf ist es außerdem ein kleiner Vorteil bei Shimano, was die Bedienbarkeit aus jeder Lenkerposition angeht ohne umgreifen zu müssen. Aber das ist nur minimal. Ein noch kleinerer Vorteil, diesmal aber für Campa ist das man beim runterschalten kein Dauerfeuer geben muss, sondern mit einem Schaltvorgang mehrere Gänge überschalten kann.

Aber letztlich ist das mit den Komponenten genau wie bei den Frauen, man liebt da auch die schönen und die mit der gewissen Ausstrahlung und nicht die problemlosen und praktischen Hausmütterchen. Aber man sollte nicht irgendwelche Qualitätsvorteile für Campa an den Haaren herbeiziehen die es einfach nicht gibt.

Trotzdem, auch ich mag Campa mehr als Shimano. Das Preisleistungsverhältnis spricht auch für Shimano, aber wer will denn beim Hobby vernünftig sein? Für die schönste Kurbel halte ich aber nach wie vor meine uralt Ofmega-Kurbel, auch wenn man da aufgrund der alten Campa-Norm mindestens ein 41er Kettenblatt montieren musste. Die Deltabremsen von Campa sind aus optischen Gründen ebenfalls unschlagbar, wenn auch erst die letzten Modellserie tatsächlich zum bremsen geeignet war. Die alten C-Record Nabenkörper waren vom Disign und vom Seidenweichen Lauf ebenfalls absolute Spitze. Wer hat eigentlich größere Fehlkonstuktionen als die ersten Campa Syncrohebel oder die Campaschaltwerke mit dem Pleuelsystem oder die ersten Campaklickpedale gesehen? Die Campaklickpedale (bleischwer, super gut gelagert, tausend Einstellvarianten die man nach einem Maschinenbaustudium alle innerhalb weniger Tage versteht und mit einem ehemals empfohlenen Verkaufspreis von schlappen 499,-- DM (dass noch zu einer Zeit wo die DM noch richtig was Wert war *gggg*) biete ich übrigens orginalverpackt und nagelneu für nur schlappe 50,-- DM an. Es gibt keine schönere Stücke für die Vitrine und man kann sie sogar auch an das Rad schrauben und mit ihnen fahren. Die Plattenbefestigung ist mit den Lookbohrungen identisch. Die Pedale habe ich schon über 10 Jahre gehortet und damals hat sich selbst ein armer Amateurfahrer wie ich nicht durch kostenloser Bereitstellung und guten Worten dazu breit schlagen lassen die Dinger zu fahren.

Braucht eigentlich hier irgendjemand ein Scheibenrad?
Hätte noch ein neuwertiges Teil (Spengle), besser und leichter als Campascheiben für schlappe 750,-- DM anzubieten. Ist allerdings nur für Schraubkränze geeignet. 7 fach Kranz 12-18 kann mitgeliefert werden. Das rauschen und poltern der Scheibe sorgt in Verbindung mit dem zischen eines Seidenreifens für solche Motivation, dass das auch für Checker aus Sachsen das Teil für das Bergzeitfahren wäre, den Gegnern gefriert schon beim Anblick des Teils das Blut in den Adern. Neupreis dieser Scheibe waren mal 2.800,-- DM und sie hat ca. 500 Wettkampf zuzüglich 500 Trainingskilometer auf dem Buckel. Seiten- und Höhenschlag null!

Überhaupt wenn jemand Interesse an alten Rädern hat, kann er sich mal melden, das älteste was ich zu bieten habe, ist ein Rennrad von 1910, voll funktionsfähig, allerdings ist es zum tatsächlichen Trainingseinsatz definitiv zu schade. Nein, nein das Rad bin ich nicht mehr in den Rennen gefahren, so alt bin ich dann doch nicht *ggg*.


01.12.2001 15:27
Gitane ist eine alte französische Fahrradmarke unter anderem haben die früher auch auch Fignon (ein Fahrer der auch wenn das viele nicht wahrhaben wollen erfolgreicher als Jan Ullrich bislang war) gesponsert.

Generell glaube ich nicht, dass der Stahlrahmen zu schwach zum aufrüsten ist. Klar, Alurahmen sind leichter und steifer wie Stahlrahmen, allerdings wage ich zu bezweifeln, dass diese Vorteile von einem Hobbyfahrer wirklich genutzt werden können. Stahlrahmen sind deutlich haltbarer als Alurahmen. In meiner Laufbahn habe ich lediglich einen Stahlrahmen ohne Unfall zum durchbrechen bewegt (Gios), während ich nach Beendigung meiner aktiven Zeit noch an 2 Alurahmen (Müsing und Principia) die Kettenstreben zum loslassen des Ausfallendes bewegt habe.

Theoretisch müssten zwar die Alurahmen länger halten, in der Praxis ist das aber leider nicht der Fall. Weil kleine Fehler beim Schweißen zu Ermüdungsbrüchen führen. Die Bearbeitungsfehler bei Alurahmen (auch in der absoluten Nobelklasse) treten erschreckend oft auf. Es ist doch nicht mehr normal, dass man auf Rennen lediglich nur danach gefragt wird, wie oft ist denn bei Dir der Rahmen gebrochen. Ein Stahlrahmen hat nahezu immer 30.000 km harten mit nahezu unveränderter Steifigkeit ausgehalten und wurde dann tendenziell weicher, blieb aber immer fahrbar. Ich habe z.B. auch noch ein Gitane (Baujahr 1977) dass ich als Stadtrad missbrauche. Außerdem kann man Stahlrahmen wesentlich einfacher reparieren wie Alurahmen. Bei Neuanschaffungen ist derzeit sicher ein Alurahmen zu favorisieren, weil die Auswahl bei Alurahmen deutlich größer ist, als bei Stahlrahmen, allerdings gibt es wirklich keinen Grund einen Stahlrahmen auszumustern nur weil er eben kein Alurahmen ist.

Solange man mehrere kg zuviel auf den Rippen hat, kann ich nur schwer nachvollziehen warum es ausgerechnet an 500 bis max. 1.000 Gramm Rahmenmehrgewicht liegen sollte. Die zusätzliche Steifigkeit ist im Spurt sicher von Vorteil, vielleicht haben auch manche bei Abfahrten mit steiferen Rahmen ein besseres Gefühl, aber ich frage mich ernsthaft woher die weitverbreitete Angst vor dem Rahmenflattern kommt. Bei ca. 150.000 km mit dem Rad hatte ich einziges mal das unerwünschte flattern und das war bei meinem Winterrad dass schon 5 Jahre auf dem Buckel hatte. Welcher Hobbyfahrer hat denn tatsächlich schon das große flattern erlebt?

Wenn der Rahmen noch gut im Lack ist, spricht nichts gegen eine Aufrüstung. Wahrscheinlich hast Du 105er Gruppe noch als 8 fach Ausführung, oder? Dann würde ich aber eher empfehlen noch ein paar zusätzliche hochwertige Laufräder zu kaufen, als in eine Umstellung auf 9 fach zu investieren. Die Laufräder kannst Du später problemlos auf 9 fach umrüsten, übrigens geht das auch mit denjenigen die jetzt in Deinem Rad sind. Eine Umrüstung auf 9 fach lohnt eigentlich erst, wenn Deine STI-Hebel endgültig kaputt sind, vorher ist eine Umrüstung nur unnötig teuer und bringt relativ wenig. Während Du einen zweiten Laufradsatz viel besser gebrauchen kannst. Die mögliche Gewichtsersparnis ist größer und Du bist bei möglichen Defekten (Speichenbruch usw.) unabhängig und musst nicht auf eine Reperatur warten. Außerdem kannst Du unterschiedliche Gangabstufungen für die Laufräder wählen und Dir eine Bergübersetzung (z.B. 12-25) für Urlaube in den Alpen wählen. Mit 39-25 kann man mit ein wenig Training alle Pässe problemlos bewältigen und gleichzeitig mit dem 12er richtig runterdonnern und neue Geschwindigkeitsrekorde aufstellen. Für Mittelgebirge in Deutschland solltest Du mit 13-23 besser ausgerüstet sein, die Gangabstufungen sind enger und harmonisch

@Kein_Seriensieger
30.11.2001 13:33
Hallo alle zusammen,

das Forum verfolge ich übrigens schon ziemlich lange, sogar schon zu der Zeit als RWA weitgehend Alleinunterhalter war. Leider verstehe ich aber nur ein wenig von der Radfahrerei im Nahkampf mit dem PC und Boardy anmelden bin ich lange total überfordert gewesen.

Mit Beiträgen werde ich mich aber etwas zurückhalten, weil meine Kommentare vielen Beiträgen doch ziemlich bissig wären. Den missionarischen Eifer viele Meinungen oder Kommentare aus meiner Perspektive richtig zu stellen habe ich verloren. Ich genieße es einfach die Meinungen und Kommentare aus Fan-Ansicht und nicht aus Insidersicht anzuschauen.

Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich tatsächlich vor nicht allzulanger Zeit sicher war, meine Meinung wäre die richtige und man müsste die "ahnungslosen" Fans oder Hobbyfahrer "aufklären". Aber es ist wahrscheinlich wirklich so, dass der Radrennsport zu sehr nach eigenen Gesetzen und eigenen Moralvorstellungen funktioniert, die ich persönlich zum großen Teil auch nicht befürworte und auch als Aktiver nicht akzeptiert habe. Ist doch schon irgendwie traurig, dass man jahrelang jemanden intensiv trainiert und betreut, sich eine Menge Gedanken um Trainingspläne und Wettkampfplanung und Sponsorsuche macht und dann im Endeffekt sogar froh ist, dass der Sportler mit dem Rennsport aufhört, obwohl es sportlich noch keinesfalls ausgereizt ist. Natürlich ist im ersten Moment auch eine gewisse Enttäuschung da, jetzt hat man sich so sehr für ihn eingesetzt, Sponsoren besorgt, beim Nationaltrainer gut Wetter gemacht hat und ist sogar aus Sympatie und Nächstenliebe im Winter 150 km bei 5 Grad und Nieselregen mit trainieren gefahren, obwohl man selbst ständig klemmen musste und sich eigentlich etwas anderes Vorstellen konnte als "Motivator" zu spielen. Man merkt selbst das man eigentlich nicht mehr dazu bereit ist, einen jungen noch formbaren und beeinflussbaren Menschen dem "System" Radsport ganz auszuliefern. Spätestens mit Unterschrift unter einen GSII oder auch "nur" GSIII Vertrag sinkt der Einfluss eines nicht im Team integrierten "Ratgebers" rapide. Aus der Anfangs klar vertretenen Parole, ein Rennfahrer nimmt wegen den Dopingtests auch bei einer kleinen Erkältung keine medizinischen Mittel, wird dann, wenn man krank ist darf man auch nehmen was erlaubt ist, schließlich schlucken dass die anderen und die sind gesund. Außerdem fährt man eine Rundfahrt mit Rabobank und Telekom und im Gegensatz zu Zabel oder Wauters hat man doch weniger Talent und ist dazu noch der einzige im Feld der voll arbeiten muss. Letztendlich sagt man jemanden mit Profivertrag nur noch, mach nichts ohne Doktor und seh zu das der Doktor alles weis und mach vor allem keine "Programme" heimlich parallel. Irgendwie ist man sogar erleichtert, dass der nicht dort bei xy unterschrieben hat bzw. dass das Team ihn doch nicht genommen hat, weil man ja genau weiss, wie es dort abläuft. Aber natürlich hätte man es nicht über das Herz gebracht, jemanden der jahrelang neben einer normalen Vollzeitausbildung weit über 20.000 km jährlich auf dem Rad sitzt, zu sagen: "Hey, lass das mit dem Radprofi sein, komm wir fahren mal bei ein paar alten Kumpels von mir vorbei und lass Dir mal etwas über die Methoden des Profidaseins erzählen." Das schlimme an der Sache ist, dass sich meine Bekannte ja alle selbst noch zu den "Harmlosen" zählen. Natürlich ist da auch eine Menge Selbstbetrug dabei, weil wer will schon sagen: "Ich mach das volle Programm und gehe volles Risiko (beruflich und gesundheitlich) und muss trotzdem darum kämpfen meinen GSII-Vertrag verlängert zu bekommen bzw. konnte meinen GSI-Status nicht halten." Man muss nur den Vergleich grass genug wählen, neben Kappes und Paffrath ist schließlich jeder ein Unschuldslamm. Obwohl man auch die These vertreten kann, Andi hatte nur das Pech besonders oft erwischt geworden zu sein und Paffi war einfach nur besonders dumm. Also was der kreuz und quer total unkordiniert genommen hat, war zumindest kein systematisches Doping sondern eher der Härtetest wieviel Medizin verträgt der menschliche Körper. Bezeichnet ist dass er immer täglich 2 Kordisontabletten genommen hat und er später mal darauf kam, dass der Preis für die Tabletten immer stark schwanken würde, dass es die mit 2 bis 16 mg je Tablette gab, hat er da erst mitbekommen.

Man hat mehr Spaß am Radsport wenn man einfach die Rennen verfolgt ein paar Ergebnisse liest und ab und zu mal in ein Außenseiterforum schaut, als wenn man über das gejammere irgendwelcher Betreuer oder Rennfahrer nachdenkt, dass man keinem mehr trauen kann und man nicht mehr so wie früher einfach nach Frankreich in die Apotheke fahren kann. Von 1950 bis in die 90er waren Frankreich und Holland die Länder wo man am einfachsten einkaufen konnte. Wobei die vielen Toten Rennfahrer in Holland in den 80er und 90er Jahren beweisen, dass die richtige Dosierung ganz schön schwierig ist.

Gruß
Kein-Seriensieger




__________________

2002: 4750 / 48300 / ?
2003: 4555 / 45125 / 22
2004: 1500 / 10160 / 7
2005: 2880 / 28210 / 19
2006: 1415 / 14000 / 11
2007: 3520 / 28750 / 15
2008: 6197 / 59940/ 31
2009: 2593 / 15620 / 9

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03.11.2003 17:06

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RE: Ein Jahr ohne KeinSeriensieger - Gesammelte Zitate

KEINSERIENSIEGER auf Spocht1

_____________________________

SPORT 1

KeinSeriensieger schrieb am 21.06.2001 09:21
Betreff: Bekenntnis



Auch ich gehöre zu der weit überwiegenden Zahl der
Radsportler die schon einmal (ok, ich gestehe nicht nur
einmal *ggg*) Geld genommen haben, damit ich einem
anderen Fahrer der nicht für mein Team gefahren ist,
den Sieg ermöglicht habe bzw. nicht selbst um den Sieg
gefahren bin. Dies ist weder unüblich noch unehrenhaft
oder auch nur unsportlich.

An der Sache ist auch überhaupt nichts verwerfliches.
Um gleich irgendwelchen Vermutungen zuvor
zukommen, es wurden und werden keineswegs die
Mehrzahl der Rennen "verkauft". Erstens eignet sich
nicht jeder Rennverlauf zum "verschieben", 2. kann man
sich nicht immer auf einen Preis einigen, 3. will man ja
auch nicht mit jedem "Geschäfte" machen und 4. beruht
das ganze schon irgendwie auf Gegenseitigkeit. Es ist
doch für alle Beteiligte von Vorteil, wenn ich z.B. einen
Fahrer aus XY bei seinem Rennen in XY den Sieg
ermögliche. Der Veranstalter ist happy über einen
Einheimischen Sieger, der Fahrer konnte sich seinem
Sponsor, seiner Familie, Freundin und seinem
Freundeskreis vorne präsentieren und bekommt
sicherlich noch die eine oder andere Extraprämie, weil
er im Heimatrennen so gut gefahren ist. Natürlich wird
mich XY bei meinem Heimatrennen dann ebenfalls nach
Kräften unterstützen. Jeder der Rennen gefahren ist,
weiß wie schwer es ist, sein Heimatrennen zu
gewinnen, aber es ist auch irgendwie der schönste
Erfolg. Man wird automatisch von den anderen Sportler
noch genauer beobachtet, weil jeder weiß, dass man
sich für das Heimatrennen besonders viel vorgenommen
hat.

Sicherlich fällt es auch viel leichter sich an die
ungeschriebenen Gesetze des Radsports zu halten,
wenn das noch mit einer kleinen Prämie anerkannt wird.

Meine persönliche Meinung zu den Vorwürfen zu Jan
und Richard ist, dass man die Vorwürfe in der
Öffentlichkeit wahrscheinlich wirklich dementieren muss,
da anscheinend niemand Verständnis für "notwendige"
Einigungen zwischen Rennfahrern hat. Insofern ist die
Informationspolitik von Jan und Telekom gar nicht so
schlecht wie ich dachte. Aber in meinen Augen ist da
auch nicht der Hauch von Korruption zu erkennen. Im
Gegenteil das bereichert die Rennen doch um eine
zusätzliche taktische Komponente. Mir ist es ja auch
schon passiert, dass ich in einer Spitzengruppe
gefahren bin und viel zu spät geschnallt habe, wer denn
da mit wem eine Koalition gebildet hat. Sicherlich ist
das im ersten Moment nach dem verpassten Sieg
ärgerlich, aber man lernt aus solchen Fehlern.

Die Möglichkeit der vereinsübergreifenden Koalitionen,
sichert letztlich auch einem Einzelfahrer bzw. einem
Fahrer aus einem schwachen Team überhaupt erst
konkurenzfähig zu sein.

Je professioneller die Teams werden, um so seltener
kommt es aber vor, dass Team übergreifende "bezahlte"
Zusammenarbeit durchgeführt wird. Insofern ist das bei
den GS1 und GS2 Teams wirklich kein Problem. Da
werden relativ wenige Rennen und
Etappen "verschoben". Weil man es ja schlecht dem
Sponsor vermitteln kann, das man sich von ihm und vom
Gegner bezahlen lässt. Aber wenn ich eine "Niederlage"
als moralisch gute Tat verkaufen kann und ich noch eine
Menge Anerkennung dafür in der Öffentlichkeit
bekomme, das ich auf einen möglichen Sieg verzichte,
warum soll man solch gute Taten nicht noch zusätzlich
belohnen lassen, sie schaden doch weder dem Sponsor
noch sonst irgend jemand. Jan hätte Richard sowieso
den Sieg überlassen "müssen", warum sollte er sich
gegen eine kleine finanzielle Anerkennung für seine
Großzügigkeit sperren. Die Medien und Zuschauer
waren nach dieser Bergetappe doch allemal glücklicher,
als nach den unleidlichen Diskussionen zwischen
Pantani und Lance. Wenn Lance von Pantani eine kleine
Anerkennung für den Etappensieg vor dem Ziel gefordert
hätte und Pantani wäre der Meinung gewesen es nicht
nötig zu haben etwas zu zahlen, hätte Lance mit reinem
Gewissen ihn im Endkampf niederringen können. Lance
traue ich soviel Verstand zu, dass er keinen
unangemessenen Betrag verlangt hätte. Diese ganze
blöde Diskussion wer der stärkere gewesen ist, wäre
uns genau wie 97 erspart geblieben.

Für mich persönlich war das erste Rennen, dass
ich "verkaufen" konnte ein genauso großer persönlicher
Erfolg, wie der erste Sieg. Schließlich muss man schon
ganz schön stark vom Gegner eingeschätzt werden,
damit man überhaupt ein Rennen verkaufen kann.

Unehrenhaft und sportlich verwerflich ist es aber das
Geld das man durch fremde Koalitionen verdient, nicht
mit den Kameraden zu teilen, mit denen man
zusammen in eine Kasse fährt. Im übrigen fährt man
zwar meistens mit Mannschaftskameraden in eine
Kasse, aber es kommt auch des öfteren vor, dass man
vor Rennen, bei denen z.B. nur alleine oder nur mit zu
schwacher Mannschaft startet kurzfristig noch ein oder
zwei fremde Fahrer beteiligt. Das ist immer eine
schwierige Entscheidung, je größer die Mannschaft ist,
desto höher steigen die Chancen auf Prämien und
Platzierungsgelder, umgekehrt bleibt aber immer
weniger für den einzelnen Fahrer übrig.



KeinSeriensieger schrieb am 21.06.2001 10:25

Betreff: logisch!
Wenn man die Preisgelder kennt, wird das Verhalten
logisch und nachvollziehbar. Halbes Platzierungsgeld für
den Sieg + Platzierungsgeld für 2.Platz ist wesentlich
mehr als nur die Siegprämie. Außerdem glaubt man
selbst vielleicht sicher der stärkere zu sein, aber die
Sicherheit gibt es halt doch nie 100 %. Der andere
könnte ja z.B. die Führungsarbeit soweit reduzieren,
dass sich der andere vorne mehr arbeiten muss und
dadurch seine Siegchancen anheben oder die Arbeit
ganz verweigern.

Außerdem ist es nicht ganz so einfach dem anderen
wegzufahren, auch wenn man stärker ist. Es ist es zu
zweit wesentlich einfacher nicht eingeholt zu werden,
das Risiko vom Feld gestellt zu werden, ist wesentlich
größer wenn man alleine unterwegs ist.

Das müssen schon total erfolgsgeile Fahrer sein, die die
ganze Prämie abtreten, das Geld für den 2. Platz hat er
doch sicher und außerdem war er garantiert nicht
vollkommen chancenlos.

Teilen der Siegprämie ist auch der übliche Preis in einer
solchen Situation. Zumindest habe ich noch nicht
mitbekommen, dass heute andere Preise bezahlt
werden.


KeinSeriensieger schrieb am 21.06.2001 15:37

Betreff: Stellungnahme
Zuschauer sind cleverer als Du denkst, zumindest
Zuschauer von regionalen Rennen, die wissen genau wer
für wen fährt. Natürlich sehen die Zuschauer, wer für XY
die Löscher zugefahren hat, das Feld kontrolliert hat, als
er zu den Wertungspunkten unterwegs war oder ihm die
Schlusswertung angefahren hat. Die laden denjenigen
dann auch zur Siegesfeier ein und manchmal bekommt
man sogar noch die ein oder andere Sympathieprämie
gestiftet. Die erkennen durchaus an, wenn man sich
für "ihren" Liebling einsetzt und man wird nach dem
Rennen von denen für die gute Unterstützung gelobt. Mir
ist doch dann kein Zacken aus der Krone gefallen, wenn
ich dann gesagt habe: "Nein, nein, der Sieg von XY geht
schon in Ordnung, schließlich soll der beste Mann
gewinnen und er war heute der Beste!" Sorry, auch mit
der (eventuell gekauften) Unterstützung von 2 fremden
Fahrern ist es super schwer sein Heimatrennen gegen
100 weitere Fahrer zu gewinnen, von denen hängen
einem ja 1/3 ständig am Rad. 3 Mann gegen 97 ich
kann da keine unfaire Koalition der 3 Mann erkennen
und Betrug am Zuschauer schon gar nicht.

Bei den Zuschauern sind nicht diejenigen Fahrer
verhasst, die andere mehr oder weniger selbstlos
unterstützen, sondern die Fahrer, die sich als reine
Verhinderer betätigen und von denen gab und gibt es
mehr als genug. Sportler die selbst nicht die Initiative
ergreifen, sondern immer "nur" mitfahren und dann um
Prämien und Wertungen mitsprinten.

Außerdem werden die Rennen doch noch viel
interessanter, wenn 2 oder 3 Koalitionen um Geld, Sieg
und Ehre fahren. Auch hier im Forum ist doch die
Mannschaftstatik der verschiedenen Profiteams ein
beliebtes Diskussionsthema. Wie werden denn die
Mannschaften von Jan oder Lance zusammengehalten?
Die fahren doch auch nicht für Ihren Kapitän, weil der so
ein netter Mensch ist, es geht doch auch dort mit Geld,
wo ist da der Unterschied zu einem Amateurfahrer der
halt vor oder auch mal im Heimatrennen seine
Mannschaft verstärkt.

Noch ein Beispiel für eine Absprache die von keinem der
Beteiligten geleugnet wird. Als Moser und Thurau um die
WM gefahren sind, haben sie sich auch vor dem Ziel
darauf geeinigt, dass der Vizeweltmeister nicht leer
ausgehen soll. Der Titel wurde trotzdem ausgefahren,
der Sieger Moser hat dem unterlegenen Thurau lediglich
an seinem finanziellen Erfolg beteiligt.

So funktioniert doch jeder Mannschaftssport
irgendjemand opfert eigene Chancen um die Chancen
des anderen zu erhöhen. Solange ich nicht als
Doppelagent rumfahre und quase meine eigene
Mannschaft verrate, sehe ich da absolut nichts
unmoralisches.

Um es nocheinmal klar zu stellen, es wird nur ein
verschwindend geringer Teil der Rennen "verschoben",
d.h. der Fahrer mit den größten Siegchancen (z.B.
ich) "verkauft" den Sieg an einen anderen (z.B. XY).
Wobei man nicht vergessen darf, das XY dann letztlich
alle anderen Fahrer bis auf meine Wenigkeit im Rennen
schlagen muss. Bei 100 Startern manipuliert er seine
rechnerischen Siegchancen von 1 auf 2% nach oben.



KeinSeriensieger schrieb am 21.06.2001 16:07

Betreff: Stop!
Bei Profis kommt das extrem selten vor und im
Massensprint ist das schlichtweg auch im
unterklassigen Bereich nicht möglich. Da kann man sich
maximal jemand kaufen, der den Sprint anfährt, aber
garantiert keinen der den Sprint dann im Fotofinish
verliert.

Man sollte das etwas differenzierter sehen, aber
anscheinend ist das in diesem Forum schwer zu
vermitteln. Bei kommerziellen Teams (ab Radbundesliga
aufwärts über GS3, GS2 und GS1) sind die finanziellen
Interessen des Teams so groß, dass Teamübergreifende
Koalitionen die mit Geld funktionieren schlichtweg nicht
mehr machbar sind. Da gebe es richtig Ärger mit dem
Sponsor (zu Recht). Im unterklassigen Bereich ist eine
teamübergreifende Zusammenarbeit eine Notlösung um
für Chancengleichheit zu den starken Teams zu sorgen.

Absprachen zwischen Fahrern die das gleiche Trikot
tragen sind korrekt und Absprachen zwischen Fahrern
die zufällig nicht das gleiche Trikot tragen sind kriminell?
Naja, das sehe ich persönlich etwas anders.

Fahr ein einziges Rennen, dann weisst wofür Rennfahrer
trainieren. Die Geschäfte machen im übrigen nicht der
105 und der 106 sondern nur die ersten 10 und da muss
man erst einmal hinkommen.

KeinSeriensieger schrieb am 22.06.2001 22:47

Betreff: Bestätigung
und glaubst Du immer noch nur der "böse"
KeinSeriensieger, Rolf Sörensen und M. S. und P. R.
verkaufen und kaufen teamübergreifende Unterstützung
(oder auch mal ein ganzes Rennen). Der unheimlich
glaubwürdige R.V. (das lange leugnen der Festina-
Praktiken spricht meiner Ansicht nach nicht für R.V.
und Roussel erscheint mir eher glaubwürdiger)
und "unser" Jan (Telekomfahrer, muss ja durch und
durch einfältig und naiv sein, Fahrer wie Henn, Ampler
und der Däne können den Heiligenschein der über dem
Team schwebt Deiner Meinung ja nicht beschädigen)
machen so etwas Deiner Ansicht nach nicht.

Wenn ein Fahrer nicht weiss was ein Rennen kostet, ist
es für mich ein sicheres Zeichen, dass ein Fahrer noch
nie vorne gefahren ist. Jeder der vorne fährt, kennt die
Preise. Ich sage hiermit nicht, dass jeder teamfremde
Unterstützung kauft oder verkauft, aber ein Fahrer der
ernsthaft behauptet er hätte von solchen Praktiken noch
nie etwas gehört, hat sicher auch noch nie von
Dopingproblemen im Radsport gehört. Also braucht sich
ja dann auch keiner darüber aufzuregen, weil es das ja
alles gar nicht gibt.

Kann mir einmal jemand erklären, warum die Teilnehmer
in diesem Forum von der Pressekonferenz von Frigo
enttäuscht waren? Die Wahrheit scheint doch hier
sowieso niemand zu interessieren, geschweige denn
dass sie akzeptiert würde. Man muss die Wahrheit ja
nicht gut oder als erstrebenswerten Zustand empfinden,
aber die Fans in diesem Forum stehen den soviel
kritisierten Hauptdarstellern (Profis) im vehementen
verleugnen der Realitäten in nichts nach. Nur haben die
Sportler eine bessere Entschuldigung, für sie geht es
um Geld und die Existenz. Für die Fans nur darum ob
sie sich für einen realitätsfremden Sport interessieren
bei dem es nur Engelchen gibt oder ob es nicht das ein
Kampf wie im "richtigen" Leben ist, mit allem drum und
dran.

Also mir hat sogar als kleiner Bub schon die
Nibelungensage gefallen, obwohl sich da auch nicht alle
genau an die Spielregeln (die mir mein Pfarrer eingeimpft
hat) gehalten haben. Warum sollten mir heute
Radrennen nicht gefallen, da gibt es doch auch alles
konzentriert zu sehen, heroischen Kampf, große Siege,
vernichtende Niederlagen, Verrat, Nibelungentreue und
nicht zuletzt auch unbezwingbaren Willen von Fahrern
die auch in aussichtsloser Situation immer und immer
wieder erneut angreifen. Natürlich muss es auch ein
paar Jungs geben, die im Hintergrund die Fäden ziehen,
aber selbst das ist doch noch interessant, weil die nicht
immer alle in eine Richtung ziehen. Was will man denn
mehr? Wer schaut denn im Fernsehen einen Krimi ohne
Kriminelle?

Welches Interesse sollte denn z.B. P.R. daran haben
sich selbst zu belasten, indem er zugibt, dass er daran
interessiert war bei Olympia Unterstützung
einzukaufen?

Ich bin mir sehr sicher, dass weder Roussel noch
Pascal von irgend jemand verklagt wird. Diese
Problematik will kein aktiver Fahrer oder Teamleiter dem
Gericht erläutern. Da die Kohle immer in den
Mannschaften geteilt wird, gibt es viel zu viele Mitwisser
bei diesen Geschäften und ein unzufriedenes
Exteammitglied, dass eine Existenz außerhalb der
Radsportwelt gefunden hat findet sich garantiert in fast
jedem Team.



KeinSeriensieger schrieb am 22.06.2001 23:22

Betreff: die anderen ...
dürfen sich doch nach Eurer Auffassung nicht
teamübergreifend verbünden, also sind sie chancenlos,
wenn sie sich an Eure Regeln halten. Wenn es eine
Koalition von Rabobank, Saecceo, Gerolsteiner, Team
Cologne, usw. ... geben würde, hätte es Telekom
zumindest deutlich schwerer. Aber wie soll eine solche
Koalition funktionieren, wenn sie keiner Geld in die Hand
nehmen darf. Wie will man sonst einen GS3 Fahrer
motivieren auf den ersten 50 km für andere und gegen
Telekom zu arbeiten und somit seine Chance von
0,nichts auf 0,gar nichts zu reduzieren, zumal er noch
seine Chance verspielt irgendwie fernsehwirksam und
dementsprechend sponsorwirksam nach 150 km ins
Bild zu fahren oder doch noch irgendwie unter die ersten
20 zu fahren. Drittbester nicht Telekomiker bei den
Deutschen, damit kann man bei Vertragsverhandlungen
schon etwas anfangen.

Aber nein, ihr wollt ja "ehrlichen" Sport und deshalb
solltet ihr dann auch abwarten, wer in der
Mannschaftssitzung von Telekom den dicksten Batzen
in die Hand nimmt oder vielleicht noch einen
Trostpreisbonus für eine Nichtnominierung bei der Tour
erhält.

Ich würde mir ja viel lieber ein "unsportliches" Rennen
anschauen, wo es eine richtige mit Geld
zusammengekaufte Opposition gegen Telekom gibt.
Auch wenn die schlechte Karten hat, zumindest gebe
es etwas mehr Kampf und die Sache wäre nicht ganz so
glar.


KeinSeriensieger schrieb am 26.06.2001 21:51

Betreff: K3 und Übersetzungen
Trainingsinhalte

Mit der Übersetzung muss es kein Druckfehler gewesen
sein, ich vermute sogar dass es stimmt und werde es
jetzt auch allgemeinverständlich erklären.

Man kann K3 (Kraft mit Rad) trainieren. Ziel dieser
Trainingseinheit ist es die Kraft zu steigern und
keinesfalls einen Berg besonders schnell hochzufahren.
Hierzu wählt man eine übergroße Übersetzung und tritt
diese extrem langsam im Sitzen. Bei guter Trettechnik
kann man mit 40 Umdrehungen pro Minute (Umin) noch
ruhig auf dem Rad sitzen.

Wenn man den besagten Pass z.B. mit 39/21 70 (Umin)
hochfährt, fährt man z.B. etwas schneller, wie wenn
man mit 53/17 mit 40 (Umin) fährt. Dies kann man auch
sehr einfach selbst nachrechnen:

53 / 17 x 40 Umin = 124,7
39 / 21 x 70 Umin = 130,0

Wenn man noch die Entfaltung pro Radumdrehung
einrechnet kann man genau die Geschwindigkeit am
Berg errechnen.

Den Gotthard kann man z.B. im Krafttraining auch mit
der Scheibe hochfahren, natürlich macht man das nie im
Rennen, weil man einfach mit einer übergroßen
Übersetzung auf keine Tempowechsel reagieren kann.
Das ist so ähnlich wie bei einem Motor den man
untertourig fährt.

Die typischen K3 Trainingseinheiten sind normalerweise
Anstiege zwischen 4-5 % von ca. 5 km länge die man
dann mit 53 / 13 oder 53 / 12 hochfährt. Je nach
Trainingszustand kann man ein bis max. 4 mal einen
Berg entsprechend hochfahren. Zwischen den einzelnen
Steigungen (meist fährt man den Berg einfach nur
wieder runter) versucht man extrem rund und auch relativ
schnell ca. 110 (Umin) zu treten.

Mit diesem Training steigert man entscheidend die Kraft.
Allerdings sollte man mit diesem Training frühestens bei
den Junioren beginnen, weil es die Gelenke sehr stark
belastet. Auch bei hochtrainierten Fahrern ist K3 nur
dosiert im Training einzubeziehen, idealerweise
kombiniert man K3 Einheiten mit Schnelligkeitstraining
(in folgenden Trainingseinheiten, nicht am gleichen Tag)
um die Tritttechnik zu erhalten. Bei K3 Einheiten fährt
man mit maximaler Kraft aber nicht nur mit gemäßigtem
Einsatz vom Herzkreislaufsystem.

Das K3 Training selbst läuft nicht mit sehr hohem Puls
ab, in erster Linie schmerzt die Beinmuskulatur. Nach 2
bis 3 km fährt man in der Regel in schmerzfreien
Bereich und man konzentriert sich nur noch darauf mit
dem Oberkörper nicht zu taumeln (ich war leider immer
ein Taumler und habe nie so 100 % ruhig auf dem Rad
gesessen). Der Effekt des Trainings ist verblüffend
schnell spürbar und bei den ersten Anwendungen
überraschend positiv. Wenn man das K3 ordentlich
durchgeführt hat, hat man das unbeschreibliche Gefühl
überhaupt keinen Widerstand mehr am Pedal zu spüren,
man kann z.B. bei Solofluchten mit Gegenwind länger
dickere Übersetzungen drücken und man verliert
die "Angst" vor zu hohen Übersetzungen. Man
verschiebt die Schmerzgrenze 1 bis 2 Zähne nach unten.

Gerade bei Cheftheoretiker Checker im Forum hatte ich
eigentlich erwartet, dass er bei den Radsportbüchern
nicht immer den Trainingssystematik überblättert
sondern liest und durchaus mit den Grundzügen der seit
jahrzehnten erprobten Trainingssystematik vertraut ist.

Zum konkreten Artikel möchte ich anmerken, dass es
für Ausenstehende (wie z.B. mich) keinerlei
Rückschlüsse auf die Vorbereitung von Jan für die Tour
zulässt, dass er in der Lage ist ordentliches K3 Training
zu absolvieren. K3 trainiert jeder ernsthafte Radsportler
mehr oder weniger regelmäßig. Nur bei sehr hoher
Wettkampfdichte lässt es sich schlecht in das Training
integrieren, weil man nach K3-Training am nächsten Tag
nicht unbedingt die Beine zum gewinnen hat.

Vielleicht wäre es ganz interessant für ein paar
begeisterte Radsportfans hier im Forum, sie würden eine
Übertragung eines Rennens in DSF oder Eurosport
ausfallen lassen und sich stattdessen, eines der guten
Radsportbüchern lesen in denen allgemeinverständlich
auf 10 bis 20 Seiten die verschiedenen Trainingsinhalte
von GA1, EB, G2, SB u. K1, K2, K3 und K4 erklärt
werden. Dies würde sicher für den Eigenbedarf als
Hobbyfahrer auch nicht schaden, weil man mit richtig
strukturiertem Training auch mit sehr geringem Aufwand
seine Trainingsergebnisse gravierend verbessern kann.
Aber vor allem würde es vielleicht auch das Verständnis
für den ein oder anderen Rennverlauf und die gewählte
Taktik einzelner Fahrer ebenfalls verbessern und zum
allgemeinen Verständnis des Sports und des damit
verbundenen Trainings beitragen.


KeinSeriensieger schrieb am 27.06.2001 10:19

Betreff: Vorbereitung
Die Vorbereitung von Jan ist auch nicht die Regel. Das
K3 Training macht man schwerpunktmäßig im Winter
und Frühjahr noch vor dem Intervalltraining, weil man es
ja bei relativ niedriger Belastung des Herz-
/Kreislaufsystems macht. Allerdings frischt man das K3
Training mehr oder weniger regelmäßig (zumeist einmal
alle 2 Wochen) auch während der Saison auf.

Insofern ist es weder ein gutes noch ein schlechtes
Zeichen das Jan das jetzt macht. Allerdings glaube ich
nicht, das Jan in diesem Jahr die Tour gewinnen kann.
Er hat noch keine überzeugende Leistung in schweren
Rennen oder Etappen gezeigt. Es ist zwar richtig, das
man sich bei konsequenter Vorbereitung auf einen
Saisonhöhepunkt nicht ständig alle Lichter
ausschließen kann. Aber die Meidung voller
Ausbelastung kann man auch anders interpretieren. Der
Formverlauf ist nuneinmal keine Gerade die gleichmäßig
von der Vorbereitungsphase zum Saisonhöhepunkt
verläuft. Die Form verläuft eher wellenförmig, mit
unterschiedlich langen und hohen Wellen. Ich bin davon
überzeugt, das Jan dieses Jahr in bessere Verfassung
als letztes Jahr bei der Tour antritt, allerdings erscheint
es mir wenig wahrscheinlich, dass der erste
Formhöhepunkt bei der Tour so stark und lang
ausgeprägt ist, dass es zum Sieg reicht. In der Regel ist
weder die erste "Welle" die höchste noch die stabilste.

Wenn man die Äußerungen des Teams aus dem Winter
und dem Frühjahr liest, erkennt man auch, dass die
Saison von Jan anders geplant war. Er sollte eigentlich
schon im Frühjahr (spätestens am Henningerturm)
einmal richtige Form unter Beweis stellen. Es ist auch
mental wesentlich einfacher in einem Wettkampf sich
voll auszubelasten, als im Training harte und überharte
Einheiten fahren zu müssen.

Es gibt kein besseres legales "Doping" für den Kopf als
Erfolge und gute Rennen. Sich an einer guten DM
hochzuziehen ist sicher nicht das gleiche, wie sich an
einem TdS-Sieg zu erinnern. Auch für das Team ist Jan
und seine ständigen Form- und Gewichtsprobleme ein
Unsicherheitsfaktor. Da kann man alles verdrängen wie
man will, irgendwann kommt der Gedanke bei dem ein
oder anderen Helfer hoch, ich fahr mir hier und schon
das ganze Jahr das weise aus den Augen und mein
Kapitän ist der große Unsicherheitsfakttor im Team.
Vino hat es doch schon schön bei der
Deutschlandrundfahrt gesagt. Es wäre leichter für das
Team, wenn der Kapitän nicht das große Fragezeichen
ist. Außerdem quält man sich sicherlich auch besser,
wenn man weiß der Kapitän macht genau wie ich alles,
aber auch wirklich alles (ich meine jetzt nicht Doping) für
den gemeinsamen Erfolg. Ein Vorbild für das Team ist
Jan mit Sicherheit nicht. Seine Motivationsproblemen
bestehen leider schon seit Jahren. Bis zu seinem ersten
Toursieg war Jan einer der motiviertesten Fahrer
überhaupt, dies ist seit dem leider nicht mehr so.

Überspitzt ausgedrückt, würde ich behaupten, das
absolute Feuer für die Sache ist in Jan erloschen und
deshalb kann er körperlich noch so gute
Voraussetzungen mitbringen er ist um es mit den
Worten von Boris zu beschreiben im Kopf nicht stark
genug. Um gleich falschen Vorstellungen vorzubeugen,
natürlich wird er während der Tour alles geben und sich
schinden und quälen. Aber es wird zu spät sein, er hätte
sich ein paar Monate früher schon einmal richtig quälen
müssen. Die Tour wird nicht nur im Juli entschieden.
Vielleicht wäre es für die Sache sogar dienlich wenn er
keine Podiumsplatzierung schaffen würde, sondern nur
als Fünfter in Paris einlaufen würde. Das gebe vielleicht
nocheinmal neue Motivation, sich weder im Winter noch
im Frühjahr die Kontrolle über das Gewicht zu verlieren
und den Druck es sich und der Welt noch einmal
beweisen zu wollen. Gerade die Geschichte beweist
doch, dass wirklich große Sportler nach unglaublichen
Tiefschlägen wieder zurückkamen. Johann M. und
Bernhard Hinault nach Knieproblemen und die beiden
Amis Lance Armstrong und Greg Lemond nach
Verletzungen die eigentlich jede Sportlerkarriere
zerstören. Der 2. Platz war vielleicht immer noch zu gut
für Jan.

Genau die Wettkampfhärte (auch in den Bergen) und
auch die mentale Gewissheit mit den Besten mithalten
zu können hat sich z.B. Lance bei den Rennen geholt.
Jan muss wieder psychisch von seinem Team aufgebaut
werden, deshalb auch die nur äußerst verhaltene Kritik
an den bislang wenig überzeugenden Leistungen von
ihm. Das nicht in den roten Bereich bei Rennen fahren,
macht insofern Sinn, weil Jan lediglich festgestellt hätte,
dass er zu diesem Zeitpunkt nicht vorne mitgefahren
wäre, auch wenn er alles gegeben hätte. Dann ist es
psychologisch einfacher zu glauben, das ist nicht gut für
mich, ich bereite mich auf die Tour vor und meine Zeit
kommt später. Trotzdem bin ich überzeugt, dass es
sich am Start zum Bergzeitfahren der Tour in Lance
Kopf wesentlich besser aussieht. Er kann sich an
seinen grandiosen Auftritt bei der TdS erinnern und mit
größerem Selbstbewusstsein sagen "Ich fahre sie heute
alle in Grund und Boden." Jan wird da stehen ohne
Erfolg im Kampf gegen die Uhr in diesem Jahr im
Rücken.

KeinSeriensieger schrieb am 27.06.2001 20:48

Betreff: Zweckoptimismus
Wer soll denn an den Toursieg von Jan glauben, wenn
Team-Telekom schon den Glauben aufgegeben hätte?
Hier im Forum wären dann die letzten Optimisten
versammelt.

Jan ist z.B. im Gegensatz zu Richard V. auch nicht
geldgeil genug um aus der zweifellos extrem guten
Bezahlung seine Motivation schöpfen zu können.
Geltungsgeil ist er genauso wenig wie
größenwahnsinnig, an für sich sicher sehr gut, dass er
keine dieser Eigenschaften hat. Er ist deshalb auch
sicher menschlich gesehen ein äußerst umgänglicher
Typ. Aber gerade diese ganzen gute Eigenschaften
machen es letztlich unmöglich Jan von Teamseite unter
Druck zu setzen.

Außerdem ist wahrscheinlich der tatsächliche Glaube
im Team an einen Erfolg bei weitem nicht so groß, wie
die offiziellen Parolen vermuten lassen. Bei Telekom
haben sicherlich auch einige schon im Hinterkopf den
Toursieg für dieses Jahr abgehakt. Die sehr
wahrscheinliche Nichtnominierung von Fagnini soll ja
letztlich auch intern den Glauben an Jan
signalisieren: "Jan, wir rechnen so sicher mit Dir, dass
wir sogar deshalb sogar den Erfolg von Erik für Deinen
Gesamtsieg opfern." Ein Zabel der etwas angesäuert ist,
könnte vielleicht auch in den Friede, Freude und
Eierkuchenverein Tourteam vielleicht auch ein wenig
Rivalität reinbringen und soll eine jetzt erst Recht
Mentalität bei Jan auslösen. Nur durch den Sieg von
Jan, wäre im nachinein eine Nichtnominierung von
Fagnini zu rechtfertigen. Mir scheint vieles beim TT
darauf hinzudeuten, dass halt alles mögliche und
unmögliche versucht wird um etwas zu erzwingen, das
für dieses Jahr vielleicht schon verloren ist. Ich
persönlich bin der Meinung, dass das nicht funktionieren
wird, Jan wird sich mit Erik aussprechen und
wahrscheinlich wird sogar rauskommen, dass Jan
eigentlich gar nicht den Platz von Fagnini mit einem
Helfer für das Gesamtklassement besetzen wollte und
es nur an der "bösen" Mannschaftsleistung gelegen hat
*gggg*. Jan ist als Teamkapitän sehr gutmütig (vielleicht
zu gutmütig).




__________________

2002: 4750 / 48300 / ?
2003: 4555 / 45125 / 22
2004: 1500 / 10160 / 7
2005: 2880 / 28210 / 19
2006: 1415 / 14000 / 11
2007: 3520 / 28750 / 15
2008: 6197 / 59940/ 31
2009: 2593 / 15620 / 9

ANTWORTEN        ZITIEREN     
03.11.2003 17:08

Michelin-Männchen
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Dabei seit: 29.12.2001
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RE: Ein Jahr ohne KeinSeriensieger - Gesammelte Zitate

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________________________________

KeinSeriensieger schrieb am 04.07.2001 22:59

Betreff: wer war erfolgreicher?
welcher aktive Tourfahrer kann mehr Etappensiege als
Chipo vorweisen?

Welcher aktive Tourfahrer kann mehr Erfolge als Pantani
in den Bergetappen vorweisen?

Es ist nicht richtig die beiden auf Ihrem Gebiet
erfolgreichsten noch aktiven Fahrer auszuschließen.
Wenn es nach in diesem Jahr gezeigten Leistungen
ginge, hätte Jan auch ein Tourausschluss verdient oder
hat Jan in diesem Jahr schon mehr gezeigt?

Über Coast kann man sicher streiten, aber Pantani und
Chipo müssten ganz klar gesetzt sein.

Pantani hat bislang bei jeder Tour überzeugt und hätte
wahrscheinlich auch in diesem Jahr in den Bergen an 2
bis 3 Tagen große Kämpfe abgeliefert.



KeinSeriensieger schrieb am 07.07.2001 21:28

Betreff: stimmt genau
dem Artikel ist vielleicht nur hinzuzufügen, dass für die
Leistung nicht die absolute Wattzahl, sondern die
Wattzahl im Verhältnis zum Körpergewicht maßgebend
ist. Da die meisten Rennfahrer leichter als unser aller
Held Ullrich sind, ist der Unterschied auf dem Ergometer
relativ klein bzw. teilweise nicht vorhanden. Aber
Ergometertests können nicht eins zu eins auf die
Straße übertragen werden (leider, sonst wäre ich mit 64
kg und 420 Watt sicher ein Seriensieger ohne kein
geworden *ggg*). Aber der eigentliche Sinn des
Ergometertests wurde ja auch schon oben genau
beschrieben, es geht um die Schwellenwerte für das
Training.

KeinSeriensieger schrieb am 11.07.2001 00:49

Betreff: fast richtig
mit dem gelben Trikot und dem Etappensieg liegst Du
fast richtig, aber nur fast. Bei einer Rundfahrt hat man
als Ausreiser viel bessere Chancen auf den
Etappensieg, wenn man die Gesamtwertung nicht mehr
durcheinander bringen kann. Ist auch einfach zu
erklären, weil eine Fluchtgruppe in der kein Fahrer
vertreten ist, der das Führungstrikot attackieren
kann "nur" noch von den Teams gejagt wird, die auf
Etappensiege angewiesen sind. Das Team mit dem
gelben Trikot verschießt z.B. dann keine Körner und
auch andere Teams deren Interesse vorrangig auf die
Gesamtwertung fixiert sind, werden die Ausreiser
gewähren lassen. Insofern sind manchmal ein paar
Minuten Rückstand auch ganz praktisch.

Die Wahrscheinlichkeit dass Dein Gedankenspiel
Realität wird ist äußerst gering, weil 2 Mann von denen
einer eine Gefahr für das gelbe Trikot darstellt
normalerweise keine Chance haben durchzukommen,
zumindest nicht, wenn sie nicht total überlegen sind.

Mein zuerst geschildertes Szenario trifft
erfahrungsgemäß sehr viel häufiger zu.

Hoffentlich war das jetzt nicht zu oberlehrerhaft.

Gruß

KeinSeriensieger schrieb am 11.07.2001 10:17

Betreff: andere Meinung
Auch in einem Feld von 100 Fahrer sorgen letztlich auch
bei extrem hohen Tempo meist nur ein oder zwei
maximal 3 Teams für das Tempo. D.h. faktisch fahren
doch nur 6 bis 10 maximal aber 25 Mann.

Eine Gruppe läuft auch mit maximal 20 Mann am
schnellsten, weil noch mehr Fahrer beim kreiseln eher
hinderlich sind. 20 Mann sind oft schon zuviel, weil die
Interessen dann oft nicht einheitlich genug sind.

Bei Defekten ist muss man ja auch in der Lage sein die
Lücke zum Feld zu schließen. Es gibt ja auch einige
Beispiele in denen Fahrer auf den letzten 30 km Defekt
hatten und mit etwas Mannschaftsunterstützung das
jagende Feld einholten und sogar noch in den Kampf um
den Tagessieg eingriffen.

Der Vergleich mit den Fluchtgruppen die regelmäßig vor
dem Ziel gestellt werden hinkt aus folgenden Gründen.
Die Fahrer in der Fluchtgruppe sind alle entweder durch
eine sehr lange Flucht oder aber durch eine relativ kurze
(aber dafür dann um so härtere/schnellere Flucht)
bereits richtig angeknackst. Währenddessen hinten im
Feld sich frische Fahrer einreihen können.

Auch die relativ kurzen Solos vor dem Ziel scheitern
sehr oft, weil man einfach schon total platt ist, wenn
man das Loch gerissen hat. Man hat 30 Sekunden
rausgefahren, aber dann steht man nicht immer noch im
Wind und der Vorsprung schmilzt wie Butter in der
Sonne. Das ist ja genau der Unterschied vom vorne
rausfahren und hinten Anschluss herstellen (z.B. nach
einem Defekt). Nach einem Defekt kann ich mir sagen,
ich drücke jetzt die 30 oder 40 Sekunden zu und dann
häng ich im Soog des Feldes und habe es geschafft.
Bei einem Ausreisversuch geht es ja erst los, wenn ich
30 Sekunden Vorsprung habe. Dann sind zuerst einmal
die Muskeln übersäuert (jeder muss in den anaeroben
Bereich um eine erfolgreiche Attacke zu fahren) und
man muss gleichmäßig mit 45 km/h oder im Finale bei
den Profis mit 50 km/h weiterfahren.

Man kann das ja auch wunderbar an den letzten beiden
Etappen der Tour nachvollziehen, wie wenige Fahrer
letztlich in der Kopfgruppe für so ein mörderisches
Tempo gesorgt haben, dass sie es geschafft haben
anzukommen.


KeinSeriensieger schrieb am 11.07.2001 11:00

Betreff: falsch
Lance durfte doch jeden Telekomiker bis auf Jan fahren
lassen. Es ist kein Problem nur einen Fahrer alleine zu
überwachen, er hätte seine Mannschaftskameraden nur
ganz vorne in der Gruppe benötigt, wenn er gar keinen
Telekomfahrer ziehen lassen dürfte.

Jeder der einmal in einer Mannschaft Radrennen
gefahren ist, weiss dass z.B. vor Rennen einzelne
Fahrer des öfteren auch einzelne Gegner zugeordnet
bekommen. Auch wenn man sich das schwer vorstellen
kann, es ist so ein klein wenig wie im Fußball, man soll
grundsätzlich zwar jeden abwehren aber ganz
besonders diesen und jenen Mann. Nach dem Rennen
ist das auch in der Mannschaftsbesprechung nicht
lustig, wenn genau "mein" Mann weggefahren ist und ich
komme dann mir der Ausrede ich habe es nicht
mitbekommen, weil ich gerade irgendwo anders war.
Lance konzentrierte sich doch im Finale gestern
eindeutig auf Jan und auf einen Fahrer kann er auch
ganz gut alleine aufpassen. Da im Radsport mehr als 2
Teams wie im Fußball im Wettbewerb stehen, bekommt
man oft auch gleich mehrere Fahrer zur Überwachung
zugeteilt und dann wird es natürlich anstrengend.


KeinSeriensieger schrieb am 11.07.2001 15:06

Betreff: überbewertet
Es ist zwar richtig, dass Radsport eine
Mannschaftssportart ist, aber hier im Forum wird
manchmal auch die Mannschaft etwas überbewertet.
Greg Lemond hat z.B. seinen 2. Toursieg mit einem der
schwächsten damaligen Tour-Teams überhaupt
errungen. In Paris sind damals glaube ich sogar nur 2
oder 3 seiner Mannschaftskameraden angekommen.

Ein Mann wie Lance kann auch nach einem Defekt die
Lücke notfalls ohne Mannschaft zumachen. Die meisten
Rennfahrer müssen nach einem Defekt alleine den
Anschluss wieder herstellen und schaffen das sogar
(dass habe sogar ich früher meistens alleine geschafft).
Mit 2 oder 3 Mann Unterstützung ist das sicher kein
Problem.

Mit der Taktik gebe ich Dir recht, klar wäre es Lance
lieber gewesen seine ganze Mannschaft wäre bei ihm
gewesen, aber bei dieser Etappe war es sicher auch
kein Problem ohne komplettes Team vorne
anzukommen. 50 % sind bei Radrennen Kopfarbeit,
gerade das zeichnet auch einen Spitzenmann aus, dass
er takische Situationen richtig einschätzen kann. Ullrich
war mit voller Unterstützung vorne vertreten und Telekom
hatte Interesse am Etappensieg für Zabel, also war doch
klar, dass Telekom niemand fahren lässt, erst recht
niemand für das Endklassement in Paris. Da konnte
doch eigentlich nichts anbrennen. Schlußendlich kann
aber auch ein Kapitän auch einmal selbst ein paar km
im Wind fahren, ohne dass das gleich den Verlust aller
Chancen auf den Gesamtsieg bedeutet. Miguel ist z.B.
bei einer vergleichbaren vor 5 Jahren 60 km von vorne
gefahren, gegen das gesamte Feld mit allen Assen und
Teams (bis auf seins und seines Fluchtgefährten). Im
nachhinein war das eine der ganz großen Leistungen
von Miguel, aber auch diese Aktion war ganz schön
riskant und er hätte es nie riskiert, wenn das im Wind
fahren nur halb so gefährlich und schädlich gewesen
wäre, wie es hier manchmal dargestellt wird.

Sicher hat schon des öfteren die Mannschaftsleistung
über den Toursieger mitentschieden, aber noch wichtiger
als die Mannschaft ist und bleibt der Fahrer selbst. Ich
schätze sowohl Telekom als auch US-Postel so stark
ein, dass sie einem Toursieg ihres Kapitäns
nicht "behindern" sondern sogar unterstützen können,
aber entscheiden werden es wohl die Kapitäne und nicht
die Teams.




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RE: Ein Jahr ohne KeinSeriensieger - Gesammelte Zitate

KEINSERIENSIEGER bei Boardy

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KeinSeriensieger schrieb am 19.07.2001 23:09

Betreff: Die Pedale von Lance ...
sind 10 Jahre alt. Er fährt noch die alten Shimano Pedale mit Look-Patent. Bei seinem WM Sieg vor seiner Krankheit fuhr er schon die zwischenzeitlich ebenfalls bereits veralterten Nachfolgemodelle SPD-System. Zwischenzeitlich liegt er also 2 Evolutionsstufen zurück was die Pedale betrifft, aber immer noch 3.35 Minuten vor Ullrich.

Das Material wird die Tour nicht entscheiden. Zu den verzweifelten Abspeckaktionen am Rad, kann ich nur die alte Weißheit wiederholen: "Lebend Gewicht zählt doppelt!"

Hoffen wir trotzdem einmal, dass unser Jan unter der heißer Sonne auf die richtige Masse zusammenschmilzt und die Tour noch einmal spannend machen kann.

KeinSeriensieger schrieb am 19.07.2001 23:35

Betreff: sehe ich ähnlich
Bei der Vorbereitung die Jan in den letzten Jahren an den Tag legt, grenzt es in der Tat an ein Wunder, dass er es immer wieder schafft überhaupt auf das Podium zu fahren.

Seine Vorbereitung ist seit seinem Toursieg immer von Übergewicht, Motivationsproblemen, Hektik und dann gerade noch so die Kurve bekommen geprägt. Jan hat die Tour nie an einem, zwei oder drei Tagen verloren, sondern bis jetzt eher bereits 3 Monate vor dem Tourstart. Allerdings ist es in der Tat bewunderns- und anerkennenswert wie er solch eine total vermurkste Vorbereitung dann noch in den letzten 6 Wochen vor dem Tourstart mit Gewalt wieder zurechtbiegt.

Trotzdem hoffe ich darauf, dass Jan den Kampf um den Toursieg weiterhin spannend machen kann.

KeinSeriensieger schrieb am 20.07.2001 22:36

Betreff: Deutsche
verlieren grundsätzlich nur durch Verrat und Heimtücke anderer, war ja auch schon in den letzten beiden Weltkriegen so. In den neueren Zeiten kommt halt lt. der Forumsmeinung noch Doping dazu;-)!

Livingston wurde von Armstrong geschickt und hat Jan im Frühjahr ins Ohr geflüstert, dass Lance sein Gewichtsreduktion mit einer neu entwickelten Schokoladendiät durchführt. Uns Ulle hat das an auch gemacht.

Jetzt einmal ernsthaft:

Ist es denn wirklich so schwer zu verstehen und zu akzeptieren, dass uns Ulle einfach im Winter und Frühjahr nicht ganz so fleißig und diszipliniert wie Lance war und trotz noch größerem Talent ganz einfach Lance weder körperlich noch mental gewachsen ist.

Als Sieger von Saalgau und einer von seinen Teamkollegen geschenkten WM verkauft er seine Haut doch ziemlich teuer.

Betreff der großen Taktiker in diesem Forum:

Hat noch keiner gemerkt, dass uns Ulle wesentlich mehr im Zugzwang steht, was den Rückstand auf die "Außenseiter" als Armstrong steht. Armstrong hat einige Minuten weniger aufzuholen als Ulle und kann daher länger warten und höher pokern als Ulle.

Für Morgen hat sich Armstrong meiner Ansicht nach übrigens heute geschont. Ich rechne mit einem deutlich größeren Zeitrückstand von Ulle Morgen als heute.

Der letzte Absatz ist reine Spekulation, aber warten wir es ab.

KeinSeriensieger schrieb am 24.07.2001 10:41

Betreff: Lance Stil ist nicht neu!
Der Stil von Lance ist keinesfalls die Revolution, als die er dargestellt wird.

Bei einer langfristigen (100 Jahre) Betrachtung der Entwicklung des Radsports kann man folgende Punkte feststellen. Bis zum 2. Weltkrieg und unmittelbar danach, war es aus technischen Gründen nicht möglich an Steigungen mit hoher Frequenz zu fahren. Dies lag zunächst an der nicht existierenden Schaltung bzw. an deren Verbot bei der Tour. Später nach deren Zulassung, lag es an der sehr begrenzten Kapazität der Schaltungen. Außerdem ist noch der schlechte Straßenbelag zu bedenken. Bei schlechtem Straßenbelag ist es wesentlich sinnvoller schwerere Übersetzungen zu fahren, weil das Hinterrad nicht so schnell durchdreht und der Straßenkontakt besser ist. Gegenargumente hierzu sollten bitte nur von Fahrern kommen, die Radrennen auf Pflaster oder Ostblock- und DDR-Straßen gefahren sind.

Bei Bahnrennen und in Sprints wurden aber bereits vor dem zweiten Weltkrieg die gleich hohen bzw. noch höhere Frequenzen als heute gefahren. Speziell bei Sprints ist die Trittfrequenz sogar innerhalb der letzten Jahrzehnten beständig zurückgegangen, weil immer schwerere Übersetzungen (zuerst 12er, jetzt sogar 11er) möglich wurden und die Sprints durch konsequentere Mannschaftsarbeit der Sprinterteams praktisch ausnahmslos bereits extrem schnell angefahren werden.

Wie bereits mehrfach in diesem Forum geschrieben, war der Luxenburger Charly Gaul (Engel der Berge) der erste Fahrer der konsequent auf höhere Frequenz und leichtere Übersetzungen gesetzt hatte. Er stellte mit seinen Forderungen nach immer leichteren Übersetzungen seine Mechaniker vor praktiche Probleme, weil die Schaltungskapazitäten damals sehr begrenzt waren (Vierfach- bzw. später maximal Fünffachkranz am Hinterrad). Zumal ja auch er die schweren Übersetzungen für die Abfahrten benötigte. Gerade der Fahrstil von Charly beeinflusste auch langfristig die Technik am Berg, obwohl die optische spielerische Leichtigkeit seines Tritts am Berg nach Meinung vieler unübertroffen blieb.

In den letzten beiden Jahrzehnten stehen die Fahrer Greg Lemond, Pantani und Armstrong für das fahren mit leichten Übersetzungen bei den Bergen der Tour. Natürlich haben auch diese Fahrer ihren Einfluss auf Sportler und deren Trainer gehabt. Aber es ist letztlich eine Modeerscheinung, die man auch schön an den Trainingsplänen des BDR für Kaderfahrer nachvollziehen kann. Obwohl es sicher schon immer das Ziel des BDR war, seine Fahrer optimal für internationale Wettkämpfe vorzubereiten, wurden in den letzten 2 Jahrzehnten
wiederholt die Trainingsschwerpunkte von Kraft auf Schnelligkeit verlegt. Gerade die Nationalfahrer üben einen nicht zu untschätzenden Einfluss auf die Masse der aktiven Radsportler aus. Weil man gegen die Nationalfahrer Woche für Woche bei Rennen antreten muss und auch den ein oder anderen persönlich kennt. Wenn die so trainieren kann das ja so falsch nicht sein, also orientiert man sich an ihnen. Ein Trainer der gegen die aktuelle Strömung seine Trainingspläne entwickelt, gilt dann schnell als rückständig. Gerade weil man als aktiver Nachwuchssportler meistens sowieso nicht mehr als 5 Jahre Sportgeschichte selbst verfolgt hat, gilt die Weisheit von vor 5 Jahren als veraltert und nur der aktuelle Trend als erfolgsversprechend. Ich persönlich habe früher übrigens genauso gedacht, wenn mir irgend jemand erzählt hat, der und der hat so und so trainiert und die Tour gewonnen. Da habe ich auch nur gedacht, das war vor 7 Jahren und früher vielleicht richtig, heute fährt der Toursieger so und so und schlägt diejenigen die so fahren, wie mein Trainer es für richtig hält. Mein Trainer hat sicher eine Menge Ahnung, aber halt nur von früher und ich will jetzt und in Zukunft gut fahren, also muss ich mich den modernen Erkenntnissen anpassen.

In den Medien, bei den Fans und bei den Sportlern gehen auch alle Fahrer und deren Fahrstil unter, die nicht die Tour gewinnen. Maximal kommt noch ein Kommentar irgendeines angeblichen "Fach-"journalisten, so in etwa in der Richtung: "und da läuft mit 12 MInuten Rückstand der junge Spanier xy auf dem 42 Platz ein, man sieht direkt, dass er seine Übersetzung falsch und viel zu klein gewählt hat, da muss sein Trainer sicher noch einmal ein Wort mit ihm reden, so wird das nichts." Derselbe Journalist verkündet dann 5 Jahre später, dem fahren von kleinen Übersetzungen wie Lance Armstrong gehört alleine die Zukunft im Hochgebirge, mit dem kraftbetonte Stil von Jan Ullrich kann man nur noch den Schönheitspreis gewinnen. Es ist idiotisch, aber wenn Jan die nächsten beiden Frankreichrundfahrten gewinnen sollte, wird man sicher Lance empfehlen seinen Stil umzustellen und endlich einmal "vernünftige" Übersetzungen am Berg zu fahren, wenn er konkurenzfähig sein will.

Lance ist keinesfalls der erste, der mit extrem hoher Frequens und sehr kleinen Übersetzungen in den Bergen fährt und alle anderen deklassiert. Bei jedem Trend ist man sich sicher, dass es der endgültige und überhaupt der Weisheit letzter Schluss sei. Unterhalten wir uns in 5 Jahren nocheinmal, dann gibt es einen neuen noch effektiveren Fahrstil, der sicher angeblich auch noch nie dagewesen ist. Das herumwerfen mit Superlativen stört mich genauso, natürlich gehört Lance zu den ganz großen, aber jeder Toursieger gehört zu den allergrößten Radsportlern. Bei der 100sten Tour de France, wird man feststellen, dass von den 100 Toursiegern (gut einige haben sie mehrfach gewonnen) bestimmt 25 Jahrhunderttalente waren. Lance ist der größte Tourfahrer seiner Zeit, genauso wie es viele vor ihm und nach ihm zu ihrer jeweiligen Zeit waren und sein werden.

Es ist richtig ist, dass im Durchschnitt die Trittfrequenz an den Bergen angestiegen ist. Aber es ist keine gleichmäßige Entwicklung (jedes Jahr 1 u/min mehr oder so). Die Entwicklung verläuft in Wellen. Charly Gaul, Lemond, Pantani, Armstrong und noch viele andere haben diese Entwicklung beschleunigt, während Merchx, Indurain, Ullrich und viele andere jeweils die Entwicklung kurzzeitig gestoppt oder sogar umgedreht haben. Man wird wohl erst in 20 oder 30 Jahren abschließend entscheiden können, ob Armstrong nur der Höhepunkt der Entwicklung und sozusagen eine Übertreibung in eine Richtung war oder ob diese Entwicklung weitergeht und Armstrong tatsächlich einer derjenigen Fahrer war, die bereits im letzten Jahrtausend den Stil des 3. Jahrtausend vorwegnahmen. Ja richtig, auf der Suche nach superlativen wird man sich nicht mehr mit Jahrhunderttalenten und -stilen beschäftigen, dann muss es schon der Stil des Jahrtausends sein, der dann 15 Jahre später genau wie alle vor und nach ihm vergessen wird.

Coppi war auf seine Art Vater der modernen Trainingslehre, weil er der erste war, der mit wissenschaftlicher Perfektion seine Ernährung und sein Training analysierte und anpasste. Trotzdem gilt Coppi als das Jahrhunderttalent und nicht als der Jahrhunderttüftler. Übrigens war Coppi so dominant bei einem seiner Toursiege, dass er tatsächlich nicht zur nächsten Tour eingeladen wurde, damit es nicht so langweilig wurde.

Armstrongs Überlegenheit finde ich keinesfalls erdrückend, Ullrich war bei seinem Toursieg überlegener und die Tour langweiliger. Klar die Euphorie über den ersten deutschen Toursieg hat mich das bei den Fernsehübertragungen damals vergessen lassen. Indurains Toursiege waren ebenfalls nicht besonders spannend. Die beste und spektakulärste Tour, war für mich der Kampf zwischen Fignon und Lemond, das Trikot wechselte fast täglich und ein unermüdlich kämpfender und attackierende Delgado rückte immer näher.

Für mich ist es jedes Jahr ein Wunder, dass Jan 2. wird. Nein, nicht dass er nicht gewinnt, sondern dass er trotz einer Vorbereitung, die für einen Profi mit Rundfahrtambitionen nicht gerade ambitioniert ist, es immer wieder schafft, trotz Trainingsrückstand und Übergewicht es irgendwie doch noch zu schaffen überhaupt vorne mitzufahren. Da ist Jan wirklich der 1. Fahrer der es fertigbringt sich in 2 Monaten auf die Tour erfolgreich vorzubereiten.

KeinSeriensieger schrieb am 24.07.2001 11:45

Betreff: richtig!
Man kann doch auch Jan Ullrich Fan sein und die Leistung eines besseren Sportlers anerkennen. Sicherlich darf man darüber spekulieren, warum Lance besser ist. Aber gerade im Vergleich Lance und Jan gibt es doch soviele Punkte (Lebenswandel, Trainingsfleiß, Gewicht, Disziplin, Ernährung, Saisonplanung, Trainingssystematik, Fahrstil, mentale Stärke, usw. ...), die die stärkere Leistung von Lance erklären könnten (ist doch prima es gibt soviele Unterschiede, das man wirklich schön spekulieren und diskutieren kann, Eddy Merchx z.B. fuhr einfach "nur" schneller als Joop Zoatemelk), ohne dass man gleich auf die medizinische Schiene ausweichen muss.

Die Unterschiede zwischen Jan und Lance sind auf jeden Fall wesentlich einfacher zu erklären, wie die Unterschiede zwischen Jan und dem restlichen Fahrerfeld. Die Unterschiede zwischen Lance und den anderen Fahrer, würden wohl niemanden ernsthaft interessieren, wenn "unser " Ulle 1. wäre.


KeinSeriensieger schrieb am 26.07.2001 22:43

Betreff: nur mal so
Unser aller Ulle war manchmal in den letzten Jahren nach seinen Fressorgien (sorry, für den Ausdruck) und seinen Trainingsaussetzern nicht in der Lage mit normalen guten Amateuren zu trainieren. Wie bereits mehrfach erwähnt, ist Jan für ein Teil der Fachwelt als erfolgreicher "Teilzeitprofi" das größere Phänomän als der radsportbesessene Lance. Alle Toursieger waren bislang Vollprofis (unser Jan ja auch noch bis 1997 und keine Teilzeitprofis, Jan wäre der 1. Toursieger der Teilzeitprofi ist). Um nicht missverstanden zu werden, die unglaubliche Leistungssteigerungen von Jan trotz der bekannten Probleme von ihm in der Vorbereitung möchte ich nicht mit Doping in Zusammenhang bringen.

Allerdings gibt es im Radsport doch einige Beispiele für die Rückkehr von sportlich totgesagten an die Weltspitze. In diesem Zusammenhang sei z.B. Greg Lemond nach seinem Jagdunfall aber auch Johann M. und Bernhard Hinault nach ihren Knieproblemen genannt. Auf jeden Fall ist es trainingsmethodisch und mental wesentlich einfacher, nach einem absoluten Nullpunkt von vorne erneut aufzubauen, als sich bei eigentlich idealen Voraussetzungen wie bei Jan, ständig aufs neue mit selbstgemachten Problemen (Übergewicht, Trainingsrückstand usw.) auseinandersetzen zu müssen. Fahrer die Radsport 12 Monate im Jahr leben, müssen sich nie mit der Frage quälen: "Was wäre wenn ich dies und jenes nicht versäumt hätte?" Sie haben psychologisch den nicht zu unterschätzenden Vorteil zu wissen alles was möglich war gemacht und versucht zu haben. Dieses Gefühl hat Jan und Team-Telekom trotz medialer gegenteiliger Beteuerungen nicht.

Ach so, Lance war vor seiner Erkrankung ebenfalls ein absoluter Weltklassefahrer, er hat bei seinem WM Gewinn z.B. auch Indurain geschlagen. Das er vorher kein Klassementfahrer war, hat letztlich auch mit seinem Lebensstil zu tun. Vor seiner Erkrankung ähnelte er was Ernährung und Trainingspausen anging in gewissen Sinn Jan nach seinem Tourerfolg. Bei Feiern war Lance schließlich legendär und nahezu unschlagbar, was sicherlich auch damit zu tun hat, dass er nicht aus dem klassischen Radfahrerumfeld kommt (da sind ausschweifende Feierer nie besonders angesehen) sondern aus der Triaszene.

Ein hochtrainierter Körper baut in der Tat sehr schnell ab, verfügt aber auch über die Fähigkeit sehr schnell wieder aufzubauen. Der beste Beweis wie gut und schnell das funktioniert ist doch Jan. Im Giro noch Waldmeister bei der Tour schon Weltmeister *gggg*.


KeinSeriensieger schrieb am 26.07.2001 23:07

Betreff: was macht eine Etappe hart?
Richtig, nicht nur das Profil der Etappe, sondern auch der Rennverlauf, Wind, welche Etappen sind vorher gelaufen usw. ....

Fakt ist, die Etappe dieses Jahr nach Alp d Huez war die erste Bergetappe. Lance und Jan hatten sich auf den vorhergehenden Etappen in keinster Weise verausgabt und waren also beide noch 100 % frisch. 1997 war die besagte Etappe wesentlich später in der Tour und die Fahrer dementsprechend bereits geschwächt.

Vergleiche einmal die Größe der Gruppe die 1997 und 2001 zusammen Alp d Huez anfuhr. Der Etappenverlauf 2001 kann trotz der Tempoarbeit von Telekom vorher nicht so unglaublich selektiv gewesen sein, sonst wäre keine so große Gruppe gemeinsam in die Steigung reingefahren. Desweiteren ist es für fast alle Rennfahrer wesentlich angenehmer gleichmäßig schnell zu fahren, als ständige Attacken kontern zu müssen, auch wenn das Tempo insgesamt geringer sein sollte.

Desweiteren ist zu beachten, dass es in jeder Sportart fortschritte gibt. Sicherlich sind die Fortschritte bei Material, Trainingsmethodik, medizinischer Betreuung usw. in 4 Jahren nicht riesengroß aber sie sind da. Die Räder sind geringfügig leichter geworden, nur unser Jan dafür wesentlich schwerer. Im übrigen ist Jan Ullrich der einzige mir bekannte Ausdauersportler, dessen angebliches Idealgewicht für Wettkämpfe während seiner aktiven Profilaufbahn gestiegen ist. Auch im historischen Vergleich ist festzustellen, dass praktisch alle anderen große Champions in der Zeit ihres Leistungszenits tendenziell Gewicht verloren haben. Es gibt aber auch einige Insider die die These vertreten, dass das Idealgewicht vor der Tour genau wie die Superform einfach herbeigeredet werden musste, damit man nicht in der Öffentlichkeit und vor den Sponsoren zugeben muss. "Wir wissen seit 11 Monaten wann die Tour startet und was Jan dann wiegen soll, aber leider haben wir erst im Mai gemerkt, das Jan viel zu dick ist und noch keine Form hat. Für 2 Monate 100 % Vorbereitung ist das Ergebnis doch sensationell. Selbstverständlich verzichten wir für die 5 Monate in denen wir zu gut gelebt und nur mit 50 % Einsatz bei der Sache waren auch auf die anteiligen Bezüge."

KeinSeriensieger schrieb am 27.07.2001 09:15

Betreff: Stellungnahme
Der Vergleich Armstrong / Lemond bezog sich nicht auf deren Vorbereitung, sondern auf jeweils auf deren Karriereunterbrechung durch das Krebsleiden bzw. den Jagdunfall. Es war wohl genauso unglaublich, dass man mit diversen Schrotkugeln im Herz und in der Lunge die Tour gewinnt, wie das man nach einer Chemotherapie zurückkommt.

Im übrigen habe ich etwas mehr als ambitionierten Freizeitsport gemacht. Wenn man voll berufstätig war und ist über 25.000 km im Jahr gefahren, hat man das sicher nicht nur gemacht um der Lust an der Bewegung zu fröhnen. Im übrigen bekommt man als Amateur ein vom Verein bezahltes Trainingslager als besondere Wohltat verkauft. Ich kann kein Opfer daran erkennnen, an Weihnachten in Südafrika in der Wärme und Sonne trainieren zu könnnen, statt in Deutschland in der Kälte und im Regen rumzueiern.

Jan war in der Tat in der Vorbereitung 2001 nicht ganz zu demotiviert und schwach wie in den Jahren zuvor nach seinem Toursieg. Da gab es wirklich Zeiten, da wurden händeringend weitgehend erfolglos Trainingspartner für Jan gesucht.

Zu der Entwicklung von Rennfahrern möchte ich auch einmal das Beispiel Miguel Indurain anführen. Indurain hat bis zu seinem 24. Lebensjahr in keinem Terrain wirklich überzeugt, er war weder ein erfolgreicher Eintagesfahrer noch hat er irgendwelche herausragende Ergebnisse in den Bergen oder bei Etappenfahrten erzielt. Warum ist eine Steigerung vom durchschnittlichen Eintagesfahrer und durchschnittlichen Rundfahrer zum Spitzenfahrer in beiden Kategorien nicht erstaunlicher als lediglich die Ergänzung bei Armstrong vom Weltklasseeintagesfahrer zum kompletten Fahrer der auch bei Rundfahrten überzeugende Vorstellungen abgibt?

Die Starterfelder bei Weltmeisterschaften haben durch die Terminverlegung in der Tat an Klasse eingebüst. Allerdings hat Vainsteins seine Extraklasse zweifellos in diesem Frühjahr unter Beweis gestellt. Als kleiner Unterschied bleibt noch anzumerken, dass Armstrong die WM im Alleingang und nicht im Sprint gewonnen hat und keines Falls als Überraschungssieger galt. Die Fachpresse war sich übrigens darüber einig, dass ihm eine glänzende Zukunft bevor steht. Allerdings haben an einen Toursieg wirklich nur die Triajournalisten geglaubt. Vielleicht haben die Badehosenexperten doch mehr Ahnung von der Strampelei als ich dachte *ggggg*.

Um es nocheinmal zu sagen, im Vergleich Armstrong / Indurain war Armstrong in jungen Jahren bereits bei Rundfahrten und am Berg etwas besser als Miguel und in Eintagesrennen um Welten besser als Miguel. Warum wird immer nur die Karriere von Jan Ullrich als zulässiger Maßstab für die "zulässige" Entwicklung eines Rennfahrers genommen?

Meine Auffassung vom Teilzeitprofi Jan teilt im übrigen auch der dänische Toursieger oder hat der auch keine Ahnung?

Ende Okt. 2000 mit dem Training begonnen und am ersten seit Monaten eingeplanten Höhepunkt Henninger Turm am 1.05.2001 immer noch Speckrollen und keine Form, irgendwie passt das doch nicht zusammen für einen Mann mit dem Potenzial von Jan. Da gibt es 2 Erklärungen, entweder war der Trainingssteuerung falsch oder aber er hat sich nicht an seinen Trainingsplan gehalten. Sorry, aber dem Team Telekom als teuersten Team im Profigeschäft traue ich schon zu, dass sie von Trainingssteuerung etwas verstehen, dann bleibt also noch die Erklärung 2. Jeder normale Mensch (nicht Ausnahmetalent) der in einem Team fährt und sich so wenig an den vorgegebenen Trainingsplan hält, bekommt bei einem solchen Patzer zumindest eine Abmahnung. Ich kenne einige sportliche Leiter die würden jemand der 10 kg Übergewicht in der Saison ansetzt schlichtweg rausschmeisen, was ich auch nachvollziehen kann.

KeinSeriensieger schrieb am 31.07.2001 22:51

Betreff: Vergleich?
1. Die Alpe de Huez Ankunft in 2001 war die erste Bergetappe der Tour, dementsprechend frisch und ausgeruht waren noch die Klassementfahrer, die alle samt vorher nicht durch besondere Aktivitäten bei der Tour aufgefallen sind. Denk mal darüber nach, wieviele Bergetappen die Fahrer 1997 in den Beinen hatten bis es nach Alpe de Huez ging.

2. Eine Etappe ist nicht nur durch das Profil der Etappe hart, sondern wird auch ganz wesentlich durch den Rennverlauf bestimmt. 2001 wurde von Team Telekom ein gleichmäßig hohes (aber kein sehr hohes Tempo) angeschlagen. Erfahrungsgemäß vertragen dass viele Fahrer besser, als eine sehr unruhige Etappe die von Attacken geprägt ist.

3. Ein Indiz für die Härte der Etappe vor dem Schlussanstieg ist auch die Größe der Gruppe die gemeinsam in den Schlußanstieg fuhr. Wieviel Fahrer erreichten 2001 und 1997 geschlossen den Schlussanstieg?

4. Desweiteren herschte 1997 große Hitze, während die Temperaturen 2001 für ein Großteil der Fahrer wesentlich angenehmer waren.

5. Obwohl bei der Etappe 2001 von Telekom von Beginn an, ein recht hohes Tempo angeschlagen wurde, lassen auch die Zeitabstände der Fahrer auf die Spitze nicht unbedingt den Schluß auf eine überharte Etappe zu.

Wenn man alle Faktoren zusammen nimmt, kann man auch den Schluss vertreten, dass die Etappe 1997 die härtere war. Man macht es sich zu einfach, wenn man nur die zu bewältigende Höhenmeter vor dem Schlussanstieg vergleicht.

Warum wird eigentlich die These vertreten, dass ein Ullrich der mehr "kämpft" und öfters versucht zu attackieren besser vorbereitet sein muss. Kann es nicht auch so sein, dass gerade durch den großen Einsatz in der Tour und die offensichtlich aussichtslosen auch nicht mit letzter Entschlossenheit vorgetragenen Attacken vielleicht den ein oder anderen Mangel in der Vorbereitung überdecken sollen. Die Frage ist doch letztlich, wo wären die Grenzen von Jan gewesen, wenn er schon vor der Tour einmal bei einem schweren Rennen eine ordentliche Wettkampfform gehabt hätte. Die Vorbereitung von Jan war doch wie jedes Jahr, seit seinem Toursieg einfach ein wenig zu lau, das Gewicht zu hoch und in den letzten 8 Wochen musste mit Gewaltaktionen das Versäumnis von Monaten ausgeglichen werden. Die Topform wurde doch genau wie das Wettkampfgewicht mehr herbeigeschrieben, als durch Ergebnisse vor der Tour belegt.


KeinSeriensieger schrieb am 24.08.2001 08:54

Betreff: müsste gehen!
mein persönlicher Rekord bei der Trittfrequenz lag bei 187 u/min. Da ich allerdings weder ein begnadeter Techniker und kein Bahnfahrer war, bin ich mir sicher, dass auch eine höhere Frequenz möglich ist. Außerdem bin ich die Frequenz mit Freilauf gefahren.

Zum Training:

Wenn man bereits eine ordentliche Schnelligkeit hat, d.h. im normalen Training auf der ebene ca. 90 u/min fährt und die Sprints mit ca. 120 u/min tritt, sollte man wie folgt vorgehen:

2 km konstant mit 120 u/min fahren. Die Distanz dann immer weiter steigern. Ich habe es zu meinen besten Zeiten geschafft 20 km (flach)konstant mit 130 u/min zu fahren.

Probleme:

Beim Wintertraining sind einige meiner Freunde starre Nabe gefahren. Beim Spurt mit 42/18 ist es als Freilauffahrer ziemlich lustig anzusehen, wie für die Starrfahrer der Kampf nach der Ziellinie beginnt, weil die nicht einfach mit dem treten aufhören können. Ich könnte mich heute noch darüber schlapp lachen, wie es einen meiner Freunde nach gewonnenem Ortsschildsprint zerbröselt hat. Beschleunigen auf höchste Frepuenzen ist wesentlich einfacher, als daraus abzubremsen. Auch mit Freilauf läuft das Rad ruhiger in der Zeitspanne in der man die Trittfrequenz von 90 auf 160 hochschraubt, als dann wenn man die Trittfrequenz langsam wieder abfallen lässt. Gerade das langsame absenken einer sehr hohen Frequenz (mit Freilauf) auf das normale Niveau schult enorm das Gefühl für die Tritttechnik und ist relativ schwierig.



KeinSeriensieger schrieb am 26.08.2001 09:29

Betreff: durchsichtig!
Erstaunlich sonst nerve ich Euch doch eher mit meinen Kommentaren und jetzt scheint Ihr sogar meine Bemerkungen zu vermissen.

Trainingsmethodisch ist/war der vorzeitige Ausstieg wahrscheinlich richtig und sinnvoll. Allerdings glaube ich trotzdem, dass er das siegen heute Nachmittag tendenziell eher erschwert als erleichtert hat.

Fakt ist am Do. hätte Jan mit Sicherheit nicht gewonnen und ein hartes Finale hätte nocheinmal einiges an Substanz gekostet. Das Problem durch den Ausstieg sehe ich aber eher in den taktischen Möglichkeiten. Jetzt hat absolut jeder verstanden wie sehr sich Jan und Telekom auf So. konzentriert. Taktisch ist die Situation für Telekom und Jan meines Erachtens fast aussichtslos.

Jan wird heute vielleicht der stärkste Fahrer sein und wahrscheinlich sogar auf das Podium kommen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er gewinnt.



KeinSeriensieger schrieb am 27.08.2001 09:24

Betreff: zu wenig Risiko!
Solange Jan nicht nach dem Motto: "siegen oder untergehen!" fährt, wird er kein WC-Rennen gewinnen.

Taktisch agiert Jan und Telekom immer wie aus dem Lehrbuch und damit für alle äußerst berechenbar und durchsichtig. Mit Mustertaktik aus dem Lehrbuch wird Musterschüler Jan noch viele solide Platzierungen erringen, allerdings werden so nur sehr wenige Rennen gewonnen.

Erik Zabel kann mit Mustertaktik Seriensieger werden (das ist aber die Ausnahme im Radsport!), bei Jan funktioniert das nicht.

Zur Favoritenbürde sei angemerkt, das andere Favoriten es auch immer wieder schaffen zu siegen, aber halt nicht nach einer Taktik die allen gegnerischen Fahrer schon vor dem Start 100 % klar ist.


KeinSeriensieger schrieb am 29.08.2001 17:54

Betreff: Stellungnahme!
kurze Stellungnahme zu Deinen Thesen:

1. Die Attacke beim einholen von Bettini war genau was Jan tun musste.

Richtig ist, die Attacke wird genau lt. Lehrbuch empfohlen. Vor dem eigentlichen Zusammenschluss noch einmal kurz "Luft holen" und dann mit Schwung vorbei, dabei den psychischen Vorteil ausnutzen, den der aufholende gegen den bislang flüchtigen Fahrer hat. Klar, dass würde ich auch jedem Nachwuchsfahrer empfehlen, aber Profis kennen diese Spiele doch zu genüge. Gerade heute durch den Funkkontakt mit dem sportlichen Leiter, kann es letztlich nicht zu Überraschungen kommen. Die Gruppe um Jan kam also für Bettini genauso wenig unerwartet wie die Attacke. Im Gegenteil er wird vorher sogar noch von seinem sportlichen Leiter gehöhrt haben: "Los, wenn Du die Attacke beim Anschluss überlebst, hast Du die besten Siegchancen." Er wurde laufend über das Zusammenschmelzen des Vorsprungs informiert und hat sich ab dem Moment als klar war, dass er es nicht vor der Gruppe Jan über die Anhöhe schafft psychisch und physich auf die Attacke vorbereiten können. Wahrscheinlich hat er sogar unmittelbar vor dem Zusammenschluss etwas rausgenommen um frischer den Antritt mitgehen zu können.



KeinSeriensieger schrieb am 30.08.2001 08:53

Betreff: Trittfrequenz
Es geht hier weniger um die absolute Höhe der Trittfrequenz als die meisten denken. Miguel Indurain wurde auch nicht wegen seine Trittfrequenz kritisiert, obwohl er deutlich langsamer als Jan am Berg getreten hat und der Toursieger davor (Lemond) am Berg bereits eine sehr hohe Frequenz gefahren ist.

Radsport ist doch ein wenig wie Krieg, der Sieger hat Recht.

Wie bereits früher schon einmal geschrieben, die Trittfrequenz am Berg (Passfahrten) entwickelt sich praktisch seit einem Jahrhundert nach oben. Die Entwicklung verläuft aber alles andere als linear, es gibt immer wieder Fahrer die diese Entwicklung nicht nur scheinbar stoppen, sondern sogar umkehren (z.B. Indurain) und andere die diese Entwicklung extrem voran treiben (Charly Gaul, Lemond und Armstrong) und in den Augen vieler sogar übertreiben.

Jetzt zu Deiner Frage, es geht nicht um die absolute Frequenz sondern darum wie schnell ist man in der Lage seine Frequenz und damit seine Geschwindigkeit um z.B. 25 % zu steigern. Ist es schwieriger die Frequenz von 60 U/Min auf 75 U/min als von 80 U/min auf 100 U/min zu steigern? Diese Frage kann nur inviduell beantwortet werden. Der Mehrzahl der gut trainierten Fahrer dürfte eine Steigerung von 80 auf 100 U/Min leichter fallen. Es ist wie bei einem Motor die Frage, wo ist das maximale Drehmoment (nicht Drehzahl).




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RE: Ein Jahr ohne KeinSeriensieger - Gesammelte Zitate

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KeinSeriensieger schrieb am 10.09.2001 18:26

Betreff: Dragan und Alder lebt ;-)!
Ist fast wie neulich am Bahnhof. Ich verfolge das Gespräch von zwei Jungs und beneide die, wie gut die Dragan und Alder imitieren können. Ganz, ganz langsam merkt man, die sind echt und machen nicht nur so.

Mein Schwingungen verraten mir, dass U_A_A_U
ebenfalls echt ist und meine innere Stimme hat auch nicht bei der ersten Bergetappe der Tour 2001 versagt. Falls U_A_A_U nicht real existent sein sollte, schlage ich ihn nach der Oscarverleihung als neuen Schauspiellehrer für Telekom vor, damit die auch mal auf dieser Ebene dazu lernen.


KeinSeriensieger schrieb am 10.09.2001 23:43

Betreff: verspannt?
ordentlich eingespeichte Laufräder sollten mindestens 15.000 km bis ca. 35.000 km ohne Speichenbrüche aushalten, vereinzelt auch noch deutlich länger, falls man sparsam beim Bremsen ist und die Felge nicht durchbremst. Ermüdungsbrüche die auf das absolute Alter der Speichen zurückzuführen sind, spielen keine Rolle, weil der Stahl nicht innerhalb ein oder zwei Jahrzehnte spürbar altert. Ich bin Bahnlaufräder gefahren die fast 30 Jahre auf dem Buckel hatten und auf der Bahn werden die Laufräder aufgrund der überhöhten Kurven extrem belastet.

Deine Defektbeschreibung lässt darauf schließen, dass die Speichenspannung in Deinen Laufrädern nicht mehr gleichmäßig ist. Das ist letztlich nur dadurch zu beheben, dass alle Speichen ganz gelockert werden, kontrolliert wird ob die Felge dann noch einigermaßen gerade ist und anschließend alle Speichen gleichmäßig neu gespannt werden. Das Problem bei der Sache dürfte sein, dass keiner bei Dir zugeben wird, dass er das Laufrad verspannt (entweder bereits neu vermurkst oder beim ersten nachzentrieren oder der ersten Reperatur) hat. Die Sache ist nicht ganz billig und kostet letztlich genausoviel Arbeitszeit wie ein Laufrad neu einzuspeichen (ca. 40 bis 50,-- DM). Wenn Du 100 % auf Nr. sicher gehen lässt, kannst Du gleich die Speichen vorsorglich mit erneuern lassen (ca. 30,-- DM zusätzlich Material). Die Jungs von Rose liefern in der Tat meistens ordentliche Arbeit ab, aber eben auch nur meistens, wir hatten von denen auch schon gesponsertes Material, dessen Montage voll daneben war (war wirklich die Ausnahme und nicht die Regel).

PS: Meine Einspeichkünste waren bei den ersten paar Laufrädern auch nicht gleich überzeugend. Man braucht einige Zeit und Übung, bis man den Dreh mit der gleichmäßigen Spannung wirklich raus hat.


KeinSeriensieger schrieb am 12.09.2001 00:55

Betreff: andere Meinung
der Anschlag war grausam und verwerflich, aber als es tagtäglich in Uganda eine größere Zahl an Menschenopfer während des Konflikts zwischen Tutsi und Huto gab, wo blieben da die Konsequenzen. Diese Massaker wären damals durch schnelles eingreifen der UN zu unterbinden gewesen. Während der Terroranschlag nicht so einfach vermeidbar war. Nein, es macht für mich kein Unterschied wohlhabende Amerikaner oder arme Afrikaner umkommen. Klar, bei den Amerikanern leiden meine Aktiendepots mit, aber es ist einfach scheinheilig die Katastrophe in den USA als das weltweite Drama darzustellen, während über die mehrfache Zahl von Opfern in anderen Teilen der Welt weitgehend geschwiegen wird. Um gleich klarzustellen, ich hege keinerlei Sympathie mit den Terroristen, allerdings hoffe ich trotzdem, dass die USA sich nicht übermotiviert zu irgendwelchen Vergeltungsaktionen hinreisen lassen, bei denen unschuldige Menschen zu Schaden kommen.

Ist schon bezeichnend, dass die Sicherheit in Pirmasens in durch Anschläge in Amerika wesentlich mehr gefährdet ist, als durch Kriege auf dem Balkan oder Afrika, obwohl Amerika geographisch viel weiter entfernt ist.

Ich denke dass die Vuelta solange ganz normal weiterläuft, bis die seperatistischen Baskenorganisationen meinen auch mit Gewalt "Zeichen" setzen zu müssen. Gerade wenn man aufgrund von Terroranschlägen einlenkt, fühlen sich doch diese Gruppen noch mehr darin bestärkt, weitere "Aktivitäten" starten zu müssen. Deshalb die Verantwortlichen für solche Anschläge gnadenlos zur Strecke bringen und ansonsten "the Show must go on".


KeinSeriensieger schrieb am 21.10.2001 22:25

Betreff: seltsame Meinungen?
Was war bei Paris-Roubaix denn soooo spannend?
Ok, ich schaue mir das Rennen auch gerne an und es ist eines meiner absoluten Lieblingsrennen, aber mit 4 Mann aus einem Team in einer so kleinen Spitzengruppe, da muss man wahrlich kein Prophet sein, um die Taktik und den Rennverlauf für letzten 80 km vorher zu sagen. Außer der italienischen WM- Nationalmannschaft gibt es wohl kein Team unter der Sonne, dass sich da noch verzocken kann.

Enttäuschungen:
Wie kann ein Fahrer der 2. in der Weltcup Gesamtwertung wird als Enttäuschung des Jahres genannt werden? Nur weil es bei der Tour mit den Sprints nicht so hingehauen hat?

Kämpfer des Jahres?
Uns Ulle wird genannt, weil er solange um sein Idealgewicht und seine Form kämpft? Ulle hat bei der Tour, der Meisterschaft von Zürich und bei seinen beiden Siegen in Italien Kampfgeist gezeigt, aber er ist doch wahrlich nicht der Fahrer der auf Biegen und Brechen fährt, eher ein vorsichtig (leider meistens extrem durchsichtig) taktierender Fahrer, ohne Mann im Ohr eher ziemlich hilflos. Außer dem Sturz bei der Tour habe ich von Jan keine überraschende Aktion gesehen. Kämpfer des Jahres ist meiner Ansicht nach nicht der Titel für einen Fahrer der die hälfte seiner Saisonsiege (DM und diverse Kriterien) vor dem Start bei der Mannschaftsbesprechung (DM) bzw. der sportlichen Leiter (Kriterien) klar gemacht hat. Ich verstehe ja die deutschen Veranstalter, wenn Sie einen Sieger Jan für die Sponsoren haben wollen und deshalb das Startgeld für die anderen Teams nur bei "richtiger" Fahrweise auszahlen, aber der Kampf am grünen Tisch ist doch nicht mit Kämpfer des Jahres gemeint, oder? JMJ oder Richard V. haben da doch andere Kämpfe hingelegt.

Die besten Sprints gab es meiner Ansicht nach dieses Jahr im Giro. Bei der Tour waren praktisch keine echten Sprinter aus Zabel in Form bzw. am Start. Zabel war aber natürlich schon sensationell erfolgreich.

KeinSeriensieger schrieb am 21.10.2001 22:57

Betreff: unter den Blinden ...
ist der Einäugige der König.

Hey, jetzt lach doch mal. Den Spruch musste ich mir auch schon anhören und das waren keine Hobbyrennen. Da ich noch genau weis, wie ich mich darüber geärgert habe, kann ich Dir auch garantieren, dass man mit zunehmenden zeitlichen Abstand die Sache realistischer sieht. Heute finde ich es auch trollig, dass ich tatsächlich einmal geglaubt hatte, jetzt hast Du heute den amtierenden Olympiasieger und auch noch 3 andere Nationalfahrer und Exweltmeister geschlagen, jetzt geht es richtig aufwärts. Naja, der Oympiasieger in der Verfolgung kam sowieso kein Berg rauf und die Nationalfahrer kamen von einer Rundfahrt und waren alle schon vorm Start tod. Damals habe ich natürlich solche Ausreden nicht gelten lassen.



KeinSeriensieger schrieb am 06.11.2001 17:22

Betreff: Trainingsmethodik
dafür gibt es doch gute Bücher (ein vernünftiges reicht schon).

K3 (das Kraftausdauertraining am Berg) kann man aber auch mit deutlich geringerem Puls machen. Die Trittfrequenz sollte mindestens 40 U/min sein und man kann zu beginn nur einmal die Steigung fahren und später entsprechend steigern.

Muss jetzt aufhören und weiterarbeiten ;-)!




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03.11.2003 17:20

Kalmit
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jaja...

der gute alte KS... wenn ich mir das erste mal wieder so durchlese... teilw. Recht hatte er schon, damals war ich ganz schlimm was die Schnittjagd usw. angeht. Inzwischen hab ich mich ja auch ein wenig gebessert! Nur ganz so nett war der ein oder andere Kommentar auch nicht!

Dennoch halte ich bei allem Fachwissen, dass er ohnehin hat die Vergötterung hier für etwas übertrieben. Wenn KS sagt, dass Wasser fließt bergauf glauben es einige bestimmt auch! großes Grinsen Augenzwinkern


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03.11.2003 17:24

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RE: jaja...

Zitat:
Original von Kalmit
Dennoch halte ich bei allem Fachwissen, dass er ohnehin hat die Vergötterung hier für etwas übertrieben. Wenn KS sagt, dass Wasser fließt bergauf glauben es einige bestimmt auch! großes Grinsen Augenzwinkern

Wenn ich mir Dein Avatar so anschaue, glaube ich es auch Tränen lachen




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03.11.2003 18:26

TEVC
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Hier gibts noch mehr... Die Kartoffelnummer inclusive Tränen lachen




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03.11.2003 19:19

Flachländer
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grund?

Gab`s damals eigentlich irgendwie Zoff im Forum oder warum hat KS den besagten virtuellen Selbstmord begangen? der Groschen fällt...


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03.11.2003 19:21

TEVC
Legende der Landstrasse

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RE: grund?

Er fand, dass er mit seiner Zeit was besseres anstellen koennte, als sie in virtuellen Welten zu vergaeuden.




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03.11.2003 19:39

Flachländer
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Jetzt weiß ich, glaube ich... deswegen hätte er sich aber nicht die Mühe machen müssen seine Beiträge zu löschen. Mir leuchtet sein Handeln irgendwie nicht ein


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03.11.2003 20:02

Raktajino
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@flachländer

wie heißts so schön.....profiradfahrer sind verrückt - ehemalige amateure sind exzentrisch....




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wann hört es endlich auf zu dauern?

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Raktajino: 03.11.2003 20:02.

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03.11.2003 22:03

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Er hat seine Gründe...




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Im Herbst 1972 verkündete Präsident Nixon, die Beschleunigungsrate der Inflation nehme ab. Dies war das erste Mal, daß ein amtierender Präsident zugunsten seiner Wiederwahl die dritte Ableitung ins Feld führte. (Hugo Rossi)
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Chepe Gonzales
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...die du kennst?




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04.11.2003 18:36

Michelin-Männchen
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Möglich!




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04.11.2003 20:14

Chepe Gonzales
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...und die natürlich auch keiner erzählen würde?!




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04.11.2003 20:34

Michelin-Männchen
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Vielleicht solltest Du ihn einfach selbst fragen.




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Chepe Gonzales
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Wie denn? Er hat doch alles gelöscht, und damit doch auch E-Mail etc. in der Userliste.




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04.11.2003 20:43

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Du kannst ja mal laut in diesem Thread rufen und Deine Email-Adresse hinterlegen. Vielleicht funktioniert es ja.




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04.11.2003 20:52

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Etwa so?

Lieber KeinSeriensieger,
ich habe dich hier noch erlebt, und die Gründe für deinen Rückzug aus dem Forum würden mich sehr interessieren. Wenn du willst, kannst du sie mir per E-Mail schicken:

rennradlermca@aol.com




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