cycling4fans REGISTER | KALENDER | USER | TEAM | SUCHE | FAQ | START

Cycling4Fans - Forum » Radsport » Nur für Selberfahrer » Helm pro und contra » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
Letzter Beitrag | Erster ungelesener Beitrag Druckvorschau | An Freund senden | Thema zu Favoriten hinzufügen
Seiten (141): « erste ... « vorherige 71 72 73 74 [75] 76 77 78 79 nächste » ... letzte »
Zum Ende der Seite springen Helm pro und contra
Autor
Beitrag « Vorheriges Thema | Nächstes Thema »
30.11.2007 13:37

schnippler
unregistriert
OFFLINE
   EDITIEREN    Zum Anfang der Seite springen
RE: risikokompensation bei helmtragen auf dem rad?: na sicher!

Lass doch mal den armen Teufelsberg in Ruhe.

Ich denke, dass höchstens die Leute sich risikoreicher verhalten, die eine Sicherheitsvorkehrung nicht von Geburt an kennengelernt haben. In 20 Jahren wird jeder Radfahrer nen Helm tragen, so wie sich heute jeder im Auto angurtet. Und in 50 Jahren wird auch keiner mehr rauchen (höchstens als Extravaganz auf Parties).

Das hier ist eine Diskussion, die typisch für eine Übergangszeit ist. Die Helmhasser wissen einfach noch nicht, dass sie schon verloren haben. Leider gehöre ich zu denen dazu. großes Grinsen


Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von schnippler: 30.11.2007 13:37.

ANTWORTEN        ZITIEREN     
30.11.2007 13:50

Pedalritter
unregistriert
OFFLINE
   EDITIEREN    Zum Anfang der Seite springen
RE: risikokompensation bei helmtragen auf dem rad?: na sicher!

In 50 Jahren fahren keine PKW mehr in den Innenstädten. Dann braucht man auch nicht mehr diskutieren, ob Radfahrer helme tragen müssen.


ANTWORTEN        ZITIEREN     
30.11.2007 20:59

arno¹
Edelhelfer

images/avatars/avatar-4487.jpg

Dabei seit: 11.11.2007

OFFLINE
   EMAIL |  SUCHE |  FREUND |  MOD HILF    EDITIEREN    Zum Anfang der Seite springen
RE: risikokompensation bei helmtragen auf dem rad?

ich glaube, der 'arme' teufelsberg könnte sich selber ganz gut 'verteidigen', falls er sachlich dazu in der lage wäre. ich schätze ja seinen scharfen verstand und esprit. wenn er allerdings die antihelm-kappe auf hat ...

Zitat:
Original von teufelsberg
in ernsthaften studien zu verkehrsprojekten wird heutzutage der aspekt der risikokompensation von sicherheitsmaßnahmen mitbetrachtet. ohne, dass nun gerade für diese spezielle maßnahme schon hunderte konkrete nachweise vorliegen. das ist auch gar nicht nötig, da die bestimmenden faktoren für den psychologischen vorgang der risikokompensation nicht die fahrzeugart oder die blechdicke sind.

bitte zeige mir mal genau die stellen, an denen in den vorliegenden studien genau diese behauptung von dir, das alles sei auch gar nicht nötig, gestützt würde. es gibt sie nicht.

in tatsächliche anwendungsfälle übertragen, würde deine behauptung z.b. bedeuten, ein helmtragender radfahrer, der im stadtverkehr mit konkret tonnenschweren tödlichen gegnerischen fahrzeugen konfrontiert ist, habe wegen dem helm das gleiche risikokompensatorische verhalten in derselben ausprägung wie die fahrer von schweren geländelimousinen, halben panzern, die laut einer studie deutlich das angurten vernachlässigen und auch eher einfach mit dem handy telefonieren.

deine these der globalen risikokompensation ist also ziemlich wirklichkeitsfremd.

Zitat:
Original von Michelin-Männchen
Leider gibt es jedoch wohl noch keine Studie, die das für Fahrradhelme in die eine (Gesamteffekt ist risikoreduzierend -> Helm-tragen macht Sinn) oder die andere (Gesamteffekt ist risikoerhöhend -> Helm-tragen macht keinen Sinn) belegt, obwohl dies doch nach tefelsbergs' Meinung so einfach zu sein scheint.

Die unterschiedliche Wirkungsweise von aktiven (Risiko eines Unfalls wird vermindert) und passiven Sicherheitssystemen (Folgen eines Unfalls werden vermindert) bzw ihr Effekt auf risikokompensatorisches Verhalten sollten wir ausserdem auch nicht vergessen.

vermutlich ist die thematik "rad: risikokompensation mit helm?" weitaus komplexer, als teufelsberg sich das gerne so hinlegen würde. in das sicherheitsempfinden auf dem rad spielen wahrscheinlich noch viele andere faktoren hinein, wie grundsätzliche persönliche psychische veranlagung, oder der fahrstil, oder der grund radzufahren, oder sturzerfahrungen oder der fahrradtyp oder das geschlecht usw. ...

edit: garammatiçer dreher




__________________
Album Niederrheinhöhencross

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von arno¹: 30.11.2007 21:13.

ANTWORTEN        ZITIEREN     
30.11.2007 22:46

falzarego
Legende der Landstrasse

images/avatars/avatar-4810.jpg

Dabei seit: 25.05.2007
Herkunft: Südbayer, wurde in SLH zum 'Landesverräter'

OFFLINE
SUCHE |  FREUND |  MOD HILF    EDITIEREN    Zum Anfang der Seite springen
RE: risikokompensation bei helmtragen auf dem rad?: na sicher!

Zitat:
Original von Michelin-Männchen
Zitat:
Original von falzarego
[quote]Original von teufelsberg
die frage ist auch nicht, als was du es rational siehst, sondern wie du konkret unbewusst handelst; mit dem helm im vergleich zum verhalten ohne helm.
die stärke des effekts ließe sich mit tests ziemlich einfach herauskriegen.


Mit Helm sich sicherer fühlen - das ist ok.
Doch deshalb risikofreudiger agieren, dies noch un-bewusst!! - ist das der Sinn der Sicherheitseinrichtungen?

Und jetzt warten wir alle auf die Antwort: Nein, das ist selbstverständlich nicht der Sinn von Sicherheitseinrichtungen. Deshalb darf der risikoreduzierende Effekt einer Sicherheitseinrichtung nicht durch Verhaltensänderung überkompensiert werden etc pp blabla.

Leider gibt es jedoch wohl noch keine Studie, die das für Fahrradhelme in die eine (Gesamteffekt ist risikoreduzierend -> Helm-tragen macht Sinn) oder die andere (Gesamteffekt ist risikoerhöhend -> Helm-tragen macht keinen Sinn) belegt, obwohl dies doch nach tefelsbergs' Meinung so einfach zu sein scheint.

Die unterschiedliche Wirkungsweise von aktiven (Risiko eines Unfalls wird vermindert) und passiven Sicherheitssystemen (Folgen eines Unfalls werden vermindert) bzw ihr Effekt auf risikokompensatorisches Verhalten sollten wir ausserdem auch nicht vergessen.[/quote]

...und noch 'ne Frage wird da recht interessant:
Wer trägt warum 'nen Helm?
-eigene Sicherheit
-eigene Risikofreudigkeit
-anderer Risikofreudigkeit
....
-so etwas wie Vorschrift

aus vielen Möglichkeiten dann noch sinnvolle Studienergebnisse erwarten - trifft immer noch nicht mein Sicherheitsbedürfnis. Da leistet mein Helm garantiert mehr!
(Übrigens: teufelsberg weiß schon was er meint. Nur das Gedöns....)




__________________
"Alles, was nicht weh tut, kannst du schon..."
ANTWORTEN        ZITIEREN     
02.12.2007 17:32

teufelsberg
Legende der Landstrasse

Dabei seit: 25.07.2003
Herkunft: det ratste nie

OFFLINE
   EMAIL |  WWW |  SUCHE |  FREUND |  MOD HILF    EDITIEREN    Zum Anfang der Seite springen
RE: risikokompensation bei helmtragen auf dem rad?: na sicher!

geradezu rührend, was hier abläuft. :tränchenwegdrück:

eigentlich könnte man meinen, ich brauch nichts mehr zu schreiben, da michelin-männchen jetzt schon die these der risiko(zumindest teil)kompensation vertritt. Gut gemacht

und gar für mich antwortet! Hach, da fall ich glatt in Ohnmacht

Zitat:
Original von Michelin-Männchen
Zitat:
Original von falzarego
Mit Helm sich sicherer fühlen - das ist ok.
Doch deshalb risikofreudiger agieren, dies noch un-bewusst!! - ist das der Sinn der Sicherheitseinrichtungen?

Und jetzt warten wir alle auf die Antwort: Nein, das ist selbstverständlich nicht der Sinn von Sicherheitseinrichtungen. Deshalb darf der risikoreduzierende Effekt einer Sicherheitseinrichtung nicht durch Verhaltensänderung überkompensiert werden etc pp.


gar nicht schlecht. allerdings kann man falzarego auch ein konkretes beispiel anbieten, wie risikokompensation bei der entwicklung neuer sicherheitseinrichtungen berücksichtigt wird.
Zitat:
In dem Projekt VeRiFer soll eine Analyse der Auswirkungen neuer Systeme zur Fahrerzustandserkennung auf das Verhalten des Fahrers durchgeführt werden. Im Fokus steht eine mögliche „Risikokompensation“ der Fahrer. Es wird angenommen, dass ein Fahrer die Fahrsituation durch Einsatz eines Assistenzsystems als sicherer wahrnehmen könnte und diesen Sicherheitszugewinn durch riskanteres Verhalten kompensiert. Es ist allerdings denkbar, dass eine Verringerung der riskanten Verhaltensanpassungen durch die Gestaltungsweise des Assistenzsystems erzielt werden kann.

und warum macht man das? weil die erfahrungen mit neuen sicherheitseinrichtungen unstrittig sind.




Zitat:
Original von Michelin-Männchen
Leider gibt es jedoch wohl noch keine Studie, die das für Fahrradhelme in die eine (Gesamteffekt ist risikoreduzierend -> Helm-tragen macht Sinn) oder die andere (Gesamteffekt ist risikoerhöhend -> Helm-tragen macht keinen Sinn) belegt, obwohl dies doch nach tefelsbergs' Meinung so einfach zu sein scheint.


die ermittlung des gesamteffekts ist nicht einfach, habe ich nicht behauptet. allerdings lässt sich der effekt risikokompensation (meint eben nicht das gesamtrisiko) einfach nachweisen, studienaufbau habe ich beschrieben, kann ich auch nochmal tun, wenn gewünscht.
es sind eben noch nicht alle zeitgenossen soweit wie du zu akzeptieren, dass sicherheitsvorkehrungen tendenziell zu einer erhöhung des eingegangenen risikos führen.

Zitat:
Die unterschiedliche Wirkungsweise von aktiven (Risiko eines Unfalls wird vermindert) und passiven Sicherheitssystemen (Folgen eines Unfalls werden vermindert) bzw ihr Effekt auf risikokompensatorisches Verhalten sollten wir ausserdem auch nicht vergessen.


sollten wir nicht, richtig.
dass die fahrer von 3-tonnen-SUVs sich nicht anschnallen, ist doch aber weitgehend auf das passive sicherheitsgefühl zurückzuführen. oder was meinst du?


ANTWORTEN        ZITIEREN     
02.12.2007 17:56

teufelsberg
Legende der Landstrasse

Dabei seit: 25.07.2003
Herkunft: det ratste nie

OFFLINE
   EMAIL |  WWW |  SUCHE |  FREUND |  MOD HILF    EDITIEREN    Zum Anfang der Seite springen
RE: risikokompensation bei helmtragen auf dem rad?

Zitat:
Original von arno¹
Zitat:
Original von teufelsberg
in ernsthaften studien zu verkehrsprojekten wird heutzutage der aspekt der risikokompensation von sicherheitsmaßnahmen mitbetrachtet. ohne, dass nun gerade für diese spezielle maßnahme schon hunderte konkrete nachweise vorliegen. das ist auch gar nicht nötig, da die bestimmenden faktoren für den psychologischen vorgang der risikokompensation nicht die fahrzeugart oder die blechdicke sind.

bitte zeige mir mal genau die stellen, an denen in den vorliegenden studien genau diese behauptung von dir, das alles sei auch gar nicht nötig, gestützt würde. es gibt sie nicht.


Aus der obigen Untersuchung:
Es wird angenommen, dass ein Fahrer die Fahrsituation durch Einsatz eines Assistenzsystems als sicherer wahrnehmen könnte und diesen Sicherheitszugewinn durch riskanteres Verhalten kompensiert.

Die Psychologie ist nun mal eine Wissenschaft, und damit sind verallgemeindernde Aussagen möglich. Ein Mensch reagiert in einer Situation, die er sicherer empfindet, mit erhöhtem Risoko; das ist valide getestet, eine Einschränkung auf das jeweilige Test-Sujet ist nicht notwendig.

Zitat:
in tatsächliche anwendungsfälle übertragen, würde deine behauptung z.b. bedeuten, ein helmtragender radfahrer, der im stadtverkehr mit konkret tonnenschweren tödlichen gegnerischen fahrzeugen konfrontiert ist, habe wegen dem helm das gleiche risikokompensatorische verhalten in derselben ausprägung wie die fahrer von schweren geländelimousinen, halben panzern, die laut einer studie deutlich das angurten vernachlässigen und auch eher einfach mit dem handy telefonieren.


Das ist falsch; ich habe keine quantitativen Aussagen über die Höhe der Risikokompensation bei SUVvern und Helmträgern getroffen.
Fest steht dagegen, dass die Höhe des Effekts abhängig ist von der Höhe des geänderten Sicherheitsempfindens.

Zitat:
vermutlich ist die thematik "rad: risikokompensation mit helm?" weitaus komplexer, als teufelsberg sich das gerne so hinlegen würde. in das sicherheitsempfinden auf dem rad spielen wahrscheinlich noch viele andere faktoren hinein, wie grundsätzliche persönliche psychische veranlagung, oder der fahrstil, oder der grund radzufahren, oder sturzerfahrungen oder der fahrradtyp oder das geschlecht usw. ...


Aha, also stimmst du mittlerweile zu, dass es diesen Effekt gibt. beifall
Glückwunsch, fiel dir sicher nicht leicht, über diesen gewaltigen Schatten zu springen.
Ich habe nie behauptet, dass bei jedem Radfahrer der Effekt in gleicher Höhe auftritt.
Wir können gerne Thesen aufstellen, bei welchen Bedingungen er am stärksten ist.Keks


Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von teufelsberg: 02.12.2007 17:58.

ANTWORTEN        ZITIEREN     
02.12.2007 18:05

teufelsberg
Legende der Landstrasse

Dabei seit: 25.07.2003
Herkunft: det ratste nie

OFFLINE
   EMAIL |  WWW |  SUCHE |  FREUND |  MOD HILF    EDITIEREN    Zum Anfang der Seite springen
RE: risikokompensation bei helmtragen auf dem rad?: na sicher!

Zitat:
Original von falzarego
...und noch 'ne Frage wird da recht interessant:
Wer trägt warum 'nen Helm?
-eigene Sicherheit
-eigene Risikofreudigkeit
-anderer Risikofreudigkeit
....
-so etwas wie Vorschrift

aus vielen Möglichkeiten dann noch sinnvolle Studienergebnisse erwarten - trifft immer noch nicht mein Sicherheitsbedürfnis. Da leistet mein Helm garantiert mehr!


Eine Untersuchung muss in erster Linie die Verhaltensänderung durch das Helmtragen/Helmnichttragen herausfinden; die Motivation spielt keine Rolle.
Natürlich gibt es noch die, die sagen, dass sie einen Helm tragen, um damit höheres Risoko eingehen zu können. Das kann man extra betrachten, muss man aber nicht.

Bei genügender Anzahl bekäme man auch differenzierte Ergebnisse, bspw.: sehr aggressive Fahrer, die dem Helm eine hohe Schutzwirkung zumessen, bleiben ohne ihn gesünder.


ANTWORTEN        ZITIEREN     
02.12.2007 18:10

teufelsberg
Legende der Landstrasse

Dabei seit: 25.07.2003
Herkunft: det ratste nie

OFFLINE
   EMAIL |  WWW |  SUCHE |  FREUND |  MOD HILF    EDITIEREN    Zum Anfang der Seite springen
RE: risikokompensation bei helmtragen auf dem rad?: na sicher!

Zitat:
Original von schnippler
Ich denke, dass höchstens die Leute sich risikoreicher verhalten, die eine Sicherheitsvorkehrung nicht von Geburt an kennengelernt haben. In 20 Jahren wird jeder Radfahrer nen Helm tragen, so wie sich heute jeder im Auto angurtet. Und in 50 Jahren wird auch keiner mehr rauchen (höchstens als Extravaganz auf Parties).

Das hier ist eine Diskussion, die typisch für eine Übergangszeit ist. Die Helmhasser wissen einfach noch nicht, dass sie schon verloren haben. Leider gehöre ich zu denen dazu. großes Grinsen


sehe ich nicht so.
Das Fahrrad wird als städtisches Verkehrsmittel an Bedeutung gewinnen, sollte man eigentlich angesichts der aktuellen Klimadiskussion erwarten.
Und als Verkehrsmittel in (siehe Pedalritter) zunehmend Autoärmeren Innenstädten glaube ich nicht, das die Fahrer sich behelmen werden.

Allerdings gehe ich von Berlin und Sachsen-Anhalt aus, wo die Jugendlichen derzeit den Helm abwerfen, sobald sie den Fängen ihrer Aufsichtspersonen entkommen sind. Ob das für spätere Generationen anders sein wird, kann ev. sein.


ANTWORTEN        ZITIEREN     
02.12.2007 18:49

Michelin-Männchen
zensiert

images/avatars/avatar-1736.jpg

Dabei seit: 29.12.2001
Herkunft: Niedersachsen
Fan von: Fahrradhelmdiskussio nen

OFFLINE
   EMAIL |  SUCHE |  FREUND |  MOD HILF    EDITIEREN    Zum Anfang der Seite springen
RE: risikokompensation bei helmtragen auf dem rad?: na sicher!

Zitat:
Original von teufelsberg

Zitat:
Original von Michelin-Männchen
Leider gibt es jedoch wohl noch keine Studie, die das für Fahrradhelme in die eine (Gesamteffekt ist risikoreduzierend -> Helm-tragen macht Sinn) oder die andere (Gesamteffekt ist risikoerhöhend -> Helm-tragen macht keinen Sinn) belegt, obwohl dies doch nach tefelsbergs' Meinung so einfach zu sein scheint.


die ermittlung des gesamteffekts ist nicht einfach, habe ich nicht behauptet. allerdings lässt sich der effekt risikokompensation (meint eben nicht das gesamtrisiko) einfach nachweisen, studienaufbau habe ich beschrieben, kann ich auch nochmal tun, wenn gewünscht.
es sind eben noch nicht alle zeitgenossen soweit wie du zu akzeptieren, dass sicherheitsvorkehrungen tendenziell zu einer erhöhung des eingegangenen risikos führen.

Zitat:
Die unterschiedliche Wirkungsweise von aktiven (Risiko eines Unfalls wird vermindert) und passiven Sicherheitssystemen (Folgen eines Unfalls werden vermindert) bzw ihr Effekt auf risikokompensatorisches Verhalten sollten wir ausserdem auch nicht vergessen.


sollten wir nicht, richtig.
dass die fahrer von 3-tonnen-SUVs sich nicht anschnallen, ist doch aber weitgehend auf das passive sicherheitsgefühl zurückzuführen. oder was meinst du?

Du erreichst mit der Schachtelung Deiner Antwort arno-Niveau, liest aber leider immer noch nicht aufmerksam meine Beiträge. Schade eigentlich.

An der Risikokompensation durch Helmtragen (alternativ Scheibenbremsen statt Cantis an MTBs verbauen, oder Alurahmen statt Stahlrahmen fahren) allein bin ich nicht interessiert, weil das allein nicht relevant ist. Interssant ist nur, ob die Risikokompensation die Erhöhung der passiven Sicherheit durch Helmtragen (ebenfalls unstrittig) teilweise bzw. vollständig wenn nicht sogar überkompensiert. Sollte es nur zur teilweisen Kompensation reichen, hätten die Helmträger "gewonnen".

Mich würde auch interessieren, inwieweit Vorerfahrungen (Radfahrer hatte schon schwere Unfälle oder eben nicht) eine Rolle spielen bzw. den Kompensationseffekt wieder neutralisieren. Ich hatte bisher 3 schwere Unfälle in 35 Jahren auf dem Rad und kann sagen, dass jeder Unfall meine Fahrweise beeinflusst zum weniger riskanten Fahren hin beeinflusst hat.




__________________

2002: 4750 / 48300 / ?
2003: 4555 / 45125 / 22
2004: 1500 / 10160 / 7
2005: 2880 / 28210 / 19
2006: 1415 / 14000 / 11
2007: 3520 / 28750 / 15
2008: 6197 / 59940/ 31
2009: 2593 / 15620 / 9

ANTWORTEN        ZITIEREN     
02.12.2007 19:01

Barus
Trekkie

images/avatars/avatar-4400.jpg

Dabei seit: 02.05.2007
Herkunft: Leipzsch
Fan von: Fettnäpfchen

OFFLINE
   EMAIL |  SUCHE |  FREUND |  MOD HILF    EDITIEREN    Zum Anfang der Seite springen
RE: risikokompensation bei helmtragen auf dem rad?: na sicher!

Das mit den Vorerfahrungen ist sicherlich individuell verschieden. Ich beispielsweise, dürfte mich theoretisch gar nicht mehr aufs Rad setzen, wenn man danach geht. Trotzdem bin ich bergab flott unterwegs. Bergauf eher nicht. zahnlos


Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Barus: 02.12.2007 19:02.

ANTWORTEN        ZITIEREN     
02.12.2007 20:44

arno¹
Edelhelfer

images/avatars/avatar-4487.jpg

Dabei seit: 11.11.2007

OFFLINE
   EMAIL |  SUCHE |  FREUND |  MOD HILF    EDITIEREN    Zum Anfang der Seite springen
RE: risikokompensation bei helmtragen auf dem rad?

Zitat:
Original von teufelsberg
Aha, also stimmst du mittlerweile zu, dass es diesen Effekt gibt. beifall
Glückwunsch, fiel dir sicher nicht leicht, über diesen gewaltigen Schatten zu springen.

fragt sich nur wer einfach anhand der sachlage über seinen schatten springen musste, teufelsberg.

mein satz:

"Nebenbei bemerkt: kaum jemand wird so minderbemittelt sein, sich beim Radfahren im Ganzen wesentlich sicherer zu fühlen, wenn er sich oben auf den Kopf einen Helm setzt."

von damals klingt auf der letzten seite etwas civiler dann so:

"aber jemand, der sich halbnackt auf ein rad setzt, und denkt "ich bin mit helm oben auf dem schädel so geschützt, daß ich jetzt endlich mal riskant fahren darf, egal ob die tapete abgeht oder die knochen in die speichen kommen", übersteigt vielleicht einfach nur meine persönliche vorstellungskraft?"

und auf dieser aktuellen hier so:

"in tatsächliche anwendungsfälle übertragen, würde deine behauptung z.b. bedeuten, ein helmtragender radfahrer, der im stadtverkehr mit konkret tonnenschweren tödlichen gegnerischen fahrzeugen konfrontiert ist, habe wegen dem helm das gleiche risikokompensatorische verhalten in derselben ausprägung wie die fahrer von schweren geländelimousinen, halben panzern, die laut einer studie deutlich das angurten vernachlässigen und auch eher einfach mit dem handy telefonieren. deine these der globalen risikokompensation ist also ziemlich wirklichkeitsfremd."

Zitat:
Original von teufelsberg
Wir können gerne Thesen aufstellen, bei welchen Bedingungen er am stärksten ist.Keks

ich bin ja immer noch (wie in meinen vorigen postings) der meinung, das die risikokompensation bei radfahrern im zusammenhang mit helmtragen nicht von nennenswerter relevanz ist.

gründe haben arno, michelin-männchen, falzarego, barus hier auf dieser seite genannt, wenn man sie zusammenstellt und verallgemeinert, würde man vielleicht eine gewisse matrix für experimentelle ansätze bekommen. aber wie gesagt, mich interessiert das nicht so (und so werde ich mich auch möglichst aus der diskussion ausklinken).

wir können uns aber z.b. sehr gerne über das wirklich viel wichtigere thema risikokompensation im rahmen des fahrens auf radwegen unterhalten.

edit: der link auf den radwege-petition.de thread stimmte nicht.

edit2: mit der anmerkung wegen rk auf radweg ist gemeint, daß die meisten leute sich sicherer auf dem radweg fühlen, obwohl diese, da wo sie kfz-wege queren, faktisch der hauptort für schwere unfälle mit radfahrern sind.




__________________
Album Niederrheinhöhencross

Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von arno¹: 03.12.2007 00:26.

ANTWORTEN        ZITIEREN     
02.12.2007 20:49

Hansi.Bierdo
life is a road to roubaix

images/avatars/avatar-4762.jpg

Dabei seit: 18.11.2007
Fan von: meiner Ibanez

OFFLINE
   EMAIL |  SUCHE |  FREUND |  MOD HILF    EDITIEREN    Zum Anfang der Seite springen
RE: risikokompensation bei helmtragen auf dem rad?: na sicher!

Zitat:
Original von Barus
Das mit den Vorerfahrungen ist sicherlich individuell verschieden.

Da kannste Gift drauf nehmen. Augenzwinkern

Als ich damals mit Radsport anfing (Anfang der 80er als Jugendlicher), konnte man die Profis noch beim Fahren erkennen, Amateure und Jugendfahrer trugen in Rennen diesen komischen Sturzring. Eigentlich machte sich aber niemand großartig Sorgen um Kopfverletzungen beim Radfahren. Damals konnten wir morgens losfahren und den ganzen Tag weg sein, ohne das Mami uns auf nem Handy anrufen konnte oder sonst irgendjemand, außer uns selber, ständig wußte wo wir waren. Und es gab auch keine großartigen Unfälle und niemand ist was Schlimmes passiert.

Und das ist das, was ich am allerwenigsten verstehe: es sind die, die als Kinder damals mit allen Freiheiten groß geworden sind, die heute am lautesten schreien. Sprich, ihre eigenen Kinder dazu nötigen Fahrradhelme zu tragen, ständig wissen wollen wo sie sind und und und.

Vermutlich bin ich aus anderem Holz geschnitzt, denn als ich nach 18 Jahren Pause 2004 wieder mitm Radsport anfing, bin ich penetranter Helmverweigerer. Ich schnalle mich auch nicht gerne an, nicht weil ich denke es hilft nichts, sondern weil ich denke, dass ich keinen Unfall hab (was auch seit vielen Jahren so ist). Vielleicht ist es wirklich ne Einstellungssache, oder Veranlagung, aber ich bin davon überzeugt, das mir schon nix passieren wird. Augenzwinkern

Und da die meisten Profis noch genauso groß geworden sind, tragen die auch nur dort, wo sie müssen nen Helm und trainieren ohne, was für mich absolut in Ordnung ist. Das soll eben jeder so halten wie er will.

Greetz




__________________
If it's not on strava it didn't happen.
ANTWORTEN        ZITIEREN     
02.12.2007 21:15

arno¹
Edelhelfer

images/avatars/avatar-4487.jpg

Dabei seit: 11.11.2007

OFFLINE
   EMAIL |  SUCHE |  FREUND |  MOD HILF    EDITIEREN    Zum Anfang der Seite springen
RE: risikokompensation bei helmtragen auf dem rad?

würdest du riskanter fahren, falls du jemals einen helm tragen würdest?




__________________
Album Niederrheinhöhencross
ANTWORTEN        ZITIEREN     
02.12.2007 21:56

Hansi.Bierdo
life is a road to roubaix

images/avatars/avatar-4762.jpg

Dabei seit: 18.11.2007
Fan von: meiner Ibanez

OFFLINE
   EMAIL |  SUCHE |  FREUND |  MOD HILF    EDITIEREN    Zum Anfang der Seite springen
RE: risikokompensation bei helmtragen auf dem rad?

Zitat:
Original von arno¹
würdest du riskanter fahren, falls du jemals einen helm tragen würdest?

Nein, aber das liegt daran, dass ich einfach nicht davon überzeugt bin, dass ein Radhelm zusätzliche Sicherheit bringt. Ich glaube, dass es mir mehr Sicherheit bringt die Technik vor jeder Fahrt zu kontrollieren (Bremsen, Zustand der Reifen etc.).




__________________
If it's not on strava it didn't happen.
ANTWORTEN        ZITIEREN     
02.12.2007 22:19

arno¹
Edelhelfer

images/avatars/avatar-4487.jpg

Dabei seit: 11.11.2007

OFFLINE
   EMAIL |  SUCHE |  FREUND |  MOD HILF    EDITIEREN    Zum Anfang der Seite springen
RE: risikokompensation bei helmtragen auf dem rad?

würdest du nach all den jahren doch mal einen helm anziehen, falls du dich mal am kopf verletzen würdest? und gesetzt den fall, das wäre so, könntest du dir dann vorstellen, aufgrund des helms riskanter zu fahren?




__________________
Album Niederrheinhöhencross
ANTWORTEN        ZITIEREN     
02.12.2007 22:39

Hansi.Bierdo
life is a road to roubaix

images/avatars/avatar-4762.jpg

Dabei seit: 18.11.2007
Fan von: meiner Ibanez

OFFLINE
   EMAIL |  SUCHE |  FREUND |  MOD HILF    EDITIEREN    Zum Anfang der Seite springen
RE: risikokompensation bei helmtragen auf dem rad?

Zitat:
Original von arno¹
würdest du nach all den jahren doch mal einen helm anziehen, falls du dich mal am kopf verletzen würdest? und gesetzt den fall, das wäre so, könntest du dir dann vorstellen, aufgrund des helms riskanter zu fahren?

Ah, jetzt wird's spekulativ. Da ich ja davon ausgehe, dass ich keinen helmrelevanten Unfall haben werde, kann ich mir schon nicht vorstellen. dass ich mir Kopfverletzungen zuziehe. Ich kann fallen wie ne Katze. Augenzwinkern

Aber ich geb dir ein anderes Beispiel: Ich habe immer ältere Autos gefahren, und seit einiger Zeit hab ich nen Firmenwagen. Der ist natürlich ganz neu, mit allen sicherheitstechnischen Highlights, die es so gibt. Ich bin also sicher wie in Abrahams Schoß mit Airbag und Seitenairbag und ABS und Antischlupf und Furz und Feuerstein. Trotzdem hat sich meine Fahrweise kaum verändert. Eigentlich bin ich trotz höherer Sicherheit eher langsamer unterwegs als früher.




__________________
If it's not on strava it didn't happen.
ANTWORTEN        ZITIEREN     
02.12.2007 22:50

arno¹
Edelhelfer

images/avatars/avatar-4487.jpg

Dabei seit: 11.11.2007

OFFLINE
   EMAIL |  SUCHE |  FREUND |  MOD HILF    EDITIEREN    Zum Anfang der Seite springen
RE: risikokompensation bei helmtragen auf dem rad?

kann ich alles gut nachvollziehen.

letztes jahr bin ich allerdings auch gefallen wie eine katze. und dann kam mir noch das rad wie ein vögelchen hinterhergeflogen.

zahnlos




__________________
Album Niederrheinhöhencross
ANTWORTEN        ZITIEREN     
02.12.2007 23:32

maniroller
Winterpokalteambenutzer

images/avatars/avatar-4623.jpg

Dabei seit: 05.01.2003
Herkunft: hier
Fan von: Vivien, Rebecca, Jessika, Mieke und Christina

OFFLINE
   EMAIL |  WWW |  SUCHE |  FREUND |  MOD HILF    EDITIEREN    Zum Anfang der Seite springen
geschockt Vorsicht!

Zitat:
Original von Hansi.Bierdo
Ah, jetzt wird's spekulativ.

Den Eindruck hatte ich auch schonmal Jetzt weiß ich, glaube ich... großes Grinsen




__________________
fotoblog | mieke | facebook.:.fotos
ANTWORTEN        ZITIEREN     
03.12.2007 00:18

arno¹
Edelhelfer

images/avatars/avatar-4487.jpg

Dabei seit: 11.11.2007

OFFLINE
   EMAIL |  SUCHE |  FREUND |  MOD HILF    EDITIEREN    Zum Anfang der Seite springen
RE: risikokompensation bei helmtragen auf dem rad?

Zitat:
Original von teufelsberg
Aus der obigen Untersuchung:
Es wird angenommen, dass ein Fahrer die Fahrsituation durch Einsatz eines Assistenzsystems als sicherer wahrnehmen könnte und diesen Sicherheitszugewinn durch riskanteres Verhalten kompensiert.
Die Psychologie ist nun mal eine Wissenschaft, und damit sind verallgemeindernde Aussagen möglich. Ein Mensch reagiert in einer Situation, die er sicherer empfindet, mit erhöhtem Risoko; das ist valide getestet, eine Einschränkung auf das jeweilige Test-Sujet ist nicht notwendig.

teufelsberg spekuliert gerne auf ein assistenzsystem in form eines helms. wie soll man sich das vorstellen?

spricht der met mit mir? "du bist zu schnell, achtung ich erhöhe mal den windwiderstand!"

edit: oder kann man sich das so vorstellen: in dem moment, in dem man mit 35km/h längelangs auf den asphalt knallt, suggeriert der sozusagen denk-helm der haut, sich nicht ins jersey einzugraben.

oder, wenn man gerade von einem blindwütig einbiegenden traktor unter die hufe genommen wird, schaltet der helm den plasma energie schutzschild an?

arno¹ hat dieses Bild (verkleinerte Version) angehängt:
0,1020,850908,00.jpg






__________________
Album Niederrheinhöhencross

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von arno¹: 03.12.2007 09:00.

ANTWORTEN        ZITIEREN     
03.12.2007 09:10

kuestentanne
Buten-Kieler

images/avatars/avatar-4932.jpg

Dabei seit: 05.08.2002
Herkunft: Stockholm
Fan von: THW KIEL

OFFLINE
   EMAIL |  SUCHE |  FREUND |  MOD HILF    EDITIEREN    Zum Anfang der Seite springen
RE: risikokompensation bei helmtragen auf dem rad?

Ich wiederhole mich dann mal. Sicher gibt es die Risikokompensation als Trend.
Individuell kann das aber ganz anders aussehen. Mein Tacho sagt mir, dass ich mit Helm kein deut schneller unterwegs bin.

Seitdem ich Helmträger bin, hatte ich erst einen Unfall. Und der kam durch risikoreiches Fahren eines gewissen Busfahrers zustande ...




__________________
Love people, use things, the opposite never works!
ANTWORTEN        ZITIEREN     
Seiten (141): « erste ... « vorherige 71 72 73 74 [75] 76 77 78 79 nächste » ... letzte » Baumstruktur | Brettstruktur
Gehe zu:
Cycling4Fans - Forum » Radsport » Nur für Selberfahrer » Helm pro und contra

Impressum  Datenschutzerklärung

Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH

 
Cycling4Fans-Forum