17.10.2002 11:07
maniceden
Legende der Landstrasse

Dabei seit: 10.01.2002
Herkunft: BW / Heilbronn Fan von: Ich bin der Meinung die fahren alle viel zu schnell. ;)
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Also Jungs und Mädels, jetzt muss ich doch mal wieder nen ernsthaften Thread anstossen...
Welche Rahmengeometrien gibts eigentlich so beim Rennrad, bzw. wie stark differieren diese von einander. Generell gehe ich davon aus das sich die Rahmengeometrien nicht soo stark unterscheiden, da die Radgrösse schon einmal fest definiert ist.
Die Betrachtung habe ich Gestern Abend angestellt, da ich wieder mal eine Motorrad-Zeitschrift las und ein Artikel über Rahmengeometrien las. Punkte die meiner Meinung nach zu beachten unnd Auswirkungen auf die Fahreigenschaften haben dürften. Entsprechende Steifigkeit des Rahmens vorausgesetzt:
1. Radstand (Ich sach nur: Länge läuft)
2. Lenkkopfwinkel (je steiler destso geringer sollte der LEnkimpuls sein und destso "instabiler " drfte der GEradeauslauf sein)
3. Länge des Hinterbaus
4. Länge des Oberrohrs
Wahrscheinlich noch vieles mehr.
Aus dem MOttorrasdbereich gelten im Endeffekt die gleichen Vorbedingungen, es hat sich jedoch im Laufe der JAhre gezeigt, dass eine gelungene Kombination der einzelnen Werte (radstand, Nachlauf, Lenkkopfwinkel, etc.) auch bei extremen Werten "perfekte" Ergebnisse in vielen Belangen geben kann.
Gibt es derzeit also "Standardwerte" im Rahmenbau?
Wer hat Vergleiche zwischen verschiedenen Rhamengeometrien?
Gibts Hersteller die für eine Richtung typisch sind?
generell könnte ich ja auch hingehen und die Räder der Profis vergleichen, abe ich gehe nicht wirklich davon aus das die Rahmengeometrie der Räder im Peloton identisch ist mit denen der Replikas im Laden.
__________________ Es ist hart zu verlieren, aber viel härter ist es, gar nicht erst versucht zu haben zu gewinnen!
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17.10.2002 13:15
Petersen
Altherrenradler

Dabei seit: 12.10.2002
Herkunft: Hamm Fan von: Zabel- Armstrong und einem RTF Teilnehmer der mit 84 Jahren noch mitgefahren ist
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Deine Frage ist schon angebracht. Die Rahmengeometrie hat einen großen Einfluß auf die Fahreigenschaften des Rades. Leider kann ich dazu nicht die letzte Weisheit von mir geben, es ist zu lange her, daß ich mich damit beschäftigt habe. Aber hier ein paar allgemeingültige Ratschläge.
Der Radstand ergibt sich aus der Kombination von Oberrohr und Lenkkopfwinkel. Grundsätzlich kann man sagen bei einem flachen Lenkopfwinkel läuft das Rad sehr gut gerade aus (siehe Hollandräder), der Wendekreis wird aber größer. Ein kurzer Radstand macht das Rad wendiger aber leider auch instabiler. Das wirkt sich besonders bei schnellen Fahrten bergab aus.
Die länge des Oberrohres spielt bei dem Fahrer eine gewisse Rolle. Menschen mit kurzen Beinen brauchen eine andere Kombination wie solche mit längeren Beinen.
Zum Hinterbau kann ich nur sagen, daß auch hier die Sicherheit eine Rolle spielt. So hat es mal bei einem Hersteller viele Stürze bei hohen Geschwindigkeiten gegeben. Es waren alles Räder mit einem sehr kurzen Hinterbau. Man hatte die Vermutung, daß das an dem Schwerpunkt liegt. Bei einem kurzen Hinterbau liegt der Schwerpunkt relativ dicht an der Auflagefläche des Hinterrades. Das bedeutet auch wieder Instabilität.
Bei einem "normalen" Fahrrad sind das immer Kompromisse die man eingeht. Wenn man das Geld hat kann man sich natürlich auch ein Rad nach Maß anfertigen lassen. Herkelmann macht so etwas, z.B.
Wenn Du auf die Profis ansprichst, so haben die natürlich Spezialanfertigungen. Besonders wenn es um Sekunden geht. Bei Zeitfahrten wird das besonders gemacht.
Du mußt immer bedenken, daß Du Deine Kraft optimal auf die Straße bringen mußt und das ist eben nur möglich wenn alles zusammen passt. Natürlich komme ich auch mit einem schlecht passenden Rad einen Berg rauf, aber wie.
Trotzdem danke für diesen Thread, man kann dabei nur lernen.
__________________ Mögest du immer Luft zum Atmen, Feuer zum Wärmen, Wasser zum Trinken und Erde zum Leben haben.
Aus Lateinamerika
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17.10.2002 14:04
Allrounder unregistriert
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| Wir könnten einfach drei verschiedene Rahmenarten
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vergleichen. Nehmen wir einen 27" Cross-Rahmen, einen 27" Strassenrahmen und einen 27" Bahnrahmen.
Beim Cross-Rahmen fällt der grosse Steuerrohrwinkel auf (man bekommt mindestens drei Finger zwischen das Vorderrad und das Unterrohr), der lange Radstand und ein höhergelegtes Tretlager.
Der Bahnrahmen (hier geht gerade ein Daumen dazwischen) ist im Vergleich zurm Strassenrahmen super kurz. Gerade Gabel und das manchmal nach vorn verformte Sitzrohr ermöglich einen kurzen Radstand.
Damit hätten wir eigentlich die Antwort, welcher Rahmengeometrie für welchen Zweck besser geeignet ist. Oder?
Ciao
Allrounder
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17.10.2002 14:34
maniceden
Legende der Landstrasse

Dabei seit: 10.01.2002
Herkunft: BW / Heilbronn Fan von: Ich bin der Meinung die fahren alle viel zu schnell. ;)
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die Grundzüge des Rahmenbaus sind damit klar. thx!
Mich persönlich würden hauptsächlich die Unterschiede zwischen "normalen" Strassen-Rennradrahmen und in etwa die Geometriewerzte interessieren.
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17.10.2002 15:12
Allrounder unregistriert
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Hi maniceden,
wenn Dich die Geometriewerte interessieren, die kannst Du auf den HP der Rahmenbauer finden. Z.B. www.wilier.it oder www. pinarello.com
Wenn man die einzelnen Modelle anklickt bekommt man u.a. die Spezifikation von dem jeweiligem Rahmen.
Übrigens Team Gerolsteiner fährt nächstes Jahr auf Wilier. Ich fahre ihn schon seit zwei Jahren (siehe mein Logo links)
Ciao
Allrounder
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18.10.2002 11:39
Petersen
Altherrenradler

Dabei seit: 12.10.2002
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| RE: Hinterbaulänge bei 26er Räder
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Wieder ein Missverständnis. bei den 26er Rädern hatte ich nicht an Tria-Räder gedacht, sondern an MTB.
Aber Danke für Deine ausführlichen Erklärungen.
Petersen
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Aus Lateinamerika
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Petersen: 18.10.2002 11:40.
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22.10.2002 09:37
ploner
Capitaine de la Route

Dabei seit: 02.01.2002
Herkunft: Schondorf, Bayern Fan von: Ronde, Het Volk, LBL, Fleche, Lombardia
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Guter Geradeauslauf ist eine Komforteigenschaft, flinkes Handling ein klarer Vorteil im Rennen. Ganz generell ist das Ziel bei Rennrädern daher eine möglichst kompakte, handliche Geometrie: Kurzer Radstand, steile Winkel.
Allerdings gibt's dabei eine Reihe Beschränkungen. Mit der gängigen "Knie über Pedal" Sitzposition ist die relative Position von Sattel zu Tretlager, und damit der Sitzrohrwinkel, mehr oder weniger festgelegt. Es wäre zwar vielleicht interessant, den Fahrer, wie bei den Tria Bikes, nach vorne zu kippen, aber ich glaube da setzt die UCI Grenzen (Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube das Tretlage muß vor der Sattelnase liegen). Am Hinterbau braucht man eine gewisse Minimallänge der Kettenstreben, weil es sonst Probleme mit dem Kettenschräglauf gibt, die KS ja schon beschrieben hat.
Das Vorderrad kann man auch nicht beliebig nach hinten verschieben, weil sonst das Rad beim Lenkeinschlag am Pedal anstoßen würde (Bei Bahnrädern ist das soweit ich weiß auch tatsächlich so, aber auf der Bahn gibt es natürlich nur minimale Lenkbewegungen). Damit sind faktisch auch für Oberrohr und Lenkkopfwinkel Minimalwerte vorgegeben.
In der Praxis haben deshalb alle Rennräder eine sehr ähnliche Geometrie mit etwa 73-74 Grad Sitzrohrwinkel und 72-73 Grad Lenkkopfwinkel.
Ich als Laie stelle mir vor, dass man das Oberrohr verlängern, den Vorbau entsprechend kürzen und dann einen noch steileren Lenkkopfwinkel realisieren könnte. Ich weiß nicht, ob das ein Rahmenbauer schon mal probiert hat.
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