Kenianische Radfahrer? |
27.04.2007 18:26
Bugno
Chairman of the Bored

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Kenianische Radfahrer?
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Wenn man sich das:
http://science.orf.at/science/news/147984
durchliest, dass kenianische Läufer vor allem aufgrund ihres geringen Gewichts und ihrer Trainingshärte erfolgreich sind, muss man zum Schluss kommen, dass sie auch Radrennen dominieren müssten.
Warum gibt es sie also nicht?
__________________ Die Welt gehört in Sprinterhände!
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27.04.2007 18:59
skoog
Lokomotive
Dabei seit: 13.05.2005
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| RE: Kenianische Radfahrer?
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| Zitat: |
Original von Bugno
Wenn man sich das:
http://science.orf.at/science/news/147984
durchliest, dass kenianische Läufer vor allem aufgrund ihres geringen Gewichts und ihrer Trainingshärte erfolgreich sind, muss man zum Schluss kommen, dass sie auch Radrennen dominieren müssten.
Warum gibt es sie also nicht?
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Den Stuss hat vor ein paar Jahren auch Dieter Baumann erzählt.
Ich habe jedoch noch nie einen starken Rennfahrer aus Kenia gesehen.
Vermutlich ist eine für Läufer optimale Muskulatur nicht auch für Radrennfahrer optimal.
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27.04.2007 20:28
Cyclish
Bergziege
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Vielleicht fehlts an Kraft...
Gibt ja auch keine kenianischen Triathleten, die was reißen, oder? Wobei das auch immer eine finanzielle Frage ist. Laufen kostet halt am wenigsten.
__________________ Der Narr tut, was er nicht lassen kann -
der Weise lässt, was er nicht tun kann.
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27.04.2007 21:56
camembaer
Wasserträger
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Ob dieses Posting von Bugno wohl aus purem Zufall gerade heute gepostet wurde.
Das kenianische Radsport-Feigenblatt heisst Chris Froome, 22-jährig und startet in dieser Saison für das südafrikanische Continental Team Konica Minolta. Ein waschechter Einheimischer ist allerdings auch er nicht. Seine Eltern stammen ursprünglich aus Grossbritannien.
Anlässlich der letzten WM in Salzburg sorgte Froome für ein Hoppala mit einem speziellen Sturz beim Einzelzeitfahren
Guckst du hier!
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von camembaer: 27.04.2007 21:57.
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27.04.2007 22:23
cervelo
Capitaine de la Route

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Ich denke es gibt eine sehr einfache Erklärung für diese Frage. In den allerwenigsten Kenianischen Familien gibt es gar kein Fahrrad, weil man sich keine leisten kann. Rennräder kommen dann schon mal gar nicht in Frage. Zudem kann man filigrane Räder auch nur auf einem Bruchteil der Straßen benutzen, da die wenigsten Straßen asphaltiert sind. Die wenigen asphaltierten Straßen sind die Hauptverkehrsadern, auf diesen wird gegenüber Radfahrern sehr wenig Rücksicht genommen. Meist bleibt für die nur der Ausweg in das Kiesbett, wenn ein LKW vorbeigerauscht kommt. Alle anatomischen Begründungen finde ich hier nahezu rassistisch-
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27.04.2007 23:09
Horatio
ganz feiner Kerl, gaaanz feiner Kerl

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| Zitat: |
Original von cervelo
Ich denke es gibt eine sehr einfache Erklärung für diese Frage. In den allerwenigsten Kenianischen Familien gibt es gar kein Fahrrad, weil man sich keine leisten kann. Rennräder kommen dann schon mal gar nicht in Frage. Zudem kann man filigrane Räder auch nur auf einem Bruchteil der Straßen benutzen, da die wenigsten Straßen asphaltiert sind. Die wenigen asphaltierten Straßen sind die Hauptverkehrsadern, auf diesen wird gegenüber Radfahrern sehr wenig Rücksicht genommen. Meist bleibt für die nur der Ausweg in das Kiesbett, wenn ein LKW vorbeigerauscht kommt. Alle anatomischen Begründungen finde ich hier nahezu rassistisch- |
ja klar, ganz böse rassistisch. und wenn ich es anatomisch begründe, dass horst hrubesch als pygmäe kein kopfballungeheuer geworden wäre, bin ich auch ein Rassist. es ist nunmal so, dass schwarze genetische vorteile haben, gerade in ausdauersportarten, hat meines wissens in erster linie mit dem verhältnis von roten und weißen muskeln zu tun. und die frage, weshalb es keine schwarzen spitzenradfahrer gibt, stelle ich mir auch häufiger, geht ja nicht nur um kenianer. ob die erklärung mit materiellen verhältnissen zieht weiß ich nicht. denn auch länder mit hohem schwarzen bevölkerungsanteil und gleichzeitig hohem lebensstandard bringen auch keine schwarzen radsportler hervor, die auf der straße wirklich vorne mitfahren. also etwa großbrittanien, usa, frankreich, brasilien. kurz: ich hab keine ahnung, woran es liegt.
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28.04.2007 01:09
Doubleyou
Weltmeister

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28.04.2007 07:53
le coq sportif
Då som nu för alltid

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| Zitat: |
Original von Horatio
denn auch länder mit hohem schwarzen bevölkerungsanteil und gleichzeitig hohem lebensstandard bringen auch keine schwarzen radsportler hervor, die auf der straße wirklich vorne mitfahren. also etwa großbrittanien, usa, frankreich, brasilien. kurz: ich hab keine ahnung, woran es liegt. |
nun, aber vielleicht haben in diesen ländern nicht gerade die farbigen einen anteil am hohen lebensstandard?
ich halte auf jeden fall gesellschaftliche und wirtschaftliche faktoren für entscheidender als physiologische.
und mit gesellschaftlich meine ich auch so etwas wie die einfache tatsache, daß es vielerorts cooler ist, ein sportstipendium als football-spieler zu bekommen als als radfahrer. radsport hat nun mal nicht überall tradition, also gibt es auch nicht überall eine förderung dafür.
__________________ I am trained in gorilla warfare and I can prove it mathematically.
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28.04.2007 09:19
orlando
Edelhelfer

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Gründe dafür sind sicher in soziokulturellen, infrastrukturiellen und ökonomischen - wie bereits oben ausgeführt - Voraussetzungen zu suchen. Der ökonomische Absprung aus der Armut in die "brave new first World" wurde schon öfter von Fussballern und bisher noch nie von einem Radsportler demonstriert. Das "Vorbild" für die Jungen fehlt und vor der Haustür fährt kein Tour de France Tross vorbei
...ob das angesichts der (auch im Fussball vorhandenen aber effizienter totgeschwiegenen) Dopingproblematik als gut oder schlecht zu bewerten ist, sei dahingestellt.
Mit (an die Hautfarbe gekoppelten) genetischen Unterschieden zu argumentieren halte ich auch nicht für richtig, vor allem weil diese Unterschiede meines bescheidenen Wissens nach von der Populärwissenschaft aufgebläht werden ...
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von orlando: 28.04.2007 09:29.
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28.04.2007 11:37
cervelo
Capitaine de la Route

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@ horatio
Zum Glück sehen wir in Deutschland nicht alle aus wie Horst Hrubesch und leben nicht in einem Land voller Kopfballungeheuer.
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von cervelo: 28.04.2007 11:42.
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28.04.2007 12:25
zilpzalp
RAdler

Dabei seit: 29.12.2001
Herkunft: Niederbayern Fan von: Auger, Bartoli, Caruso, Evans, Heppner, ...und Scholl
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| Zitat: |
Original von le coq sportif
radsport hat nun mal nicht überall tradition, also gibt es auch nicht überall eine förderung dafür. |
Diesen Grund halte ich für wichtig. Von den vor Jahren in Erfurt, Leipzig usw. geschaffenen Strukturen profitieren wir heute noch. Manchmal geht es sogar ohne Tradition: plötzliche Blütezeiten einzelner Sportarten in Olympialändern sind ein Beispiel dafür. Und wenn man Förderung nicht nur als gute Jugendarbeit definiert, sondern über den Faktor Geld, gibts genug Beispiele, weshalb Dinge in Europa erfolgreich sind, die anderswo nicht funktionieren würden: der Boris-Becker-Effekt im deutschen Tennis war ein von der Sportartikelbranche initiierter Boom.
Um dem Ausgangspunkt wieder näher zu kommen: der Faktor Geld hilft nicht nur durch Marktmechanismen: Der Aufschwung des afrikanischen Fussballs hat stark mit den Aussichten auf Profikarrieren in Frankreich oder anderen europäischen Ligen zu tun.
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28.04.2007 13:26
Horatio
ganz feiner Kerl, gaaanz feiner Kerl

Dabei seit: 08.05.2005
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Original von le coq sportif
| Zitat: |
Original von Horatio
denn auch länder mit hohem schwarzen bevölkerungsanteil und gleichzeitig hohem lebensstandard bringen auch keine schwarzen radsportler hervor, die auf der straße wirklich vorne mitfahren. also etwa großbrittanien, usa, frankreich, brasilien. kurz: ich hab keine ahnung, woran es liegt. |
nun, aber vielleicht haben in diesen ländern nicht gerade die farbigen einen anteil am hohen lebensstandard?
ich halte auf jeden fall gesellschaftliche und wirtschaftliche faktoren für entscheidender als physiologische.
und mit gesellschaftlich meine ich auch so etwas wie die einfache tatsache, daß es vielerorts cooler ist, ein sportstipendium als football-spieler zu bekommen als als radfahrer. radsport hat nun mal nicht überall tradition, also gibt es auch nicht überall eine förderung dafür. |
gerade wenn man annimmt, dass die farbigen eher gering am wohlstand partizipieren, müsste man annehmen, dass für sie sport - und damit auch radsport - eine chance zum sozialen aufstieg darstellen.
in großbritanien und frankreich gibt es zumindest schwarze bahnradfahrer, also scheint es nicht ausschließlich an wirtschaftlichen und sozialen faktoren zu hängen.
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28.04.2007 21:12
teufelsberg
Legende der Landstrasse
Dabei seit: 25.07.2003
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wobei der angenommene muskelfaserverteilungsvorteil der langstreckler doch gegen bahnfahrer spräche, oder?
was für ein blöder beitrag.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von teufelsberg: 28.04.2007 21:53.
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28.04.2007 21:40
Offi
mit der aussagekraft eines smilies

Dabei seit: 16.05.2005
Herkunft: (p)lattenladen Fan von: windkante (mod der herzen)
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| Zitat: |
Original von teufelsberg
wobei der angenommene muskelfaserverteilungsvorteil der langstreckler doch gegen bahnfahrer spräche, oder? |
Muskeln sind gut zum sprinten (Analogie zur Leichtathletik), während der höhere Anteil von roten Blutkörperchen gut für die Ausdauer und die Versorgung mit Sauerstoff sind. Deshalb führt man Höhentrainingslager durch. Schwarze Langstreckenläufer sind deshalb im Vorteil, weil sie aus hoch gelegenen Staaten kommen. Kenianische Radfahrer müssten also durchaus Chancen haben, allein die finanziellen Mittel fehlen. Schwarze/Farbige/wasauchimmerpolitischkorrektist aus anderen Staaten wie Frankreich oder England leben selten in Hochlagen, ein Ausdauervorteil ist nicht mehr vorhanden, der Vorteil, was den Muskelaufbau angeht, ist aber immer noch spürbar. Siehe zum Beispiel US-Amerikansiche Sprinter in der Leichtathletik.
__________________ Ich möchte auch einen Stock für meinen Hintern. :hechel:
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28.04.2007 22:55
Kette-rechts
Teamzeitfahrer
Dabei seit: 05.03.2007
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| Zitat: |
Original von Offi
Muskeln sind gut zum sprinten (Analogie zur Leichtathletik), während der höhere Anteil von roten Blutkörperchen gut für die Ausdauer und die Versorgung mit Sauerstoff sind. |
nicht alle muskeln sind "sprintermuskeln"..es gibt langsame, schnelle und neutrale muskelfasern, angeboren ist die verteilung von schnellen und langsamen, also kann man muskulär schon "zum sprinter geboren" sein, trainierbar sind nur die neutralen anteile der muskulatur.
ich denke mal die kenianer und so werden einen vorteil bei den langsamen, also den ausdauermuskelfasern haben. dieser vorteil in kombination mit den guten kreislaufbedingungen (höhe etc), dem harten training von jugend an (zur schule ewig weit laufen anstatt bus fahren...) und ein ökonomischerer laufstil (hab ich mal irgendwo was drüber gelesen sind die gründe für die vielen guten afrikanischen läufer. ich denke wenn man talentierten afrikanern die möglichkeit zum radsport gibt können sie deshalb auch gut fahren nur ... wer fährt da schon rad??
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29.04.2007 08:54
Horatio
ganz feiner Kerl, gaaanz feiner Kerl

Dabei seit: 08.05.2005
Fan von: Maiglöckchen, Peter Mappei, Liberty Sigur Ros, Gaylord Cumont (Val D'oise), moderierten Foren
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Original von teufelsberg
wobei der angenommene muskelfaserverteilungsvorteil der langstreckler doch gegen bahnfahrer spräche, oder?
was für ein blöder beitrag.
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soweit ich weiß - ich habe nicht wirklich ahnung von der materie - ist neigt die muskelverteilung bei schwarzen eher zum extrem. sie haben also mit höherer wahrscheinlichkeit entweder einen sehr hohen anteil "sprintermuskeln" oder einen hohen anteil "ausdauermuskeln", während weisse eher zu einer gleichverteilung neigen. deshalb wohl auch die dominanz schwarzer athleten auch in den sprintdisziplinen in der leichtathletik. bei bahnfahrern kommt es ja auf die disziplin an. da gibt es ja die diversen sprintwettbewerbe, die schnell zuckendes benötigen und die klassischen ausdauerdisziplinen wie die verfolgung oder die massenwettbewerbe.
der grund, weshalb ich schrieb, dass schwarze gerade im ausdauerbereich vorteile haben, ist der, dass ich meine gelesen zu haben, dass sie im durchschnitt auch in sachen lungenvolumina und vergleichbarer parameter bessere werte aufweisen.
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