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Zum Ende der Seite springen Das Allgäu im "goldenen Oktober"!?
Beiträge zu diesem Thema Autor Datum
 Das Allgäu im "goldenen Oktober"!? discman 14.10.2006 15:55
 Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt discman 14.10.2006 18:41
 RE: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt Perry 14.10.2006 19:56
 RE: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt MrsFlax 14.10.2006 22:27
 RE: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt peso 14.10.2006 22:33
 RE: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt Sprintstar 14.10.2006 22:41
 RE: Das Allgäu im "goldenen Oktober"!? discman 15.10.2006 15:38
 RE: Das Allgäu im "goldenen Oktober"!? Moreau 15.10.2006 17:22
 RE: Das Allgäu im "goldenen Oktober"!? Emilia 17.10.2006 18:14
 RE: Das Allgäu im "goldenen Oktober"!? discman 17.10.2006 19:14

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14.10.2006 15:55

discman
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Das Allgäu im "goldenen Oktober"!?

Etappe 1 - Sonntag, 8.10.

Wie beginnt man am Besten ein neues Lebensjahr? Ja, genau, mit einem Kurzurlaub im Allgäu. Etwa für 1 Woche gastieren wir bei meinen Großeltern. „Wir“ sind meine Eltern, ich und mein Rennrad. Die Wetterberichte waren auch gut, also was steht dann einem schönen Radurlaub im Wege? Kalte Temperaturen? Nein. Ein Kratzen im Hals? Nein. Schlechte Form? Nein.

Also ging es heute los. Eigentlich wollte ich es ruhig angehen lassen. Eigentlich. Aber von Anfang an.
Ich entschied mich für eine kurze Hose, was sich aber später als Fehler herausstellen sollte. Denn es war zwar aber in der Sonne angenehm warm, allerdings war es aber im Schatten richtig kalt. Ich fahre in Sonthofen los, Richtung Hindelang. Ortsausfahrt Sonthofen überholt mich dann ein Elektroauto, mit einer permanenten Geschwindigkeit von 33km/h. Also hänge ich mich in den Windschatten und fange mir viele erstaunte Blicke von Passanten ein. Doch da ich nicht den Oberjochpass hinauf wollte, sondern Richtung Hinterstein, muss ich den sehr, sehr hilfreichen Windschatten bald schon wieder aufgeben. Doch kaum bin ich auf der Straße Richtung Hinterstein 500m gefahren, überholt mich ein Traktor, mit ebenfalls einer permanenten Geschwindigkeit von etwa 30km/h. Also hänge ich mich wieder bei leicht ansteigender Straße in den Windschatten und muss erst beim Ortsschild Hinterstein reißen lassen, denn die Steigung hat beträchtlich zugenommen. Am großen Parkplatz vorbei geht es auf einen geteerten Wanderweg weiter. Ständig leicht auf und ab. Doch nach etwa 3km teilte sich der Weg in mehrere kleinere Wege, also drehe ich um. Der eine über eine kleine Holzbrücke die ich meinem Rad dann doch nicht antuen möchte, der andere ein mit dem Renner unbefahrbarer kleiner Wanderweg. Etwa 500m zurückgefahren, entdecke ich dann einen steilen (geteerten) Weg rechts rauf. Also aus dem Sattel und hoch. Doch die Steigung betrug (geschätzt) mehr als 20%, also entscheide ich mich auf das "Notritzel" zu schalten. Also schalte ich vorne auf das 30er Kettenblatt und prompt verhakt es sich. Also absteigen. Anfahren geht jetzt nicht mehr so leicht, außerdem bin ich schon ganz schon am Schnaufen. Kurze Pause und Zeit zum Fotografieren. Dann geht es weiter, irgendwie schaffe ich es über die Wiese anzufahren und dann in mein Pedal zu schlüpfen. Dem Weg folge ich noch etwa 500m, dann nimmt der Schotter immer mehr zu - eine willkommene Ausrede um umzudrehen. Ich bahne mir den Weg durch die „Menschenmassen“ und komme dann irgendwann wieder in Hindelang an.
Jetzt geht es zurück in Richtung Sonthofen, doch irgendwie bin ich noch nicht ganz befriedigt, was die heutige Tour angeht. Also nehme ich kurz vor Sonthofen die Abzweigung hoch nach Imberg. Nach der ersten Serpentine wird es steiler, etwa 10% müssten es gewesen sein hoch nach Imberg, etwa 1,5km lang. Doch ich fahre noch weiter, eine kleine Mautstraße schlängelt sich nach oben. Jetzt wird es wieder richtig steil, permanent an die 15% (geschätzt) etwa 2km. Wieder schalte ich auf das Notritzel, wieder verhakt es sich. Also wieder Fotopause und dann wieder über die Wiese anfahren. Meine Geschwindigkeit hat sich nun irgendwo bei 7km/h eingependelt. Einigen Fußgängern, die mich groß anschauen, zeige ich meine Zunge, als Zeichen der Erschöpfung. Als Antwort bekomme ich ein „pure Schinderei“. Kurze Zeit später teilt sich die Straße. Ich wechsle noch ein paar Worte mit einem Wanderer-Pärchen, die mich prompt fragen wie viele Gänge ich dann hätte und ich nur ein verwirrtes "Ähh, weiß ich nicht. 3 mal 9, also 27." Die Frau antwortet, dass die Steigung ja damit noch zu bewältigen sei. Doch Ich weiß nicht in welche Richtung ich weiter fahren soll, also drehe ich um. Naja, es reicht auch für den ersten Tag. Ich rolle den Anstieg hinunter und dann gleich weiter unter die Dusche.

Daten der Etappe:
Länge: 40km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 23km/h
Höchstgeschwindigkeit: 52km/h
Höchster Punkt: so um die 1000m ü.N.N.

Die nächsten Etappen folgen schon sehr bald...

EDIT: Sorry, falsches Datum.

discman hat diese Bilder (verkleinerte Versionen) angehängt:
Bild 001.jpg Bild 001.jpg Bild 005.jpg
Bild 010.jpg Bild 015.jpg Bild 020.jpg






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"Gesegnet seien die, die nichts zu sagen haben und den Mund halten!"

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14.10.2006 18:41

discman
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Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

2. Etappe - Montag 9.10.

Eine relativ unspektakuläre Tour. Ich bin mit meinem Vater, der dieses Jahr kaum Rad gefahren ist und auch "nur" ein Trekkingbike besitzt, eine Runde von Sonthofen über die Altstädtener 12%-Rampe nach Oberstdorf und dann über Obermaiselstein zurück gefahren. Das einzig interessante war nur als uns in einem kleinen Örtchen auf einer ansteigenden Straße auf einmal eine Kuhherde entgegen kam und ich völlig überrascht auf den Fußgängerweg ausweichen wollte. Doch plötzlich sah ich mich dort auch einer Kuh gegenüber und dann musste ich doch absteigen.

Daten der Etappe:
Länge: 30km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 19km/h
Höchstgeschwindigkeit: 65km/h


3. Etappe - Mittwoch 11.10.

Heute wieder schönes Wetter, also los. Heute nehme ich mir aber mal eine größere Tour vor. Der Riedbergpass solls heute sein. Eigentlich will ich dann durchs Rohrmoostal zurückfahren, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Naja, aber dazu später mehr. Es geht los, über die kleinen Dörfer bewege ich mich Richtung Obermaiselstein. Etwa 133hm auf etwa 10km. Nix dolles, aber genau das richtige um warm zu werden, schließlich habe ich ja noch viel vor.
Dann geht es in Obermaiselstein auf die OA9, die Passstraße hinauf auf den Riedberg. Erst geht es durch einen kleinen Tunnel, die Steigung moderat. Nach etwas weniger als einem Kilometer passiere ich dann das 16% Schild, denke mir aber nicht viel dabei. Es geht um eine Kurve und schon stehe ich in einer Mauer. Ich gehe viel zu schnell an, denn ich bin in dem naiven Glauben, die 16% Rampe ist nur von kurzer Länge. In diesem Glauben bleibe ich auf dem mittleren Kettenblatt und denke: „Du hast den Schulberg auf diesem Blatt geschafft, dann schaffst du diese Rampe auch auf dem 42er.“ Nach einem Kilometer Qualen sehe ich es dann ein, ich schalte auf das „Notritzel“. Glücklicherweise verhakt sich die Kette heute nicht, anhalten tue ich trotzdem. Erstmal durchschnaufen und Sachen wie Ärmlinge und Handschuhe ausziehen und in der Trikottasche verstauen, denn die Sonne knallt mir direkt auf die Rübe. Ich fahre weiter, doch die Qualen werden nicht besser. Überall wird die Straße für die Wintersaison ausgebessert, irgendwo ist dann auch eine Ampel. Doch was tun? Die Ampel zeigt Rot, also anhalten? „Nein“, denke ich, „bist du wieder losgefahren bist, ist es wieder rot.“ Also fahre ich durch, muss aber einem Wohnmobil aber Platz machen. Der Weg geht weiter nach oben. Einem anhaltenden Autofahrer strecke ich aus Spaß meine Zunge entgegen, zum Zeichen meiner Anstrengung. Der Autofahrer nickt nur. Unbeirrt geht es für mich weiter. Meine Geschwindigkeit liegt irgendwo bei 6-9km/h in einem flacheren Abschnitt schaffe ich es auch mal wieder in den zwei-stelligen Bereich. Dann auf einmal kommt ein Schild, „…in 1000m auf dem Pass“. Irgendwie ist mein Gehirn matschig geworden, heißt das jetzt noch ein Kilometer bis zur Passhöhe? Egal, auf jeden Fall hab ich jetzt wieder ein Ziel um durchzuhalten.
Dann kommt die Passhöhe, ich muss erstmal Pause machen. Die Fotos sind schon geschossen, aber ich muss noch mal pinkeln. Keine leichte Aufgabe, darf ich euch sagen. Erst musste ich mit den Radschuhen durch Kuhmist und Dreck auf einer steilen Wiese einen geeigneten Pinkelplatz suchen, dann stellte sich mir die Frage, wie ich nun ohne mich selbst zu treffen mit der Radhose pinkeln sollte. Ich beuge mich also vor, hielt die Hose mit einer Hand runter und packte meinen kleinen Freund aus. Doch meine Beine zittern noch von den Strapazen, ich bin mir nicht sicher, ob sie mich wirklich noch lange in dieser Lage stützen werden. Also pinkele ich an einer steilen Wiese unter einem Nadelbaum zwischen Kuhmist mit dem Oberkörper fast 90° nach vorn gebeugt und Hyperventilierenden Beinen. Ein lustiger Anblick.
Aber weiter in der Geschichte. Ich rolle etwa 200m den Berg hinab zu einem kleinen Häuschen, wo ich mich wieder anziehe, dann geht es die Abfahrt hinunter. Doch mir fällt ein, dass ich vergessen habe meine Bremsklötze zu wechseln, ob sie die Abfahrt noch aushalten? Naja, wagen wir’s, was soll ich denn anderes machen? Also die Abfahrt hinab, aber ich traue mich nicht so richtig laufen zu lassen, ich komme also nur auf ca. 60km/h in der Spitze. In Balderschwang esse ich dann meine Banane. Ich komme durch Orte wie „Wäldle“, „Gschwend“ (ich glaube, ich bin bei dieser Tour durch 5 verschiedene „Gschwends“ gefahren), „Schliepfhalden“, aber am Besten gefällt mir „Au“, dessen Namen ich wohl auch schon auf dem Bergauf-Weg einige Male vor mich hin gemurmelt hatte. Es geht weiter nach Hittisau, wo ich mich entscheide, dann doch nicht durchs Rohrmoostal zurück zu fahren, sondern die lange Tour über Oberstaufen und Immenstadt zurück.

Nach etwa 4km ist in Krumbach ausgeschildert, dass die direkte Straße nach Oberstaufen gesperrt ist und eine Umleitung über die Dörfer angeboten wird . Ich kenne mich hier überhaupt nicht aus, deswegen folge ich den „Umleitungs“-Schilder. Etwa 1,4km geht es mit 10% bergab und dann sehe ich vor mir wieder eine „Mauer“ stehen. Ich stöhne auf und quäle mich dann ganz langsam dort hinauf. Etwa 3,3km geht es dann flacher in den nächsten Ort (Doren). Ich missachte das Schild mit der Aufschrift „Umleitung“ und folge stattdessen dem Schild „Oberreute D“. Ich hab schon wieder Hunger, also wird der Riegel verputzt. Und es geht wieder berghoch. Diesmal nicht so steil, doch der Anstieg ist scheinbar endlos. Schnell finde ich meinen Rhythmus bei etwa 12km/h. Der Anstieg ist sehr gleichmäßig, hat kaum Kurven und ist mit 5km schier endlos. Irgendwann komme ich dann in Sulzbach auf über 1000m an. Ich schieße ein paar Fotos dort oben und fahre auf der anderen Seite wieder hinunter. Auf der Abfahrt passiere ich wieder die deutsche Grenze. Unten in Oberreute biege ich auf die B308 ein und fliege förmlich an einem Radler mit aerodynamischen Laufrädern und einem Fitnessbike vorbei. Nach etwa 5,5km befinde ich mich wieder auf einer Höhe von etwa 950m, eine weitere Steigung liegt hinter mir (das "Paradies", sehr treffend). Ich hab Hunger und meine beiden Trinkflaschen sind leer. Es geht eine weitere rasende Abfahrt hinunter nach Oberstaufen. Ich kann nicht mehr, befürchte, dass ich erst in der Dunkelheit heim komme, dazu kommen noch der Hunger und der Durst. Nach Oberstaufen rein will ich nicht fahren, ich befürchte, dass ich mich verfahre und zuviel Zeit verliere. Also geht es weiter. Bis Immenstadt ist es jetzt mehr oder weniger flach, doch ich hab keine Ahnung wie weit es noch bis dahin ist. Also schalte ich auf das große Kettenblatt und mache ein Zeitfahren auf unbestimmte Distanz. Ich mach mir längst keine Gedanken mehr über Hunger, Durst, Schmerzen in Oberschenkeln. Einfach weiter treten, das ist mein einziger Gedanke. Ich trete mit dem großen Kettenblatt ständig Geschwindigkeiten von über 30km/h. Kleinere Anstiege (im Gegensatz zu denen, die ich heute schon gefahren bin, wohl kaum richtige „Anstiege“) überwinde ich im Wiegetritt und einer großen Übersetzung. Der „Grünten“ ist noch ewig weit entfernt. Es geht nun an Orten wie „Hub“ und „Hopfen“ vorbei. Irgendwann entscheide ich mich direkt in Sonthofen zu McDonald’s zu fahren und mir eine Tüte voll mit Burgern und ähnlichen zu besorgen. Der Gedanke daran treibt mich weiter. Ich erreiche Immenstadt. Der einzige Weg, den ich von da an nach Sonthofen kenne ist ein Schotterweg. Aber mir ist das egal. Ich rase über den Schotterweg mit über 25km/h, sonst würde ich vorsichtig über solch eine schlechten Weg mit unter 20km/h fahren. Ich nehme noch einen Umweg in Kauf, der sich später als Abkürzung herausstellt. Überglücklich rolle ich auf den Parkplatz von „McDoof“ und hole mir mein Festmahl bestehend aus 2 Cheeseburgern, 1 BigMäc und einer großen Pommes. Mir war immer klar, dass es wohl eines der schlechtesten Dinge ist, die ich nach solch einem Husarenritt tun kann, aber es ist mir vollkommen wurscht.

Daten der Tour:
Länge: etwa 90km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 22,5km/h
Max. Geschwindigkeit: 62km/h
Höchster Punkt: Riedbergpass 1420m

to be continued...

discman hat diese Bilder (verkleinerte Versionen) angehängt:
Bild 036.jpg Bild 039.jpg Bild 053.jpg
Bild 057.jpg Bild 060.jpg






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"Gesegnet seien die, die nichts zu sagen haben und den Mund halten!"

Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von discman: 15.10.2006 15:42.

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14.10.2006 19:56

Perry
Zeitfahr-Weltmeister

Dabei seit: 11.03.2005
Herkunft: Augsburg
Fan von: Cunego; Gilbert; Flecha; Ballan; Haussler,Hushovd, Sastre

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RE: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Sehr schöner Bericht Kam Po Wong Mit dem Wetter hattest du ja nochmal Glück Augenzwinkern


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14.10.2006 22:27

MrsFlax
.

Dabei seit: 09.03.2003

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RE: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

schöne fotos fröhlich

wir waren im sommer 2005 in balderschwang. da hab' ich jetzt fast "heimweh" bekommen großes Grinsen


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14.10.2006 22:33

peso
Ehemalige Bergziege

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Dabei seit: 03.07.2004
Herkunft: Leipzig

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RE: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Interessant. Kannst du bei deinen weiteren Berichten noch ein-zwei Absätze mehr in den Text schieben? Das erhöht die Lesbarkeit.

Am Riedbergpaß war ich dieses Jahr auch schon...auf die Idee, dort mit dem 42er (ich hab auch eins) hochzufahren, bin ich allerdings nicht gekommen. smile




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"One is, after all, always a Frenchman"
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14.10.2006 22:41

Sprintstar
Kulturpessimist

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Dabei seit: 06.08.2006
Herkunft: Leer (Ostfriesland)/Müns ter (Westfalen)
Fan von: Konstantin Gropper und Lars Boom

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RE: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

cool er Bericht, reife Leistung. Ist das Schild auf deinem Avatar das selbige vom ersten Berg. Wie dem auch sei, das macht mich schon wieder heiß auf Montag, wenn ich wieder in MS bin. Da fahr ich dann wieder auf den Baumberg mit ner 500-Meter-Mauer drinne.




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The idea is good but the world isn't ready yet!
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15.10.2006 15:38

discman
Co-Kapitän

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@all: Danke.

@Perry: Ja, wie gesagt, Schnee lag nur auf vereinzelten Gipfeln ;-)

@peso: Jugendlicher Leichtsinn von mir.

@Mrs. Flax: Das sind noch nicht einmal die einzigen schönen Bilder. Die anderen sind auch traumhaft.

@Sprinststar: Ja, der Avatar ist das Schild vom Bild vom Riedbergpass ( großes Grinsen )


4. und letzte Etappe – Freitag, der 13. 10.

Die Abfahrt ist auf heute Abend festgelegt worden, also muss ich auf jeden Fall noch eine Tour machen. Den Donnerstag nutzte ich praktisch als Ruhetag, da ich nach der anstrengenden Tour am Mittwoch sowohl einen wunden Hintern (kein Witz, Mittwoch Abend konnte ich nicht mehr auf meinem Sattel sitzen - ich musste im Stehen aus der Stadt zurück zum Campingplatz fahren) als auch (wie sagt man so schön?) dicke Beine hatte.

Nach Start-Schwierigkeiten konnte ich mich dann so gegen 14.00Uhr auf den Weg machen. Vorher montierte ich noch neue 6,90€-Bremsklötze an meinen Esel, deren Funktionalität ich stark bezweifelte. Das Wetter war heute etwas bewölkt und um einige Gipfel herum zog merkwürdiger Nebel auf. Kaum war ich auf die Hauptstraße gerollt, überholte mich ein weiterer Rennradler an den ich mich erst mal dranhängte. An der Altstädter Rampe wurde er dann schrecklich langsam und ich musste dann Wohl oder Übel an ihm vorbeiziehen und ihm mein Hinterrad zeigen. Im nächsten kleinen Örtchen legte ich einen kleinen Stopp ein, um meine Satteltasche mit meiner Kamera ein wenig zu „optimieren“. Ich beendete gerade meine Arbeit, da kam der Radler, den ich in der Steigung abgehängt hatte und mit einem kurzen Zwischensprint konnte ich zu ihm aufschließen. Ich begrüßte ihn dann wieder mit den Worten „Da bin ich wieder“, woraufhin er nur schmunzelte. Wir betrieben ein bisschen Smalltalk auf dem nach Oberstdorf und es stellte sich heraus, dass wir ein gemeinsames Ziel hatten: Riezlern im Kleinwalsertal. Außerdem erklärte er sich mehr oder weniger bereit, mir bis dahin Windschatten zu spenden.
Doch erst musste noch eine Steigung von etwa 5km und rund 150-200hm bewältigt werden. Nach einem Kilometer hielt der Radfahrer vor mir so überraschend am Straßenrand an, dass ich versäumte, ihm noch einen Gruß oder wenigstens ein Danke mit den Weg zu geben. Etwa 2km später zwang mich ein bimmelndes Handy kurz am Straßenrand anzuhalten.

Ich erreichte Riezlern und wusste nicht wohin ich weiterfahren sollte. Bis ans Ende des Tales nach Baad auf 1244m oder lieber Richtung Auenhütte/Ifenlifte? Ich entschied mich für letzteres und sah mich einer wieder „Mauer“ gegenüber. Etwa 14% laut Straßenkarte, aber nicht allzu lange. Ich versuchte wieder auf das dritte Blatt vorne zu schalten und wieder verhakte sich die Kette. Ich hielt kurz an, schnaufte noch mal durch und setzte meinen Weg dann wieder fort. Nach etwa 1-1,5km war das Schwierigste auch schon wieder geschafft, bis zur Auenhütte sollte es zwar noch 3km weitergehen, doch ich hatte keine Lust, vor allem auch, weil es nun bergrunter zu gehen schien. Stattdessen probierte ich mal einen Schotterweg aus und wurde nach 100m mit einem traumhaften Ausblick belohnt.
Ich ließ mich zurück nach Oberstdorf rollen und schlug den Weg über Tiefenbach ein, den ich ja auch schon mit meinem werten Herren Vater unter die Räder genommen hatte. Doch ich wollte noch einen Umweg in Kauf nehmen, ins Rohrmoostal wollte ich auf jeden Fall noch mal. Es ging über eine kleine, schlecht asphaltierte Straße durch eine Anhäufung von Häusern rechts und links der Straße in unregelmäßigen Abständen – von einer Ortschaft möchte ich nicht sprechen. Nach rund einem Kilometer fanden sich nicht mehr so viele Löcher im Asphalt und die Häuser wichen einer schmalen Schlucht. Natürlich ignorierte ich das Maut-Schild und setzte meinen Weg über die nasse Straße fort. Links, etwas niedriger als die Straße, führte ein Bach entlang und auf der rechten Seite schlängelten sich kleine Rinnsale, die oft in Wasserfällen endeten, die Wände hinunter. Die Straße stieg leicht an und erst am „Ausgang“ der Schlucht musste ich noch mal aus dem Sattel gehen. Das Tal wurde weiter und man konnte linkerhand einen Blick auf die „Kackenköpfe“ sowie die unteren Gottesackerwände erhaschen. Irgendwo in diesem Tal probierte ich auch mein erstes „Powergel“, was mir aber viel zu süß war und ich deswegen wohl bei meinen (fast genauso ekligen) Riegeln bleiben werde. Nach etwa 6km kam eine weitere Anhäufung von Häusern und sogar einer kleinen Kapelle (mit dem Namen Rohrmoos, wie hätte es anders sein können?). Ich nutze eine Bank zur kurzen Pause und setzte dann meinen Weg heimwärts fort. Ich konnte nun das Tal mit durchgängig 45km/h hinunterschießen, was – dank der nassen Straße – gar nicht mal so ungefährlich war.

Ich setzte meinen Weg über Obermaiselstein fort und bei jeder noch so kleinen Steigung spürte ich meine Oberschenkel immer mehr. In der Abfahrt kurz vor Sonthofen schnitt dann noch ein Autofahrer eine Kurve so fatal, dass ich zur Bremsung gezwungen wurde und mir eine nicht ganz so schöne Bezeichnung der Herkunft des Fahrers aus dem Mund kroch.

Daten der heutigen Tour:
Länge: 66,99km
Durschnittsgeschwindigkeit: 23,79km/h
Max. Geschwindigkeit: 64km/h


Gesamtkilometer der Woche: 227,74km

Der Winter kann kommen...

discman hat diese Bilder (verkleinerte Versionen) angehängt:
Bild 068.jpg Bild 076.jpg Bild 087.jpg
Bild 097.jpg Bild 098.jpg






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Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von discman: 15.10.2006 15:40.

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15.10.2006 17:22

Moreau
Achtervolger

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Herkunft: Bremen

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Echt schöne Ecke im Allgäu. Bin dort auch schon mit dem Rennrad gewesen und am Riedberg verzweifelt... großes Grinsen




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Irrwege erhöhen die Ortskenntnis
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17.10.2006 18:14

Emilia
Capitaine de la Route

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schoene fotos und schoene bericht, discman. erinnert mich um meine ferien am bodensee (lindau/bregenz). smile
zwei meine lieblingssturen dort ist auf den pfaender und auf sulzberg hoch. fröhlich

allgaeu is was specielles... verliebt aber am riedbergpass war ich bis jetzt noch nie! Ich versuch's ja, ich versuch's ja großes Grinsen


die zwei letzte fotos (3. Etappe - Mittwoch 11.10.) hast du die oben am sulzberg beim diese aussicht-panoramatafel genommen? ich erkennen naemlich die haeuser und aussicht von da oben. ich bin oft beim gasthof alpenblich (oder so was aehnlich) eingekehrt um eine pause und was zu trinken. Augenzwinkern


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17.10.2006 19:14

discman
Co-Kapitän

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Zitat:
Original von Emilia
schoene fotos und schoene bericht, discman. erinnert mich um meine ferien am bodensee (lindau/bregenz). smile
zwei meine lieblingssturen dort ist auf den pfaender und auf sulzberg hoch. fröhlich

allgaeu is was specielles... verliebt aber am riedbergpass war ich bis jetzt noch nie! Ich versuch's ja, ich versuch's ja großes Grinsen


die zwei letzte fotos (3. Etappe - Mittwoch 11.10.) hast du die oben am sulzberg beim diese aussicht-panoramatafel genommen? ich erkennen naemlich die haeuser und aussicht von da oben. ich bin oft beim gasthof alpenblich (oder so was aehnlich) eingekehrt um eine pause und was zu trinken. Augenzwinkern


Danke für das Lob! Jep, die letzten 2 Fotos sind von da aufgenommen worden. Ich hab sogar ein Bild, da ist die Panoramakarte drauf Augenzwinkern , aber ich wollte nicht zuviel knipsen, denn sonst wäre ich wahrscheinlich nie heimgekommen. In den Gasthof wollte ich mich auch erst hinsetzen und ein Festmahl zu mir nehmen, doch dann hätte ich es nicht mehr im Hellen heim geschafft und diese "Demütigung" abgeholt zu werden, wollte ich mir dann doch ersparen zahnlos
Der Anstieg nach Sulzberg hat mich ziemlich angenervt (im Text kommt das nicht so raus), denn von Doren geht es ziemlich gleichmäßig hoch und es gibt auch nur wenige Kurven. Durch meine schon angeschlagene Moral (Hunger, Durst, wehtutende Beine) war das eine wirkliche Qual. Ich musste mich (ohne Übertreibung) jeden Meter aufs Neue motivieren.




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