24.08.2006 21:08
peso
Ehemalige Bergziege

Dabei seit: 03.07.2004
Herkunft: Leipzig
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Von steilen Schlappen und halben Nebelhörnern
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Peso hat drei Tage Wahnsinn im Allgäu beendet. Meine Beine rotieren noch in ihren ungebrochenen Gelenken, die Lunge blieb mit etwas Mühe an ihrem Platz und auch die Zunge konnte vor dem Abbeißen gerade noch gerettet werden.
Dienstag
Die Wetteraussichten sind bescheiden. Dauerregen im Allgäu bei Temperaturen unter 10 Grad. Schon nach der kurzen Fahrt bis zum Münchener HBF bin ich völlig durchnäßt und steige zahnschmelzzerklappernd in den ALEX Richtung Oberstdorf. Auf die Zahl der (Rad-)Wanderwilligen hat dies aber keinen Einfluß, der Zug ist schon ordentlich voll - und ich natürlich der Idiot, Pardon, Exot mit dem Rennrad. Überhaupt, wer sich dem Vergnügen Allgäu auf zwei Rädern mangels Auto umweltfreundlich und quälend langsam mit der Bahn nähern muß, der kann nicht behaupten, sein Rad zu lieben. Erbarmungslos werden die häßlichen Schweißunfälle mit ihren Korbbuckeln und Sattelwarzen ineinander verkeilt, paßt doch noch ein MTB in das überfüllte Abteil und verbiegt mir meinen STI. Wer seine Carbonschönheit ausführen müchte, nimmt lieber das Auto oder übernachtet direkt im Allgäu.
In Immenstadt werde ich - schon etwas angetrocknet - aus dem Zug geworfen und bin nach 25 Sekunden bereits wieder bis tief unter die Funktionsfaser naß. Umständlich suche ich den Aufstieg zum Mittagberg, ein Warnschild spricht von "Gesperrter Fahrstraße" und 50 Meter weiter weiß ich auch warum - weit und breit kein Land...äh...Asphalt in Sicht.
Also kehre ich um und bahne mir meinen Weg durch den Immenstädter Verkehr, der alles übertrifft, was ich vorher erlebt habe. Hält man mal kurz, um auf die Karte zu schauen, steht man dann 5-10 Minuten auf dem Bürgersteig, um wieder auf die Straße zu kommen. Immerhin finde ich bald einen Radweg und schwimme auf diesem bis Kranzegg.
Ein Schild verspricht Speis und Trank auf der Grüntenhütte und wer weiß, wo ich die nächste Tankstelle finde... Also hinauf auf den Berg! Es beginnt moderat mit 9% zu steigen, trotzdem kette ich schon früh meine 30-27, um Kraft zu sparen. 800 Meter weiter wäre dies dann auch unfreiwillig geschehen, schließlich wird es ab dem Steinbruch, durch dessen Gelände man quasi hindurchfährt, richtig steil. 15% über mehrere hundert Meter sind auch hier schon problemlos drin. Ich hebe auf dem letzten Flachstück mein Rad über die Schranke, halte den Photoapparat gegen die ob des Regens kaum erkennbaren Bergwände und bin nun bis zum Gipfel ganz allein. Bis zur Kammereggalpe sind es nochmals etwa 500m mit 15% und dann öffnet sich der Blick auf die in Asphalt gegossene Apotheose des Irrsinns. Die nächsten 2 km haben beständig über 20% Steigung und erreichen Maxima von bis zu 26%. Auf Serpentinen hat man im oberen Bereich fast vollständig verzichtet, die Straße folgt den Türmen des Schleppliftes und mag einfach nicht enden. Aller paar Minuten senkt sich die Kurbel auf der einen Seite und ich habe wieder eine Umdrehung geschafft, ans Hinsetzen ist nicht mehr zu denken. Und doch, endlich wird es etwas flacher, ich erhole mich kurz bei 17%, bevor ich mein Rad über die letzte Rampe vor der Hütte ziehe und gerade noch so den Befehl zum Ausklicken geben kann, bevor die undifferenzierte Masse unterhalb meines Oberkörpers wie Gallerte auseinanderfließt. Der Powerbar kostet mich halbgefroren fast einen Zahn und ich bemerke dabei, daß es furchtbar kalt ist hier oben. Also steige ich wieder auf und rolle hinab. Den Hintern schön weit zurück, beide Bremsen durchgängig gezogen und in jeder Kurve ein kleines Stoßgebet. Irgendwann bin ich dann unten und darf erstmal meine Bremsen neu einstellen, weil sich ein Viertel des Bremsbelags schon verabschiedet hat.
Ich fahre auf einem schönen Fahrradweg durch satt-grüne Wiesen bis Wagneritz (763 m) und beginne dort den Anstieg zur Kalkhof-Sennhütte. Wieder beginnt es moderat, erreicht wenig später aber auch wieder 20% in den Steilstücken. Trotzdem läßt es sich recht ordentlich fahren, weil es auch flachere Abschnitte und sogar eine kleine Abfahrt gibt. Nur leider endet dann die asphaltierte Straße und verdichteter Rollsplitt macht seinem Namen alle Ehre. Im Stehen kann ich nicht fahren, weil das Hinterrad böswillig durchrutscht, aber sitzen bleiben kann ich auch nicht, weil mir das Vorderrad entgegenkommt. Die nächsten 1,5 km lassen mich die Balance zwischen beiden Möglichkeiten, unglaublich langsam einen Berg hinaufzufahren, suchen und enden etwa 40 m unterhalb der Hütte. Hier stehen die Kühe auf dem Weg und scheißen voller Freude den Weg zu. Kurz darauf zieht sich auch ein Elektrozaun quer über die braune Rollsplittmasse und ich mache, daß ich davonkomme. Unten darf ich wieder meine Bremsen etwas enger stellen, das Spiel sollte sich nach jedem Anstieg wiederholen.
Über Burgberg und Tiefenbach umfahre ich Sonthofen und begleite die B308 auf einem Fahrradweg bis Hindelang, dem Beginn des Oberjochpasses. Die nächsten 5 km steigen mit 5% in beeindruckenden Serpentinen nach oben. Endlich mal wieder ein "normaler" Berg - leider regnet es immer noch fast ununterbrochen. In der 7. Kehre sehe ich links den Abzweig zur Hirschalpe, fahre aber noch eine Kehre weiter und biege rechts zur Ochsenalpe ab. Bis zur Unteren Ochsenalpe ist es nur mäßig steil (7-14%), aber danach beginnt der Spaß. Knapp 14% auf 2 km lassen die Gorejacke auch von innen naß werden, kurzzeitig hört der Himmel auch mal auf, mich zu hassen und es macht tatsächlich fast Spaß. Dann bin ich an der Alpe, aber rechts schiebt sich eine unasphaltierte Steilwand in den Wald. Also los! Schnell entwickelt mein Hinterrad wieder sein Eigenleben und ich kann mich kaum noch auf dem Rad halten. Ohne Splitt und den Regen wäre es bei >20% schon schwierig, aber so zweifle ich wirklich, ob ich es bis zur Iselerplatzhütte schaffen werde. Ich fahre nun nur noch im Sitzen bei 22%, das Rad hebt sich bei jeder Kurbelumdrehung vorne ganz leicht an rutscht trotzdem noch hinten durch. Bei 27% gebe ich es dann auf, steige ab, und laufe etwa 100 m mit 0,6 km/h. In einer Serpentine komme ich nochmal aufs Rad und verbiege meinen Rahmen, bis ich ich an der Iselerseilbahnstation bin. Die Grüntenhütte war eine Herausforderung an die Kondition, aber dieser Anstieg wünscht sich eher einen Zirkusartisten.
Als nächstes steht die Hirschalpe auf dem Programm. Über 3 km mit 14% warten auf viel zu vergießenden Schweiß. Der Anstieg ähnelt dem zur Ochsenalpe, ist aber in besserem Zustand und konstant fürchterlich steil. Nach jeder Serpentine klettert die Anzeige des HAC auf über 20%, dann sehe ich vor mir ein paar Wanderer hinter dem Regenvorhang und just in diesem Moment stirbt ohne Vorwarnung mein Fahrradcomputer. Ich heule ein "Nein!" ziemlich deutlich aus den gepressten Lippen und die Unverdrossenen vor mir glauben sicher, ich hätte nur die nächste Steilstelle schon im Blick und würde verzweifeln. Aber nichts da - weit ist es nicht mehr und auf den 200 Metern dann auch sogar unter 10% steil.
Schnell schließe ich meine Jacke und fahre erst hinab zum Oberjochpaß und dann weiter nach Hindelang. Ich bin völlig durchgeforen, habe vorne kaum noch Bremsgummi und jeweils ein unbeheiztes Schwimmbecken in den Schuhen. Ein Hauch Vernunft streift mich unversehens und läßt mich direkt nach Sonthofen fahren, wo ich erst die RB nach Immenstadt nehme und dann 50 Minuten auf den Regionalexpress nach München warte.
2 Stunden später liege ich in der Wanne, die Nudeln geben ihren Widerstand gegen das kochende Wasser schon langsam auf und ich muß morgen natürlich wieder da hin. Ist ja klar!
peso hat diese Bilder (verkleinerte Versionen) angehängt:
__________________ "One is, after all, always a Frenchman"
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von peso: 31.08.2007 10:54.
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24.08.2006 22:44
Niggel
Möchtegern-Bergziege

Dabei seit: 03.10.2003
Herkunft: zwischen Saar und Mosel, in der Nähe von Trier Fan von: Jedem, der schnell den Berg hinauffahren kann.
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| RE: Von steilen Schlappen und halben Nebelhörnern
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Steiler gehts wohl nicht mehr?
Warst du mit dem Crosser unterwegs, oder bist du diese Schotterpisten tatsächlich mit dem Renner gefahren?
Aber nach deinen Berichten aus dem Harz, kannst du wahrscheinlich sowieso keine normalen Berge mehr fahren.
Ansonsten, schöner Bericht.
Das Gefühl von sich scheinbar unaufhaltsam weiterdrehenden Beinen kenne ich. Und der Geschmack von Kettenöl auf der tief baumelnden Zunge gehört einfach dazu.
Weiter so!
__________________ Noch ist nicht geklärt, wie das Fahrradfahren derart zur Mode werden konnte, denn es ist vernünftig, und es ist weder geil noch sexy noch erotisch.
Joseph von Westfalen in: Das Leben ist hart
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25.08.2006 20:05
peso
Ehemalige Bergziege

Dabei seit: 03.07.2004
Herkunft: Leipzig
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| Zitat: |
Original von Donishäusle
Für nen Zweifach-Fahrer wär das aber definitiv nix, behaupte ich einfach mal.... |
Definitiv nicht.
@ Checker
Natürlich nicht. Das Wetter hat mir so richtig die Bilanz verhagelt, dazu gab ja auch der HAC seinen Geist auf und ich muß im Routenprogramm erstmal schauen, was ich überhaupt gefahren bin.
Edit: Am Dienstag waren es 73 km / 3400 hm
Teil 2 gibt es morgen.
peso hat dieses Bild (verkleinerte Version) angehängt:
__________________ "One is, after all, always a Frenchman"
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von peso: 26.08.2006 09:14.
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26.08.2006 22:23
peso
Ehemalige Bergziege

Dabei seit: 03.07.2004
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Mittwoch
Wieder nehme ich den Alex, um die Versäumnisse von gestern nachholen zu können. Das Wetter zeigt sich von der angenehmeren Seite und lockt viele, sehr viele und noch ein paar mehr Wanderer und Radfahrer ins Allgäu. In so ein Fahrradabteil passen 8 Räder...hinter Buchloe teile ich mir meine 30 Quadratzentimeter Stellfläche mit dem dreckigen Hinterrad eines von 11 Mountainbikes, als sich erneut ein Gummireifen die Treppe emporschiebt. Und das Stahlgestänge mag gar nicht mehr aufhören, endlich sehe ich eine Hand, dann einen Sattel, noch eine Hand, noch einen Sattel...ein Tandem wird quer über meinen Kopf gehoben und schräg im Gang verkeilt. In der Folge heben wir diverse Kinderwägen, Zehnjährige und ein gutes Gepäckabteil Koffer über dieses Ungetüm, während ich meine Platz gegen die kippligen Räder verteidige.
In Oberstdorf finde ich sofort den Weg zur Skisprunganlage und fahre unter einem Teil der Tribüne hindurch, um in den Anstieg zum Nebelhorn zu kommen. Der untere Teil soll ja gar nicht so steil sein...Pustekuchen. Die Prozentangaben bei Salite täuschen, weil es zwei kürzere flache Abschnitte gibt und nur auf den Steilstücken zwischen den Serpentinenkurven die Höhenmeter gemacht werden. So sind es auch hier unten schon über 20% die mehrfach erklettert werden wollen und das fällt mir heute schon sehr zeitig sehr schwer. Aber die zahlreichen Meindl-Touristen verbieten mir das Zeigen allzu deutlicher Anstrengung - die Jacke geschlossen, locker durch die Nase geatmet fahre ich viel zu schnell nach oben: Indurain würde jedes Pokerspiel gegen mich verlieren. Ab und an gibt der Wald den Blick auf die Schanzenanlage frei und man ist schon erstaunt, wie steil die sich an den Hang lehnen, das sieht im Fernsehen weniger beeindruckend aus. Zwischendurch befeuern mich auch zwei Schulklassen in meinen Anstrengungen und ich will meine Fans natürlich nicht enttäuschen und gebe alles. Bis dann die Steigung plötzlich zurückgeht und so ein mistiger Wegweiser auftaucht. "Vordere Seealpe / Nebelhorn" steht da mit der Spitze nach links - genau auf einen bös steilen Rollsplittweg. "Ihr Wahnsinnigen" möchte ich rufen und meine Moral sinkt dorthin, wo sich mein Laktat noch heute früh befunden hatte...ganz tief in den Keller. Vielleicht 70m probiere ich es, bevor ich es diesmal deutlich fluchend aufgebe und zum Rückzug schnaufe. Später in München lese ich mir die Beschreibung bei Quäldich durch und möchte ganz gerne mein Rad zersägen - ich hätte dem Asphaltweg folgen sollen und wäre keine 100m später an der Vorderen Seealpe gewesen. Das Projekt Nebelhorn muß ich also auf ein anderes Mal verschieben.
Wenigstens die Sonne hat noch was zu lachen und blinzelt lustig durch das Blättergrün, während ich auf einem Radweg in Richtung Fellhorn spazieren fahre. Nach der Skiflugschanze biege ich rechts ab und komme über Schwand und Ringang "Auf [die] Leiter". Das ist hübsch treffend von den Einheimischen benannt, schließlich geht es jetzt schon ordentlich den Berg hinauf. Immer in kurzen aber steilen Rampen durch den Wald bis die Serpentinen anfangen und der eigentliche Aufstieg zur Schlappoldalpe beginnt. Auf der rechten Seite sehe ich ein Warnschild mit Piktogramm in einem roten Ring und erst hinter der nächten Kurve wird mir klar, daß da ein Fahrrad umkringelt wurde. Die Straße für Zweiräder von Mo-Fr gesperrt? Ich fahre erstmal unbekümmert weiter, bis mir ein Laster auf drei Meter breiter und 16% steiler Fahrbahn entgegen kommt und ich schnell zur Seite vom Rad springe. Offensichtlich baute man weiter oben einen neuen Gasthof und es herrschte ordentlicher Verkehr. Das hieß für mich, daß ich jetzt jeweils 2-3 Serpentinen sprintete, um in mich dann in der nächsten Kurve noch etwas dünner zu machen und das Ungetüm passieren zu lassen. Verdammt, war das anstrengend. Einmal trete ich beim Absteigen in teigigen Schlamm und komme, wieder auf dem Rad, nicht in die Pedale. Also die nächsten 150m bei 22% im Sitzen treten. Irgendwann müssen doch auch die milch- und käsegestärkten Knochen meines Oberschenkels mal die Schnauze voll haben und sich knackend verabschieden, befürchte ich. Dann habe ich die Baustelle passiert und mäandere mich nach oben. Es ist fürchterlich steil - 500 m mit 18%, dann wieder etwas flacher bei 14% und erneut über 20%. In einer Kurve halte ich kurz, um..ähm...ein Photo zu machen, als von unten ein orangener Fleck auf einem MTB naht, bei mir hält, mit sorgenvollem Blick kurz meinen Geisteszustand zu überprüfen scheint und dann ein "Mit dem Straßenrad !? Respekt" von sich gibt. Wir fahren gemeinsam weiter und ich leide wie der sprichwörtliche Hund. Meine Begleitung tritt - was hat ein MTB: 22x31 ? - locker im Sitzen, während ich die Verbiegefestigkeit der Shimanokurbel teste und zwei Kilometer nur im Stehen schufte. 30x27 entspricht hier der klassischen Heldenkurbel.
Endlich wird es flach ( = zwischen 11% und 14%) und ich verabschiede die 55 kg Museklfasern neben mir schnell nach hinten. Von einem MTB am Berg geschlagen werden - also bitte...! Als Entschädigung spendiere ich ihm oben an der Hütte eine Cola, trinke selbst eine Buttermich und muß gemeinsam mit dem anderen Irren die entscheidene Frage der Wanderer beantworten: "Wieso?" Wieso verdammt quält man sich mit dem Rad eine 6 km lange und über 13% steile Straße hinauf? Tja, keine Ahnung...für das Photo mit Rad vor der Bergkulisse? Hm, die Luft wird dünner, besser ich komme wieder etwas tiefer.
Die Abfahrt gestaltet sich erwartet schwierig, ach was, katastrophal. Jedes Steinchen in der Kurve läßt mich wieder ein "Ulle Unser" im Herzen seufzen, die Vorderbremse stottert furchteinflößend und plötzlich steht da ein LKW hinter der Kurve. Immerhin werde ich nicht in den Abgrund stürzen, aber auch das Mettall des Fahrzeugs kommt sehr schnell näher und hält dann vielleicht noch 7 cm Distanz zu meiner behelmten Birne, als die Bremsen endlich mehr Verstand als der Helmträger zeigen und mein Rad stoppen. Ok, irgendwann bin ich endlich unten.
An Oberstdorf vorbei fahre ich bis Tiefenbach und höre beim lockeren Laktatabbau das bekannte Zischen eines löchrigen Fahrradschlauches. Ich steige ab und begutachte meinen Hinterreifen - also das, was davon noch übrig ist. Auf etwa einem Viertel der Lauffläche hat sich das Gummi von der Karkasse gelöst und drahtige Flecken von Münzengröße geben ein beängstigendes Muster. Offensichtlich waren die Brems- und Durchrutschorgien der letzte zwei Tage zuviel für die Michelins.
Bald geht es hügelig weiter nach Ried und dann links auf den Riedbergpaß. 6 km und 535 hm wollen überwunden werden. Ach, wie angenehm erscheinen mir die 9% Durchschnittssteigung, selbst das längere Steilstück mit bis zu 16% kann mich nicht mehr schrecken. Dazu ist die Straße in hervorragendem Zustand und ich recht bald oben auf der Paßhöhe. Die Abfahrt ist einfach großartig - ich überhole zwei PKW und diverse Motorräder und kann es richtig laufen lassen, schließlich ist die Strecke zwar kurvig, aber sie kommt ohne die ganz engen Serpentinen aus. Bis Fischen rase ich auch innerorts noch an den PKW vorbei und finde den Bahnhof. Ich wäre bei dem herrlichen Wetter gerne noch mehr gefahren, hatte aber versprochen, diesmal nicht ganz so spät wieder in München zu sein.
Nächstes Mal dann, Nebelhorn...
__________________ "One is, after all, always a Frenchman"
Dieser Beitrag wurde 5 mal editiert, zum letzten Mal von peso: 31.08.2007 10:58.
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29.08.2006 01:54
diamant
Lokomotive

Dabei seit: 24.05.2006
Herkunft: Leipzig Fan von: J.U., L.A., "Die Simpsons"
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Gegen dieses Programm 
war meine Berlin-Rom-Tour ja die reinste Kaffefahrt...
Wenn ich mir die Berichte so durchlese, dann wird mir klar...
... warum gewisse Leute quasi "nebenbei" eine über-200-km-Tour durch Tschechien mit über 4000 hm absolvieren, während ich am 4. tschechischen Berg die Segel streichen muß
... warum die Auffahrt neben der Bobbahn beim Dresdner Jedermann-Rennen gewissen Leuten nur ein entspanntes Lächeln abringt.
Jetzt mußt du bloß noch ein guter Zeitfahrer werden, dann hättest du nächstes Jahr direkt Chancen auf den Kapitäns-Status im C4F-Team bei der Tour de France (da die Veranstalter voraussichtlich nicht mehr genug ungedopte Profis zusammenkriegen, müssen wir Amatuere herhalten 
).
__________________ Homer: "Ich trinke nie wieder Bier."
Verkäufer: "Bier, Bier..."
Homer: "Ich nehm 10!"
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24.08.2006 22:57
discman
Co-Kapitän
Dabei seit: 19.02.2006
Fan von: David Millar, Nicolas Roche, Philippe Gilbert, Paul Kimmage
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Schöner Bericht. Ich kenne mich da unten sehr gut aus und bin auch schon am Grünten mit dem Renner unterwegs gewesen. Allerdings habe ich mich die ganz steilen Wege nicht hochgetraut und bin nur den Grüntenweg (oder wie hieß das Ding?) auf rund 1000m gefahren. Also wirklich, diese Wege kann man niemanden "normalen" empfehlen.
Ähnliches Wetter war, als ich den Grünten zu Fuß hoch bin
__________________ "Gesegnet seien die, die nichts zu sagen haben und den Mund halten!"
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15.05.2008 09:46
peso
Ehemalige Bergziege

Dabei seit: 03.07.2004
Herkunft: Leipzig
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Nach zwei Jahren zog es mich gestern mal wieder zum Nebelhorn. Allerdings (vorerst) geheilt von der blödsinnigen Idee, dort mit dem Rad hinauffahren zu wollen.
Bis zur Seealpe immer am Faltenbach entlang - ein sehr schöner Klettersteig, dann noch ca. 150 m höher...und leider Schluß. Weiter oben lagen noch zwei Meter Schnee. Zurück ging es dann auf der asphaltierten Fahrstraße, auf der sich auch ein paar Mountainbiker mühten. Na ja, mit Untersetzung kann ja jeder...
__________________ "One is, after all, always a Frenchman"
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15.05.2008 11:31
Checker
Bart

Dabei seit: 03.01.2002
Herkunft: Osten Fan von: Bands mit schönem Namen ;)
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| Zitat: |
Original von peso
Nach zwei Jahren zog es mich gestern mal wieder zum Nebelhorn. Allerdings (vorerst) geheilt von der blödsinnigen Idee, dort mit dem Rad hinauffahren zu wollen.
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Lag das nur am Schnee, oder spielte auch ein Fünkchen Vernunft eine Rolle?
Faltenbach - ist das die Straße durch das Oytal?
__________________ Im Herbst 1972 verkündete Präsident Nixon, die Beschleunigungsrate der Inflation nehme ab. Dies war das erste Mal, daß ein amtierender Präsident zugunsten seiner Wiederwahl die dritte Ableitung ins Feld führte. (Hugo Rossi)
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Checker: 15.05.2008 11:32.
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15.05.2008 18:36
peso
Ehemalige Bergziege

Dabei seit: 03.07.2004
Herkunft: Leipzig
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| Zitat: |
Original von Checker
Lag das nur am Schnee, oder spielte auch ein Fünkchen Vernunft eine Rolle?
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Ich habe das Rad gar nicht mitgenommen. Im Moment reizt mich ein Aufstieg zu Fuß deutlich mehr. Wirklich Spaß machen solche Auffahrten mit dem Rad ja auch nicht. Das ist eher etwas, um wieder eine Kerbe in den Rahmen zu schnitzen...
| Zitat: |
Faltenbach - ist das die Straße durch das Oytal? |
Die Oytalstraße geht dort auch ab, ja. Wir sind aber unter den Schanzenanlagen durch, ein Stück auf der Fahrstraße und dann rechts ab auf den "Faltenbachtalweg". Der Weg führt direkt an den Wasserfällen entlang, ist mitunter sehr steil und braucht schon etwas Kondition.
__________________ "One is, after all, always a Frenchman"
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