07.08.2006 16:44
Niggel
Möchtegern-Bergziege

Dabei seit: 03.10.2003
Herkunft: zwischen Saar und Mosel, in der Nähe von Trier Fan von: Jedem, der schnell den Berg hinauffahren kann.
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Auf den Pfaden des Giro
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Gerade bin ich zurück aus der Schweiz / Italien
Kurzversion:
2,5 Tage, 9 Alpenpässe, 370 km, 8891 Hm
Ich bin platt wie noch nie!
Berichte später.
__________________ Noch ist nicht geklärt, wie das Fahrradfahren derart zur Mode werden konnte, denn es ist vernünftig, und es ist weder geil noch sexy noch erotisch.
Joseph von Westfalen in: Das Leben ist hart
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Niggel: 07.08.2006 21:17.
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07.08.2006 16:51
Fraenki
Saisonende - kein Nerv mehr zum radeln ( 2008 )

Dabei seit: 12.07.2002
Herkunft: aus dem Soonwald Fan von: Italien, Lago di Caldonazzo
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ERdinger Alkohlfrei hlft Dir wieder zu Kräften zu kommen.
Ansonsten empfehle ich Ultra-Refresher.
Aber gratulation.
__________________ Wer sich keine Zeit nimmt
wird nie welche haben.
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07.08.2006 17:04
Momo
Legende der Landstrasse
Dabei seit: 29.10.2002
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Ist Pfades sowas wie Hades?
__________________ Qué os den por c***.
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07.08.2006 19:43
maniroller
Winterpokalteambenutzer

Dabei seit: 05.01.2003
Herkunft: hier Fan von: Vivien, Rebecca, Jessika, Mieke und Christina
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z.B.
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Indem Du in Deinem ersten Beitrag auf „editieren“ klickst. Zumindest wäre das sozusagen der Pfad
__________________ fotoblog | mieke | facebook.:.fotos
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09.08.2006 23:58
Niggel
Möchtegern-Bergziege

Dabei seit: 03.10.2003
Herkunft: zwischen Saar und Mosel, in der Nähe von Trier Fan von: Jedem, der schnell den Berg hinauffahren kann.
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Tag 1
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Donnerstagmorgen:
Es geht los. Wir fahren im Auto zunächst nach Lottstädten / Süddeutschland. Dort treffen wir einige der Radler, mit denen wir die Alpen unsicher machen.
Dann geht’s abends nach Breda / Schweiz, wo wir im Hotel den Rest der Mannschaft trafen.
Bei einem guten Abendessen lernt man sich kennen und blickt dabei auf das scheussliche Wetter da draussen, es schifft seit nachmittags ununterbrochen.
Die Mannschaft der beiden Begleitfahrzeuge versicherte uns beste Betreuung an den nächsten drei Tagen.
Der Besenwagen war voll gepackt mit Riegeln, Getränken und sonstigen Utensilien, die man so braucht.
Freitag:
Beim Frühstück, man merkte dass die noch nie mit Radfahrern zu tun hatten, war dann die Laune nicht besonders gut. Beim Blick aus dem Fenster schauderte es einen. Es schiffte wie am Vortag und dabei war es bitterkalt.
So fuhren wir nur mit vier Mann den ersten Anstieg hoch zum Albula-Pass auf ca. 2380m. Da sich das Hotel im Anstieg des Albula-Passes befand, ging es direkt in den Anstieg hinein. Etwas über 400 Hm waren dabei zu überwinden.
Es regnete und am Hotel waren es gerade mal 9 Grad.
Auf der Passhöhe schliesslich waren es drei Grad mit Schneeregen. Schnee lag aber dabei zu Genüge rum.
Der Rest der Mannschaft (8 Radfahrer) fuhr im Besenwagen über den Pass um schliesslich vom trockenen Zernez aus den Ofenpass zu „besteigen“. Wir waren uns einig, alles Weicheier!
Tatsächlich war es ab hier trocken, mit 15 Grad recht warm, bei bewölktem Himmel.
Den Ofenpass fuhren wir von der entgegengesetzten Seite wie beim Dreiländer-Giro.
Dabei ging’s hinauf auf 2150 m. Der Anstieg selbst war aber noch recht harmlos.
Weil es aber ziemlich kalt war, fuhren wir sofort weiter nach Prad, wo wir in einem gemütlichen Restaurant eine Pause einlegten und einen Teller Spagetti verzehrten. Nur einer fuhr weiter. Er wollte unbedingt erster am Stelvio sein.
Dann ging’s mit gefülltem Magen weiter in den Anstieg zum Stelvio. Ich fuhr mit einem Bekannten noch gemütlich in den recht flachen Teil bis zur „Kehre 48“.
Hier stach mich der Hafer und so zog ich etwas an. Dabei hatte ich aber den Vorteil, als Einziger der Mannschaft zu wissen, wie dieser Anstieg aussieht.
Wie beim Dreiländer-Giro wurde ich immer schneller, je höher wir kamen.
Dabei war es aber ab der Steilwand bitterkalt. Trotzdem hatte ich das Gefühl, schneller als beim Giro gefahren zu sein.
Endlich war auch mal klares Wetter. So konnte man immer wieder einen Blick ins Tal werfen. Gigantisch!!
Ich überholte einen nach dem Anderen, dabei etliche Radler anderer Gruppen, u.a. welche, die mit mächtigen Rucksäcken auf dem Rücken, schwer zu schleppen hatten.
In einer der letzten Kurven holte ich schliesslich noch unseren „Ausreisser“ ein, der sich das Mittagessen sparte.
Dieser Berg macht mir einen Riesenspaß. Ich würde den Stelvio als meinen neuen Lieblingsberg/Pass bezeichnen.
So fuhr ich mit dem letzten Grüppchen mit Minutenabstand in den Anstieg hinein, und kam oben mit Minutenabstand als erster unserer Gruppe auf 2757 m Höhe an.
Leider musste ich oben etwa fünf Minuten auf das Begleitfahrzeug warten, um meine Windweste aufzunehmen. Bei 4 Grad und eiskaltem Wind recht unangenehm.
Nachdem wir auf den Rest der Gruppe warteten, ging’s dann hinab Richtung Bormio, wo wir unser Hotel für die nächsten zwei Tage anfuhren.
Die Abfahrt zitterte ich mich runter. Das Vorderrad flatterte, das ich dachte etwas wäre kaputt.
Bei Bormio angekommen, erfuhren wir dann, dass wir noch ein paar HM extra fahren mussten, um unser Hotel zu erreichen. Mit letzter Kraft schleppten wir uns den Berg hoch, um erschöpft die Theke zu stürmen. Der Besenwagen brachte schliesslich die halbe Mannschaft mit.
Nach einem guten Abendessen viel ich ins Bett.
152,07 Km mit 3574 Hm hatten wir überwunden.
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Joseph von Westfalen in: Das Leben ist hart
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10.08.2006 17:29
Checker
Bart

Dabei seit: 03.01.2002
Herkunft: Osten Fan von: Bands mit schönem Namen ;)
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| Zitat: |
Original von Niggel
Der Rest der Mannschaft (8 Radfahrer) fuhr im Besenwagen über den Pass um schliesslich vom trockenen Zernez aus den Ofenpass zu „besteigen“. Wir waren uns einig, alles Weicheier!
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Weichei-ig ist es IMO auch, von Preda aus loszufahren 
. Konsequenterweise hätte man mind. bis Bergün zurückfahren und dann umkehren müssen. Nennt sich "Peso-Methode"...
__________________ Im Herbst 1972 verkündete Präsident Nixon, die Beschleunigungsrate der Inflation nehme ab. Dies war das erste Mal, daß ein amtierender Präsident zugunsten seiner Wiederwahl die dritte Ableitung ins Feld führte. (Hugo Rossi)
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10.08.2006 18:19
peso
Ehemalige Bergziege

Dabei seit: 03.07.2004
Herkunft: Leipzig
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| Zitat: |
Original von Checker
Nennt sich "Peso-Methode"...
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Der Charakter des Anstieges muß schon gewahrt bleiben. Wie soll man sonst ehrlichen Gewissens vor seine Enkel treten können...
@ Niggel
Nur weiter her mit den Geschichten. Ich werde dieses Jahr auch noch Stelvio und Mortirolo fahren - von der "richtigen" Seite aus, versteht sich.
__________________ "One is, after all, always a Frenchman"
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10.08.2006 18:35
Niggel
Möchtegern-Bergziege

Dabei seit: 03.10.2003
Herkunft: zwischen Saar und Mosel, in der Nähe von Trier Fan von: Jedem, der schnell den Berg hinauffahren kann.
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Bei den widrigen Wetterumständen waren wir froh, überhaupt loszufahren.
Auf dem Pass hatte, wie gesagt, Schnee gelegen. Die Abfahrt auf den ersten paar Kilometern sind wir im Flax-Stil runtergefahren.
Ausserdem wären ein paar lockere Kilometer zum Warmfahren auch nicht schlecht gewesen.
Teil 2 folgt heute abend.
__________________ Noch ist nicht geklärt, wie das Fahrradfahren derart zur Mode werden konnte, denn es ist vernünftig, und es ist weder geil noch sexy noch erotisch.
Joseph von Westfalen in: Das Leben ist hart
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10.08.2006 21:50
Niggel
Möchtegern-Bergziege

Dabei seit: 03.10.2003
Herkunft: zwischen Saar und Mosel, in der Nähe von Trier Fan von: Jedem, der schnell den Berg hinauffahren kann.
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| Zitat: |
Original von peso
............. Ich werde dieses Jahr auch noch Stelvio und Mortirolo fahren - von der "richtigen" Seite aus, versteht sich. |
Der Gavia-Pass ist eine uneingeschränkte Empfehlung wert. Versuche Den mit in deine Tour einzubauen.
Er ist durchaus mit dem Stelvio gleich zu setzten. Etwas kürzer, aber noch härter.
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Joseph von Westfalen in: Das Leben ist hart
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10.08.2006 21:32
Niggel
Möchtegern-Bergziege

Dabei seit: 03.10.2003
Herkunft: zwischen Saar und Mosel, in der Nähe von Trier Fan von: Jedem, der schnell den Berg hinauffahren kann.
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Tag 2
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Samstag:
Ich hatte wie in der Nacht zuvor schlecht geschlafen und war etwas müde am Früstückstisch. Aber heute musste es ein reichliches Mal werden.
Die Königsetappe stand auf dem Plan. Den Mortirolo und den Gavia-Pass galt es zu überwinden. Entgegen den Angaben in der Tourbeschreibung, sollte es von Mazzo aus in den Anstieg gehen und die Abfahrt über Monno sollte uns wieder nach unten bringen ( Da brachte wohl einer Mazzo und Monno durcheinander und bildete daraus „Manno“ )
Nun denn, da wir im Hotel oberhalb von Bormio residierten, stand als erstes Mal eine Abfahrt im Programm. Stetig abwärts mit einigen Flachstücken fuhren wir zu viert volle Kanne los, die Tachonadel am Anschlag.
Der Rest der Truppe bummelte aber weit hinter uns rum. Aufgrund einiger Umleitungen kamen die ziemlich spät bei Grosio an, wo wir bereits eine halbe Stunde warteten.
Die trauten sich nicht, einfach mal ein Stück über die Schnellstrasse zu fahren.
Endlich angekommen, war es aber schon recht spät. Unser Expeditionsleiter kontaktierte dann die Begleitfahrzeuge, die schon in Mazzo warteten, und beorderte sie zurück nach Grosio.
So fuhren wir von hier in den Anstieg zum Mortirolo. Alle Einwände, es sei ja nicht mehr weit bis Mazzo, wurden abgeschmettert. Mist!!!! (so meine ersten Gedanken)
Der Mortirolo (von Mazzo aus) geht von 552 m üNN auf 1852 m üNN.
Max sind 18% zu überwinden, durchschnittlich 10,3%
So fuhren wir gleich mal in die erste Rampe, gefolgt von einem Flachstück, um bald in die nächste Rampe zu fahren. Schon hier merkte ich aber, dass sich meine „hektische“ Fahrt zum Stelvio am Vortag rächte.
Die Rampen waren derart heftig, dass man völlig aus dem Rhythmus kam. Je höher man kam umso steiler wurde es. Dauernd über 10 %, dann wieder etwas weniger, etwa in der Mitte ein 17 %-Stück, dass einem den Verstand raubte. Das Ding wollte gar nicht aufhören. Ich habe den Anblick noch vor Augen. Man fährt die fast senkrechte Wand hoch, sieht über sich den Himmel und denkt, dort wird es flach, aber dann knickt der Weg lediglich nach links weg um im gleichem Winkel weiter zu gehen.
Hammerhart, das Ding. So was unrytmisches bin ich noch nie gefahren. Man denkt auf den 10%-Stücken, man könnte sich mal etwas ausruhen, aber dann kommt auch schon die nächste Rampe.
Der Giro muss auch mal hier hoch gegangen sein. Die Strasse war jedenfalls auch in dem „Grosio-Abschnitt“ dermassen bemalt, das fast keine Strasse zu sehen war.
Basso und Pantani wurden dabei am meisten erwähnt, Cunego und Andere eher weniger.
Immerhin war auch ein „Ulle“ dabei, wobei etwas auf ital. dabei stand, dass sich selbst für einen sprachunkundigen nicht jugenfrei las.
Nach etwa der Hälfte stiess dieser Weg dann auf die „Mazzo-Strecke“. Wenn man da runterschaute, kam einem das Essen hoch. Aber egal. Jetzt hiess es nur noch nach oben zu fahren. Der Weg wurde immer schmaler und man konnte sich aufgrund der Bemalungen und der Enge vorstellen, was es für ein Gefühl sein muss, hier durch Zuschauermassen durch zu fahren.
Als man aus dem Wald raus kam, wurde es etwas flacher, aber man hatte keine Kraft mehr um noch einen kleinen Sprint zu schaffen. Auf einem Grillplatz brutzelten einige Touristen ihr Mittagessen. Und wir schauten dabei in die Röhre. Aber es war ja nicht mehr weit bis nach oben.
Endlich am Begleitfahrzeug angekommen, wurden sofort etliche Bananen und Riegel vernichtet, und das obwohl auch wieder ein kleines Mittagessen auf dem Programm stand. Das nahmen wir nach einer rasenden Abfahrt wieder im Tal zu uns. Wir mussten uns aber beeilen, weil wir morgens schon rumtrödelten, und jetzt stand der Gavia-Pass an.
Langsam fuhren wir die paar Kilometer bis zum Anstieg nach Ponte di Legno auf 1258 m. Dann gings los. Zunächst fuhren wir langsam die ca. 6% Steigung an. Jetzt schon flog unsere Gruppe auseinander, wobei ich mit Gernot zusammen losstiefelte, die langen Steigungen sind ja meine Domäne. (Nur nicht die extrem steilen) Aber der Süd-Anstieg des Gavia bietet Beides: lang und steil.
Nach wenigen Kilometern standen jedenfalls 9% auf dem Altimeter. Dann fuhren wir auf ein Schild zu mit derAngabe: 16%. Stimmt genau, und ca. 500 m lang. Die anschliessenden 9% waren die reinste Erholung, jedenfalls bis zum nächsten Schild mit 14%. Auch korrekt. Und wieder ein gutes Stück lang.
Jetzt wurde der Weg teils sehr schmal. Es passte gerade mal ein Auto durch. Rechts und links nur Wald. Als man nach einigen weiteren Rampen mit zweistelligen Steigungsprozenten aus dem Wald kam, folgte eine Fahrt durch eine Fels und Geröll-Landschaft, aber die Sicht ins Tal war jetzt überwältigend. Man konnte sehen, von wo man losfuhr, und wurde so für die Strapazen etwas entschädigt. Die Aussicht ist genial.
Die Strasse war extrem schmal, aber eigentlich in gutem Zustand. So machte es Spass hier hoch zu fahren, bis auf die, mit ital. Temperament ausgestatteten Autofahrer, die einem hier ganz schön zu schaffen machten. Teils war es ziemlich knapp.
War es im Tal schön warm (ca. 18 Grad) wurde es bitterkalt, je höher man sich schraubte. Dann kam ein ca. 800m langer unbeleuchteter Tunnel. Ich dachte: Wenn hier ein Auto kommt, ist es aus. Und gerade fuhren wir nebeneinander rein, kam ein Auto. Zum Glück war es unser Begleitfahrzeug, dass hinter uns blieb und aufblendete. So fuhren wir sicher durch dieses dunkle Loch.
Man meinte nun, bereits oben zu sein, aber hinter jeden Kurve ging’s irgendwie weiter hoch. Beide waren wir ziemlich platt, aber nach oben mussten wir. An einem Bergsee vorbei schraubten wir uns weiter in die Höhe, wobei immer wieder zweistellige Prozentangaben auf dem Tacho standen. Die letzte Steilwand hatte es in sich.
Dann endlich waren wir oben auf 2618 m. Es war saukalt und windig auf dem Pass. Selbst in der Windweste war es kaum auszuhalten.
Norbert war ca. 400m hinter uns. So fuhren wir gleich in die Abfahrt, um nicht vollends auszukühlen.
Mit einer Handvoll Leuten fuhren wir dann nach Hause Richtung Bormio. Einige bevorzugten ein warmes Plätzchen im Begleitfahrzeug.
Irgendwo verlor ich dann den Kontakt zur Gruppe und verfuhr mich dazu noch in Bormio.
Den letzten Anstieg hinauf zum Hotel fuhr ich so in Trance, dass ich an Diesem vorbeifuhr und erst nach etlichen Kilometern kam mir die Gegend irgendwie fremd vor.
Ich hätte schwören können, unser Hotel lag auf 1800m ü NN.
Aber bei 1700m rief ich eine Bekannte an, die sich „wunderte“ und bescheinigte, dass sich das Hotel auf ca. 1500 m befand.
So handelte ich mir an dem Tag einige zusätzliche HM ein.
Ich war total am Ende. Beim Abendessen zeigten sich aber bei der gesamten Mannschaft erhebliche Verschleisserscheinungen. Ich war also nicht der einzige mit müden Beinen.
145,09 Km mit 3561 Hm standen auf der Uhr.
Niggel hat diese Bilder (verkleinerte Versionen) angehängt:
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11.08.2006 14:38
cervelo
Capitaine de la Route

Dabei seit: 10.07.2004
Fan von: cervélo, Bjarne Riis, CSC, Fabian Cancellara, Carlos Sastre, Ivan Basso, Samuel Sanchez, Damiano Cunego, Alessandro Ballan, Faithless
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Wenn es schon um legendäre Giro-Anstiege geht möchte ich auch kurz von meinem Italienaufenthalt berichten. Ich war mit meiner Freundin in den Abruzzen. Da wir auch an Bergwandern, Strand und Kultur interessiert sind musste ich meine Radambitionen ein wenig hinten anstellen. 2 legendäre Anstiege mussten allerdings dennoch sein. Zum einen ging es hoch zum Campo Imperatore. Dort hat Pantani 1999 das Rosa Trikot erobert. Da ich nach 2 monatiger Verletzungspause noch nicht wieder richtig fit bin war dies ein guter Berg zum Einrollen. Anfangs recht flach, dann sogar abfallend, gegen Ende ziemlich steil bergauf.
Der 2. Nette Anstieg ging zur Maielletta. Von Lettomanopello aus. Hier hat Basso beim diesjährigen Giro Rosa erobert. Allerdings sind sie nur bis zum Passo Lanciano gefahren. Ich selber habe noch die gut 800 Höhenmeter zum Blockhaus drangehängt. Als Hamburger ist man ja nicht gerade Anstiege mit 1800 hm gewöhnt, aber es hat wirklich Spaß gemacht. Den Einstieg in Lettomanopello fand ich unglaublich steil. Zudem war es im Tal ziemlich heiß. Nach etwa der Hälfte des Anstiegs zum Lanciano-Pass kommt man dann endlich in den Wald. Ab hier wurde es kühler und ich war extrem überrascht, dass es so gut lief.
Eine Woche vorher im Abruzzesischen Hügelland musste ich mich noch bei Temperaturen von über 40° und einer 110 km Tour mit etwa 1500 hm hyperventilierend in den Straßengraben werfen.
Eine weitere schöne Tour ging von Vailetta Barea über den Passo Godi, runter nach Scanno und Cocullo, auf einen Pass, dessen Namen ich vergessen habe runter nach Gioia dei Marsi und auf den Passo Diavolo zurück nach Pescasseroli. Mit drei Anstiegen zwischen 650 und 700 hm, etwa 120 km lang, bei teilweise orkanartigem Wind, den ich aus Hamburg schon eher gewohnt bin, war dies eine mittelschwere aber vo r allem landschaftlich sehr hervorzuhebene Etappe.
http://www.salite.ch/I/grans.gif
http://www.salite.ch/I/blockhau.gif
http://www.salite.ch/I/diavolo.gif
http://www.salite.ch/6000/6087.gif
Als Fazit kann ich die Abruzzen als Reiseziel auch und besonders ambitionierten Radfahrern ans Herz legen. Die Straßen sind hervorragend, man findet viele wenigbefahrene Srecken, und vom flachen Küstenbereich, über das wellige Hügelland bis ins Hochgebirge findet man ein vielfältiges Terrain zum Radfahren.
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von cervelo: 11.08.2006 14:49.
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11.08.2006 22:22
Niggel
Möchtegern-Bergziege

Dabei seit: 03.10.2003
Herkunft: zwischen Saar und Mosel, in der Nähe von Trier Fan von: Jedem, der schnell den Berg hinauffahren kann.
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Tag 3
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Sonntag:
Der Tag der Abreise. Früh am Morgen hiess es aufstehen und Taschen packen. Nach dem Frühstück wurde das Begleitfahrzeug beladen und es geht los.
Ich hatte nun die dritte Nacht in Folge sehr schlecht geschlafen und war auf Grund dessen etwas gereizt. Zudem war es eine saumässige Kälte. Eine denkbar schlechte Kombination für mich. Fehlte nur noch der Regen, und auch der sollte noch kommen.
Aber es kam dann noch dicker.
Unser Hotel in der Nähe von Bormio lag im unteren Teil des Anstiegs (ca. 1500m üNN) zum Passo Foscagno, der auf 2291 m üNN liegt. Es geht eine stetige, nicht sehr steile Steigung hoch.
Meine Beine waren wie der Rest des Körpers sowieso noch nicht wach, gingen aber inzwischen fast automatisch rund und brachten mich sicher nach oben.
Es war schön durch die Galerien zu fahren. Man hatte das Gefühl, neben den Säulen der Galerien würde ein Hubschrauber fliegen, der eine Kamera auf einen richtet. Diese Eindrücke kamen immer wieder hoch, wenn man gerade an die Live-Übertragungen der Radrennen dachte.
Oben war die Temperatur gerade über dem Nullpunkt und es wehte ein starker Wind. Nun gings abwärts Richtung Livingo. Dabei blieben wir aber immer auf recht ordentlicher Höhe. Die zu fahrenden Höhenunterschiede lagen hier bei ca. 400 HM.
Den Passo d Eira auf 2208 m üNN erklomm man schnell, erst die etwas längere Abfahrt nach Livigno selbst brachte uns wieder ein Stück nach unten. Dann folgte die Auffahrt nach Forcola di Livigno auf 2315 m üNN.
Es war hier ein ständiges Auf und Ab. Das Wetter war jetzt sehr launig, es tröpfelte sogar etwas. Zudem war es nach wie vor sehr kalt. Ohne Windjacke ging nichts, Selbst bergauf war einem kalt.
Es ging noch eine elend lange Steigung hoch, die nicht sehr steil aussah, einem aber viel abverlangte. Es ging wieder durch Galerien, und ab der Passtation schwenkte die Strasse rechts weg. Wie dieser Pass hiess, weiss ich nicht mehr. Jedenfalls ging es mir immer schlechter. Es war mir kalt, ich war müde, und ich bekam Hunger.
Jetzt fuhren wir Richtung Bernina-Pass, und das Ding schlug dem Fass den Boden aus.
Zunächst stetig mit noch angenehmer Steigung, wurde es immer steiler.
Nach der Zollstation fuhr man rechts rum und dann: Eine Wand und zum Spass kam noch ein eiskalter Wind mit Sturmstärke genau von vorne. Bei so einem Sturm wäre ich normalerweise zuhause geblieben. Man quälte sich heute schon genug rum, musste das jetzt noch sein?
Jedenfalls fluchte ich laut in der Gegend rum. Gernot, mit dem ich auch hier wieder zusammen fuhr, schaute sich um und auch er verstand die Welt nicht mehr. Ich weiss nicht, wie viele Berge, Kuppen und sonstige Gegenstände ich mit einem deftigen Fluch versah.
Bis auf den Pass auf 2330 m üNN kam der Wind fast immer genau von vorne. Bei den wenigen Seitenwindpassagen wurde man mehrere Meter zur Seite geschoben. Zum Glück war wenig Verkehr.
Etwa auf Passhöhe feuerte uns aber noch ein offensichtlicher Radsportfan sehr lautstark an.
Ein Esel stand links in seiner Weide und schrie uns mit weit aufgerissenem Maul an.
Wir waren geehrt. Möglicherweise lachte er uns auch aus.
Aber es kam alles noch dicker. Auf dem Pass wartete schon eines der Begleitfahrzeuge, Matthias, der Fahrer wies uns an direkt weiter zu fahren. Es sei zu kalt zum warten. Wie wahr.
Dieser elende eiskalte Wind blies uns nach wie vor von vorne entgegen, als wir die Abfahrt angingen. Normalerweise lies man anfangs rollen, und kurbelte später zur Beibehaltung des Tempos. Hätte man angehalten, man wäre von alleine nicht losgerollt.
Mit wirklich aller Kraft trat man in die Pedale, um in der Abfahrt wenigstens 30 km/h zu halten. Und die Abfahrt war sehr lange. Über weite Teile der nicht sehr steilen Abfahrt war ich mit ca. 25 Km/h unterwegs.
Ich dachte dabei einmal an Mut einer ausserordentlich wagemutigen, aber sonst sehr lieblichen Userin unseres Forums, die dieses tollkühne Tempo bergab, zur Legende machte.
Ein Bus, der an uns vorbeifuhr, und etwas Windschatten bot, brachte kurze Linderung. Leider fuhr er nach einem kurzen Stück ab. Es war zum verzweifeln.
Weiter im Trott. Einer meiner Namensvettern Thomas war offensichtlich fix und fertig. Jedenfalls stieg wahrlich er in der Abfahrt in den Besenwagen ein. Er konnte nicht mehr.
Fast unten angekommen, der Wind liess nicht locker, hielt ich kurz an um am Begleitfahrzeug einige Riegel aufzunehmen. Ich spürte einen Hungerast auf mich zukommen.
Dann kamen zufällig Willi und Katja aus irgendeiner Ecke und wir fuhren nun in einer Gruppe weiter. Das wechselnde Fahren brachte etwas Linderung. Zudem wurde es auch wärmer. Wir waren inzwischen auf ca. 1500 m Höhe angelangt und fuhren Richtung La Punt, von wo es über den Albulapass nach Breda gehen sollte. Weil ich jetzt mit offener Windjacke fuhr verlor ich noch meine Radbrille, die lässig ins Genick geschoben, jetzt keinen Halt mehr hatte. Weg war sie.
Ich war mit meiner Moral am Ende. Dieser s……ss Tag hatte mir keinen Spass gemacht.
Ich wollte nur noch über diesen verdammten Pass. Ich wollte nur noch schlafen und vorher etwas Ordentliches essen.
In La Punt warteten wir ein wenig und besprachen, wie es in Breda weitergehen sollte.
Weil in Breda die Autos standen, sollte halt bis dort hin gefahren werden. Dort sollten sich dann unsere Wege trennen.
Wir aus dem Süd-Westen Deutschlands fuhren noch bis Lottstätten, wo wir übernachten sollten.
Nun denn, endlich zogen wir los in die erste Rampe, dann fing es auch noch an heftig zu schütten. Karsten, der den Besenwagen vollgeladen schon über den Pass fuhr, rief plötzlich an. Weltuntergang auf dem Pass. Ein Gewitter der übelsten Art mit Hagel tobte sich dort aus.
Er riet uns zum Warten, er käme uns holen. Keiner wehrte sich übermässig, und so stellten wir uns unter einem Scheunendach unter und warteten auf den Besenwagen. Was für eine Schmach.
Sagen wir es aber mal so: Die letzte Etappe wurde aufgrund des katastrophalen Wetters abgebrochen! Das machen selbst die Profis so.
Letztendlich waren wir alle froh, endlich im Trockenen zu sitzen.
73,49 km mit 1756 Hm wurden bis zum Mittag zurückgelegt.
Nach einem letzten gemeinsamen Zusammensitzen der gesammten Mannschaft mit einer kleinen Mahlzeit und einem ausgewachsenem Weissbier, verabschiedeten wir uns in Breda und fuhren los. Im Auto war es ziemlich ruhig. Jeder war total am Ende.
In Lottstätten gings uns nach einer Dusche und einem Nickerchen dann so gut, dass wir wieder feste Nahrung zu uns nehmen konnten.
Das Steak war gigantisch, der Tellerrand war zunächst nicht zu erkennen.
Das Weissbier schmeckte ausgezeichnet und die Stimmung im Restaurant war toll.
Ich schlief anschliessend, nach drei Nächten fast ohne Schlaf, wie ein Stein.
Am Montag gings dann nach Hause.
Fazit:
Eine tolle Veranstaltung, organisiert von Thomas (drei mit diesem werten Namen waren bei der Tour). Er machte sich viel Arbeit, organisierte die Hotels, den Kleinbus (unseren Besenwagen) suchte die besten Routen, machte jedem Teilnehmer eine Mappe mit Beschreibungen der einzelnen Etappen, für alles war bestens gesorgt.
Viel Dank an dieser Stelle, falls er hier mal reinschaut.
Unsere Fahrer der Begleitfahrzeuge (Edith,Karsten und sein Vater Matthias) versorgten uns vorbildlich mit allem, was das Herz begehrte. Auch hier einen riesigen Dank.
Technik:
Ich fuhr wie immer mein gutes Trek, ausgestattet mit Heldenkurbel und 12-27er Ritzelpaket.
Es gab nicht eine einzige Panne und keinen Unfall. Noch nicht mal einen Platten.
Profile kann ich leider keine mehr liefern. Mein Hac4 machte neulich einen Abflug bei Tempo 55 und war fortan nicht mehr zum Leben zu erwecken. Halterung gebrochen!
Mein neuer VDO MC1.0 lieferte mir aber während der Fahrt alle Daten, die mich interessierten.
Nochmal? Am liebsten sofort!
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Joseph von Westfalen in: Das Leben ist hart
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14.08.2006 08:12
forza_Jan
;-) wie sich E-biker ihren 'Sport' schönreden

Dabei seit: 30.12.2001
Herkunft: col d'eifel Fan von: BVB, Cervèlo, Colnago, Paris, Radsport, Rapha, Serien
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Meinen tiefsten Respekt niggel!
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genau so eine tour würde ich auch mal gerne machen - wenn die beine es denn hergeben würden! 
Aber mit ~3000km in den beinen ist da wohl nicht viel zu reissen oder was hatten Deine compadres so in den beinen für dieses Jahr? da muss eigentlich alles 4 stellig sein um die nötige tempo und berghärte zu haben denke ich mal. Wettermässig hätte man natürlich um diese jahreszeit auch glück haben können... Wann sonst wenn nicht jetzt kann man dort überhaupt fahren? es wird also langsam zeit für mich mal ein paar berglein unter die räder zu nehmen - angespornt auch durch Deine Hammertouren!
keep biking hard as a rock
__________________ Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen selbst die Zwerge lange Schatten
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