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Geschrieben von tick am 20.03.2006 um 09:06:
Fabian Wegmann berichtet
Doch der Rennverlauf zeigt, dass es möglich ist den Sprintern ein Schnippchen zu schlagen, wenn man am Poggio sein Glück versucht. Das gibt Fahrern wie mir Hoffnung fürs nächste Jahr, doch in diesem Jahr hatte ich genau dort Pech. Ein anderer Fahrer, den ich jedoch nicht anschwärzen möchte, drängte mich ab und ich kam zum Stehen. Mit einem Schlag waren 20 Plätze verloren und ich war leider etwas zu weit hinten um irgendetwas machen zu können.
Geschrieben von Flahute am 20.03.2006 um 13:36:
RE: wenn...
| Zitat: |
Original von panni
Ich habe mir nun endlich die Aufzeichnung des Rennens angesehen. Mein Eindruck von Petacchi von der vorletzten T-A Etappe hat sich bestätigt. Er hat sich nochmals deutlich zum Vorjahr gesteigert und ist längst nicht mehr an solchen Bergen wie dem Poggio abzuhängen. Er selbst war große Klasse, aber sein Team ist deutlich schwächer als sein Fassa-Zug und Zabel musste zwangsläufig viel zu zeitig ran. Boonen, so überlegen er auch bei P-N war, war für Alessandro gestern keine Gefahr. Quick Step war das mit Abstand beste Team und musste sich nicht nur auf ihren Supersprinter Booen verlassen.
|
Ich habe das Rennen am Samstag auf Eurosport ab ca. 15:15 Uhr gesehen, also leider bloß etwa eine Dreiviertelstunde. Abgesehen davon, dass sich Milram taktisch dämlich benommen hat, da sie im Gegensatz zu Quickstep in keiner der Fluchtgruppen einen Fahrer dabei hatten, haben sie in der Zeit, in der ich zugeschaut habe, auch kaum etwas für die Nachführarbeit getan. Ganz anders die Teams von Lampre oder Rabobank, die für mein Dafürhalten deutlich öfter vorne zu sehen waren. Immerhin war es auch nicht Zabel, der das Loch zu Pozzato fast geschlossen hat, sondern zwei Rabobbank-Fahrer.
Bei Zabel konnte ich mich auch nicht ganz des Eindrucks entledigen, dass er nicht wirklich volle hundert Prozent für Petacchi gefahren ist (eben weil letztlich Rabobank das Loch schließen musste). Aber das mag nur ich so gesehen haben...
Geschrieben von teufelsberg am 20.03.2006 um 15:47:
RE: wenn...
zwischen cipressa und poggio haben sie erheblich gearbeitet.
auch nach dem poggio, als sich alles wieder sortiert hatte.
und ete war in einer phase. als es wirklich sehr dringend nötig war, an der spitze des feldes und hat ordentlich gezogen; er ging dann einem antritt (hushovd meinte ein reporter) hinterher, in dieser ohase schrumpfte der rückstand enorm und es sah wohl für jeden so aus, dass das überrollen der gruppe nur noch formsache war.
was ja fast stimmte.
Geschrieben von Flahute am 28.03.2006 um 14:18:
Pozzato
| Zitat: |
Original von Horatio
vielleicht der falsche faden, aber ich finde es ziemlich an den haaren herbeigezogen, pozzato als lutscher zu bezeichnen, wegen der aktion bei m-s-r-. Er war für seine kapitäne halt aufpasser, er sagt den fliehenden: hallo, ihr könnt euch jetzt abstrampeln wie ihr wollt, aber selbst wenn ihr ankommt, springe ich frisch an euch vorbei. das ist radsport-taktik und ziel eines managements ist es, ein team zusammenzustellen, dass dazu qualitativ in der Lage ist.
Halte ich für völlig legitim. |
Vielleicht sollte ich doch etwas weiter ausholen:
Klar war die Rolle von Pozzato vor allem eine taktische. Die er im Übrigen auch perfekt ausgefüllt hat. Und im Gegensatz zu Milram, die jegliche Gruppenbildung im Finale verpennt haben, war Quickstep so aufmerksam, in jede dieser Gruppen einen Aufpasser mitzuschicken. Letztlich geriet sein Sieg dann aber zu einer unschönen Krönung einer ansonsten perfekten taktischen Mannschaftsleistung.
(Ich persönlich fand den Etappensieg von Bölts vor Bartoli bei der Deutschland-Tour 1999 übrigens auch unschön...

)
Geschrieben von Perry am 28.03.2006 um 14:28:
RE: Pozzato
Also mMn war seine Haltung absolut in Ordnung. Schließlich hat er doch die halbe Cipressa von vorne genommen. Da fand ich Hincapies Touretappensieg letztes Jahr schon unfairer. Natürlich hätte Ballan den Sieg aus der Ausreißergruppe heraus am verdientesten gehabt, aber Pozzato war nun mal clever genug und warum soll man nicht mal so ein Rennen gewinnen. Außerdem betrug der Vorsprung nie mehr als 2min, deswegen kann ich es voll verstehen dass er nicht fahren wollte bzw.durfte.
Geschrieben von Steamboat am 28.03.2006 um 14:35:
Quick Step hat an dem Tag alles richtig gemacht. Sie haben eine andere Taktik gewählt, die Milram zum Arbeiten veranlasste. Es ist doch nur verständlich, dass Pozzato hinten drauf liegt. Man hatte eben einen Trumpf mehr im Ärmel als Milram.
Dass er nicht mitgearbeitet hat, wer kann es ihm verdenken. Künftig müssen die Ausreißer halt überlegen, ob sie mit einem von Quick Step am Hinterrad arbeiten wollen. Aber eine andere Chance, in Mailand überhaupt zu gewinnen, hatte keiner der Ausreißer.
Geschrieben von Flahute am 28.03.2006 um 14:40:
RE: Pozzato
| Zitat: |
Original von Perry
Also mMn war seine Haltung absolut in Ordnung. Schließlich hat er doch die halbe Cipressa von vorne genommen. Da fand ich Hincapies Touretappensieg letztes Jahr schon unfairer. Natürlich hätte Ballan den Sieg aus der Ausreißergruppe heraus am verdientesten gehabt, aber Pozzato war nun mal clever genug und warum soll man nicht mal so ein Rennen gewinnen. Außerdem betrug der Vorsprung nie mehr als 2min, deswegen kann ich es voll verstehen dass er nicht fahren wollte bzw.durfte. |
Ich sage ja nicht, dass er - Taktik hin oder her - alles von vorn hätte fahren müssen. Nur finde ich persönlich einen vor allem auf Grund der taktischen Fahrweise "erschlichenen" Sieg (bitte stört Euch nicht an der in Anführungszeichen stehenden Formulierung) weniger schön anzuschauen.
Geschrieben von Niki2000 am 28.03.2006 um 14:41:
Ich verstehe die komplette Diskussion überhaupt nicht. Zunächst einmal ist Quickstep nicht die Caritas und verteilt Geschenke an bedürftige Mitstreiter. Zweitens muss man an Pozzattos Stelle die Attacke auch erstmal mitgehen und halten. Und in einem Finale, bei dem (davon gehe ich zumindest aus) jeder am Anschlag fährt, gewinnt eben derjenige, der am ausgefuchsteten taktiert und seine Kräfte am sinnvollsten einsetzt. Hätte Pozzato sich bei Kilometer 5 mit vielen anderen abgesetzt und als einziger nie geführt, wäre die ethische Seite eines Sieges zweifelhaft...aber so...
Geschrieben von Flahute am 28.03.2006 um 14:51:
| Zitat: |
Original von Niki2000
Ich verstehe die komplette Diskussion überhaupt nicht. Zunächst einmal ist Quickstep nicht die Caritas und verteilt Geschenke an bedürftige Mitstreiter. Zweitens muss man an Pozzattos Stelle die Attacke auch erstmal mitgehen und halten. Und in einem Finale, bei dem (davon gehe ich zumindest aus) jeder am Anschlag fährt, gewinnt eben derjenige, der am ausgefuchsteten taktiert und seine Kräfte am sinnvollsten einsetzt. Hätte Pozzato sich bei Kilometer 5 mit vielen anderen abgesetzt und als einziger nie geführt, wäre die ethische Seite eines Sieges zweifelhaft...aber so... |
Pozzato ist in eine Ausreißergruppe mitgeschickt worden, in der er von der Papierform her der sprintstärkste Fahrer war, und er hat als Aufpasser keine Führungsarbeit geleistet. War es da als Zuschauer nicht irgendwie vorauszusehen, wer gewinnen wird, sollte die Gruppe durchkommen?
Taktisch hervorragend gemacht von Quick Step, keine Frage.
Aber für den Zuschauer schön anzusehen?...
Geschrieben von ogkempf am 28.03.2006 um 15:03:
Wofür braucht man im Sport eigentlich Aufpasser? Sind die Fahrer noch nicht alt genug?
Wenn sie jemanden vorn haben wollen, sollen sie einen Fahrer mitschicken und keinen Aufpasser.
Geschrieben von ogkempf am 28.03.2006 um 15:11:
| Zitat: |
Original von Horatio
hmmm, das meine ich doch. ich denke QS hat hinten mitgeführt. man hat zwar in erster linie milram gesehen, aber ich denke, man war dabei. |
Nein, das garantiere ich dir. Wenn ich nicht so sicher wäre, hätte ich mir nicht so in die Eier gebissen an jenem schönen Tage...
Geschrieben von Flahute am 28.03.2006 um 15:15:
Ich hab das mal hier rein gestellt.
| Zitat: |
Original von Horatio
Nehmen wir mal ein abstraktes Beispiel. Übergangsetappe Giro: Ne Gruppe von 12 Leuten ist draußen, keiner eine Gefahr für's GK, man lässt sie ziehen. Gerolsteiner ist als einziges Team mit zwei Mann vertreten, nennen wir sie Kopp und Schumacher. Acht km vor Ziel attackiert Schumacher, niemand mag direkt hinterhefahren, er gewinnt einigen Abstand. Muss Kopp jetzt mitführen, muss er sich bereithalten, selbst anzugreifen, wenn Schumacher drei km vor dem Ziel gestellt wird, oder darf er sich an Leute hängen, die hinterherzuspringen versuchen, bzw. der ganzen Gruppe siganlieren: hey, holt ihn ruhig, aber dann sprinte ich euch alle aus dem Windschatten platt.
Wenn ich euch richtig verstehe, muss Kopp nicht mitführen, aber wenn sie ihn 300m vor Ziel stellen, darf er auch nicht um den Tagessieg sprinten, da er sich die letzten acht km nur ausgeruht hat, während die anderen sich in der Vefolgung aufgerieben haben. |
Drehen wir die Situation im abstrakten Beispiel doch einfach mal um - dann haben wir auch eher die MSR 2006-Situation:
Jemand anders aus dieser 12-köpfigen Gruppe greift an, außer Kopp mag niemand direkt mitgehen, sie gewinnen einigen Abstand. Muss Kopp jetzt führen, oder darf er sich an den Angreifer dranhängen, um ihm zu signalisieren: hey, fahr du ruhig, ich habe hinten noch meinen Teamkollegen Schumacher sitzen, und falls wir nicht geholt werden, sprinte ich dich aus dem Windschatten platt.
Das trifft die Situation meines Erachtens besser. Und nach meiner Meinung muss der (in meinem Beispiel) hinten fahrende Schumacher nicht mitführen, aber der vorne fahrende Kopp sollte dies schon tun.
Jedenfalls ist das
mein Verständnis von Radsport...
Geschrieben von Horatio am 28.03.2006 um 15:22:
| Zitat: |
Original von Flahute
Drehen wir die Situation im abstrakten Beispiel doch einfach mal um - dann haben wir auch eher die MSR 2006-Situation:
Jemand anders aus dieser 12-köpfigen Gruppe greift an, außer Kopp mag niemand direkt mitgehen, sie gewinnen einigen Abstand. Muss Kopp jetzt führen, oder darf er sich an den Angreifer dranhängen, um ihm zu signalisieren: hey, fahr du ruhig, ich habe hinten noch meinen Teamkollegen Schumacher sitzen, und falls wir nicht geholt werden, sprinte ich dich aus dem Windschatten platt.
Das trifft die Situation meines Erachtens besser. Und nach meiner Meinung muss der (in meinem Beispiel) hinten fahrende Schumacher nicht mitführen, aber der vorne fahrende Kopp sollte dies schon tun.
Jedenfalls ist das mein Verständnis von Radsport... |
wie ich es mi oggi ja schon hatte: hängt Schumacher nur hinten dran, muss Kopp mitführen. Geht Schumacher aber mit durch die Führung, und hilft, die beiden zurückzuholen, kann Kopp lutschen, und falls der Ausreisversuch doch gelingen sollte, natürlich auch sprinten.
@oggi: ich kann es nicht belegen, aber ich bin (war?) mir widerum relativ sicher, dass QS mitgeführt hat. Solltest du recht haben, ist die Situation natürlich eine andere, dann ist Pozzato ein Gesäß.
Geschrieben von Bugno am 28.03.2006 um 15:28:
Quickstep? Die haben sich doch ins Fäustchen gelacht

, weil sie weder vorne noch hinten arbeiten mussten !
Geschrieben von Flahute am 28.03.2006 um 15:38:
| Zitat: |
Original von Horatio
hängt Schumacher nur hinten dran, muss Kopp mitführen. Geht Schumacher aber mit durch die Führung, und hilft, die beiden zurückzuholen, kann Kopp lutschen, und falls der Ausreisversuch doch gelingen sollte, natürlich auch sprinten. |
Wobei ich einen in diesem Beispiel lutschenden Kopp trotzdem reichlich daneben fände: Kopp setzt ganz auf den Sprint seines Kollegen Schumacher und will einen Etappensieg seines Mitausreißers vereiteln. Ist der andere Ausreißer aber so bärenstark und hält die Flucht ohne Kopps Mithilfe bis zum Ziel durch, dann wird er durch den Antritt eines ausgeruhten Kopps geradezu übertölpelt.
Soll dieser andere Ausreißer jetzt also die Hoffnung auf einen Etappensieg für sich und v.a. sein Team nur deswegen begraben und die Flucht aufgeben?
Geschrieben von Horatio am 28.03.2006 um 15:44:
| Zitat: |
Original von Flahute
| Zitat: |
Original von Horatio
hängt Schumacher nur hinten dran, muss Kopp mitführen. Geht Schumacher aber mit durch die Führung, und hilft, die beiden zurückzuholen, kann Kopp lutschen, und falls der Ausreisversuch doch gelingen sollte, natürlich auch sprinten. |
Wobei ich einen in diesem Beispiel lutschenden Kopp trotzdem reichlich daneben fände: Kopp setzt ganz auf den Sprint seines Kollegen Schumacher und will einen Etappensieg seines Mitausreißers vereiteln. Ist der andere Ausreißer aber so bärenstark und hält die Flucht ohne Kopps Mithilfe bis zum Ziel durch, dann wird er durch den Antritt eines ausgeruhten Kopps geradezu übertölpelt.
Soll dieser andere Ausreißer jetzt also die Hoffnung auf einen Etappensieg für sich und v.a. sein Team nur deswegen begraben und die Flucht aufgeben? |
das ist die Hoffnung von Schumacher, bzw. Gerolsteiner. Das ist Taktik und das find ich spannend. Sonst können auch alle einzeln ins Ziel fahren.
Geschrieben von Flahute am 28.03.2006 um 15:47:
| Zitat: |
Original von Horatio
das ist die Hoffnung von Schumacher, bzw. Gerolsteiner. Das ist Taktik und das find ich spannend. Sonst können auch alle einzeln ins Ziel fahren. |
... so wie bei Bergankünften oder auch im Zeitfahren. Das finde wiederum ich spannend...
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