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Geschrieben von Bugno am 28.04.2014 um 07:17:

 

Was seltsam ist dieses Jahr: die große Leistungsdichte. Ein 50 Mann Feld am Fuß des St.Nicholas, wann hat es das schon gegeben? Genauso Paris Roubaix: ein 100er Feld nach dem Wald von Arenberg. Ist es das gute Winterwetter, wie die Rennfahrer behaupten, dass alle so gut trainiert haben? keine ahnung

Oder ist es die abwartende Fahrweise, weil die endschnellen Männer gut in Form sind und es derzeit keine guten aggressiven Attackierer gibt?



Geschrieben von Ocaña am 28.04.2014 um 09:37:

Augenzwinkern

Die Zeit der richtigen Attacken ist vorbei.



Geschrieben von tal am 28.04.2014 um 09:41:

 

Zitat:
Original von Bugno

Was seltsam ist dieses Jahr: die große Leistungsdichte. Ein 50 Mann Feld am Fuß des St.Nicholas, wann hat es das schon gegeben? Genauso Paris Roubaix: ein 100er Feld nach dem Wald von Arenberg. Ist es das gute Winterwetter, wie die Rennfahrer behaupten, dass alle so gut trainiert haben? keine ahnung

Oder ist es die abwartende Fahrweise, weil die endschnellen Männer gut in Form sind und es derzeit keine guten aggressiven Attackierer gibt?


Gute Frage. Ich versuch mich mal an ein paar Antworten. In Roubaix war der starke Gegenwind sicher ein Faktor, und in Lüttich:

1) Feige Fahrweise der Favoriten. Von Martin, Slagter und Moreno war vor dem letzten Kilometer nichts zu sehen, von Valverde, Kwiatkowski, Gilbert, Vanendert und Mollema nur unwesentlich mehr. Roche aux Faucons war ein Offenbarungseid.

2) Gute Attackierer, die das Rennen auseinanderreißen können, sind verletzt oder nicht in Form (Purito, Betancur, Nibali).

3) Diejenigen, die auf einen Sprint setzten, hatten starke Helfer (u.a. Samu Sanchez, Weening), die alles zufahren konnten.

4) Die schlauen Sportdirektoren schaffen es immer wieder, Gerrans zu unterschätzen. Es sollte sich langsam herumgesprochen haben, daß man den abhängen muss. Das sollen aber offenbar immer die anderen erledigen.

5) Pech. Was führt Kreuziger das Feld wieder an Caruso und Pozzovivo heran? Gut verhandelt?

6) Einfach mitfahren und am Ende 14. werden ist offenbar mehr wert als eine Attacke zu wagen und nach dem Sieg zu greifen, auch wenn man am Ende nur 25. wird.

7) Eine gestiegene Leistungsdichte ist ein Indikator für vermehrtes Doping. Just saying. Glaub aber nicht, daß das hier wirklich der Fall ist.

Den Parcours der Doyenne finde ich im Prinzip in Ordnung. Diesmal lag es wirklich an den Fahrern.



Geschrieben von fassa am 28.04.2014 um 09:46:

 

Zitat:
Original von tal
7) Eine gestiegene Leistungsdichte ist ein Indikator für vermehrtes Doping. Just saying. Glaub aber nicht, daß das hier wirklich der Fall ist.


In meinen Augen ist die gestiegene Leistungsdichte ein Indikator für das genaue Gegenteil.



Geschrieben von Ocaña am 28.04.2014 um 09:50:

 

Zitat:
Original von tal
Zitat:
Original von Bugno

Was seltsam ist dieses Jahr: die große Leistungsdichte. Ein 50 Mann Feld am Fuß des St.Nicholas, wann hat es das schon gegeben? Genauso Paris Roubaix: ein 100er Feld nach dem Wald von Arenberg. Ist es das gute Winterwetter, wie die Rennfahrer behaupten, dass alle so gut trainiert haben? keine ahnung

Oder ist es die abwartende Fahrweise, weil die endschnellen Männer gut in Form sind und es derzeit keine guten aggressiven Attackierer gibt?


Gute Frage. Ich versuch mich mal an ein paar Antworten. In Roubaix war der starke Gegenwind sicher ein Faktor, und in Lüttich:

1) Feige Fahrweise der Favoriten. Von Martin, Slagter und Moreno war vor dem letzten Kilometer nichts zu sehen, von Valverde, Kwiatkowski, Gilbert, Vanendert und Mollema nur unwesentlich mehr. Roche aux Faucons war ein Offenbarungseid.

2) Gute Attackierer, die das Rennen auseinanderreißen können, sind verletzt oder nicht in Form (Purito, Betancur, Nibali).

3) Diejenigen, die auf einen Sprint setzten, hatten starke Helfer (u.a. Samu Sanchez, Weening), die alles zufahren konnten.

4) Die schlauen Sportdirektoren schaffen es immer wieder, Gerrans zu unterschätzen. Es sollte sich langsam herumgesprochen haben, daß man den abhängen muss. Das sollen aber offenbar immer die anderen erledigen.

5) Pech. Was führt Kreuziger das Feld wieder an Caruso und Pozzovivo heran? Gut verhandelt?

6) Einfach mitfahren und am Ende 14. werden ist offenbar mehr wert als eine Attacke zu wagen und nach dem Sieg zu greifen, auch wenn man am Ende nur 25. wird.

7) Eine gestiegene Leistungsdichte ist ein Indikator für vermehrtes Doping. Just saying. Glaub aber nicht, daß das hier wirklich der Fall ist.

Den Parcours der Doyenne finde ich im Prinzip in Ordnung. Diesmal lag es wirklich an den Fahrern.


8) No Vino, No Party. großes Grinsen



Geschrieben von ogkempf am 28.04.2014 um 10:03:

 

Die fruehe Gruppe war auch prinzipiell sehr ungefaehrlich, trotz eines starken Bonos. Starke Fahrer und potentielle Sieger aus einem langen Angriff heraus (Tony Martin) werden eher sinnfrei verbraten (in seinem Fall vor der Redoute).
Die Stuecke zwischen den Hügeln sind meist lang und breit. Abgehaengte Helfer koennen von hinten wieder reingfahren und das Tempo wieder uebernehmen.

Aber ueber allem thronte in der Tat Feigheit, dieses Jahr. Denn wenn man an der Saint-Nicolas noch immer nicht die Eier hat die Karten auf den Tisch zu legen - 6km vor dem Ziel - dann hat man als (Top)Favorit auch Gerrans als Sieger verdient.



Geschrieben von casalla am 28.04.2014 um 15:15:

 

Chris Froome hat gefehlt. Der hätte ordentlich Betrieb gemacht.



Geschrieben von kartoffeljäger am 03.05.2014 um 10:36:

 

Hatten wir das schon? Orica-Backstagepass

Frage an Gerrans vor dem Start: What is the plan of attack today?

Gerrans: The plan today is not to attack actually großes Grinsen



Geschrieben von paolo am 04.05.2014 um 12:40:

 

Da musste ich auch lachen. Gerrans und das Wort "attack" in einem Satz, haha.

Ist schon erstaunlich,das San Remo und Lüttich aus ähnlich grossen Gruppen entschieden wurden. Ich denke auch, dass zuviele Fahrer aufs Finale warten. Selbst in Roubaix hat sich lange keiner getraut. Wenn Angriffe gefahren werden, dann wird oft nach 50m geguckt und meistens rausgenommen. Da wurde in der Vergangenheit oft nochmals versucht zuzulegen,wenn jemand am Rad war, heute wird sofort rausgenommen.
Die grosse Leistungsdichte macht mich auch misstrauisch. Kann doch nicht sein, das bei den schwersten Eintagesrennen des Jahres 50-60Mann auf gleichem Niveau fahren.



Geschrieben von Herr Doepfel am 04.05.2014 um 14:36:

 

Zitat:
Original von paolo
Die grosse Leistungsdichte macht mich auch misstrauisch. Kann doch nicht sein, das bei den schwersten Eintagesrennen des Jahres 50-60Mann auf gleichem Niveau fahren.

Das wäre doch eher Anlass für vorsichtigen Optimismus. Die große Blutdopingzeit war durch die Dominanz von Superrespondern und Teams mit ausgefeiltem Programm gekennzeichnet.

Auch dass der Blender Valverde, der sicher nie einen Gedanken daran verschwendet hat, sauber zu fahren, wieder da vorne rumhampelt, werte ich mal als Indiz gegen breites (wirkungsvolles) Doping im Feld.



Geschrieben von Cannavaro am 04.05.2014 um 15:24:

 

Ich glaube nicht, dass die Leistungsdichte größer als früher ist. Man kann sich ja mal die Ergebnisse des Fleche Wallone anschauen. Wenn man sich da den Abstand des 10. platzierten anschaut, sieht man keine größere Leistungsdichte:
2014: 15 Sekunden
2013: 8
2012: 11
2011: 12
2010: 11
2009: 15
2008: 20
2007:19
2006:14
2005:8
2004:20
2003:20
2002:1.19 (Ausreißergruppe)
2001: 6
2000:27 (Ausreißergruppe)
1999:14
davor kamen die immer schon alleine unten an.

Die sind eben nur extrem langsam die Ansteige hochgefahren.
Wanne und Stockeu sahen extrem langsam aus. Die Redoute war aus den letzten 7 Jahren die Zweitlangsamste, die Roche aux Faucons aus den letzten 6 Ausgaben immerhin die 4-schnellste (wobei die Favoritengruppe ja nochmal fast 20 Sekunden langsamer war als Pozzovivo und Arredondo). Die Saint Nicolas war aus den letzten 9 Jahren die 7. schnellste und in den langsameren Jahren 2010 und 2012 ging die Post schon vorher ab.

Es ist im Moment einfach in Mode (und durch SRM wurde das erst so möglich) ja nicht in den Roten Bereich zu gehen, um mit so vielen Helfern wie möglich ins Finale zu kommen. Das das wertlos ist, wenn die Gruppe 40 Mann groß ist, haben die sportlichen Leiter leider noch nicht gemerkt.



Geschrieben von ogkempf am 04.05.2014 um 15:48:

 

Zitat:
Original von Cannavaro
Das das wertlos ist, wenn die Gruppe 40 Mann groß ist, haben die sportlichen Leiter leider noch nicht gemerkt.


Das Problem ist, dass es nicht wertlos ist wenn man die einzige Mannschaft ist die das hat. Und dass man doch im nachteil ist wenn man die einzige Mannschaft ist, die das nicht hat.


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