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Geschrieben von Arno am 28.05.2007 um 22:04:
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Original von Sunshine Thurau
Bei der Tour de France (meinem Lieblingsrennen) bin ich auch nicht an Doping-Geschichten interessiert. Die Sache sollte dort rund laufen, das wäre schön! |
Ich glaube Du lügst Dir in die Tasche.
Irgendjemand (ich glaube Mrs. Flax) hat hier in den letzten Tagen mal einen Blog-Eintrag von einem Fan verlinkt, der beschrieb, mit wieviel Aufwand er und seine Kollegen zu einer Etappe dort sind, sich dort einen abgewartet und abgefroren haben nur um am Ende zu hören die Protagonisten waren gedopt. Und die sich echt betrogen fühlten.
Aber mit Deiner Einstellung sollte es ja eigentlich im Profiradsport einfach so weitergehen können...
Geschrieben von Brägel am 28.05.2007 um 22:10:
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Original von Arno
Irgendjemand (ich glaube Mrs. Flax) hat hier in den letzten Tagen mal einen Blog-Eintrag von einem Fan verlinkt, der beschrieb, mit wieviel Aufwand er und seine Kollegen zu einer Etappe dort sind, sich dort einen abgewartet und abgefroren haben nur um am Ende zu hören die Protagonisten waren gedopt. Und die sich echt betrogen fühlten.
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Betrogen fühlen? Hm, nach den Ereignissen der letzten Tage bzw. Monate müsstest Du den Leistungssport dann generell kritisch hinterfragen.
Selbt wenn 80% der Fahrer der TdF gedopt sind, heißt es ja noch lange nicht, daß sie sich nicht anstrengen und nicht alles geben.
Ich kann mich z.B. bei der TdF an keine Etappe erinern wo die Fahrer singend und pfeiffend die Berge hochgefahren sind.
Geschrieben von Arno am 28.05.2007 um 22:16:
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Original von Brägel
Betrogen fühlen? Hm, nach den Ereignissen der letzten Tage bzw. Monate müsstest Du den Leistungssport dann generell kritisch hinterfragen.
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Leistungssport ist ein Ventil für die Masse, hier zählt sie noch die einzelne Leistung. PANEM ET CIRCENSES würde der Römer sagen (Brot und Spiele). Und deswegen schreien ja alle so, wenn es rauskommt, das es nur eine Show war. Oder sie drücken die Augen zu.
Kennt Ihr eigentlich schon diesen Thread hier:
Doping <=> Leistungsgesellschaft
Geschrieben von ThomasOH am 28.05.2007 um 22:19:
Weiter geht es wohl nur mit der Einführung eines konsequenten Anti-Doping-Gesetzes, das Doping endlich zu dem macht was es ist, einem Verbrechen.
Denn das zeigen ja alle entsprechenden Skandale der letzten Jahre von Festina bis Fuentes, nur mit staatlicher Kontrolle, mit staatsanwaltschaftlichen Ernittlungen und dem ganzen Werkzeugkasten an kriminalistischen Methoden sind derartige Machenschaften überhaupt aufzudecken.
Die ganzen Kontrollsysteme der diversen Sportverbände finden doch nur die Fälle, bei denen etwas schief ging oder ein Sportler beim Doping einen Fehler begangen hat. Und zur Not hat der dann ja immer noch eine schusselige Oma im Ärmel oder seinen Hausarzt bei der Kontrolle dabei.
Die aktuelle Hype basiert ja nur auf "alten" Fällen und dem Blutdoping alla Spanien wäre kein Kontrollsystem wirklich auf die Schliche gekommen.
Das Doping im Radsport "dazu" gehört ist nun wirklich nichts neues und dürfte eigentlich auch niemanden überraschen. Und das auch aktuell reichlich Nachhilfe im Peloton verordnet wird ist wohl anzunehmen und wir würden uns wohl nur selbst belügen, wenn wir die ganze Szene nicht skeptisch hinterfragen.
Bereits der Landis-Vorfall im letzten Sommer hat meine Beziehung zum Profi-Radsport ziemlich nachhaltig zerrüttet und die wenigen Male wo ich seitdem mal ein Rennen im TV angesehen habe, da bin ich mir nicht ganz sicher ob die Finger einer Hand ganz ausreichen, zumindest hat mein Interesse daran extrem nachgelassen.
Im Gegensatz dazu bin ich allerdings selbst mehr Kilometer mit dem Rad unterwegs gewesen als je zuvor und habe mir diesen fantastischen Sport nicht vermiesen lassen, ganz im Gegenteil.
Wenn das Wetter passt und meine Zeit es erlaubt, sitze ich auf der Rennziege und rolle durch die Landschaft und das ich dann immer wieder vergesse den Recorder zu programmieren schmerzt mich dabei überhaupt nicht mehr.
Zumindest gehen unserem Sport in der nächsten Zeit einige Talente verloren, die durch die negative Wahrnehmung in der Öffentlichkeit den Weg auf das Rennrad nicht wählen und somit unserer Gemeinde verloren gehen - das ist das eigentliche Drama dabei.
Ironischerweise liegt mein Start in den Radsport genau in dieser jetzt so negativ belasteten Zeit und die Eurosport-Übertragungen der Jahre '94/'95 haben bei mir den Radsportvirus erst richtig entfacht.
Dafür dürften wir uns jetzt noch einige Zeit mit blöden Kommentaren und Fragen zu unseren persönlichen Doping-Methoden 'rumärgern.
Geschrieben von Cyclist am 28.05.2007 um 22:22:
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Original von Sunshine Thurau
Die Italienier haben halt zurzeit IHR Rennen (den Giro d'Italia) laufen; das wollen sie sich selbstredend nicht vermiesen lassen. Mich persönlich interessiert der Giro weniger, was auch viele Top-Fahrer so sehen, die in Katalonien gefahren sind und beim Dauphiné ihre Form weiter testen. Ihr Ziel ist die Tour de France.
Bei der Tour de France (meinem Lieblingsrennen) bin ich auch nicht an Doping-Geschichten interessiert. Die Sache sollte dort rund laufen, das wäre schön! |
Und bei mir ist es genau umgekehrt,: ich liebe den Giro und die TdF interessiert mich - ebenso wie einige (italienische) Top- Fahrer - nur am Rande
Geschrieben von kurbel am 28.05.2007 um 22:31:
ThomasOH, mag ja sein das wir ein Anti Dopen Gesetz brauchen, aber ein Gesetz hat noch nie irgendwas eingeschränkt, man kann dann zwar besser Straftaten ahnden, mehr auch nicht.
Geschrieben von ThomasOH am 28.05.2007 um 22:45:
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Original von kurbel
ThomasOH, mag ja sein das wir ein Anti Dopen Gesetz brauchen, aber ein Gesetz hat noch nie irgendwas eingeschränkt, man kann dann zwar besser Straftaten ahnden, mehr auch nicht. |
Und genau darauf wird sich die ganze Geschichte am Ende nur beschränken, denn wirklich ausrotten lässt sich Doping wohl in keiner Sportart.
Aber doch nur auf diese Weise lässt sich überhaupt etwas von dieser Thematik ans Tageslicht zerren und nur so kann dem ganze System an Anbietern, praktizierenden Medizinern und Konsorten und den einwerfenden Fahrern auf die Finger geklopft werden.
Denn es ist eben so das immer mal wieder ein junger und eigentlich gesunder Sportler morgens nicht mehr aufsteht - und bei aller Freude an diesem Sport und dem Jubel über die strahlenden Sieger ist dies ein zu hoher Preis.
Ohne die staatliche Kontrolle zahlen sonst nur die Sportler den Preis und die Hintermänner machen weiter, weil die nämlich keiner des Dopings bzw. des Gesetzesbruches überführt.
Geschrieben von Arno am 28.05.2007 um 23:05:
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Original von ThomasOH
Ohne die staatliche Kontrolle zahlen sonst nur die Sportler den Preis und die Hintermänner machen weiter, weil die nämlich keiner des Dopings bzw. des Gesetzesbruches überführt. |
Das wäre vielleicht der Punkt für ein Dopinggesetz. Habe gehört, eigentlich sollten die existierenden Gesetze in DE schon ausreichen für Bestrafung von Hintermännern. Stimmt das? Siehe Springstein - ist das nicht ein laues Lüftchen, was diesem dort entgegenwehte?
Müssten die Strafen auch für das Dealen, unmedizinisch Verschreiben usw. nicht extrem hoch sein, da es die hartgesottenen Betrüger wahrscheinlich doch kaum abschreckt? Ein Jährchen auf Bewährung wie in Italien ist da kaum hilfreich.
Wie ist es eigentlich in FR, ITA und ESP mit den Dopinggesetzen genau? Wo gibts die noch?
Geschrieben von Cyclist am 28.05.2007 um 23:35:
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Original von Arno
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Original von ThomasOH
Ohne die staatliche Kontrolle zahlen sonst nur die Sportler den Preis und die Hintermänner machen weiter, weil die nämlich keiner des Dopings bzw. des Gesetzesbruches überführt. |
Das wäre vielleicht der Punkt für ein Dopinggesetz. Habe gehört, eigentlich sollten die existierenden Gesetze in DE schon ausreichen für Bestrafung von Hintermännern. Stimmt das? Siehe Springstein - ist das nicht ein laues Lüftchen, was diesem dort entgegenwehte?
Müssten die Strafen auch für das Dealen, unmedizinisch Verschreiben usw. nicht extrem hoch sein, da es die hartgesottenen Betrüger wahrscheinlich doch kaum abschreckt? Ein Jährchen auf Bewährung wie in Italien ist da kaum hilfreich.
Wie ist es eigentlich in FR, ITA und ESP mit den Dopinggesetzen genau? Wo gibts die noch? |
Im Bundestag soll demnächst ein Ant-Doping-Gesetz beraten werden, das die Hintermänner mit höheren (Gefängnis-)Strafen als bisher bestraft. Im Rahmen des Arzneimittelgesetzes ist der Handel mit Dopingprodukten bereits heute strafbar.
In Italien steht für den Dopingmittelhandel in schweren Fällen Gefängnisstrafe, theoretisch könnten sogar dopenden Sportler 3 Monate bis 3 Jahre hinter Gitter wandern - ist bisher allerdings noch nicht passiert.
Nicht die drohende Strafe müsste besonders hoch sein, sondern die Wahrscheinlichkeit errwischt zu werden. Solange zwar eine hohe Strafe droht, die Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden bei 1:2000 oder so liegt, bringt die Androhung höherer Strafen meiner meinung nach wenig.
Geschrieben von merlin am 28.05.2007 um 23:49:
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Original von Arno
... ich bin gerne im Forum hier, aber Profisport schaue ich mir schon länger nicht mehr an. Für mich ist das keine Selbstquälung sondern Zeitverschwendung.
...
Aber im Grunde ist es doch lächerlich, erwachsene Männer auf Fahrrädern versuchen sich gegenseitig zu überholen.
Um jeden Preis und mit jedem Mittel.
|
Ich habe dieselbe Konsequenz gezogen: werde mir für den Rest des laufenden Jahres kein Profi-Radrennen mehr ansehen. Dieses große Show-Business ist eine einzige Farce. Wer ist der beste Doper? - dafür ist mir meine Zeit zu schade.
Gut finde ich die Zeilen aus dem "Tagesspiegel" vom 27. 5. :
"Werden die Fans nicht mehr am Straßenrand stehen, wenn die Hatz um den Henninger Turm geht oder die Schleifen durch Frankreich oder Italien? Sie werden dastehen, jubeln. Sie werden die Augen verschließen vor der Wahrheit, und im Zweifelsfall wird es ihnen egal sein, wer da auf dem Rad mit welchen teuflischen Mitteln mindestens seine Gesundheit riskiert, möglicherweise auch sein Leben.
So war es immer. So war es Mitte der neunziger Jahre, als aus dem Loserteam Telekom urplötzlich ein Winnerteam wurde. So war es 1997, als Jan Ullrich die Tour gewann. Und so war es im Jahr darauf, als der bis dahin größte Dopingskandal um das Festina-Team die gesamte Rundfahrt zu sprengen drohte."
Genau darin sehe ich eine weitere große Problematik: Millionen von Radsportfans verschließen europaweit die Augen vor der Wahrheit, sorgen für hohe Einschaltquoten und dafür, dass weiterhin die großen Sponsorengelder fließen mit all ihren widerlichen Folgeerscheinungen. Wir als Zuschauer sind Teil des gesamten Spektakels und es liegt an mir selbst, ob ich mich da noch wohlfühle.
Welch wunderbarer Trost bleibt mir: ich schwinge mich auf mein Rad und genieße es, in eigener Regie zu fahren - ganz so wie es mir gefällt und immer gefallen hat, vor allem auch ohne Zwang, irgendjemanden überholen zu müssen. Meine Liebe zum eigenen, aktiven Radsport ist ungebrochen.
Geschrieben von Arno am 29.05.2007 um 00:06:
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Original von merlin
Welch wunderbarer Trost bleibt mir: ich schwinge mich auf mein Rad und genieße es, in eigener Regie zu fahren - ganz so wie es mir gefällt und immer gefallen hat, vor allem auch ohne Zwang, irgendjemanden überholen zu müssen. Meine Liebe zum eigenen, aktiven Radsport ist ungebrochen. |
Das ist mal echt gut gesagt.
Und dabei ist mir noch was aufgefallen: ich fühle beim Radsport eine Freiheit, mich mit eigener Kraft schnell durch Landschaften zu bewegen, die vom Profi-Zirkus pervertiert wird.
Geschrieben von Brägel am 29.05.2007 um 00:20:
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Original von Cyclist
Nicht die drohende Strafe müsste besonders hoch sein, sondern die Wahrscheinlichkeit errwischt zu werden. Solange zwar eine hohe Strafe droht, die Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden bei 1:2000 oder so liegt, bringt die Androhung höherer Strafen meiner meinung nach wenig. |
So oder ähnlich sieht es aus. Stapelton hat bei der denkwürdigen Doping-Beichte erwähnt, daß mit den aktuellen Urin-Tests nur ein geringer Teil der Dopingmittel nachgewiesen werden kann.
Vielleicht wäre es erforderlich in bessere Testmethoden zu investieren und die Sportler häufiger zu kontrollieren.
Im übrigen setzen einflußreiche politische Kreise immer noch auf die "Selbstreinigungskräfte des Sports" so kann dieses Problem nie gelöst werden.
Geschrieben von Schtine am 29.05.2007 um 08:52:
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Original von Brägel
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Original von Cyclist
Nicht die drohende Strafe müsste besonders hoch sein, sondern die Wahrscheinlichkeit errwischt zu werden. Solange zwar eine hohe Strafe droht, die Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden bei 1:2000 oder so liegt, bringt die Androhung höherer Strafen meiner meinung nach wenig. |
So oder ähnlich sieht es aus. Stapelton hat bei der denkwürdigen Doping-Beichte erwähnt, daß mit den aktuellen Urin-Tests nur ein geringer Teil der Dopingmittel nachgewiesen werden kann.
Vielleicht wäre es erforderlich in bessere Testmethoden zu investieren und die Sportler häufiger zu kontrollieren.
Im übrigen setzen einflußreiche politische Kreise immer noch auf die "Selbstreinigungskräfte des Sports" so kann dieses Problem nie gelöst werden. |
Dopingkontrollen sind sehr teuer. Je ausgefeilter das Doping desto aufwändiger der Nachweis. Eine Analyse auf "alles" scheitert also meist ganz einfach am Geldmangel. Aus diesem Grund wäre es sinnvoll, alle Radteams dazu zu verpflichten, einen bestimmten Betrag jährlich direkt an WADA oder NADA zu überweisen.
Wer sich den Kampf gegen Doping auf die Teamfahne geschrieben hat, müsste das doch eigentlich längst tun...
Geschrieben von Cyclist am 29.05.2007 um 09:09:
| Zitat: |
Original von Schtine
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Wer sich den Kampf gegen Doping auf die Teamfahne geschrieben hat, müsste das doch eigentlich längst tun... |
siehe T-Mobile und Gerolsteiner, die tun das bereits.
Geschrieben von Alfred am 29.05.2007 um 09:32:
Was tun die? Dopingärzte finanzieren? Das mit Sicherheit.
Ach ja, die Gesellschaft geht den Bach runter. Sowieso...
Ich bin halt einfach nur froh, dass ich keine italienische Mama habe und ja, angelogen werd ich auch nicht gern.
Und die Chance für einen Neuanfang, die gibt es immer, theoretisch, wenn man ihn will. Und Aldag will ihn ja, Zabel ja auch, für seinen verzeihenden Sohn, na dann, alles wird gut!
Geschrieben von deutscher baske am 29.05.2007 um 22:39:
Lösungsvorschlag à la Raphael Schweda
Auf radsport-aktiv macht der ex-bianchi fahrer, der in seinem team 2003 bei spanischen teammitgliedern dopinggepräche gehört hat, die ihn letztendlich zum karriereende trieben einen interessanten lösungsvorschlag, um aus der misere herauszukommen:
Was muss sich im Radsport ändern, damit es wieder bergauf geht?
Schweda: Ich bin zunächst der Meinung, dass man durch gutes Training und guter psychologischer Betreuung seine Ergebnisse einfahren kann. Des Weiteren sollten frische Leute in den Radsport kommen. Der wichtigste Punkt ist meiner Meinung nach aber eine Zentralisierung des Radsports. So sollten alle Fahrer eines Teams ihren Wohnsitz im selben Ort, am Besten im Ort des Service Course (Teamsitz) haben. Natürlich wäre das für die älteren Fahrer eine Umstellung, aber die jungen Fahrer, die ihren Traum leben, würden das sicherlich machen.
Welche Vorteile würde diese Zentralisierung bringen?
Schweda: Man würde dadurch dunkle Wege umgehen. Man könnte die Fahrer viel besser kontrollieren, als wenn sie 1000 Kilometer entfernt leben würden. Zudem wäre es, wenn alle Fahrer des Teams eng beisammen wären, für außenstehende Personen, zum Beispiel Präparatoren, viel schwerer, Kontakt zu einzelnen Fahrern aufzunehmen. Das würde die Teamleitung dann eher mitbekommen. Auch einen Kostenvorteil würde dies mit sich bringen. So müssten die Dopingkontrolleure nicht mehr um die ganze Welt reisen, sondern könnten ein ganzes Team an einem Ort antreffen. Allerdings müssten alle Teams der Serie, angefangen bei der Pro Tour wie auch bei der Continental Tour daran teilnehmen. Wenn dies nur wir deutsche Teams tun würden, würde es nicht funktionieren und zu Nachteilen der deutschen Teams führen.
Geschrieben von Cyclist am 29.05.2007 um 22:44:
RE: Lösungsvorschlag à la Raphael Schweda
| Zitat: |
Original von deutscher baske
Auf radsport-aktiv macht der ex-bianchi fahrer, der in seinem team 2003 bei spanischen teammitgliedern dopinggepräche gehört hat, die ihn letztendlich zum karriereende trieben einen interessanten lösungsvorschlag, um aus der misere herauszukommen:
Was muss sich im Radsport ändern, damit es wieder bergauf geht?
Schweda: Ich bin zunächst der Meinung, dass man durch gutes Training und guter psychologischer Betreuung seine Ergebnisse einfahren kann. Des Weiteren sollten frische Leute in den Radsport kommen. Der wichtigste Punkt ist meiner Meinung nach aber eine Zentralisierung des Radsports. So sollten alle Fahrer eines Teams ihren Wohnsitz im selben Ort, am Besten im Ort des Service Course (Teamsitz) haben. Natürlich wäre das für die älteren Fahrer eine Umstellung, aber die jungen Fahrer, die ihren Traum leben, würden das sicherlich machen.
Welche Vorteile würde diese Zentralisierung bringen?
Schweda: Man würde dadurch dunkle Wege umgehen. Man könnte die Fahrer viel besser kontrollieren, als wenn sie 1000 Kilometer entfernt leben würden. Zudem wäre es, wenn alle Fahrer des Teams eng beisammen wären, für außenstehende Personen, zum Beispiel Präparatoren, viel schwerer, Kontakt zu einzelnen Fahrern aufzunehmen. Das würde die Teamleitung dann eher mitbekommen. Auch einen Kostenvorteil würde dies mit sich bringen. So müssten die Dopingkontrolleure nicht mehr um die ganze Welt reisen, sondern könnten ein ganzes Team an einem Ort antreffen. Allerdings müssten alle Teams der Serie, angefangen bei der Pro Tour wie auch bei der Continental Tour daran teilnehmen. Wenn dies nur wir deutsche Teams tun würden, würde es nicht funktionieren und zu Nachteilen der deutschen Teams führen. |
Ich glaube, da hat einer bei Cipollini gelauscht. Diese Zentralisierung nach Vorbild einer Fußballmannschaft hat Cipollini bereits vor Jahren gefordert, wenn auch wohl aus anderen Beweggründen (gemeinsames/effektiveres Training, Marketing etc.)
Geschrieben von le coq sportif am 29.05.2007 um 22:58:
der dänische anti-doping guru rasmus damsgaard hat ähnliches gesagt, nachdem er eine weile mit CSC zusammengearbeitet hatte. riis hat darauf erwidert, daß das nicht die tradition des sportes ist...
Geschrieben von denkbär am 29.05.2007 um 23:58:
RE: Lösungsvorschlag à la Raphael Schweda
| Zitat: |
Original von deutscher baske
[...]
Schweda: Ich bin zunächst der Meinung, dass man durch gutes Training und guter psychologischer Betreuung seine Ergebnisse einfahren kann. Des Weiteren sollten frische Leute in den Radsport kommen. Der wichtigste Punkt ist meiner Meinung nach aber eine Zentralisierung des Radsports. So sollten alle Fahrer eines Teams ihren Wohnsitz im selben Ort, am Besten im Ort des Service Course (Teamsitz) haben. Natürlich wäre das für die älteren Fahrer eine Umstellung, aber die jungen Fahrer, die ihren Traum leben, würden das sicherlich machen.
[...]
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Im Absatz davor hatte er gerade gesagt:
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| Schweda: Mein Entschluss fiel nach der Spanien Rundfahrt 2003. Ich war zu der Zeit 27. Dort habe ich gesehen, wie stark die Spanier wieder gefahren sind. Das ist schon ärgerlich, wenn man bedenkt, dass die deutschen Profis wohl von allen Nationen den größten Trainingsumfang trainieren. Wir trainierten sehr viel, viel mehr als die Spanier. Sie haben über den Winter kaum Grundlagentraining gemacht, haben sich präpariert und sind uns dann um die Ohren gefahren. Ich hatte dann im Herbst 2003 ein Angebot eines spanischen Teams für die nächste Saison. Mit meinem Hintergrundwissen habe ich aber abgelehnt. |
Irgend wie passt das für mein Verständnis nicht so ganz zusammen. Aber den Eindruck habe ich in letzter Zeit bei so einigen Statements von sportlichen Leitern, wenn man die Aussagen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu vergleichen versucht.
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