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--- ZDF denkt über Tour-Ausstieg nach (http://forum.cycling4fans.de/thread.php?threadid=19464)
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| Original von ThunderBlaze Beim Tennis hat es aber nicht den so großen Einfluss wie im Radsport. Hier müssen irgendwann die Veranstalter auch bangen. All das wird durch Sponsoren finanziert, und diese wollen im TV gesehen werden. Wäre quasi sowas wie nen Stich mitten ins Radsport-Herz Deutschlands. |
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| ... Beispiel 1: "Tour de France" Im Jahr 1994 wird die "Tour de France" ausschließlich vom Ersten Programm der ARD übertragen; das ZDF sendet nicht einmal Kurzzusammenfassungen von den wichtigsten Ereignissen des Tages. Der Beginn der"Tour" am 04.07.1994 verläuft 14 Tage lang parallel zur noch nicht beendeten Fußball-Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten; zudem starten am 15.07. bzw., am 18.07. die Übertragungen vom Tennis-Daviscup bzw. vom ATP-Tennis-Turnier, die jeweils das gesamte Nachmittags-Sendevolumen, teilweise bis weit in das Vorabendprogramm beanspruchen. Für den Sender gilt es also in Bezug auf Sendeplätze Prioritäten zu setzen. Vom 04.07. bis zum 13.07. erfolgen im "Ersten" an acht Tagen ca. 30-minütige Zusammenfassungen der wichtigsten "Tour"-Ereignisse zwischen 16.30 und 17.00, ein Programmplatz, der im Normalfall einer Unterhaltungssendung bzw. einer Serie vorbehalten ist. Erst am 18.07. und am 22.07. wird der "Tour" im Rahmen von ”ARD-Sport extra” eine erweiterte Sendezeit zugewiesen (18.07: 16.00-17.00; 22.07: 17.10-17.50); den Vorrang bei der Sendeplatzvergabe erhalten eindeutig der Tennis-Daviscup und das ATP-Turnier. Insgesamt verwendet das Erste ca. 340 min auf die Berichterstattung der "Tour de France". 1996 verzichten die beiden öffentlich-rechtlichen Sender, vermutlich wegen der nahezu zeitgleich stattfindenden Fußball-EM (09.-30.06.1996), gänzlich auf eigenständige Berichte zur "Tour de France"; im Rahmen von "ARD Sport extra" und innerhalb der regulären Sportsendungen werden lediglich Ausschnitte gezeigt; überraschenderweise behauptet sich in diesem Jahr das deutsche Radteam, Jan Ullrich wird sogar Zweiter. Daraufhin kehrt die ARD 1997 zur Praxis der Kurzzusammenfassungen zurück, das ZDF zeigt nach wie vor kein Interesse am Erwerb der Übertragungsrechte. In diesem Jahr aber gewinnt Jan Ullrich als erster deutscher Fahrer die "Tour de France"; in weit höherem Maße als noch bei Rudi Altig oder Dietrich Thurau entdecken die deutschen Fernsehzuschauer die euphorische Liebe zum Radsport: das ”Jan-Ullrich-Fieber” bricht aus, die Quoten bei Radrenn-Übertragungen schnellen in die Höhe (im Durchschnitt 3-4 Mill. Fernsehzuschauer); "Tour"-Veranstalter und die ARD reagieren schnell auf den neuen Quotenrenner, und tatsächlich sollte sich die "Tour de France" 1998 in mehrerlei Hinsicht als rekordverdächtig erweisen: 1. Um die Aufmerksamkeit des Publikums nicht zwischen zwei Spitzensport-Ereignissen aufzusplittern, und um die beteiligten Sendeanstalten nicht in die Verlegenheit zu bringen, einen Großteil des gesamten Tagesprogramms allein mit Sportsendungen bestreiten zu müssen, wird 1998 der Beginn der Tour wegen der noch nicht beendeten Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich um eine Woche - entgegen aller Tradition! - verschoben; sie beginnt am 11.07. und überschneidet sich mit der Fußball-WM nur noch an zwei Tagen. 2. Die während des "Tour"-Verlaufs stattfindenden Tennisturniere werden, anders als die Jahre zuvor, nicht vom "Ersten", sondern von den Regionalprogrammen ausgestrahlt. 3. Der ”Prolog” und die erste Runde finden in Irland, nicht in Frankreich, dem Austragungsort der Fußball-WM, statt. 4. Das "Erste" erweitert im Vergleich zu 1994 die Übertragungszeit von fünfeinhalb auf über 100 Stunden; Kurzzusammenfassungen nach der ”Tagesschau” werden, - nach teilweise sechsstündigen "Tour"-Berichten im Tagesverlauf! - an 15 Wochentagen realisiert; das entspricht im Vergleich zu den Vorjahren einer Steigerung von 1720%![17] . Wegen der zahlreichen Dopingfälle werden zudem ARD-Sondersendungen eingefügt, die nachfolgenden Programme verschieben sich entsprechend oder entfallen ganz. 5. Entgegen der bisher geübten '"Tour"-Askese' überträgt das ZDF an Wochentagen zwischen 22.15 und 22.30 ebenfalls eine kurze Zusammenfassung von den wichtigsten Ereignissen; dadurch werden zwar keine Stammsendungen von ihren Plätzen verdrängt, wohl aber zeitlich verschoben. Plötzlich mutiert eine bislang eher weniger beachtete Sportart qua Einschaltquoten zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor; die Preise für die Übertragungsrechte steigen, die an der Ausstrahlung interessierten Sender müssen frühzeitig Haushaltsmittel und Programmplätze einplanen - der Quotenerfolg aber steht und fällt mit der Leistung der Einzelakteure bzw. des nationalen Teams. Zudem müssen die übertragenden Sender dem Starkult in der Sportszene mehr und mehr Rechnung tragen und den Event-Charakter der Veranstaltung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln forcieren. Zu einer vergleichbaren Dynamik des Geschehens führten die Erfolge des Skispringers Martin Schmitt im Winter 1998/99; erstmals wurden die Übertragungsrechte der Schanzenwettkämpfe 2000 an den Sender RTL vergeben - zum zehnfachen des Preises, den ARD und ZDF zuvor bezahlen mußten. Aus Gründen der Refinanzierung und der Imagebildung wurde die bisherige Präsentation dieser Veranstaltungen grundlegend verändert: RTL möchte keine bloße Übertragung der Sprungweiten und Haltungsnoten, sondern eine perfekte Inszenierung nach allen Regeln der Dramatisierung und der Emotionalisierung, bei der M. Schmitt den 'jugendlichen Helden' geben muß. Sollten die öffentlich-rechtlichen Anstalten für die kommende Saison an der Ausstrahlung interessiert sein, werden sie nicht nur wesentlich höhere Rechtepreise als bisher zahlen, sondern in Bezug auf Übertragungsdauer und Präsentation auch den neuen Unterhaltungsansprüchen der Zuschauer bei Sportveranstaltungen Rechnung tragen müssen [18]. Verständlich also, daß auch die betreffenden Sender ein lebhaftes Interesse am Erfolg der eigenen Mannschaft haben und sich nicht nur beim "Vertrieb" der Ware Sport, sondern z.B. durch Sponsoring aktiv beim Zustandekommen des Erfolges engagieren. Verständlich auch, daß immer dann, wenn plötzlich viel Geld im Spiel ist, die Versuchung zunimmt, dem Erfolg nachhelfen zu wollen, wenn er sich nicht von selber einstellt; der Teufelskreis beginnt: mit steigender Nachfrage steigt der Preis; dessen Höhe ist abhängig vom Erfolg, die erfolgsstabilisierenden Mittel sind nicht immer legitim; es folgt das übliche - und völlig folgenlose - Lamento über die totale Kommerzialisierung des Sports. Und die Medien, zumal die öffentlich-rechtlichen, verlieren zunehmend ihren Beobachterstatus und ihre Wächterrolle, weil plötzlich die Informationspflicht mit Wirtschaftsinteressen kollidiert (s.u.). Dabei besteht das Jahr 1998 bereits bis zum Beginn der "Tour de France" aus Sicht der ARD aus einer nicht enden wollenden Kette von sportlichen "Highlights": Ski-Weltcup, Winterolympiade, diverse Tennisturniere, Fußball-Weltmeisterschaft, im unmittelbaren Anschluß dann das größte Radsportrennen der Welt usw., usw. Jeder dieser Veranstaltungen werden stundenlange Übertragungszeiten eingeräumt; von der "Tour de France" sind dabei primär das Vor- und Nachmittagsprogramm der ARD und nahezu jedes Wochenende betroffen; dabei müssen neben Unterhaltungs- auch Informationssendungen ihre angestammten Sendeplätze räumen [19]. An den Wochentagen entfallen je nach Übertragungsbeginn (10.00; 11.00; 13.00; 14.00): ein Spielfilm am Vormittag (10.03); ”Länderzeit” (11.35/11.40/11.50); das ”ARD-Buffet” (12.15); die ”Wunsch Box privat” (14.00); ”Abenteuer Wildnis” (15.15); ”Fliege” (16.00). Am Wochenende sind, je nach Anfang und Ende der Übertragung, folgende Sendungen betroffen: Samstag: Dokumentarfilm (14.00); zwei Kindersendungen (15.00 bzw. 15.30); diverse ARD-Ratgeber (17.00); ”Brisant” (18.10); ”Brigitte TV” (18.45). Sonntag: ”Weltreisen” (12.45); ”Bilderbuch Deutschland” (13.45); Unterhaltungssendung (14.30); Spielfilm (15.30); ARD-Ratgeber (17.00); eine Reportage (17.30); die reguläre ARD-Sportschau am Sonntag (18.10). Sollten sich gerade in diesem Fall die Opportunitätskosten als zu hoch erweisen? Nach dem Ausschluß zweier, der unerlaubten Leistungssteigerung verdächtigten Radteams, erlebt das wichtigste Radrennen der Welt neben einem noch nie dagewesenen Übertragungsmarathon durch das öffentlich-rechtliche Fernsehen Deutschlands seinen größten Dopingskandal (s.u.). |
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| Original von kurbel Wie hieß es vorhin in der Heute Sendung, man wohle nicht das Schaulaufen der Pharmakonzerne übertragen (oder so ähnlich.) |
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| Daraufhin kehrt die ARD 1997 zur Praxis der Kurzzusammenfassungen zurück, das ZDF zeigt nach wie vor kein Interesse am Erwerb der Übertragungsrechte. |
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| Original von Tapefire! Ist das wirklich richtig? ICh kann mich daran erinnern das ich bie der Alp de huez Etappe bei meinen Eltern war und wir zappten fröhlich von ARD zu Eurosport, wenn Werbung war. Und Ulle sass doch fast jeden Abend bei der ARD im gelben Trikot rum , in seiner unbeholfenen Art beim Interview. |
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| Original von apoka weniger TV-Präsenz => weniger öffentliches Interesse => weniger Geld => weniger Doping => mehr öffentliches Interesse => mehr TV-Präsenz => mehr Geld => mehr Doping => ... |
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| Original von MrsFlax na, irgendwie scheint mir das eine logische konsequenz zu sein. wieso sollte man sportereignisse übertragen, deren ergebnislisten das gleiche verfallsdatum wie rohe eier haben? |
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| Original von badorties Und bevor ich jetzt wieder einen offenen Brief schreibe: Lieber Herr Brender, mit großer Vorfreude habe ich als Radsportfan gelesen, daß sich das ZDF in nächster Zeit verschärft kritisch gegen die dopingverseuchten Sportarten wenden wird. Dieser Schritt ist seit langem überfällig und aus fan- und journalistischer Sicht außerdem unverständlich, daß dies nicht schon viel früher initiiert wurde. Leider ist das Interesse am Radsport bei den meisten Journalisten im Juli am Höchsten, zudem man als guter Radsportreporter nur die Dopingverfehlungen der letzten 40 Jahre zitieren muß, um bei der breiten Masse der ZDF-Zuschauer als radsportkompetent angesehen zu werden. Ich warte seit Jahren bei Leichthletikveranstaltungen oder Übertragungen ähnlich dopingverseuchter Sportdisziplinen darauf, daß sie, bzw. ihre Reporter eine ähnlich deutliche Wortwahl finden. Da eine größere Anzahl ihrer ehemals aktiven Moderatoren aus der Leichtathletik und dem Schwimmen kommen, stelle ich mir die Frage, ob sie aufgrund der fehlenden Lobby so entscheiden oder aber ernsthaft über eine kritischere Doping-Berichterstattung nachdenken. Wenn sie so erpicht sind ethische Grundsätze in Frage zu stellen, warum haben sie das nicht in Erwägung gezogen, bevor sie die Verträge unterzeichneten? Und planen Sie tatsächlich in Zukunft in ähnlicher Form mit solchen Leuten wie Ben Johnson, Dieter Baumann oder deutschen Hochspringerinnen umzugehen, wie sie es pauschal mit Radsportlern tun? Wenn ja, dann gehört Ihnen und Ihrem Stab meine größte Hochachtung, denn dann würden Sie ja aktiv! Zu lange haben die Journalisten geschwiegen, weil ihre Gesellschaften dadurch Geld verdienen...Wenn ja, warum ist dann aufgrund der bestehenden Verträge (?) kein anderes sportliches Großereignis als solches in Frage gestellt worden? Wenn ja, warum haben Sie nicht längst dafür gesorgt, daß den richtigen Leuten die richtigen Fragen gestellt wurden, Grund genug gab es in letzter Zeit ja seit der festina -Affaire spätestens? Warum muß ich mir als Radsportfan anhören, daß diese Sportart wesentlich schlimmer verseucht ist, als alle anderen, wenn noch nicht einmal international verschiedene Standards in Frage gestellt werden, aber die Kommentatoren trotzdem glauben Kritik äußern zu dürfen? Sie machen sich es zu einfach und sind unglaubwürdig, Herr Brender, nicht der Radsport an sich ist pauschal schuldig, noch der Radsportler, noch sollten die Millionen radsportfans dafür bestraft werden, daß es den Journalisten aufrgrund wirtschaftlicher Verstrickungen heutzutzage nicht mehr erlaubt ist, objektiv über die Ereignisse zu berichten. |
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ZDF will Teamstrafen bei Doping Kassel (dpa/lhe) - Nach den Dopingvorwürfen gegen den Tour-de- France-Sieger Floyd Landis will das ZDF auch die Rennställe in die Pflicht nehmen. «Es stellt sich beispielsweise die Frage, ob es mit individuellen Strafen für die betroffenen Fahrer getan ist - oder ob nicht vielmehr auch die Rennställe sanktioniert werden müssen», sagte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender der in Kassel erscheinenden HNA (Samstag-Ausgabe). Eine ein- oder mehrjährige Sperre eines ganzen Rennstalls hätte nach seiner Ansicht einschneidende wirtschaftliche Konsequenzen für Sponsoren und das gesamte Team. Brender bekräftigte, dass das ZDF nur dann weiter über die Tour de France berichten werde, wenn es zu Veränderungen komme. |
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