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--- Das integre Team. Leitsätze für Teammanager und Sponsoren. (http://forum.cycling4fans.de/thread.php?threadid=21758)


Geschrieben von chreezer am 28.04.2008 um 22:40:

Text Das integre Team. Leitsätze für Teammanager und Sponsoren.




Geschrieben von conconi am 28.04.2008 um 23:31:

  RE: Das integre Team. Leitsätze für Teammanager und Sponsoren.

Ein schöner Traum, so ein Team. Man sollte ihn weiter träumen, vielleicht wird er eines Tages doch wahr.

Bei Stapleton hatte ich ganz kurz gedacht der würde sowas in der Art vorhaben, die Bedingungen lagen eigentlich alle vor, besonders finanziell. Er hätte nur noch ausmisten müssen. Da er das Gegenteil tat, hat sich das inzwischen natürlich erledigt.

Offene Frage wäre für mich, wie man als solches Team am geschicktesten mit der anderen Seite des Spektrums umgeht, also mit Bruyneel- und Riis-artigen Teams. Ignorieren und einfach sein Ding durchziehen? Oder offensiv?



Geschrieben von Piti am 29.04.2008 um 08:47:

  RE: Das integre Team. Leitsätze für Teammanager und Sponsoren.

Zitat:
Original von chreezer
  • Wenn potentielle Sponsoren merken, dass Sie gut mit den Medien umgehen können und dass Sie es mit einem (in diesen Zeiten nicht mehr so oft anzutreffenden) grundehrlichen Produkt zu tun haben, werden Sie sich vor Anfragen nicht retten können.

Daran glaube ich nicht. Das funktioniert vielleicht in Ländern, in denen der Radsport eine so große Bedeutung hat, dass er auch in den Medien ist, wenn kein potentieller Toursieger in Sicht ist. Deutschland sucht den Superstar.



Geschrieben von Donishäusle am 29.04.2008 um 08:56:

  RE: Das integre Team. Leitsätze für Teammanager und Sponsoren.

Zitat:
Original von conconi

Offene Frage wäre für mich, wie man als solches Team am geschicktesten mit der anderen Seite des Spektrums umgeht, also mit Bruyneel- und Riis-artigen Teams. Ignorieren und einfach sein Ding durchziehen? Oder offensiv?


Da wäre für mich aber auch Klärungsbedarf. Wir hätten also ein sauberes Team. Gegen wen fährt man dann Rennen? Darf man "die anderen" schlagen und wie erklärt man es?

Auch Jaksche hatte ja gesagt er würde sich gerne in einem eigenen Team einem strikten Anti-Dopingprogramm unterziehen, das idealerweise von Professor Franke designt würde.



Geschrieben von chreezer am 29.04.2008 um 20:48:

  RE: Das integre Team. Leitsätze für Teammanager und Sponsoren.

Zitat:
Original von Donishäusle
Zitat:
Original von conconi

Offene Frage wäre für mich, wie man als solches Team am geschicktesten mit der anderen Seite des Spektrums umgeht, also mit Bruyneel- und Riis-artigen Teams. Ignorieren und einfach sein Ding durchziehen? Oder offensiv?


Da wäre für mich aber auch Klärungsbedarf. Wir hätten also ein sauberes Team. Gegen wen fährt man dann Rennen? Darf man "die anderen" schlagen und wie erklärt man es?


Offensiv mit der gesamten Problematik umgehen: Klar! Offensiv gegen o.g. Teams vorgehen: Nein, nur wenn absolut nötig (bspw. bei Beleidigungen oder Ähnlichem).
Ich denke hier benötigt es nicht noch speziell einen Zeigefinger. Durch die Teamphilosophie wird das Thema nicht in der Versenkung verschwinden. Dieses Fundament reicht aus. Eine tiefergehende Sensibilisierung wird sich bei jedem halbwegs Radsportinteressierten von alleine einstellen. Dafür sorgen ja nicht zuletzt o.g. Teams.

Natürlich fährt man gg. diese Teams Rennen und natürlich wird man auch gewinnen dürfen. Wie beschrieben, soll sowohl eine Alleinstellung als auch ein gezieltes Vorgehen gg. einzelne Teams möglichst vermieden werden. Ich halte es für sehr wichtig in der Niederlage und im Sieg gleichermaßen teamseitig keine Anschuldigungen, Vermutungen oder dergleichen laut zu machen.
Das Team soll ja nicht nur eine pure Öffentlichkeitsmaschinerie sein, sondern wirklich den fairen Sport leben. Schlußfolgerungen und deren Publizierung können von externer Seite durchgeführt werden. Ich setze hier, wie gesagt, auf die Sensibilisierung.
Im jetzigen Stadium halte ich es sowieso für müßig, sich über eventuelle Erklärungsnöte Gedanken zu machen, weil wenn dieser Punkt wirklich mal kommen sollte, wäre der Radsport schon verdammt weit.

Es geht nicht darum das System sofort mit Gewalt umzukrempeln, sondern das kurzfristige Ziel ist eigentlich: Ein ehrliches sauberes Team kann eine Zukunft im Sport haben bzw. dem Sport eine geben. Ausreichend Fans, Publicity, gute Gehälter bei wohl zwangsläufig minderer Ergebnisqualität. Ich denke wenn man es gewissenhaft und ehrlich angeht und keine halben Sachen macht, kann es sich für alle Beteiligten (Sponsoren, Staff und Sportler) trotz Allem lohnen diesen Weg zu gehen.

Stellt sich hier bei diesem Team der Erfolg ein, nicht primär bei Ergebnissen, sondern mehr in den Punkten Glaubwürdigkeit und Resonanz, dann kann es vielleicht größere Steine ins rollen bringen.



Geschrieben von cervelo am 30.04.2008 um 17:24:

 

Ein Punkt wurde vergessen: Auf keinen Fall dürfen Rennen gewonnen werden, denn dies ist ein klares Indiz für Dopingmissbrauch



Geschrieben von chreezer am 04.05.2008 um 01:48:

  Sponsorensuche

Mal was anderes, aber hier eigentlich ganz passend. Denkt ihr dass Gerolsteiner und HighRoad* mit ihrem aktuellen Gepansche Sponsoren anlocken? Ich weiß ja nicht, ob dass aktuell die richtigen Signale sind. Ein potentielles Engagement wird, zumindest in D, doch in dieser Zeit sicher ganz genau auf Glaubwürdigkeit geprüft. Da scheinen mir die aktuelle Leistungen irgendwie hirnrissig. Mal unabhängig davon, wie sauber irgendwelche Teams wirklich sind, aber rein imagemäßig stell ich mir einen Einstieg bei z.B. Cofidis sinnvoller vor als bei Gerolsteiner?!

* Okay, HighRoad scheint ja sowieso kein großes Interesse am europäischen Markt zu haben.



Geschrieben von Windkante am 04.05.2008 um 10:44:

  RE: Sponsorensuche

Zitat:
Original von chreezer
Mal was anderes, aber hier eigentlich ganz passend. Denkt ihr dass Gerolsteiner und HighRoad* mit ihrem aktuellen Gepansche Sponsoren anlocken? Ich weiß ja nicht, ob dass aktuell die richtigen Signale sind. Ein potentielles Engagement wird, zumindest in D, doch in dieser Zeit sicher ganz genau auf Glaubwürdigkeit geprüft. Da scheinen mir die aktuelle Leistungen irgendwie hirnrissig. Mal unabhängig davon, wie sauber irgendwelche Teams wirklich sind, aber rein imagemäßig stell ich mir einen Einstieg bei z.B. Cofidis sinnvoller vor als bei Gerolsteiner?!

* Okay, HighRoad scheint ja sowieso kein großes Interesse am europäischen Markt zu haben.

Gerolsteiner und HMH schaffen es erstaunlich gut, sich zu vermarkten. Schumis auffällige Blutwerte vor der WM spielen überhaupt keine Rolle mehr, daß Jaksche nicht unterkam lastet man allein Milram an, wo sich wenigstens der Sponsor bemüht hat. Solange HMH sich in den Medien als Antidopingkämpfer präsentieren kann ohne jede kritische Nachfrage, sehe ich da keine Probleme. Sponsoren dürften ja kaum so tiefe Kenntnisse im Radsport haben, daß sie von selbst Unstimmigkeiten bemerken.



Geschrieben von teufelsberg am 04.05.2008 um 13:19:

  RE: Sponsorensuche

Sehe ich auch so. Holczer holt Rebellin (gibt es das eigentlich auf YouTube) und darf trotzdem vor der Öffentlichkeit den Saubermann spielen, offenbar dankbar aufgenommen oder zumindest nicht angegriffen, auch von den ihre Kritikfähigkeit wiederentdeckt habenden Journalisten.

Natürlich könnten potentielle Sponsoren dem Braten nicht trauen, aber ob da wirklich die aktuellen Erfolge den Ausschlag gäben? Eher nicht.

Gutes Beispiel ist ja Kleinwart/Benson, die ja offenbar nicht gerade Erfolglosigkeit sponsern wollen.



Geschrieben von johw am 18.05.2008 um 11:08:

  RE: Sponsorensuche

Zitat:
Original von teufelsberg
Sehe ich auch so. Holczer holt Rebellin (gibt es das eigentlich auf YouTube) und darf trotzdem vor der Öffentlichkeit den Saubermann spielen, offenbar dankbar aufgenommen oder zumindest nicht angegriffen, auch von den ihre Kritikfähigkeit wiederentdeckt habenden Journalisten.

Natürlich könnten potentielle Sponsoren dem Braten nicht trauen, aber ob da wirklich die aktuellen Erfolge den Ausschlag gäben? Eher nicht.




Welche Alternative hatte (hat) denn Holczer, wenn er nicht einige wie Rebellin verpflichtet?

Es geht doch nicht nur darum, daß der Sponsor Erfolge sehen will (da hat sich einiges geändert, auch sportliches Fahren in Außreißergruppen - groß im Bild - durchaus mit nachträglichem Fiasko - läßt sich in das Werbe-Image eines manchen Sponsors einbauen, Goethe hätte gesponsert, wer immer strebend sich bemüht, dem ...).

Aber ohne Leistungträger findet sich Gerold Steiner schnell außerhalb des Pro-Tour-Circels wieder. Saubere Teams auf dem grünen Tisch gibt es genug. Die Zeit, eine eigene Manschaft auch im Jugendbereich aufzubauen (da weiß man was man hat) war nicht da und wurde bisher von den Sponsoren auch nicht unterstützt. Auch heute dürfte es für Pro-Tour-Teams schwierig sein, einen Sponsor dafür zu begeistern. Auch besteht das Umdenken der Sponsoren - wenn überhaupt noch Interesse - eigentlich erst seit dem Ausstieg von T-Mobile.



Mir ist Holczer (trotz seiner Schwindelei) erheblich und dezidiert lieber als solche Protagonisten wie Bjarne Riis, Johan Bruyneel, Patrick Lefevere, Walter Godefroot und Bob Stapleton. Die schenken sich gegenseitig nix und kassieren nur noch noch so lange ab, wie es geht.

Denn lange geht es nicht mehr:

" .... Als Vertreter der deutschen Strafverfolgung sprach der Frankfurter Staatsanwalt Dr. Hans Harald Körner. Er plädierte in seinem Referat eindringlich dafür, die Dopingkriminalität der Drogenkriminalität gesetzlich gleichzusetzen und als Rechtsgutverletzung ebenfalls die Volksgesundheit anzunehmen. Die derzeitigen Möglichkeiten, mit Hilfe des Arzneimittelrechts gegen Doping vorzugehen, erkannte Körner anhand zahlreicher Beispiele als insgesamt ungenügend und sprach von der „Taschenlampe im Dunkelfeld der Dopingkriminalität“. Bedenken vieler Sportvertreter vor einer Kriminalisierung der Sportler begegnete er mit dem eigentlichen Interesse der Justiz, nämlich der Überführung der Drogen- bzw. Dopingdealer. Zwar werde jeweils ein Ermittlungsverfahren eingeführt, im Normalfall aber von einer Bestrafung abgesehen..."

http://www.sport-transparency.org/2008/01/03/2-beiten-burkhardt-anti-doping-forum-in-berlin-sport-transparency-war-dabei/


2. April, 2008
Frankreich verschärft den Kampf gegen Doping. In Zukunft soll bereits der Besitz von Dopingmitteln strafbar sein. ....

Der geplante Straftatbestand erlaubt, Sportler und Funktionäre in Polizeigewahrsam zu nehmen, wenn sie im Besitz von Dopingmitteln sind. Fortan sollen auch die Voraussetzungen für Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmen erleichtert werden. Neben der Sanktion des Besitzes sind werden auch die Produktion, der Transport und die Ein- und Ausfuhr von Dopingmitteln strafbar sein.

Künftig muss bei Dopingvergehen sofort die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden. Die Verwaltungen sollen ihre Informationen über Kontrollen austauschen.

In Deutschland wird die Besitzstrafbarkeit von Dopingmitteln bislang mehrheitlich abgelehnt. Einer der führenden Verfechter einer rigoroseren staatlichen Politik ist der Marburger Strafrechtsprofessor Dieter Rössner. Seiner Ansicht nach reichten die Sanktionsmöglichkeiten des Arznei- und Betäubungsmittelgesetz nicht weit genung. Er fordert einen Straftatbestand nach französischem Beispiel.

http://www.sport-transparency.org/2008/04/02/news9500/

Es ist inzwischen geltendes Recht:

"...Das neue Gesetz sei in großer Eile durchs Parlament gebracht, damit es rechtzeitig zum Tour-Start am 5. Juli in Brest angewendet werden kann, hieß es am Donnerstag aus Regierungskreisen. Das größte Radrennen der Welt wurde mehrmals durch Doping-Skandale erschüttert.
http://www.vol.at/news/tp:vol:sport-homepage/artikel/frankreich-verschaerft-anti-doping-gesetz/cn/apa-115155295

in Italien, Spanien (ja auch dort, für Fuentes kam es zu spät), England, Schweiz und kürzlich auch Österreich ist es ähnliches bereits geltendes Recht.



Aus die Maus. Man sollte die Staatsgewalt nicht unterschätzen.

Nur die Fans scheinen es immer noch nicht mitbekommen zu haben.



Geschrieben von chreezer am 18.05.2008 um 13:31:

  RE: Sponsorensuche

Zitat:
Original von johw
Mir ist Holczer (trotz seiner Schwindelei) erheblich und dezidiert lieber als solche Protagonisten wie Bjarne Riis, Johan Bruyneel, Patrick Lefevere, Walter Godefroot und Bob Stapleton. Die schenken sich gegenseitig nix und kassieren nur noch noch so lange ab, wie es geht.

Denn lange geht es nicht mehr:

...
...

Aus die Maus. Man sollte die Staatsgewalt nicht unterschätzen.


Wäre schön wenn du das ganze mal etwas schlüssiger formulieren könntest. Mir erschließt sich weder warum Holczer besser als die anderen ist, noch was die Gesetze am "Abkassieren" (?) der anderen ändern sollen?



Geschrieben von johw am 18.05.2008 um 15:22:

  RE: Sponsorensuche

@chreezer,
Du weißt scheinbar mehr und besser, was in Holczer vorgeht. Warum fragst Du mich und sprichst selbst nicht Klartext?


Trotzdem antworte ich Dir gerne:

Besser (nicht gut) ist Holczer u.a., weil er wenigstens ein par Jüngeren (sauberen, ich meine nicht Schuhmacher) eine Chance in einem Pro-Tour-Team gibt, wengleich es ihm gut zu Gesicht gestanden hätte, Jörg Jaksche zu verpflichten, zumindest ihn nicht zu kritisieren (ob zu geringer Aufklärung).

Was Holczer zumindest erreicht hat ist, daß alle obigen Protagonisten Ziele und Antidoping-Bekenntnisse formulieren (mußten) an denen sie gemessen werden werden - was deren Entsorgung vereinfachen könnte.

Selbst wenn es Holczer es so nicht gewollt haben sollte und selbst dabei Federn lassen muß:

Dagegen habe ich nix



Geschrieben von chreezer am 18.05.2008 um 15:42:

  RE: Sponsorensuche

Nein, ich weiß auch nicht was in Holczer vorgeht...großes Grinsen

Deine Auffassung klingt jetzt aber nachvollziehbar. Sehe das im Übrigen auch so, Holczer unterscheidet sich schon in einigen Punkten von den anderen genannten, aber in deinem Posting hatte ich dafür jetzt keine Begründung gesehen, v.a. hat mich das Wort "abkassieren" in dem Zusammenhang ziemlich iirritiert...Augenzwinkern



Geschrieben von johw am 18.05.2008 um 15:43:

  RE: Sponsorensuche

Was ich noch vergessen hatte zu erwähnen:

Dem französischen Gesetz liegt als Strafbarkeitstatbestand NICHT die WADA-CODE-Dopingliste zugrunde, was u.a. den Vorteil hat, die Liste schnell und unkompliziert nach neueren Erkenntnissen zu ergänzen, was wiederum besonders bei CSC für Bauchschmerzen sorgen konnte.

Jedenfalls dies dürfte die Vorfreude und die Vorbereitung auf die TdF 2008 empfindlich einschränken.

Jetzt verständlicher?


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