Cycling4Fans - Forum (http://forum.cycling4fans.de/index.php)
- Radsport (http://forum.cycling4fans.de/board.php?boardid=19)
-- Die Profi-Szene (http://forum.cycling4fans.de/board.php?boardid=1)
--- L'Equipe (http://forum.cycling4fans.de/thread.php?threadid=18967)


Geschrieben von tick am 26.04.2006 um 07:09:

  L'Equipe

L'Equipe kann nicht verstehen warum die Französen so schlecht fahren: es kann nur daran liegen, dass alle andere dopen......


Early in March, after the French were wiped out in the last climbing stage in Paris-Nice, Marc Madiot, the director of the Française des Jeux team, described the results as "a beating."

"I don't blame my riders," he said. "We work hard, we increased our training, we've improved our racing program, but, at the end, we're not there. When you can play, you play; when you can't, you can't."

L'Équipe summed it up: "In one blow, the idea of cycling always at two speeds came to mind again."

Then, in an article last week after Valverde won the demanding Flèche Wallonne five days before his victory in Liège, L'Équipe rather poisonously voiced suspicions about the Spaniard.

After he beat Lance Armstrong in an Alpine climb in the last Tour de France, the paper said, Valverde quit the race not because of an injured knee but under pressure from the authorities "for ethical reasons." His withdrawal, the paper said, "reawakened the specter of doping."

http://www.iht.com/articles/2006/04/25/sports/BIKE.php



Geschrieben von blaireau am 26.04.2006 um 07:51:

  RE: L'Equipe

Zitat:
Original von tick
L'Equipe kann nicht verstehen warum die Französen so schlecht fahren: es kann nur daran liegen, dass alle andere dopen......

Dass Doping ein bisschen Vorteile bringen kann, ist ja nicht mehr ernsthaft bestritten.

Schauen wir einfach auf die Ergebnisse der Fahrer jener Länder, in denen Athleten oft in Trainingskontrollen erwischt werden (also ein effektives Kontrollsystem ausgeübt wird) oder in denen es Gesundheitssperren gibt aufgrund von Blutparametern.

Und vergleichen das mit Ergebnissen von Fahrern von Ländern, in denen nie ein Fahrer in einer Trainingskontrolle hängenblieb und wo keine Schutzmechanismen verhängt sind.

Also z.B. Preisfrage: welcher Spanier ist schon mal in einer Trainingskontrolle hägengeblieben? Gibt es in Spanien vorsorgliche Sperren?



Geschrieben von teufelsberg am 26.04.2006 um 09:35:

  RE: L'Equipe

Zitat:
Original von tick
Valverde quit the race not because of an injured knee but under pressure from the authorities "for ethical reasons.


aha.?!



Geschrieben von blaireau am 26.04.2006 um 09:47:

  RE: L'Equipe

Zitat:
Original von teufelsberg
Zitat:
Original von tick
Valverde quit the race not because of an injured knee but under pressure from the authorities "for ethical reasons.

aha.?!

Heeeeee, der Mann hat LA in einer TdF-BA geschlagen. Keiner schlägt den Ferraristo und "Wahrer der Interessen" ungedopt, merk' Dir das!



Geschrieben von Michelin-Männchen am 26.04.2006 um 09:51:

  RE: L'Equipe

Zitat:
Original von blaireau
Heeeeee, der Mann hat LA in einer TdF-BA geschlagen. Keiner schlägt den Ferraristo und "Wahrer der Interessen" ungedopt, merk' Dir das!

Bis auf Basso, aber der Sieg war eh geschenkt ...



Geschrieben von Bugno am 26.04.2006 um 09:52:

  RE: L'Equipe

Das heißt, Lance war daran beteiligt, dass Alessandro weinend aufgeben musste? Verzweiflung (Kater haben)



Geschrieben von ogkempf am 26.04.2006 um 09:53:

  RE: L'Equipe

Zitat:
Original von Michelin-Männchen
Bis auf Basso, aber der Sieg war eh geschenkt ...


So wie der von Tafi in Flandern?! großes Grinsen


Also das Frankreich ein wenig sauberer ist als der Rest der Welt, wurde hier ja auch schon mal angedacht, allerdings wurde es eben in einem kleinen, deutschen Forum ausgesprochen und nicht in der größten, französischen Sportzeitung publiziert....



Geschrieben von Brian am 26.04.2006 um 09:53:

  RE: L'Equipe

Zitat:
Original von blaireau
Heeeeee, der Mann hat LA in einer TdF-BA geschlagen. Keiner schlägt den Ferraristo und "Wahrer der Interessen" ungedopt, merk' Dir das!


Blaireau,
hier übersiehst du imho allerdings etwas das LA in Frankreich auch nicht gerade der beliebteste war und ist...



Geschrieben von TEVC am 26.04.2006 um 09:57:

  RE: L'Equipe

Zitat:
Original von ogkempf
So wie der von Tafi in Flandern?! großes Grinsen


Kommsu su mir... schau ma Video... sagst Du nischts mehr... i schwör Webmistress Keule



Geschrieben von maki am 26.04.2006 um 10:03:

 

in den angesprochenen Artikeln geht es nur ganz wenig um Doping als Ursache der französischen Misere. Und neu sind diese Vermutungen auch nicht, das haben die französsichen sportlichen Leiter alle schon einmal getan und in l'equipe stand das auch schon öfters.

Interessant an den jüngsten Äußerungen in l'Equipe sind die deutlich angesprochenen Defizite, die es in den überkommenen Strukturen des französischen Radsports gibt. Das haben andere auch schon gelegentlich öffentlich moniert, aber jetzt wird es wohl drängender.



Geschrieben von maki am 26.04.2006 um 10:46:

  RE: L'Equipe

Zitat:
Original von blaireau
Zitat:
Original von tick
L'Equipe kann nicht verstehen warum die Französen so schlecht fahren: es kann nur daran liegen, dass alle andere dopen......

Dass Doping ein bisschen Vorteile bringen kann, ist ja nicht mehr ernsthaft bestritten.

Schauen wir einfach auf die Ergebnisse der Fahrer jener Länder, in denen Athleten oft in Trainingskontrollen erwischt werden (also ein effektives Kontrollsystem ausgeübt wird) oder in denen es Gesundheitssperren gibt aufgrund von Blutparametern.

Und vergleichen das mit Ergebnissen von Fahrern von Ländern, in denen nie ein Fahrer in einer Trainingskontrolle hängenblieb und wo keine Schutzmechanismen verhängt sind.

Also z.B. Preisfrage: welcher Spanier ist schon mal in einer Trainingskontrolle hägengeblieben? Gibt es in Spanien vorsorgliche Sperren?



kleine Anmerkung zu Frankreich:

In Frankreich gibt es zwar ein System medizinischer Langzeituntersuchungen, die allerdings nicht mit Dopingkontrollen in Verbindung gebracht werden sollen (es aber immer wieder werden). Von ausgesprochenen Gesundheitssperren ist mir nichts bekannt. Wenn überhaupt, läuft das nicht öffentlich. Ich habe den Eindruck, dass das System der UCI fast schon effektiver ist.

Zu Trainingskontrollen in Frankreich:

Es gab so gut wie keine! Es ist nämlich nicht erlaubt, Kontrollen in den Wohnungen der Athleten durchzuführen. Auch nach dem neuen Gesetz von 2005 können diese nur zuhause durchgeführt werden, wenn die Sportler zustimmen.

Auch neu ist, dass die Sportler ihren Aufenthaltsort mitteilen müssen. Die Sportler gingen ins Ausland trainieren und waren so auf jeden Fall gefeit gegen das Auftauchen franz. Kontrolleure. Diese Neurreglung geht auf den WADAcode zurück und wird zwingend mit der Einführung einer nationalen Antidopingagentur in Frankreich. Noch letztes Jahr wurde verordnet, dass Trainingslager im Inland stattzufinden hätten.



Geschrieben von Alfred am 26.04.2006 um 12:02:

 

Ach ja, die Franzosen, sie dopen nicht... Dabei hat es Rominger schon 96, nach seinem Wechsel zu Cofidis indirekt erklärt, als der Ferrari Schützling die medizinische Abteilung stark kritisiert hat. Warum wohl? Das ist das Problem, das organisierte, kontrollierte Teamdoping, wie z. B. ****... (darf ich jetzt hier wohl nicht nennen, oder, aber wer die Augen offen hält, weiß eh, welche Teams ich meine). Da verbrennt sich kein Teammanager mehr nach den Festina, Cofidis Vorfällen die Finger, auch kein Sportarzt in Frankreich, ich kann es mir nicht vorstellen. Die lassen die Fahrer schön alleine experimentieren. Gute Ärzte sind dazu zu teuer für den Großteil der Fahrer, die Teams in Frankreich zahlen ja nicht so gut, usw.. Und an die guten Medikamente zu kommen, ist auch nicht mehr so leicht.

Interessant wäre, ob der berühmteste Patient von Dr. Ferrari und übermenschliche Krebsbesieger als Fahrer bei Cofidis, wenn die ihm zuvor nicht wegen seiner Erkrankung davon gejagt hätten, ebenfalls 7 mal die Tour gewonnen hätte? Hätten sie im auch die Möglichkeit gegeben, die besten "Ärzte" für sich und sein Team anzuwerben? The answer my friend is blowing in the wind...

Fällt mir das Zitat ein:

Philippe Gaumont:
"Während meiner gesamten Karriere dachte ich, dass das Glück des Sortlers im Sieg, im Ruhm und im Geld liegt und wenn das nicht eintraf, wurde ich verrückt. Ich dopte mich, um in den Augen anderer etwas dazustellen, um deren Anerkennung zu erlangen, um immer mehr zu verdienen, aber ich habe viel verloren. Wenn ich mich heute betrachte, dann muss ich feststellen, dass ich nicht weiß, was für ein Sportler ich wirklich war. ... ich habe eines der wichtigsten Ziele des Lebens nicht erreicht: das Ziel sich kennenzulernen. Und das ist sicher das Schlimmste."



Geschrieben von Flahute am 26.04.2006 um 12:24:

  RE: L'Equipe

Zitat:
Original von maki
In Frankreich gibt es zwar ein System medizinischer Langzeituntersuchungen, die allerdings nicht mit Dopingkontrollen in Verbindung gebracht werden sollen (es aber immer wieder werden).


Langzeituntersuchungen sind aber nicht nur ein guter Ansatz, sondern auch ein wichtiges Hilfsmittel zur Doping-Früherkennung, da dort essentielle Parameter wie z.B. Blutwerte und deren Schwankungen erfasst werden, die dann als indirekte Beweise für Doping dienen können, wenn es direkte Beweise nicht gibt.
Ich will den Franzosen keinen Freibrief ausstellen, aber Langzeituntersuchungen und ein effektives Dopingkontrollnetz sind der Schlüssel, wenn man dem Problem überhaupt Herr werden möchte...



Geschrieben von gardener am 26.04.2006 um 12:29:

  RE: L'Equipe

Zitat:
Original von Flahute
Zitat:
Original von maki
In Frankreich gibt es zwar ein System medizinischer Langzeituntersuchungen, die allerdings nicht mit Dopingkontrollen in Verbindung gebracht werden sollen (es aber immer wieder werden).



Ich will den Franzosen keinen Freibrief ausstellen, aber Langzeituntersuchungen und ein effektives Dopingkontrollnetz sind der Schlüssel, wenn man dem Problem überhaupt Herr werden möchte...


Angenommen, die offensichtliche Schwäche der französischen Teams in den letzten Jahren hat tatsächlich mit effektiverer Dopingbekämpfung in diesem Land zu tun - welchen Anreiz soll dieses französische System auf andere Nationen haben? Gemeinsame Standards in dieser Richtung mögen möglich sein, sind aber in der Praxis auf gleichem Niveau unmöglich durchsetzbar. Da fehlen nicht nur die Mittel, sondern vor allem der Wille. Frankreich dient hier ja alles warnendes Vorbild.



Geschrieben von Tourmalet am 26.04.2006 um 12:31:

Daumen runter!

Was für Heulsusen!



Geschrieben von Flahute am 26.04.2006 um 12:32:

  RE: L'Equipe

Zitat:
Original von gardener
Da fehlen nicht nur die Mittel, sondern vor allem der Wille.


Deswegen ja auch mein letzter Halbsatz... hoffnungslos



Geschrieben von Jana am 26.04.2006 um 13:37:

  RE: L'Equipe

Ähhh, und bei der letzten Tour haben "sie" (die mit den ethischen Gründen, was auch immer damit gemeint ist) Valverdes Knieprobleme nur inszeniert oder wie? Und ihn danach monatelang keine Rennen bestreiten, aber an der WM teilnehmen lassen? Interessante Verschwörungstheorie...



Geschrieben von teufelsberg am 26.04.2006 um 13:43:

  RE: L'Equipe

so abwegig nicht, wenn man ähnliche äußerungen des jahres 2004 erinnert und die anschließende saisonplanung und dopingproblematik prominenter fahrer betrachtet.

durchaus denkbar, dass zur wm alles wieder im sauberen bereich war, so ganz ohne verschwindende zwillinge oder gräber von hunden oder gar ich spars mir.



Geschrieben von blaireau am 26.04.2006 um 13:52:

  RE: L'Equipe

Zitat:
Original von Jana
haben "sie" (die mit den ethischen Gründen, was auch immer damit gemeint ist) Valverdes Knieprobleme nur inszeniert oder wie? Und ihn danach monatelang keine Rennen bestreiten, aber an der WM teilnehmen lassen? Interessante Verschwörungstheorie...

"sie" können ja die Tour-Veranstalter gewesen sein, die Druck gemacht haben. Die "Knieprobleme" waren dann die Art Begründung, die jene vorsichtigen Fahrer brachten, die nach der Tour 94 die Saison abbrachen (weil sie wussten, dass das Fremdblut noch lange nachweisbar sein wird).

Die WM untersteht der UCI, die Diréction versucht ja auch eigene Züglein zu fahren (wie der Auschluss von Fahrern, die mit Doping in Berührung kamen, was aber bei Pdrnos nicht funktionierte, weil der in dem Heini sein Lieblingsfahrer-Team war).

Denk Dir was Schräges aus in diesem Sport, und wahrscheinlich stimmt's oder es ist noch Abenteuerlicher.

Das Verbände aufblühen (italienische Ausdauer, spanische Radfahrer, chinesische Schwimmerinnen, finnische Langläufer etc. etc.) allein wegen gut organisiertem Doping, das ist erweisen. Warum sollten dann Verbände nicht untergehen können, wenn sie sich zeitgemässen Methoden verweigern?



Geschrieben von maki am 26.04.2006 um 14:41:

  RE: L'Equipe

Zitat:
Original von Flahute
Zitat:
Original von maki
In Frankreich gibt es zwar ein System medizinischer Langzeituntersuchungen, die allerdings nicht mit Dopingkontrollen in Verbindung gebracht werden sollen (es aber immer wieder werden).


Langzeituntersuchungen sind aber nicht nur ein guter Ansatz, sondern auch ein wichtiges Hilfsmittel zur Doping-Früherkennung, da dort essentielle Parameter wie z.B. Blutwerte und deren Schwankungen erfasst werden, die dann als indirekte Beweise für Doping dienen können, wenn es direkte Beweise nicht gibt.
Ich will den Franzosen keinen Freibrief ausstellen, aber Langzeituntersuchungen und ein effektives Dopingkontrollnetz sind der Schlüssel, wenn man dem Problem überhaupt Herr werden möchte...



selbstverständlich

meine Bemerkung bezieht sich auf die Regelung in Frankreich:

die Langzeituntersuchungen wurden nach der Festina-Affaire eingeführt und es wurden auch erschreckende Werte gemessen. Sie gehörten bzw. gehören aber nicht in das Dopingreglement und waren auch nicht so zwingend, dass sich alle Sportler dem unterziehen mussten. Es wurde von offizeller Seite immer wieder betont, dass es nur um die gesundheitliche Vorsorge gehe, dass die Daten niemals öffentlich gemacht würden und dass auf keinen Fall jemandem ein Doping-Strick gedreht werden könne, doch die Sportler sahen es anders und verweigerten die Untersuchungen bzw. fanden Weger, die Ergebnisse zu beschönigen. Es gab heftige Diskussionen um den Sinn und Unsinn dieser Regelungen. Ob das in letzter Zeit in den Griff bekommen wurde, ist mir nicht bekannt.


Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH