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Geschrieben von Steamboat am 05.03.2006 um 23:01:
GT-Wildcards allgemein
Unibet ist heute aus Protest mit roten Armbändern bei der Abschlussetappe der Vuelta A Murcia und bei Driedaagse van West Vlaanderen gefahren.
Man begründete dieses Auftreten damit, dass man nicht besonders glücklich sei, zu keiner GT eingeladen zu sein. Offensichtlich überlegt man, ob den Betrieb zum Jahresende einstellt.
http://www.cyclingnews.com/news.php?id=news/2006/mar06/mar06news
Das stand zu befürchten. Im Grunde befürworte ich die Pro Tour, aber an diesem Beispiel werden die Schwachpunkte der Pro Tour deutlich. Es sind einfach zu viele Pro Tour Teams und zu wenig Chancen für die Professionals...
Geschrieben von Momo am 05.03.2006 um 23:04:
RE: GT-Wildcards allgemein
| Zitat: |
Original von Steamboat
Offensichtlich überlegt man, ob den Betrieb zum Jahresende einstellt.
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Tja. Dasselbe wird wohl mit Kaiku passieren....
"De nuevo, idéntico caso. Ambos equipos tienen comprometida su continuidad hasta el fin de la presente temporada y ambos tienen dudosa su proyección en 2007. En el caso de KAIKU, la empresa afirmó que su labor de patrocinio concluiría al final de esta campaña"
www.equipokaiku.com
Geschrieben von Cyclist am 05.03.2006 um 23:23:
RE: GT-Wildcards allgemein
Natürlich ist es schade, wenn Teams ihren Betrieb einstellen müssen, aber ich persönlich halte nichts von dem Konzept GTs als Retter von Teams. Dadurch wird ein Druck auf die Organisatoren von GTs erzeugt, kleine Teams einzuladen um deren Überleben zu sichern. Tun sie es nicht, sind sie indirekt an deren Scheitern schuld. Das kann es nicht sein. Nicht-Protour-Teams müssen einfach in der Lage sein ohne GT zu überleben, sonst begeben sie sich in eine Abhängigkeit, die von vornherein zum Scheitern verurteilt ist.
Der spanische Radsport steckt insgesamt in einer Krise, wie diverse Rennabsagen deutlich machen. Das Interesse am Radsport stagniert. Unter dieser Situation haben vor allem kleinere Teams zu leiden.
Geschrieben von Momo am 05.03.2006 um 23:39:
Aber man kann ja wohl nicht ein Team einladen, das unter sportlichen Gesichtspunkten schlechter war als die Konkurrenten....
Nur weil's ums Geld geht....
Geschrieben von Steamboat am 05.03.2006 um 23:52:
RE: GT-Wildcards allgemein
| Zitat: |
Original von Cyclist
Natürlich ist es schade, wenn Teams ihren Betrieb einstellen müssen, aber ich persönlich halte nichts von dem Konzept GTs als Retter von Teams. Dadurch wird ein Druck auf die Organisatoren von GTs erzeugt, kleine Teams einzuladen um deren Überleben zu sichern. Tun sie es nicht, sind sie indirekt an deren Scheitern schuld. Das kann es nicht sein. Nicht-Protour-Teams müssen einfach in der Lage sein ohne GT zu überleben, sonst begeben sie sich in eine Abhängigkeit, die von vornherein zum Scheitern verurteilt ist.
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Ich stimme dir in fast allen Punkten zu. Im Großen und Ganzen hast du recht.
Ich kann aber auch die Teamverantwortlichen von Unibet verstehen. Sie stellen einen nominell starken Kader zusammen, der es locker mit dem einen oder anderen Rennstall der Pro Tour Serie aufnehmen kann. Und wenn es dann zur Vergabe der Wildcards kommt, dann geht das Team leer aus, weil es in erster Linie nicht aus den Veranstalterländern kommt.
Mein Ansatz ist und bleibt der, dass die Pro Tour ohne Grund von 18 auf 20 Teams aufgestockt wurde und letztlich damit die Möglichkeiten der Professional Teams beschnitten wurden. Das kann nicht im Sinne des Radsports sein. Sportlich kommen dadurch Teams zu Starts , die die Anforderungen kaum angemessen bewältigen können. Dafür müssen andere zusehen.
Ursprünglich waren bis zu vier Wildcards möglich, als noch mit 18 Teams geplant wurde. Jetzt dürfen nur zwei... Im Sinne des Sports hoffe ich, dass alle drei GTs noch eine Karte vergeben dürfen. Es wäre gerecht.
Geschrieben von Cyclist am 06.03.2006 um 00:43:
| Zitat: |
Original von Momo
Aber man kann ja wohl nicht ein Team einladen, das unter sportlichen Gesichtspunkten schlechter war als die Konkurrenten....
Nur weil's ums Geld geht.... |
Genau aus dem Grund wurde 2005 Selle Italia zum Giro eingeladen - hinterher beschwerte sich niemand mehr...
Es gibt kein objektives Kriterium oder Gesetz nach dem Wildcards zu vergeben sind, es lag immer schon in der Hand der Veranstalter und die hatten auch in der Vergangenheit oft sehr eigenwillige Vorstellungen, aber: soll die UCI nun auch regeln nach welchen Kriterien die Wildcards zu vergeben sind?
@Steamboat: wenn ich mich richtig erinnere war immer eine entgültige PT mit 20 Teams geplant, allerdings sollte für den Übergang mit 18 Teams begonnen werden. Darauf wurde dann verzichtet.
Geschrieben von Brägel am 06.03.2006 um 00:50:
RE: GT-Wildcards allgemein
| Zitat: |
Original von Steamboat
Ursprünglich waren bis zu vier Wildcards möglich, als noch mit 18 Teams geplant wurde. Jetzt dürfen nur zwei... Im Sinne des Sports hoffe ich, dass alle drei GTs noch eine Karte vergeben dürfen. Es wäre gerecht. |
Ich glaube das würde das Problem nicht lösen.
Es würden sich immer Teams beschweren, wenn sie zu einer GT nicht zugelassen werden. Gerade die spanischen Teams würden den Giro aussen vorlassen und sich auf die Vuelta konzentrieren (was ja auch logisch ist). Es wäre dann egal ob sich 2 Teams mehr beschweren oder nicht.
Geschrieben von maniroller am 06.03.2006 um 01:52:
| Zitat: |
Original von Momo
Aber man kann ja wohl nicht ein Team einladen, das unter sportlichen Gesichtspunkten schlechter war als die Konkurrenten....
Nur weil's ums Geld geht.... |
Doch. Wahrscheinlich muss man sogar. Wenn man – wie auch immer – überleben will. Ohne einen „Masterplan“ wird das möglicherweise schwer ...
Geschrieben von Momo am 06.03.2006 um 11:32:
Naja klar. Geld regiert die Welt. Aber gerade im Fall Relax ist es doch so, dass die bis vor kurzem Cosponsor der Vuelta waren, dann ausgestiegen sind und die Vueltaorganisation hofft, dass sie wieder einsteigen, und deswegen Relax eingeladen haben. Und andere Teams, die wirklich schuften, um eingeladen zu werden, werden deshalb übergangen. Ich würde ja gar nichts sagen, wenn Relax auch sportlich überzeugt hätte...
Geschrieben von Cyclist am 06.03.2006 um 12:33:
Das ist eine ist die sportliche Seite, das andere die wirtschaftliche. Die Prioritäten von Radsportfans und Organisatoren sind nicht deckungsgleich. Ideal ist es, wenn ein sportlich erfolgreiches Team die Finanzierung sicherstellt, nur die Realität zeigt, dass das nicht immer der Fall ist.
Man kann noch soviel lamentieren, dass das nicht gerecht ist, aber wenn Rennen gecancelt werden müssen, ist die Freude bei den Fans auch nicht gerade groß. Ich verstehe den Ansatzpunkt von Organisatoren, denen die Finanzierung ihres Rennens wichtiger ist als der momentane größere sportliche Erfolg eines Teams.
Geschrieben von Steamboat am 06.03.2006 um 12:53:
| Zitat: |
Original von Momo
Naja klar. Geld regiert die Welt. Aber gerade im Fall Relax ist es doch so, dass die bis vor kurzem Cosponsor der Vuelta waren, dann ausgestiegen sind und die Vueltaorganisation hofft, dass sie wieder einsteigen, und deswegen Relax eingeladen haben. Und andere Teams, die wirklich schuften, um eingeladen zu werden, werden deshalb übergangen. Ich würde ja gar nichts sagen, wenn Relax auch sportlich überzeugt hätte...
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Momo,
ich nehme auch Anstoss bei der Vergabe der Wildcards. Die Einwände, die die anderen hervorbringen, haben ja wirklich ihre Berechtigung. Ich argumentiere lediglich aus einer gewissen sportlichen Sicht, die bei der Vergabe der Tickets eben eine aus meiner Sicht eine zu kleine Rolle gespielt hat. Landsmannschaftliche (Agritubel, Relax), traditionelle (Valenciana) oder strukturelle (Relax) Gesichtspunkte wurden leider höher bewertet. Da bleibt ein Team wie Unibet aus meiner Sicht benachteiligt auf der Strecke.
Zudem würde ich es begrüßen, wenn evtl. eine dritte Wildcard verteilt werden würde, um anderen unglücklichen Umständen gerechter zu werden.
Das Geldargument finde ich hingegen nicht gelungen. Es ist mir viel zu emotional. Dem möchte ich mich nicht anschließen.
Geschrieben von Tourmalet am 06.03.2006 um 12:55:
15,16 Pro Tour Teams würden völllig ausreichen. Von den 5! französischen Teams ist doch keines stark genug, die Mehrzahl der Pro-Tour-Rennen stark zu bestreiten.
Geschrieben von tusberg am 06.03.2006 um 14:34:
zu Unibet
Erst dieses Jahr gegründet bzw. übernommen von Mr. Bookmaker und schon zu den GT´s wollen.
Bringen sie dieses Jahr gute Leistungen sind sie 2007 mit dabei.
Geschrieben von zabelfan am 06.03.2006 um 15:17:
gabs nicht zu GS1/2 Zeiten auch Ärger mit den WildCards? Ich weiß zwar nicht mehr genau wie viele es waren, aber das Problem wird man wohl nie umgehen können, auch wenn man die Anzahl der ProTour Manschaften senken würde (Optimum wäre natürlich 0

)
Geschrieben von Momo am 06.03.2006 um 16:09:
| Zitat: |
Original von Steamboat
Das Geldargument finde ich hingegen nicht gelungen. Es ist mir viel zu emotional. |
Gut, ich gebe zu, dass ich bei dem Thema emotional zur Zeit ein bißchen angespannt reagiere...
Sagen wir es mal so: Es ist schade, dass so viel am Geld hängt. Was meiner Meinung nach auch unsinnig war, ist der frühe Termin für die Vergabe der Wildcards. Das hätte doch auch Anfang Mai gelangt. Ich meine, die Tour, die ja zwei Monate früher beginnt, vergibt ihre Wildcards zur selben Zeit wie die Vuelta... und der Giro auich, obwohl der ja noch eher beginnt.
Es ist gerade mal drei (aktive, also Renn-) Monate her, dass die Vuelta beendet ist. UNd im Oktober und Januar gibt es nun auch nicht so viele Rennen, in denen sich ein Team beweisen kann.
Geschrieben von Brägel am 06.03.2006 um 22:51:
| Zitat: |
Original von Tourmalet
15,16 Pro Tour Teams würden völllig ausreichen. Von den 5! französischen Teams ist doch keines stark genug, die Mehrzahl der Pro-Tour-Rennen stark zu bestreiten. |
Die 5 franz. Teams brauchen auch keine Pro-Tour-Rennen stark bestreiten, sie müssen nur bei den in Frankreich stattfindenden Rennen, zur Freude des Sponsors, mitfahren.
Und hierzu gehört bekanntlich die TdF also geht die Nominierungsdebatte von vorn los.
15,16 Pro-Tour-Teams ist aber ein guter Ansatz aber nach diesen Teams müßte es eine klare Rangliste (nach welchen Kriterien auch immer) geben, nach der Teams zu Pro-Tour-Rennen ingeladen werden.
Geschrieben von Steamboat am 06.03.2006 um 23:02:
Dass zu viele französische Teams der Pro Tour angehören, darüber herrscht in diesem Forum Konsens. Wenn man das letzte Jahr einfach mal als Bewertungskriterium heranzieht, ist doch jedem klar geworden, dass es so nicht funktioniert. Fdjeux und Bouygues waren sportlich völlig überfordert mit der Pro Tour.
MAn sollte nicht alle über einen Kamm scheren. Was Crédit Agricole und Cofidis betrifft, so kann man ihnen zwar nicht nur Glanzleistungen attestiieren, aber sie trafen schon manchmal den Ton. Ich habe zwar gegen ein weiteres Team aus Frankreich gewettert, allerdings muss man Ag2r zugestehen, dass sie von der Papierform nicht schwach besetzt sind. Dennoch sollte m.E. die PT um zwei franz. Teams erleichtert werden - auch im Sinne der Fahrer.
Mir geht es so, dass das Nachfolgeteam von MrBookmaker, Unibet, aus sportlicher Sicht eine Wildcard mehr als verdient hätte - wo auch immer. Leider aber gibt es Gründe, die eben nicht im sportlichen (und nicht unbedingt nur im finanziellen) Bereich zu suchen sind, die eine Teilnahme des Teams verhindern.
Geschrieben von Offi am 06.03.2006 um 23:26:
Naja, ok, die Wildcards sind schon ein Problem. Ich hätte drei Ideen:
1. Möglichkeit:
Die ProTour-Teams erhalten für die ProTour-Rennen eine Startgarantie, müssen die aber nicht an diesen Renn zwangsläufig teilnehmen. So müsste zum Beispiel Gerolsteiner nicht in Spanien fahren, es gibt sicherlich noch weitere Beispiele. Problem bleibt sicherlich die Tour, dort wird jeder seine Garantie wahrnehmen. Bei den anderen Rennen erhöht sich aber die Zahl der zu vergebenen Startplätze, so wie es früher war, dass dann zusätzlich weitere Mannschaften eingeladen werden konnten.
2. Möglichkeit:
Die ProTour erhält ein Ab- und Aufstiegssystem, das heißt, das sportlich schlechte Teams in die "zweite" Lige absteigen und sportlich Starke aufsteigen. Allerdings ist dieses System wohl auch nur förderlich bei einer Reduzierung der ProTour-Teams, da weiterhin 20 Teams mit Startgarantie bzw. -zwang vorhanden wären.
3. Möglichkeit:
Es gibt mehr Wildcards, vier wären angemessen, wovon aber zwei nach sportlich Gesichtspunkten verteilt werden müssen, das heißt, dass die zwei Stärksten der Teams, die sich um eine Wildcard beworben haben, eine bekommen, sowie zwei freiwählbare Teams. Allerdings müssten dann die Wildcards zeitnaher zur Veranstaltung vergeben werden um auch eine geeignete Rangliste zu haben. Eine langfristige Sicherheit ist also nicht unbedingt gegeben, außerdem könnte man überlegen diese Regel auch für die ersten Rennen auszusetzen. Dieses System wäre auch mit einer Verkleinerung der ProTour sehr sinnvoll, dann erhöht sich auch nicht die Anzahl der Teams pro Rennen.
Das das jetzige System murks ist, ist wohl auch jedem klar, allerdings werden sich die Veranstalter bei der Vergabe der Wildcards was gedacht haben, deswegen werde ich die Entscheidungen einfach mal hinnehmen, egal, was ich davon halte.
Geschrieben von zabelfan am 07.03.2006 um 12:08:
Das käme ja einer Abschaffung der ProTour gleich, erinnert mich irgendwie an den Weltcup (

) nur halt mit ein par mehr Rennen. Der Grundgedanke der ProTour-Schaffer, dass es eine geschlossene Rennserie wäre damit ja nicht mehr gegeben.
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