Geschrieben von Steamboat am 14.12.2005 um 01:49:
Saisonbilanz CSC
CSC – diese drei Buchstaben stehen im Radsport für hochwertige Qualität. Dieses Team ist nahezu auf allen Schauplätzen des Radsports zu Hause. Nur selten ging das Team bei den vielen Events der Pro Tour gänzlich leer aus.
Es sind nicht nur zwei oder drei Fahrer des Teams, die in der Lage sind, hochwertige Ergebnisse zu erzielen und die Farben des Teams mit Stolz zu tragen. Viele verschiedene Fahrer tragen das Team und sorgen für Glanzlichter. Zu anderen Zeitpunkten der Saison sind sich dann aber diese Fahrer nicht zu schade, sich in den Dienst wiederum eines anderen Fahrers zu stellen.
Das Teamkonzept wurde von Bjarne Riis entwickelt. Der Tour der France-Sieger von 1996 fällt durch mitunter sehr eigenwillige Trainingsmethoden auf. So veranstaltete er zu Beginn des Jahres ein Survival Camp, bei dem die Radsportler wie Soldaten sich mit den unterschiedlichsten Situationen arrangieren mussten. Das soll den Teamzusammenhalt fördern und für die nötige Gelassenheit in kritischen Situationen sorgen.
Inwiefern diese Arbeit unmittelbar Früchte trägt, lässt sich nur schwer beurteilen. Zumindest sorgt sie für den erwünschten Teamgeist. Radfahren müssen die Fahrer natürlich auch. Aber dieses können sie bekanntlich und nachweislich recht gut.
CSC gewann die Teamwertung der Pro Tour. Den Löwenanteil für den Gewinn erstritten die Fahrer durch ein mannschaftlich gelungenes Abschneiden bei den Klassikern, während sie sich bei den Rundfahrten anderen Teams geschlagen geben mussten. Diese Tatsache verwundert sehr, da kein CSC-Fahrer einen Klassiker der Pro Tour gewinnen konnte, während es zwei Rundfahrtssiege und je zwei zweite Plätze bei den Rundfahrten zu feiern gab. Allerdings gelangen drei Podiumsplätze bei den Ein-Tages-Rennen.
Die Kapitäne
Uneingeschränkter Leader für den Giro und die Tour de France war Ivan Basso. In seiner Heimat strebte er nach den Lorbeeren des Siegers, während er in Frankreich mit der Absicht antrat, um Armstrong zu bezwingen. An der Umsetzung beider Vorhaben scheiterte eher.
Basso war kurzzeitig im Besitz des rosafarbenen Trikots des Giros. Ein Manko schien zwar sein relativ schwach besetztes zu sein. Dennoch schien er einem Sieg beim Giro souverän entgegen zu steuern. Nach der 11. Etappe, wo er seinem Kontrahenten Savoldelli den in Zoldo Alto überlassen musste, konnte er das Leadertrikot abgreifen. Nach der 13. Etappe musste er es aber weiter reichen. Er litt unter einer Magenverstimmung, die ihm sichtbar Kräfte raubte. Schließlich hat er mit dem Ausgang des Rennens nichts mehr zu tun.
Basso kam aber wieder zurück. Auf dem Weg von Varazze nach Limone Piemonte verdeutlichte er, dass er im Vollbesitz seiner körperlichen Kräfte sicherlich nicht kampflos das Feld für die Konkurrenz überlassen hätte. Nach einer beeindruckenden Leistung siegte er.
Schon am nächsten Tag legte er nach. Das Zeitfahren von Chieri nach Turin konnte er auch gewinnen. Dem Italiener ist positiv zu attestieren, dass sich das spezielle Zeitfahrtraining auswirkte. Zum Tragen kam dieser Eindruck in Frankreich, wo er sich mit den besten Zeitfahrern der Welt messen konnte, während beim Giro meist nur die Italiener glänzen wollen. Und da Italiener allgemein keine Liebhaber von Einzelzeitfahren sind, musste Basso auch erst durch Sondermaßnahmen zum effektiven Trainieren motiviert werden. Brauchbares Feedback für diesen Einsatz erhielt er für sein Ergebnis nach der achten Etappe, als er sich nur seinem Teamkollegen David Zabriskie beugen musste.
Basso belegte schließlich den 28. Platz beim Giro. Ohne seine gesundheitliche Beeinträchtigung wäre bestimmt mehr möglich gewesen. Er hatte ursprünglich das Ziel, sowohl den Giro als auch die Tour zu gewinnen. Nachdem beim Giro ein Erfolg nicht möglich war, richtete er seine Interessen auf Paris. Auf dem Weg von Courchevel trennte sich schnell die Spreu vom Weizen. Selbst Basso war nicht in der Lage, Armstrong, Valverde, Mancebo und Rasmussen sowie Leipheimer zu folgen und musste die genannten ziehen lasse.
Ein Einbruch wie in Italien blieb ihm bei der Grand Boucle erspart. Er wirkte sehr stark und in der Leistung stabil. Er war über die meiste Zeit in der Lage, mit Armstrong mitzuhalten, wobei aber nicht geklärt werden konnte, ob sich der Tourpatron lediglich Basso anpasste oder ob der Amerikaner noch zu stärkeren Leistungen fähig war. Mit einer gewohnten Regelmäßigkeit konnte Basso aber an den Anstiegen Jan Ullrich distanzieren.
Allerdings konnte er keine Etappensiege in Frankreich bejubeln. Über einen dritten Etappenplatz auf dem Weg nach Ax-3 Domaines kam er nicht hinaus. Dennoch feierte er und freute sich über den zweiten Gesamtplatz, obwohl er den Texaner offenkundig nie in Bedrängnis bringen konnte. Armstrong allerdings sah in ihm seinen größten Konkurrenten, so dass der Ami stets darum bemüht war, beim Italiener am Hinterrad zu bleiben. Schließlich musste Basso mit Fassung zusehen, dass Armstrong z.B. in Ax-3 Domaines kurz vor dem Ziel noch davonzog.
Basso gilt für 2006 sicherlich als einer der Favoriten auf den Toursieg. Voraussichtlich wird er dann auf Ullrich treffen, der ihm dann aber nicht den Gefallen tun wird, seine eigenen Aussichten durch Stürze zunichte zu machen – sollte man hoffen. Allerdings werden auch andere Fahrer zu beachten sein. Basso gelang schließlich durch seine Ergebnisse bei der Tour und beim Giro der 23. Platz in der Pro Tour Gesamtwertung.
Der Italiener erhielt in Frankreich sehr gute Unterstützung durch sein Team. Das zeigte sich beim Mannschaftszeitfahren, wo seine Truppe die Dominanz von Discovery Channel in Grenzen hielt. Man hatte sogar Pech, dass der Führende in der Gesamtwertung, David Zabriskie, im Finale dieses Wettbewerbs stürzte und damit den wahrscheinlichen Etappenerfolg von CSC zunichte machte.
Zabriskie hatte das Gelbe Trikot beim Auftaktzeitfahren gewonnen. Eigentlich wurde diese Veranstaltung zur großen Demonstration von Armstrong, der bereits bei der ersten Etappe seine Verfolger empfindlich viel Zeit abnehmen konnte. Sein ehemaliger Teamkollege war jedoch noch zwei Sekunden schneller, so dass das Maillot jaune in die Reihen des dänischen Teams wanderte. Nach der dritten Etappe musste er es aber an Armstrong weiterreichen.
Das Gelbe Trikot kam aber noch einmal für einen Abschnitt zu CSC zurück. Auf der neunten Etappe durfte Jens Voigt mit Genehmigung des Teammanagers Riis einen Ausreißversuch wagen. Dabei gelang es dem Berliner, zusammen mit seinem ehemaligen Teamkollegen Moreau, genügend Zeit auf den Texaner herauszufahren, so dass Voigt als Etappendritter tatsächlich in den Genuss der Gesamtführung kam. Voigt musste letztlich mit gesundheitlichen Problemen das Rennen wenig später aufgeben, da er nicht mehr innerhalb des vorgeschriebenen Zeitlimits bei einer Etappe das Ziel erreichte.
Neben Voigt musste auch Zabriskie die Tour früher als geplant beenden, da er unter den Folgen des Sturzes beim Teamzeitfahren litt. Zabriskie, dem von seinen Teamkollegen in Zukunft viel zugetraut wird, stieß 2005 in die Phalanx der starken Zeitfahrer vor. Schon beim Giro erzielte er einen Tagessieg im Kampf gegen die Uhr. Ebenso erreichte er beim zweiten Zeitfahren in Italien das Tagespodium als Dritter.
Etappensiege bei der Tour gab es übrigens keine weiteren zu bejubeln. Zwar schien Kurt-Asle Arvesen bei der 17. Etappe zwischen Pau und Revel im Duell der beiden verbliebenen Ausreißer gegen Savoldelli bessere Karten zu haben, da man vermutete, dass der Norweger dynamischer im Schlussspurt sei, aber er musste sich dem Italiener geschlagen geben. Im Übrigen bleiben in der Rückbetrachtung einige Duelle der beiden Teams bei Tagesentscheidungen in Erinnerung. Man erinnere an die 11. Etappe des Giros (Savoldelli vs. Basso), an das Auftaktzeitfahren der Tour (Zabriskie vs. Armstrong), an das Mannschaftszeitfahren sowie an die eben geschilderte Konstellation.
Bobby Julich soll als wichtige Stütze des CSC-Kaders in Frankreich genannt werden. Der Amerikaner belegte in der Gesamtwertung Rang 18 und blieb bei den Bergetappen lange an der Seite seines Kapitäns. Auch wenn Carlos Sastre nicht so eindringlich als Edeldomestike für Basso in dieser Saison in Erinnerung blieb, so wusste er dennoch in Frankreich zu gefallen. Als 21. verfehlte er dieses Mal jedoch knapp die Pro Tour Punkteränge.
Fast schon traditionell trug der Spanier im Anschluss an die Tour die Verantwortung bei der Vuelta. Dabei konnte er sich im Vergleich zum Vorjahr vom sechsten auf den zweiten Rang verbessern, wobei er allerdings nach der diesjährigen Ausgabe vom Ausschluss Heras „profitierte“.
Sastre gilt als „Etappensiegmuffel“. Diesem Ruf wurde er 2005 auch wieder gerecht, da er als einziger der ersten Sechs (einschließlich Heras) der Vuelta keinen Tagessieg feiern konnte. Dafür reichte es zu zwei zweiten Etappenplätzen. Sastre punktete lediglich bei der Vuelta und belegte in der Pro Tour den 40. Rang. Er startete auch bei Klassikerrennen, wo er ein akzeptables Ergebnis in San Sebastian als 18. erzielte. Damit befand er sich in guter Gesellschaft. Basso steuerte bei Lüttich-Bastogne-Lüttich ebenfalls auf den 18. Rang, der außerhalb der GTs ebenfalls ohne Pro Tour Zähler blieb.
Wie bei den beiden anderen GTs schaffte CSC auch bei der Vuelta einen Etappensieg. Der Däne Nicki Sörensen bezwang auf der 18. Etappe in Avila seinen Gegner Javier Pascual Rodriguez (Comunidad Valenciana), nachdem beide Mitglieder einer Fluchtgruppe waren.
CSC verteilte wie schon angesprochen die Last der Saison auf mehrere Schultern. Dieses hat zur Konsequenz, dass nicht nur von einigen wenigen Kapitänen gesprochen werden kann, sondern mehrere die Chance erhielten, sich als Leader ausprobieren zu dürfen.
Wie 2004 gab die dänische Equipe schon zu Saisonbeginn eine Kostprobe ihres Könnens. Im Vorjahr stellten sie den Gesamtsieger von Paris-Nizza. Diese Saison sollte es nicht anders sein. Nur hieß der Sieger nicht mehr Jaksche, der das Team aufgrund finanzieller Engpässe verlassen hatte, sondern der US-Amerikaner Julich füllte diese Rolle aus.
Auffällig am Endergebnis 2005 im Vergleich zur Vorsaison beim „Rennen zur Sonne“ ist, dass mit Ausnahme von Jaksche alle CSC-Fahrer, die 2004 in den Top Ten waren, auch diese Saison sich unter den besten Zehn wieder fanden. Julich steigerte sich um zwei Ränge. Voigt konnte den vierten Platz verteidigen und der Luxemburger Frank Schleck wurde Siebter, nachdem er zuvor Zehnter war. Mit einer ähnlichen Dominanz konnte CSC den Triumph vom Vorjahr im Grunde wiederholen. Von den drei Fahrern sollte in der Saison noch häufiger die Rede sein.
Voigt gewann den Auftaktprolog und war sozusagen der erste Leader in der Pro Tour. Ferner ergatterte er die Punktwertung dieser Rundfahrt. Dass die Mannschaftswertung auch von der CSC-Vertretung gewonnen wurde, ist schon fast selbstverständlich.
Julich war aber lange noch nicht satt. Mit einem derartigen Erfolg im Rücken ließ sich die Saison regelrecht genießen. Kurz nach der Tour startete er bei der Benelux-Tour. Vor dem abschließenden Zeitfahren belegte er den 12. Rang und viele hatten ihn nicht mehr für den Gesamtsieg auf der Rechnung. Aber der Amerikaner konnte in seiner Paradedisziplin zum großen Schlag ausholen. Beinahe mühelos kehrte er die Gesamtwertung um und schaffte seinen zweiten Rundfahrtsieg in diesem Jahr. Dass er das Zeitfahren gleich mit gewann, versteht sich fast von selbst. Teamkollege Michael Blaudzun wurde übrigens Fünfter in der Endabrechnung. Damit der dritte Amerikaner des Teams nicht ganz leer in dieser Saison ausging, durfte Christian Vandevelde die Heimfahrt mit dem Bergtrikot antreten.
Der Erfolgshunger von Julich schien aber immer noch nicht gestillt zu sein. Nachdem er im Frühjahr den fünften Rang bei der Baskenland-Rundfahrt unter Dach und Fach brachte, startete er sowohl bei der Deutschland-Tour als auch bei der Polen-Rundfahrt. Aber er hatte dann offensichtlich doch sein Pulver verschossen. In Deutschland landete er auf dem 12. Rang, während in Polen nur ein 11. Platz heraussprang. Beide Notierungen reichten nicht mehr für Pro Tour Punkte. Die, die er hatte, ermöglichten ihm als Teambesten den achten Rang in dieser Wertung.
Jens Voigt hatte in der Pro Tour eine beachtliche Saison hingelegt. Neben dem eintägigen Tragen des Gelben Trikots bei der Tour de France und dem vierten Platz bei Paris-Nizza fiel er weiterhin durch positive Leistungen auf. Bei einer Etappe der Baskenland-Rundfahrt erhielt er die Erlaubnis, eine für ihn so typische Soloflucht zu riskieren. Mit einem beachtlichen Vorsprung – für die Gesamtwertung war er bedeutungslos – sicherte er sich den Tagessieg.
Im Gegensatz zu Julich startete der Deutsche auch bei Ein-Tages-Rennen. In der Vergangenheit fiel Voigt bei diesen kaum auf. Nennenswerte Ergebnisse sind in diesen Rennen jeweils eher Mangelware, wenn man in den Archiven blättert. Nach dieser Saison denkt man über seine Renneinsätze in diesen Wettbewerben wohl anders. Bei Lüttich-Bastogne-Lüttich setzte er wieder zu einem von ihm bekannten Fluchtversuch an. Er erhielt Unterstützung von Alexandre Winokurow. Voigt engagierte sich jedoch stärker in der Führungsarbeit, so dass er dem Kasachen letztlich im Schlussspurt nichts mehr entgegen zu setzen hatte. Dennoch ziert jetzt der zweite Platz bei diesem schweren Rennen seine Palmares. Der Deutsche belegte in der Pro Tour schließlich den 28. Rang.
Neben den Szenen auf der neunten Etappe (siehe Crédit Agricole), bei der Voigt sich die Gesamtführung der Tour erkämpfte, bleibt den Fans ein paar Tage später in Erinnerung, dass Voigt aufgrund des Überschreitens des Zeitlimits von der Tour ausgeschlossen wurde. Andere Fahrer hätten lamentiert, Voigt meinte nur lapidar: „Ich hätte mich selbst herausgenommen.“
Bliebe Frank Schleck. Dem Luxemburger gelang im Schatten der anderen Stars eine sehr gute Saison. Nach der Tour de Suisse ärgerte er sich noch leicht, da er nur Vierter in der Gesamtwertung geworden war. Fünf Sekunden war er vom Podium entfernt.
Das sollte er dann aber bei dem nächsten Termin in der Schweiz ändern. Bei Züri-Metzgete belegte er überraschend den zweiten Rang. Und als die Saison zu Ende ging, war er in Italien bei der Lombardei-Rundfahrt noch einmal sehr präsent. Er musste sich abermals Paolo Bettini – wie schon in Zürich – sowie Gilberto Simoni geschlagen geben. Zusammen mit dem Italiener Caruso hatten sie einen kleinen Vorsprung herausarbeiten können. Im Finish konnte er aber Bettini nicht mehr folgen. Platz 13 in der Pro Tour Wertung übertrifft mit Sicherheit alle Erwartungen.
Bei der Tour de Suisse überzeugte ein anderer Deutscher im CSC-Trikot. Die späte Neuerwerbung Linus Gerdemann düpierte namhafte Konkurrenz, als er auf der siebten Etappe als Teil einer Fluchtgruppe mit einer List seine Gegner abhängen konnte. Er ließ sich etwas aus der Spitzengruppe zurückfallen, um dann mit einem enorm starken Antritt, an allen vorbeizufahren und mit diesem Schwung sich rasch einen Vorsprung zu erarbeiten, den er vor seinem künftigen Teamkollegen Bernucci ins Ziel rettete.
Der talentierte Deutsche, der den Ruf hat, recht eigenwillig und nicht unkompliziert zu sein, bekam in seinem ersten Profijahr einen Einsatz bei der Vuelta. Bei der 19. Etappe bekam er dann die Möglichkeit, mit einer Fluchtgruppe mitzufahren. Allerdings war sich diese dreiköpfige Truppe nicht einig, so sollte der Deutsche ganz offensichtlich von den beiden anderen praktisch „gemobbt“ werden. Eine weitere Gruppe stellte dann dieses Trio, so dass Gerdemann am Ende der achte Etappenplatz blieb. In der Pro Tour war es der 157. Rang.
CSC hatte ein heißes Eisen für die Rennen in Flandern und in der Hölle des Nordens im Feuer. Während Lars Michaelsen in Flandern eher blass blieb, gehörte er auf dem Weg nach Roubaix einem Führungsquintett an. Zusammen mit Backstedt, Boonen, Flecha und Hincapie arbeitete er prächtig zusammen, so dass die Entscheidung nur zwischen diesen Fahrern fallen konnte. Die entscheidenden Tempoverschärfungen konnte er aber letztendlich nicht mehr mitgehen, so dass für ihn der fünfte Platz bleiben sollte. In der Pro Tour war es der 82. Rang, den er sich mit seinem Landsmann Blaudzun teilt. Sörensen wurde übrigens 140.
Der Russe Vladimir Gusev, der im Survival Camp als Einzelgänger des Teams identifiziert wurde, sprang in Flandern für Michaelsen in die Bresche. Zumindest zum zehnten Rang reichten seine Bemühungen. Bei den HEW-Cyclassics schaffte er gar den achten Platz. Letztlich wurde er in der Pro Tour 126. Dabei konnte er Arvesen überflügeln, der neben seinem Einsatz in Frankreich auch durch einen neunten Platz beim GP Ouest-Plouay geringfügig in der Pro Tour punkten konnte.
Ein paar weitere Punkte verpasste Arvesen als 14. des Amstel Gold Race. Beim Fleche Wallone wurde es gar nur der 21. Platz. Bei Mailand-San Remo war er als 23. bester Fahrer seines Teams. Diese Tatsache verrät und unterstreicht, dass die Position des Sprinters im Team nicht qualitativ hochwertig besetzt wurde.
Der Däne Matti Breschel sorgte in seiner ersten Saison für CSC für ein gutes Resultat bei Gent-Wevelgem, als er den 17. Rang belegte. Auch Peter Luttenberger konnte sich keine Punkte für die Pro Tour erkämpfen. Sein 14. Platz bei der Tour de Romandie reicht dafür ebenso wenig wie der 16. Rang von Manuel Calvente bei der Volta A Catalunya.
CSC erreichte in der Besetzung Arvesen, Basso, Sastre, Zabriskie sowie Jakob Piil Storm und Luke Roberts das Podium beim Mannschaftszeitfahren in Eindhoven. Das Team wurde Dritte4 und musste sich nur den Formationen von Gerolsteiner und Phonak geschlagen geben. Besser war die Delegation bei der Tour de France. Einen Sieg im MZF sicherte sich der Rennstall bei der Mittelmeer-Rundfahrt, die aber nicht zur Pro Tour zählt.
Outside Pro Tour
Nicht nur das MZF konnte bei Mittelmeer-Rundfahrt gewonnen werden, sondern auch der Gesamtsieg fiel dem Team zu. Jens Voigt krönte zu Saisonbeginn eine starke Leistung mit zwei Etappensieg und dem ersten Platz der Schlusswertung. Ferner holte der sympathische Fahrer Tagessiege bei der Bayern-Rundfahrt (2.HC) sowie bei der Etoile des Bessèges (2.1). Zusammen mit seinem Teamkameraden Julich erradelte er sich beim Luk-Cup den Sieg im Duo-Zeitfahren.
Der Amerikaner feierte neben der Pro Tour weitere Erfolge. Das sehr prestigeträchtige Criterium International (2.HC) konnte er nach dem Sieg im Zeitfahren ebenfalls gewinnen.
Ein weiteres Duo jubilierte im sehr selten ausgetragenen Duo-Zeitfahren. Es war die Veranstaltung „Trofeo Città di Borgomanero (1.1)“, die Ivan Basso zusammen mit seinem Landsmann Andrea Peron gewann. Peron konnte 2005 keine Siege mehr vorweisen, dafür zeigte Basso seine Klasse. Bei der Post Danmark Rundt (2.HC) triumphierte er alleine bei vier Etappen und in der Gesamtwertung vor Arvesen.
Michaelsen schaffte einen Etappen- und den Gesamtsieg bei der Tour de Qatar (2.1). Er siegte bei dieser Rundfahrt, die fast zur teaminternen Meisterschaft verkam, vor Breschel und Fabrizio Guidi, der Beginn Februar noch dem dänischen Team angehörte. Ferner belegte Thomas Bruun Eriksen den sechsten und Giovanni Lombardi den siebten Platz.
Noch eine weitere Rundfahrt gewann ein CSC-Fahrer. Die Zukunfts-Tour (2.1) sah Lars Ytting Bak als Gesamtsieger, nachdem er schon die Auftaktetappe gewinnen konnte. Bak feierte einen weiteren Erfolg mit dem Gewinn der dänischen Straßenmeisterschaft sowie mit dem Sieg bei Paris-Bourges (1.1).
Sein deutscher Teamkollege Christian Müller siegte bei der Zukunfts-Tour im Zeitfahren und feierte noch einen Etappenerfolg bei der Sachsen-Tour (2.1). Müller fuhr eine ordentliche erste Saison als Neo. In Sachsen gab es einen weiteren Abschnittssieg zu bejubeln, den der Däne Allan Johansen schaffte.
Auch Brian Vandborg bescherte dem Team noch einen Etappenerfolg, den er bei der Tour Of Georgia (2.1) einfahren konnte.
Dem gegenüber sind noch einige Siege bei Ein-Tages-Rennen und bei Meisterschaften zu vermelden. Beim GP Ouverture La Marseillaise (1.1) feierte Sörensen einen gelungen Saisonstart. Sein Landsmann Blaudzun sorgte für einen Sieg beim GP Herning-Midtbank (1.1). Ferner war er der Schnellste Däne im Kampf gegen die Uhr bei den Landesmeisterschaften. Auch Gusev wurde russischer Zeitfahrmeister. In Luxemburg setzte sich Schleck durch. Allerdings hieß der Meister der Zeiten nicht Frank mit Vornamen sondern Andy.
Es fällt auf, dass viele verschiedene Fahrer etwas gewinnen konnten. Allerdings vermisst man die Namen Piil Storm, Luttenberger und Giovanni Lombardi in den Siegerlisten. Lombardi hat mittlerweile an Biss verloren und gilt nicht mehr als der starke Sprinter. Vielmehr ist der ehemalige Fahrer von Telekom eine wichtige moralische Stütze im Team.
Tops und Flops
Die Gewinner des Teams sind
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Bobby Julich: Der Amerikaner wartete mit drei Rundfahrtssiegen auf. Er zeigte ein Potential, dass er bei T-Mobile nie offenbaren konnte. Ein Klassefahrer!
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Ivan Basso: Der Kronprinz von Armstrong konnte beim Giro nur von einer Erkrankung und in Frankreich vom Meister himself aufgehalten werden. Nächstes Jahr könnte er freie Bahn haben.
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Frank Schleck: Der Luxemburger schaffte 2005 seinen großen Durchbruch und kaum einer hat es mitbekommen. Starke Leistungen in der Schweiz und in der Lombardei lassen auf mehr hoffen.
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Carlos Sastre: Der Spanier landete auch bei einer GT auf dem Podium.
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Jens Voigt: Je oller je doller. Stark in Lüttich und nochmals Gelb. Und das waren die Highlights einer starken Saison.
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David Zabriskie: Da hat wohl ein Texaner nicht mitbekommen, dass er jemanden im Team hatte, der bei Zeitfahren schneller als andere in die Pedalen haut.
Diese Fahrer enttäuschten
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Peter Luttenberger: Der Ösi hat sich nun endgültig von Ambitionen auf eigene gute Ergebnisse verabschiedet. Er übernimmt im Team aber noch gute Helferfunktionen.
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Manuel Calvente: Der Spanier konnte sich im Team nicht durchbeißen und musste schließlich gehen.
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Jakob Piil Storm: Der Däne verschwindet langsam aus dem Fokus der Betrachter. Jedenfalls konnte er 2005 kaum nennenswerte Ergebnisse vorweisen, allerdings wurde er Sechster bei der Straßen-WM.
Ausblick auf 2006
Die Aussichten auf die neue Saison sind rosig. Jedenfalls muss man damit rechnen, dass das Team auch 2006 wieder das Renngeschehen mitbestimmen wird. Basso gilt als haushoher Favorit für die Nachfolge von Lance Armstrong. Ob er auch in der Lage sein wird, den Giro zu gewinnen, kann man jetzt schwer sagen. Man hat in der vergangenen Saison erlebt, dass der Doppeleinsatz nicht frei von Störungen ist.
Jedenfalls erhält er eine weitere Verstärkung für sein Team, da der Schweizer Fabian Cancellara zur Equipe stoßen wird. Der Eidgenosse wird natürlich auch ein Trumpf im Ärmel sein, wenn es zu dem Rennen Paris-Roubaix kommen wird. Es wäre ja schon eine Riesensache, wenn die beiden Hauptwettbewerbe in Frankreich vom Team CSC gewonnen werden kann.
Mit dem vorhandenen Material an Fahrern kann man die Ziele dieses Jahres getrost auf die Wünsche an die kommende Saison anwenden. Mit Stuart O´Grady ist ein neuerlicher ehemaliger Teamkollege von Jens Voigt zu CSC gewechselt. Der Australier könnte das Manko der Sprintposition etwas ausgleichen, obwohl er in den letzten Jahren deutlich an Schnelligkeit verloren hat. Dafür ist er auch ein Fahrer für Flandern oder Paris-Roubaix.
CSC wäre bei den Klassikern wirklich mal ein großer Wurf zuzutrauen und zu wünschen. Schleck und Voigt waren in der vergangenen Saison nahe dran. Die Chancen wurden durch die Neuerwerbungen noch erhöht.
Man sollte dem Rennstall wünschen, den eingeschlagenen Weg mit der Integration jüngerer Fahrer weiter zu gehen. Von Bak, Breschel, Müller usw. kann man noch einiges erwarten. Von Linus Gerdemann weniger. Der verriet, dass er sich für 2007 ohnehin mit T-Mobile einig sei. Das passte Riis nicht in den Kram, da er verständlicherweise nicht für die Konkurrenz die Fahrer ausbilden möchte. Deswegen hat Gerdemann bereits eine Saison früher als geplant den Wechsel vollzogen.
Die Prognose für CSC ist für 2006 günstig. Eine GT und ein Klassiker sind eigentlich mal fällig.
Mehr Informationen:
http://www.cycling4fans.de/?id=1576