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Geschrieben von TEVC am 26.03.2002 um 11:06:
Taktik und der Knopf im Ohr
In einigen Threads war in letzter Zeit viel über die zu taktischen Rennverläufe diskutiert worden. Meiner Ansicht nach liegt das am Knopf im Ohr. Ich finde es auch irgendwie wenig schön was da zeitweise zu sehen ist.Vor allem bei den Klassikern wo sich doch immer mal die kleineren Grüppchen bilden wäre es einfach so, dass die Leiter ihre Jungs nicht immer zurückpfeiffen können wenn der Chef sie braucht! Auch die Rennintelligenz der Fahrer würde viel mehr entscheidend über Sieg oder Niederlage.
Geschrieben von Michelin-Männchen am 26.03.2002 um 11:11:
Naja
Man stelle sich mal LA oder noch eher JU ohne Knopf im Ohr vor. Das würde aber voll nach hinten losgehen.
Ohne Knopf im Ohr hätte Wese 2000 P-R gewonnen, Lance wäre bei der TdS nicht freihändig den Berg hinauf gefahren, Mapei hätte letzten Samstag nach dem Doppelsturz bei MSR nicht solch einen Druck gemacht ....
Sebastian
Geschrieben von Glgnfz am 26.03.2002 um 11:16:
da war im letzten tour-sonderheft
ein klasse artikel drüber drin!!!
ich persönlich fände es auch interessanter wenn die fahrer mehr "auf sich gestellt" wären! da hätten auch mehr helfer mal die chance frei schnauze zu fahren!
leider haben sich jetzt alle so an die technologie gewöhnt, dass da neben doping noch ein weiteres feld für beschiss hinzukäme wen man es jetzt verbieten sollte! dann würden die ersten anfangen sich mikrophone einzupflanzen und weiß der geier was noch, damit ihre sportlichen leiter ihnen weiterhin das denken abnehmen können
Geschrieben von Michelin-Männchen am 26.03.2002 um 11:19:
Ganz einfach
Die Renntaktik hat sich eben geändert. Sie wird jetzt von den sportlichen Leitern vorgenommen. Deshalb benütigt man vor allen Dingen Fahrer, die diese Anweisungen perfekt umsetzen können wie z.B. LA, JU usw.
Wir könnten uns auch über die Einfühung von Klickpedalen, Lenkerschalthebeln usw. aufregen, weil sie das radrennen und die Taktik verändert haben...
Sebastian
Geschrieben von TEVC am 26.03.2002 um 11:20:
Lance
hat ja bei seiner inzwischen legendären Schauspielerei voll mit dem Knopf kalkuliert. Er meinte damals er habe, als er ne Kamera gesehen hat mal ein leidendes Gesicht geschnitten. Angermann meinte damals (

) noch ob das wohl nicht gespielt sei. Rominger (auch

):"Wer solls denn sehen wenn er hinten fährt?" Die sportlichen Leiter. Im Fernsehen. Und per Funk:"Hey- der Armstrong ist nicht nur hinten sondern der sieht auch Scheisse aus. Tempo hoch halten. Am Anstieg von Alpe d'Huez fällt der weg." War eigentlich super riskant. Wenn da einer gedacht hätte "Wow- der Armstrong ist hinten. Das versuch ich mal". Dann hätte der ganz schnell Farbe bekennen müssen
Geschrieben von TEVC am 26.03.2002 um 11:23:
Klickpedale etc.
kannste aber irgendwie nicht so ganz damit vergleichen. Oder?
Geschrieben von ploner am 26.03.2002 um 11:36:
@TEVC
Absolut deiner Meinung!
Radrennen würden wieder viel interessanter werden, wenn man den blöden Sprechfunk verbieten würde.
Geschrieben von Michelin-Männchen am 26.03.2002 um 11:41:
Ok, anderes Beispiel
Früher durften die Fahrer die Räder nicht wechseln - Eugene Christophe - das sollten wir wieder einführen. Dann hört auch so ein Quatsch wie von Jaja, vor dem Berg auf ein Titanrad umzusteigen, auf. Und außerdem sollen die Fahrer wieder in Wolltrikots fahren. Und am besten ohne Schaltung.
Sebastian
P.S.: Schon mal etwas von Fortschritt gehört? Glaubt Ihr, Telekom würde das Team noch unterstützen, wenn sie keine Möglichkeit mehr haben, ihre Technologie ins rechte Licht zu rücken?
Geschrieben von TEVC am 26.03.2002 um 12:28:
Ok
Telekom darfs. Phonak auch. aber die anderen nicht!
Geschrieben von ploner am 26.03.2002 um 13:14:
| Zitat: |
Original von Michelin-Männchen
P.S.: Schon mal etwas von Fortschritt gehört? Glaubt Ihr, Telekom würde das Team noch unterstützen, wenn sie keine Möglichkeit mehr haben, ihre Technologie ins rechte Licht zu rücken?
|
Beim FC Bayern sehe ich aber auch keine große Möglichkeit, wie sie dort ihre Technologie präsentieren wollen. An dem wird's wohl nicht liegen.
Geschrieben von Michelin-Männchen am 26.03.2002 um 13:15:
Na warte mal ab
Die werden noch einen Headcoach wie beim American Football einrichten.
Sebastian
Geschrieben von TEVC am 26.03.2002 um 13:15:
@Sebastian
Ich finde der Unterschied zwischen den technischen Neuerungen und dem Knopf im Ohr ist der, daß die technischen Entwicklungen den Fahrer in die Lage versetzen sein Potential besser auszuschöpfen. Der Knopf tut das aber nicht. Es ist nicht mehr der Fahrer selbst, der entscheidet. Wenn man bereit ist auf individuelle Fahrertypen zu verzichten und die taktische Fahrweise sehen will- ok! Nur, mir gefällt es nicht. Anderen, so wie ich die Beiträge verstanden habe, auch nicht.
Geschrieben von Michelin-Männchen am 26.03.2002 um 13:21:
Schon klar
Ich habe nicht gesagt, daß es mir gefällt. Mit Knopf im Ohr wäre Pantani beim Giro 1994 auf einer Bergetappe sicher nicht so losgestürmt und danach eingebrochen. Bjarne Riis hat auch noch ohne Knopf gewonnen. Trotzdem ist klar, daß wir uns gegen den technologischen Vorsprung nicht wehren können. Zuerst war es TT, die Handies auf die Schultern der Trikots genäht hatten (war glaube ich das erste mal 1997). Ein Jahr später hatten alle Teams das. So ist der Fortschritt.
Sebastian
Geschrieben von Brägel am 26.03.2002 um 20:23:
Knopf im Ohr
ich habe neulich irgendwo gelesen, daß in Deutschland im Radsport-Nachwuchsbereich, Sprechfunk zwischen Fahrern und Sportlicher -Leitung untersagt ist.
Bei den Profis läßt sich das nicht ganz so leicht umsetzen.
Ich fände es aber besser ohne Sprechfunk, denn dabei nehmen die Sportlichen Leiter den Fahrern das taktische Denken ab.
Geschrieben von Checker am 26.03.2002 um 21:36:
Sprechfunk
Denkt auch mal daran, was für gute Seiten der Knopf im Ohr hat: wenn ein Fahrer Defekt hat, kann er das sofort dem Sportlichen Leiter, der vielleicht weiter hinten fährt, über Funk mitteilen, der stürmt dann nach vorn und der Mechaniker behebt den Schaden. So wird der Zeitverlust durch minimiert. Goodefroot wäre '98 am Fuss vom Plateau de Beille fast an Ullrich und co. vorbeigefahren, weil ihm niemand etwas durchgefunkt hat. Solche Probleme lassen sich durch den Funk vermeiden.
Eine mögliche Lösung wäre vielleicht ein "Einbahnstrassen-Funk" 8) , d.h. der Fahrer kann mit dem Sportlichen Leiter reden, der hört ihn, aber umgekehrt hört der Fahrer den S.L. nicht. Aber da würde es wohl sofort Manipulationen geben, das ließe sich auch nicht kontrollieren, und wie Dopingsünder kann man "Funksünder" auch nicht bestrafen.
Geschrieben von Michelin-Männchen am 27.03.2002 um 08:40:
Naja
den einseitigen Funkt hatte man glaube ich in der F1 mal eingeführt, doch mitlerweile gibt es auch den Funk in beide Richtungen. Dem steht der Radsport dann nicht nach.
Und das der Belgier unsern Ulle an seinem letzen Tag in Gelb fast übersehen haben soll - also Sachen gibts
Sebastian
Geschrieben von Checker am 27.03.2002 um 09:49:
Der letzte Tag
in Gelb war Les Deux Alpes...
Geschrieben von Phil am 27.03.2002 um 09:53:
An
diesem Tag hatte Ullrich aber auch Defekt und damals war ein Hundewetter
Geschrieben von Cyclist am 08.07.2002 um 13:13:
Knopf im Ohr - Fluch oder Segen ??? (offizieller Technik-Thread)
Nachdem in einem Thread (ich kann mich gerade nicht an den Titel erinnern *g*), das Thema aus anderen Beweggründen schon mal kurz angeschnitten wurde, hier jetzt der offizielle Technik-Diskussion-Thread.
Der Fortschritt der Technik macht auch vor dem Radsport nicht halt, doch soll man das gut oder schlecht finden ??? Gibt es DIE Antwort auf die Frage? Wohl kaum.
Jede Weiterentwicklung bringt Neuerungen mit sich, die einen, die den Ist-Zustand bewahren wollen, wettern gegen das neue (es ging doch früher auch ohne), die anderen - Fortschrittbegeisterten - nehmen jede Neuerung nur zu gerne kritiklos an. Wie bei vielem, ist das aber auch im Radsport eine Frage der Betrachtungsweise.
Der Knopf im Ohr - Fluch oder Segen?
Vorteile:
- schnellere Reaktion auf das aktuelle Renngeschehen, da der sportliche Leiter via Bildschirm das gesamte Rennen überblicken und wichtige Ratschläge geben kann
- schnellere Hilfe bei Defekten durch den direkten Kontakt zum Teamfahrzeug
- Kommunikation der Fahrer untereinander (nur auf eine bestimmte Entfernung, ich glaube auf etwa 2 km)
Nachteile:
- Taktische Fähigkeiten des einzelnen Fahrers sind kaum noch gefragt, selbst Fahrer ohne taktisches Verständnis können auf Anweisung des sportlichen Leisters "richtig" agieren bzw. reagieren, sie müssen nur noch schnell fahren können (ferngesteuerte Rennfahrer)
- Spontanität geht verloren, da die Fahrer auf die Funkanweisungen warten, um möglichst nicht einen unnötigen Angriff zu lancieren
Geschrieben von ploner am 08.07.2002 um 13:30:
Fluch
Wie ich schon in diesem "anderen Thread" gesagt habe, ich halte den Knopf im Ohr für keinen Segen. Zu einem großen Fahrer gehören für mich halt auch taktische Fähigkeiten und die werden heute dank Funkkontakt nicht mehr gefordert.
Außerdem schreckt mich ein bisschen der Gedanke, wo die Entwicklung dann längerfristig hingehen könnte: Analyse von Puls und Blutwerten direkt am Fahrer, Übermittlung an die Mannschaftszentrale wo die Daten ausgewertet und dementsprechend die optimale Übersetzung und Trittfrequenz berechnet wird? Ferngesteuerte Robot-Strampler?
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